Test Mash GT750 (2026)
Grand Tourer mit 12,3-Zoll-TFT, Kamera-System, 24-Liter-Tank und 40-Liter-Koffern – für 11.699 Euro
Stand: 10.4.2026 | Modell: Mash GT750 (2026) | Fertigung: Jedi Motor (CN) – Basismodell Kirin 750 | Preis: 11.699 Euro zzgl. Überführung (12.014 Euro inkl.) | Farben: Schwarz, Gold | Euro 5+ | A2-Variante: 47,5 PS erhältlich
Herkunft & Konzept: BMW-RT-Silhouette aus China, bewährt im Polizeieinsatz, jetzt für Touristen
Die Mash GT750 basiert auf der Jedi Kirin 750, einem Motorrad, das Jinan Jedi Motorcycle Technology (Jedi Motor, gegründet 1975) ursprünglich für chinesische Behörden entwickelt hat – und das tatsächlich als Polizeifahrzeug eingesetzt wird, in direkter Konkurrenz zum BMW RT. Diese Herkunft erklärt viel über den Charakter der Maschine: keine Leistungsexzesse, dafür maximale Funktionalität, robuste Konstruktion, niedrige Sitzhöhe, hohe Stabilität bei Schleichfahrt – genau das, was eine Polizei-Eskorte von einem Motorrad verlangt. Dieselben Abmessungen wie die BMW RT, nur 6 Kilogramm leichter.
Mash übernimmt diese Plattform, paart sie mit europäischem Vertrieb und einem Preis, der weit unter dem aller etablierten Reisemotorräder liegt: 11.699 Euro zzgl. Lieferkosten – inklusive zwei Hartschalenkoffern, beheizten Griffen, beheizbarer Sitzbank, Front- und Rückkamera, elektrisch verstellbarem Windschild und 12,3-Zoll-Navi-TFT. Das Gesamtpaket ist für diesen Preis in Europa nicht vergleichbar.
Ausstattung: 12,3-Zoll-TFT, Kamera, 40 Liter Koffer, Griff- und Sitzheizung – serienmäßig, nicht optional
Die Ausstattungsliste der GT750 liest sich wie ein Optionspakete-Katalog eines europäischen Premiummotorrads – nur dass hier alles serienmäßig ist. Das 12,3-Zoll-TFT-Display mit Navigation über Carbit Ride ist das größte serienmäßige Cockpit-Display im Touring-Segment unterhalb von 15.000 Euro. Die Griffheizung und die fünfstufige Sitzheizung sind Standard. Eine Frontkamera und eine Heckkamera ermöglichen Video- und Fotoaufnahmen, übertragbar aufs Smartphone – auch das serienmäßig. Die elektrisch verstellbare Windschutzscheibe lässt sich während der Fahrt regulieren.
Die zwei Hartschalenkoffer à 20 Liter (gesamt 40 Liter) sind karosseriefarben lackiert und in das Design integriert. Sie öffnen elektrisch per Keyless-System. Zusätzlich gibt es einen integrierten Gepäckträger. Drei Ladeanschlüsse stehen zur Verfügung: USB-A, USB-C und 12 Volt. Das Keyless-System umfasst auch den elektrischen Tankdeckel. TPMS ist serienmäßig. Motorschutz und Kofferschutz (XL-Sturzbügel vorne und hinten) sind verbaut. Auf einen Quickshifter, Fahrmodi, Traktionskontrolle und Ride-by-Wire verzichtet auch die GT 750.
Motor & Fahrwerk: 74,8 PS und 275 kg – kein Leistungssportler, aber das ist nicht der Anspruch
Der 730-cm³-Parallel-Twin (DOHC, flüssigkeitsgekühlt) liefert 74,8 PS bei 8.500/min und 69 Nm bei 6.800/min – identische Werte wie in der K750. Ruhig im Leerlauf, mit geschmeidigen Schaltvorgängen. Das ist kein Hochdrehzahl-Sportler, sondern ein Langstrecken-Cruiser-Motor – ein Anspruch, dem 75 PS historisch gerecht werden: Die Honda Deauville tourte mit 62 PS und 260 Kilogramm jahrelang problemlos durch Europa. Das fahrfertige Gewicht von 275 Kilogramm liegt 6 kg unter dem der BMW R 1300 RT (281 kg) – aber 58 kg über der K750. Zum Vergleich: Honda NT1100 ca. 248 kg, Yamaha Tracer 9: ca. 228 kg. Beide leisten aber deutlich mehr.
Das Fahrwerk nutzt vorne eine 41-mm-USD-Gabel, einstellbar in Vorspannung und Zugstufendämpfung (weniger als die voll einstellbare Showa der K750). Die Bremsen unterscheiden sich ebenfalls: Vorne kommen Brembo-M4-Zweikolbensättel an zwei 298-mm-Scheiben zum Einsatz (K750: Vierkolben). Hinten: Brembo Einkolben, 260-mm-Scheibe; Bosch-ABS serienmäßig. Bereifung: Michelin Road 6, gleiche Dimensionen wie K750 (120/70-ZR17 / 180/55-ZR17). Fahreindruck: überraschend wendig bei Schleichfahrt, gutes Gleichgewicht, die 780-mm-Sitzhöhe gibt Vertrauen – trotz 275 Kilogramm. Der Dreifalten-LED-Scheinwerfer mit Tagfahrlicht ist serienmäßig.
Kosten & Marktposition: 11.699 Euro für Vollausstattung – BMW kostet doppelt so viel, leistet mehr
Die GT750 hat keinen direkten Preiskonkurrenten mit vergleichbarem Ausstattungsumfang. BMW R 1300 RT: ab ca. 23.000 Euro, 145 PS, 281 kg – knapp doppelt so teuer, fast doppelt so stark. Honda NT1100: ca. 14.000 Euro, 102 PS, 248 kg – ebenfalls teurer und leistungsstärker. Yamaha Tracer 9: ca. 14.000 Euro, 119 PS – teurer, deutlich leistungsstärker, weniger Vollverkleidung.
Die Frage ist deshalb nicht, ob die GT750 besser ist als eine BMW RT – sie ist es sicher nicht. Die Frage ist, ob 75 PS und diese Ausstattung für 11.699 Euro einen Platz im Markt haben. Für Fahrer, die Langstreckentauglichkeit, einen 24-Liter-Tank, 40 Liter Kofferraum und Sitzheizung für ein Budget wollen, das keine 15.000 Euro überschreitet, ist die Antwort: ja.
Der 24-Liter-Tank bei 4,6 l/100 km Normverbrauch ergibt eine theoretische Reichweite von über 500 Kilometern. In der Praxis dürften bei Autobahntempo 400–450 Kilometer realistisch sein. Für Tourer ist das eine sehr komfortable Reichweite. Der Verbrauch von 4,6 l/100 km (116 g CO₂/km) ist für ein 275-kg-Motorrad solide.
Fazit
Die GT750 ist das mutigste Modell im Mash-Programm: ein vollverkleideter Grand Tourer mit Koffern, Heizung, Kamera und 12,3-Zoll-TFT für unter 12.000 Euro. Die Leistung ist bescheiden, das Gewicht ist hoch, die Serviceinfrastruktur in Deutschland wächst noch. Wer das akzeptieren kann und ein preisgünstiges Langstreckenwerkzeug mit serienmäßiger Vollausstattung sucht, findet hier kein besseres Angebot auf dem deutschen Markt.
Kurzcheck
+ 11.699 Euro zzgl. Überführung: günstigster vollverkleideter Grand Tourer mit Koffern und Vollausstattung auf dem deutschen Markt
+ 12,3-Zoll-TFT serienmäßig: größtes Cockpit-Display im Touring-Segment unter 15.000 Euro
+ Zwei Hartschalenkoffer à 20 Liter (40 Liter gesamt), karosseriefarben, elektrisch entriegelt, serienmäßig
+ Front- und Heckkamera serienmäßig – Video- und Fotoaufnahmen, übertragbar aufs Smartphone
+ Elektrisch verstellbare Windschutzscheibe: während der Fahrt regelbar, serienmäßig
+ Griff- und Sitzheizung (5 Stufen) serienmäßig
+ 24-Liter-Tank: theoretische Reichweite über 500 km; sehr Touring-tauglich
+ 780 mm Sitzhöhe trotz 275 kg: gute Handhabbarkeit bei niedriger Geschwindigkeit
+ USB-A, USB-C und 12V serienmäßig (3 Anschlüsse)
+ Keyless System inkl. elektrischer Tankdeckel; TPMS; Motorschutz; Kofferschutz serienmäßig
+ Brembo-Bremsen vorne und hinten; Bosch-ABS; Michelin Road 6 serienmäßig
+ Dreifacher LED-Scheinwerfer mit Tagfahrlicht serienmäßig
+ Euro 5+; A2-Variante (47,5 PS) erhältlich
+ Jedi-Plattform bewährt im Polizeieinsatz: robuste, praktische Konstruktionsphilosophie
– 275 kg fahrfertig: nur 6 kg leichter als BMW R 1300 RT; deutlich schwerer als Honda NT 1100 (248 kg) und Yamaha Tracer 9 (228kg)
– 74,8 PS: Honda NT1100 bietet 102 PS, Yamaha Tracer 9 bietet 119 PS – deutlich mehr Leistung bei niedrigerem Gewicht und moderaterem Preisüberschuss
– Kein Quickshifter, keine Traktionskontrolle, keine Fahrmodi, kein Ride-by-Wire
– Brembo-Bremsen an GT750: Zweikolben (nicht Vierkolben wie an K750) – trotz höherem Gesamtgewicht
– Marken-Serviceinfrastruktur in Deutschland im Aufbau; Werkstattnetz weniger dicht als bei Honda oder Yamaha
– Standgeräusch: nicht dokumentiert in verfügbaren Quellen
Technische Daten: Mash GT750 (2026)
Marke / Herkunft: Mash (FR); Fertigung: Jinan Jedi Motorcycle Technology (CN); Basismodell: Jedi Kirin 750 (u. a. chinesisches Polizeifahrzeug)
Motor: Parallel-Twin, 730 cm³, DOHC, flüssigkeitsgekühlt; 6-Gang; Kette
Leistung: 74,8 PS (55 kW) bei 8.500/min
Drehmoment: 69 Nm bei 6.800/min
A2-Variante: 47,5 PS (35 kW); Drehmoment 61 Nm
Rahmen: Aluminiumrahmen
Gabel: 41-mm-USD; einstellbar in Vorspannung und Zugstufendämpfung
Bremse vorn: Brembo M4 Zweikolben (!) radial; zwei 298-mm-Scheiben; Bosch-ABS
Bremse hinten: Brembo Einkolben; 260-mm-Scheibe; ABS
Reifen: Michelin Road 6; 120/70-ZR17 vorne; 180/55-ZR17 hinten
Cockpit: 12,3-Zoll-TFT; Navigation Carbit Ride; Smartphone-Konnektivität; Bluetooth
Kameras: Frontkamera + Heckkamera; Video/Foto; Übertragung aufs Smartphone serienmäßig
Windschutz: Elektrisch verstellbar – auch während der Fahrt; dreifacher LED-Scheinwerfer
Heizung: Griffe: serienmäßig; Sitzbank: fünfstufig einstellbar, serienmäßig
Koffer: 2×20 Liter Hartschalenkoffer, karosseriefarben, elektrisch entriegelt, serienmäßig
Ladeports: USB-A + USB-C + 12 V (3 Anschlüsse serienmäßig)
Keyless: Serienmäßig inkl. elektrischer Tankdeckel
Weitere Ausstattung: TPMS; Motorschutz; Kofferschutz; XL-Sturzbügel; integrierter Gepäckträger
Elektronik: Bosch-ABS; Euro 5+; kein Ride-by-Wire, keine TC, keine Fahrmodi, kein Quickshifter
Gewicht: 275 kg vollgetankt
Sitzhöhe: 780 mm
Tank: 24 Liter (theor. Reichweite ca. 500 km+)
Verbrauch: 4,6 l/100 km; 116 g CO₂/km
Farben: Schwarz; Gold
Preis (D): 11.699 Euro zzgl. Überführung; 12.014 Euro inkl. Lieferkosten