Test Mash K750 (2026)

730 cm³ Parallel-Twin, Suter-Motor, Marabese-Design, Brembo-Bremsen, Showa-Gabel – für 7.699 Euro

730 cm³ Parallel-Twin DOHC flüssigkeitsgekühlt, 74,8 PS (55 kW) bei 8.500/min, 69 Nm bei 6.800/min. Motorentwicklung: Suter Racing (CH). Design: Marabese Design (IT). Fertigung: Jedi Motor (CN). Showa-USD-Gabel golden eloxiert, voll einstellbar. Einarm-Alu-Schwinge. Brembo radial Vierkolben, zwei 298-mm-Wave-Scheiben; Bosch-ABS. Michelin Road 6. 5-Zoll-TFT; Keyless; TPMS; Bluetooth. Kein Quickshifter, keine TC, keine Fahrmodi. 217 kg. 780 mm Sitzhöhe. 14 Liter. 7.699 Euro zzgl. 31  Euro Überführung. A2-Variante 47,5 PS erhältlich.

Stand: 10.4.2026 | Modell: Mash K750 (2026) | Marke: Mash (FR) / Jedi Motor (CN) / Marabese Design (IT) / Suter Racing (CH) | Preis: 7.699 Euro zzgl. Überführung (8.014 Euro inkl.) | A2-Variante: 47,5 PS erhältlich

Marke & Herkunft: Französischer Importeur, Schweizer Motor, Italienisches Design, Chinesische Fertigung

Mash ist ein französisches Motorrad-Label, das seit Jahren kleine Retro-Einzylinder für den europäischen Markt importiert. Die K750 ist das erste Mal, dass Mash in das Segment der sportlichen Mittelklasse einsteigt – und gleichzeitig ein Lehrbuch-Beispiel für globalisierte Motorradproduktion. Die Fertigung findet bei Jinan Jedi Motorcycle Technology (Jedi Motor) in China statt, wo das Motorrad als Jedi K750 bereits seit Anfang 2024 produziert wird. In Spanien ist es als Mitt 775R für 6.995 Euro erhältlich. Das Design stammt vom italienischen Studio Marabese Design, das in den vergangenen 40 Jahren für zahlreiche namhafte Hersteller gearbeitet hat. Als Motorenentwickler gibt Mash Suter Racing aus der Schweiz an – den Ingenieursdienstleister von Eskil Suter, Ex-WM-Fahrer und anerkannten Motorenentwickler.

Diese Konstruktionskette hat eine direkten Konsequenz: Die K750 ist technisch kein neues Motorrad. Sie ist seit 2024 in Produktion, in mehreren Märkten unter verschiedenen Namen erhältlich, und die Fertigungsqualität folgt dem Stand eines etablierten chinesischen Mittelherstellers. Mash setzt auf Marktpositionierung, Design und europäischen Vertrieb – und das zu einem Preis, der unter den meisten etablierten Mittelklasse-Mitbewerbern liegt.

Motor: 730 cm³ Parallel-Twin mit Suter-Entwicklungshistorie – und eine Leistungsangabe, die je nach Markt variiert

Der Antrieb ist ein flüssigkeitsgekühlter DOHC-Parallel-Twin mit 730 cm³ Hubraum, 6-Gang-Getriebe und Kettenantrieb. Die offizielle Mash-Deutschland-Leistungsangabe lautet 74,8 PS (55 kW) bei 8.500/min sowie 69 Nm bei 6.800/min. Die identische spanische Mitt 775R gibt 80 PS an. Diese Diskrepanz bei identischem Motorrad ist nicht vollständig geklärt – sie dürfte auf unterschiedliche Homologationsentscheidungen oder konservative Marketingstrategie für den deutschen Markt zurückzuführen sein. Im Bericht werden die offiziellen Mash-DE-Angaben verwendet.

Das Leistungsprofil ist zeitgemäß: Der Twin reagiert laut Mash sofort auf die Gasannahme und bietet einen geschmeidigen und spritzigen Charakter. Der Motor bietet keine elektronisch gesteuerte Drosselklappe (kein Ride-by-Wire), keine Fahrmodi, keine Traktionskontrolle und keinen Quickshifter – alles analog und direkt. Für die A2-Variante wird die Leistung auf 47,5 PS (35 kW) begrenzt.

Fahrwerk & Ausstattung: Showa-Gabel, Brembo-Bremsen, Michelin Road 6 – Premiumkomponenten im Budget-Segment

Das Fahrwerk ist der Bereich, in dem die K750 für ihren Preis am meisten überrascht. Der Aluminiumrahmen (Brückenrahmen-Konstruktion) trägt vorne eine golden eloxierte Showa-USD-Gabel, die in Druck- und Zugstufe vollständig einstellbar ist. Das Heck wird von einer Einarm-Aluminiumschwinge getragen – einem für diese Preisklasse seltenen Designmerkmal – mit einem in der Vorspannung einstellbaren Federbein. Handbremshebel und Kupplungshebel sind in ihrer Reichweite einstellbar.

Die Bremsanlage kommt von Brembo: vorne zwei radial montierte Vierkolben-Bremssättel an 298-mm-Scheiben im Wave-Design, hinten ein Brembo-Sattel an einer 240-mm-Einzelscheibe. Das ABS liefert Bosch. Die Bereifung mit Michelin Road 6 (120/70-ZR17 / 180/55-ZR17) ist der aktuell beste Touring-Sportreifen in dieser Preisklasse. Das Cockpit zeigt ein 5-Zoll-TFT-Display mit Bluetooth-Smartphone-Anbindung (Carbit Ride), Keyless Entry, Reifendruckkontrolle (TPMS) und USB-A-Steckdose. Diese Ausstattungskombination ist bei 7.699 Euro bemerkenswert.

Das Gewicht: 217kg – der wichtigste Kritikpunkt im Klassenvergleich

Der größte Diskussionspunkt bei der K750 ist das fahrfertige Gewicht von 217 Kilogramm. Fettleibig für ein Sportbike dieser Klasse: Die K750 liegt 15 bis 33 Kilogramm über den Hauptkonkurrenten. Zum Vergleich: Yamaha MT-07 ca. 184 kg, Honda CB 750 Hornet ca. 190 kg, Suzuki GSX-8S ca. 202 kg. Das Leistungsgewicht von 2,90 kg/PS liegt 16 Prozent hinter der MT-07, 21 Prozent hinter der GSX-8S und 35 Prozent hinter der CB 750 Hornet.

Woher kommt das Mehrgewicht bei einem Aluminiumrahmen? Ein offensichtlicher Übertäter findet sich nicht. Die Zuladung (369 kg minus 217 kg fahrfertig) beträgt rechnerisch nur 152 kg – ein eingeschränkter Wert für Fahrer plus Zubehör. Das Gewicht ist der Preis für die Mash-Kombination aus Preis, Ausstattung und Optik.

Kosten & Marktposition: 7.699 Euro – günstigste Vollverkleidung mit Brembo und Showa in der 750er-Klasse

7.699 Euro zzgl. 315 Euro Überführungskosten (8.014 Euro inkl.) – das ist der Einstiegspreis. Die direkte Konkurrenz: Yamaha MT-07 ab ca. 8.500 Euro (kein Sportbike-Look, Naked Bike), Kawasaki Z 650 S ab 7.970 Euro (keine Vollverkleidung), Honda CB 750 Hornet ab ca. 8.700 Euro, Suzuki GSX-8S ab ca. 9.400 Euro plus Nebenkosten. Die Mash K750 ist damit das einzige vollverkleidete Motorrad in dieser Preisklasse mit Brembo-Vierkolben-Bremsen und Showa-Gabel serienmäßig. Die Preisüberlegenheit beträgt je nach Modell 575 bis gut 1.300 Euro – bei gleichzeitig höherem Gewicht und schwächerer Motorleistung.

Für wen ist das relevant? Für Fahrer, die primär optischen Eindruck und Ausstattungstiefe suchen, nicht maximales Leistungsgewicht. Die K750 sieht teurer aus als sie ist, und ihre Komponenten sind hochwertiger als der Preis vermuten lässt. Wer Fahrdynamik und Agilität priorisiert, findet in der MT-07 oder CB 750 Hornet bessere Lösungen. Wer Budget und Optik in Einklang bringen möchte, wird bei der K750 fündig.

Fazit

Die Mash K750 ist ein ehrliches Angebot mit klar definierten Stärken und Schwächen. Stärken: Preis, Optik, Ausstattungspaket (Brembo, Showa, Michelin Road 6, TFT, Keyless, TPMS), A2-Variante. Schwächen: 217 kg, kein Ride-by-Wire, keine Traktionskontrolle, keine Fahrmodi, kein Quickshifter. Das Motorrad ist was es ist: eine preisattraktive Sportmaschine aus globaler Produktion mit europäischem Design-Label. Wer das weiß und kauft, macht keinen Fehler.

 

Kurzcheck

 

+ 7.699 Euro zzgl. Überführung: günstigste Vollverkleidung mit Brembo-Vierkolben und Showa-Gabel in der 750er-Klasse

+ Brembo radial Vierkolben vorne, zwei 298-mm-Wave-Scheiben; Brembo hinten 240 mm; Bosch-ABS – Bremspaket auf Niveau von Motorrädern ab 10.000 Euro

+ Showa-USD-Gabel, golden eloxiert, voll einstellbar (Druck + Zugstufe) – für diesen Preis unüblich

+ Michelin Road 6 serienmäßig: aktuell bestes Touring-Sportreifen-Segment ab Werk

+ Einarm-Aluminiumschwinge: optisch markant, strukturell hochwertig, für die Preisklasse selten

+ Design Marabese Design (IT): 40 Jahre Erfahrung mit namhaften Herstellern; stimmige Vollverkleidung mit nahtlosem Tankübergang

+ 5-Zoll-TFT, Keyless Entry, TPMS, Bluetooth, USB-A serienmäßig

+ 780 mm Sitzhöhe: niedrig, auch für kürzere Fahrer zugänglich

+ A2-Variante (47,5 PS) serienmäßig erhältlich

+ Einstellbare Hand- und Kupplungshebel serienmäßig

+ 730 cm³ mit Suter-Racing-Motorentwicklung; 69 Nm bei 6.800 U/min

 

217 kg fahrfertig: 15–33 kg schwerer als Yamaha MT-07, Honda CB 750 Hornet, Suzuki GSX-8S; schlechtestes Leistungsgewicht der Klasse

Keine Traktionskontrolle, kein Ride-by-Wire, keine Fahrmodi, kein Quickshifter – elektronisch auf Basisniveau

Zuladung 152 kg (rechnerisch): geringer Spielraum für vollbepackte Touren

Identisches Modell: Jedi K750 (CN), Mitt 775R (ES, 6.995 Euro / 3 Jahre Garantie) – Markenaufpreis für Mash-Label und deutschen Vertrieb

Marken-Serviceinfrastruktur in Deutschland noch im Aufbau; Ersatzteilversorgung und Werkstattnetz weniger etabliert als japanische oder europäische Hersteller

Standgeräusch: nicht dokumentiert in verfügbaren Quellen

 

 

Technische Daten: Mash K750 (2026)

 

Marke / Herkunft: Mash (Französischer Importeur); Fertigung: Jinan Jedi Motorcycle Technology (CN); Design: Marabese Design (IT); Motor: Suter Racing (CH)

Identische Modelle: Jedi K750 (CN); Mitt 775R (ES, 6.995 Euro, 80 PS-Angabe); technisch gleiche Basis

Motor: Parallel-Twin, 730 cm³, DOHC, flüssigkeitsgekühlt; 6-Gang; Kette; Motorentwicklung: Suter Racing

Leistung: 74,8 PS (55 kW) bei 8.500/min (Mash DE)

Drehmoment: 69 Nm bei 6.800/min

A2-Variante: 47,5 PS (35 kW) erhältlich

Rahmen: Aluminium-Brückenrahmen

Gabel: Showa USD, golden eloxiert; voll einstellbar (Druck- und Zugstufe)

Schwinge: Einarm-Aluminiumschwinge

Federbein hinten: Einstellbar in Vorspannung

Bremse vorn: Brembo radial Vierkolben; zwei 298-mm-Wave-Scheiben; Bosch-ABS

Bremse hinten: Brembo; Einzelscheibe 240 mm; ABS

Reifen: Michelin Road 6; 120/70-ZR17 vorne; 180/55-ZR17 hinten

Cockpit: 5-Zoll-TFT; Bluetooth (Carbit Ride App); Keyless Entry; TPMS; USB-A

Elektronik: Bosch-ABS serienmäßig; keine TC, keine Fahrmodi, kein Ride-by-Wire, kein Quickshifter

Gewicht: 217 kg vollgetankt

Sitzhöhe: 780 mm

Tank: 14 Liter

Verbrauch: 4,7 l/100 km (Herstellerangabe); 105 g CO₂/km

Zuladung: 152 kg

Preis (D): 7.699 Euro zzgl. Überführung; 8.014 Euro inkl. Lieferkosten