Test Montesa Cota 4Ride (2026)
259 cm³ Trial-Single, 87 kg, Euro 5+, goldeloxierte Felgen – leichtestes straßenzugelassenes Motorrad seiner Art
Stand: 17.4.2026 | Modell: Montesa Cota 4Ride (MY2026) | Marke: Montesa (Honda-Konzern seit 1985) | Preis: ab 8.740 Euro | Farben: Schwarz-Weiß/Gold, Fighting Red | Standgeräusch: 87 dB(A) – Tirol-konform | Garantie: 2 Jahre
Konzept & Herkunft: Trial-DNA mit Sattel und Tank – was die 4Ride von der Cota 4RT unterscheidet und warum das relevant ist
Montesa gehört seit 1985 zu Honda und produziert ausschließlich Trial-Motorräder im Werk Santa Perpètua de Mogoda bei Barcelona, Spanien. Die 4Ride ist seit 2016 das einzige Modell des Hauses mit Straßenzulassung, Sitzbank und größerem Tank. Technische Basis ist die Cota 4RT260 – der gleiche Alu-Brückenrahmen, der gleiche Motor, die gleichen Räder. Gegenüber der reinen Trial-Maschine erhält die 4Ride eine durchgehende Sitzbank mit großem Staufach darunter, einen auf 4,1 Liter vergrößerten Tank (4RT: 1,9 Liter), Gabelfedern mit 38 mm größerer Einbaulänge, ein Federbein mit 12 mm längerer Einbaulänge, ein breiter gespreiztes 5-Gang-Getriebe und eine straßentaugliche Lichtanlage.
Das Ergebnis ist weltweit einzigartig: ein straßenzugelassenes Motorrad mit 87 Kilogramm Gesamtgewicht, Trial-Wettbewerbsreifen und der Fähigkeit, Hindernisse zu überwinden, an denen konventionelle Endurofahrer passen müssen. Selbst waschechte Hardenduros haben in fahrtechnisch diffizilen Strecken allerhand Schwierigkeiten, mit der stoisch bergwärts kraxelnden Montesa Schritt zu halten. Modelljahr 2026 bringt Euro-5+-Homologation, eine neue Auspuffanlage mit Alu-Schalldämpfer (geteilt mit den Cota-Wettbewerbsmodellen), einen leichteren Seitenständer und goldeloxierte Felgen.
Motor: 259 cm³, PGM-FI, Kickstarter, Trial-Schwungmasse – bullige Gasannahme ab Standgas, kein E-Starter aus Gewichtsgründen
Der flüssigkeitsgekühlte 259-cm³-Einzylinder (DOHC, 4 Ventile, PGM-FI Honda-Einspritzung, Verdichtung 10,5:1) ist identisch mit dem Aggregat der Cota 4RT260 – dem Motorrad, auf dem Toni Bou seit Jahren Trial-Weltmeisterschaften gewinnt. Honda hat auf einen E-Starter aus Gewichtsgründen bewusst verzichtet. Der Kickstarter erweckt die 4Ride dank Einspritzung verlässlich beim ersten oder zweiten Fußtritt. Die homologierte Straßenleistung beträgt 6 kW (8 PS): Häufig fällt bei der ersten Inspektion die Drosselblende aus dem Ansaugschacht, was einer deutlichen Leistungssteigerung entspricht.
Das Fahrgefühl entspricht dem Trial-Charakter: sanfte Gasannahme ab Standgas, gleichmäßige Kraftentfaltung, butterweiche Kupplungsbetätigung, trialtypisch große Schwungmasse. Im ersten und zweiten Gang bezwingt man scheinbar unfahrbares Offroad-Terrain im Handumdrehen – das trialtypisch breite Drehmomentband ab unten heraus macht Traktionssuche auf losem Grund zum Kinderspiel. Auf Asphalt rollt die 4Ride dank längerer Getriebeübersetzung entspannt bis 80 km/h, ab 45 km/h ist der fünfte Gang sinnvoll. Das 5-Gang-Getriebe ist gegenüber der Trial-Cota breiter gespreizt.
Fahrwerk: 39-mm-TECH-Gabel, 199/170 mm Federweg, Pro-Link – Trial-Geometrie mit Wandertrial-Abstimmung
Der Alu-Brückenrahmen stammt direkt aus dem Trial-Wettbewerb. Vorne führt eine 39-mm-TECH-Teleskopgabel mit 199 Millimetern Federweg, hinten arbeitet ein Pro-Link-Monofederbein mit 170 Millimetern Federweg, einstellbar in Druck- und Zugstufe. Im Vergleich zur Cota 4RT haben beide Federn deutlich längere Einbaumaße für mehr Komfort auf längeren Strecken – zugleich sind Gabel und Federbein deutlich straffer abgestimmt als bei einer konventionellen Softenduro, was präzise Rückmeldung gibt.
Die Bremsanlage mit 185-mm-Scheiben vorne (Vierkolben-Monoblock) und hinten (Zweikolben) ist für Motorräder dieser Gewichtsklasse überdimensioniert – erstaunlich bissfest. Kein ABS. Die Trial-Wettbewerbsreifen (80/100-21 vorne, 120/100-18 hinten) sind auf maximalen Geländetrip ausgelegt; auf nassem Asphalt gehört entsprechende Vorsicht dazu. Der Radstand von 1.335 mm ist extrem kurz – das macht die 4Ride in engen Geländepassagen sehr wendig, auf der Autobahn ist die kurze Basis spürbar.
Ergonomie: 885 mm Sitzhöhe, 87 kg, schmale Sitzbank – Stehfahren natürlich, Sitzen kompakt, Bodenkontakt begrenzt
Die Sitzhöhe von 885 Millimetern ist hoch – und bei diesem Motorrad gleichzeitig der richtige Wert. Die 4Ride ist für Stand- und Sitzfahren ausgelegt; wer sie wie eine Enduro im Stehen fährt, hat die optimale Position. Im Sitzen ist die Sitzbank schmal und kompakt, die Kniewinkel sind entspannt, die Fußrasten breit und solid. Auf unwegbaren Passagen mit groben Hindernissen erlaubt das Trial-Fahrwerk Positionen und Passagen, die mit schwereren Motorrädern schlicht nicht möglich wären.
Fahrer kürzer als ca. 1,75 Metern haben bei 885 mm Sitzhöhe nur eingeschränkten Bodenkontakt, das leichte Gewicht von 87 Kilogramm kompensiert das jedoch erheblich – die Maschine lässt sich auch per Muskelkraft über Hindernisse wuchten. Zwei Kritikpunkte: Der linke Seitendeckel stört an der Wadeninnenseite beim Trialfahren im engen Gelände. Die Sitzbank begrenzt die Bewegungsfreiheit bei hartem Trial gegenüber der reinen Cota. Für Endurowandern und Offroad-Ausflüge ist die Ergonomie überzeugend.
Kosten & Nische: 8.740 Euro für ein Motorrad ohne echte Konkurrenz – die 4Ride ist kein Mainstream-Kauf
Ab 8.740 Euro ist die 4Ride kein Schnäppchen im Vergleich zu Mash X-Ride (5.399 Euro) oder KTM Freeride 250 F. Sie ist ein Nischenprodukt mit wenig Konkurrenz für Individualisten. Direkte Alternativen sind kaum vorhanden: Beta Alp 4.0 (deutlich schwerer), KTM Freeride 250F (kein Kickstarter, 250-cm³-Viertakter, 20 Kilogramm schwerer), Sherco X-Ride (kaum verfügbar). Wer 87 Kilogramm, Trial-Geländeperformance und Straßenzulassung kombinieren möchte, hat auf dem Neuwagenmarkt 2026 keine Alternative.
Die Verfügbarkeit ist eingeschränkt: Viele Honda-Straßen-Händler führen die 4Ride nicht lagernd, Probefahrten sind selten möglich. Kaufinteressenten sollten gezielt Honda-Händler mit Offroad-Schwerpunkt suchen oder auf Vorbestellung setzen. Der 4,1-Liter-Tank ergibt bei ca. 4 l/100 km eine Reichweite von knapp 100 Kilometern – für Tagestouren ausreichend, für längere Touren mit Tankplanung. Das große Staufach unter der Sitzbank bietet Platz für Regenjacke, Werkzeug und eine kleine Wasserflasche.
Fazit
Die Montesa Cota 4Ride ist das leichteste straßenzugelassene Motorrad, das man 2026 neu kaufen kann – 87 Kilogramm mit Trial-Performance, 259-cm³-Honda-Motor und Wandertrail-Reichweite. Sie ist keine Allround-Enduro, kein Sportler, kein Tourer. Sie ist ein präzise definiertes Werkzeug für einen präzise definierten Einsatzzweck: technisches Gelände, Offroad-Wandern, Trial-Event am Wochenende. Für diesen Zweck existiert nichts Besseres.
Kurzcheck
+ 87 kg fahrfertig: leichtestes straßenzugelassenes Motorrad auf dem Neuwagenmarkt 2026; um 30 kg leichter als KTM Freeride 250F
+ Motor identisch Cota 4RT260 – das Motorrad von Toni Bou (14-facher Trial-Weltmeister); unbestrittene Zuverlässigkeit aus dem Wettbewerb
+ Trial-Geländeperformance: Überlegenheit gegenüber Hardenduros in fahrtechnisch anspruchsvollen Passagen
+ Sanfte PGM-FI Gasannahme ab Standgas; butterweiche Kupplung; trialtypische Schwungmasse: Traktionssuche auf losem Grund ist kein Problem
+ 39-mm-TECH-Gabel 199 mm / Pro-Link 170 mm: gut abgestimmtes Fahrwerk für Wandertrial
+ 185-mm-Scheibenbremsen: erstaunlich bissfest für ein Motorrad dieser Gewichtsklasse
+ MY2026: Euro 5+, neue Auspuffanlage (Alu-Schalldämpfer aus Cota-Produktion), leichterer Seitenständer, goldeloxierte Felgen
+ 87 dB(A): Tirol-konform; leise und geländeschonend – auch dort fahrbar, wo lautere Enduromaschinen Probleme bekommen
+ Produktion: Montesa-Honda-Werk Santa Perpètua de Mogoda, Spanien; Honda-Konzernqualität
+ Großes Staufach unter abnehmbarer Sitzbank: Regenjacke, Werkzeug, Trinkflasche transportierbar
+ Straßenzugelassen: 21-Zoll-/18-Zoll-Trial-Räder mit Straßenzulassung; legal auf öffentlichen Wegen
+ Keine echte Konkurrenz auf dem Neuwagenmarkt: einzigartiges Nischenprodukt
– Kein E-Starter: bewusste Gewichtsentscheidung; Kickstarter erfordert Gewöhnung und ausreichend Beinfreiheit
– 885 mm Sitzhöhe: für Fahrer unter 1,75 m deutlich eingeschränkter Bodenkontakt
– 4,1-Liter-Tank: Reichweite ca. 90–100 km; keine Fernreise-Option; Tankplanung notwendig
– Trial-Reifen auf nassem Asphalt: ausgeprägte Vorsicht erforderlich; keine allwettertaugliche Straßenbereifung
– Linker Seitendeckel stört an der Wadeninnenseite beim Stehfahren im engen Gelände
– Sitzbank schränkt Bewegungsfreiheit gegenüber reiner Trial-Cota ein; für hartes Trial Umbau auf Kotflügel möglich
– Begrenzte Händlerverfügbarkeit: Probefahrten selten; Vorbestellung oft notwendig
– 8.740 Euro: teurer als Mash X-Ride (5.399 Euro) und manch sportlicherer Konkurrent; Preis erklärt sich durch Nische und Honda-Qualität
– Kein ABS
– Kein Windschutz, keine Connectivity, keine Assistenzsysteme: pures, analoges Motorrad
Technische Daten: Montesa Cota 4Ride (2026)
Marke / Produktion: Montesa (Honda-Konzern seit 1985); Werk: Santa Perpètua de Mogoda, Barcelona, Spanien
Motor: Einzylinder, 259 cm³, flüssigkeitsgekühlt, DOHC, 4 Ventile, PGM-FI Honda-Einspritzung; Verdichtung 10,5:1; Kickstarter (kein E-Starter); 5-Gang; Kette; Motor identisch Cota 4RT260
Leistung: 6 kW (8 PS) Straßenhomologation; tatsächliche Motorleistung deutlich höher (Drosselblende)
Charakter: Trialtypisch: breites Drehmoment ab Standgas; sanfte Gasannahme; butterweiche Kupplung; große Schwungmasse; auf Asphalt bis 80 km/h gut nutzbar
Getriebe: 5-Gang; breiter gespreizt als Cota 4RT; Kette
Rahmen: Aluminium-Brückenrahmen (Cota-4RT-Basis)
Gabel: 39-mm-TECH-Teleskopgabel; Federweg 199 mm
Federbein: Pro-Link-Monofederbein; Federweg 170 mm; einstellbar in Druck- und Zugstufe
Bremse vorn: Einzelscheibe 185 mm; Vierkolben-Monoblock; kein ABS
Bremse hinten: Einzelscheibe 185 mm; Zweikolben; kein ABS
Räder: 21 Zoll vorne / 18 Zoll hinten
Reifen: Trial-Wettbewerbsreifen; 80/100-21 vorne; 120/100-18 hinten; straßenzugelassen
MY2026-Updates: Euro 5+; neue Auspuffanlage (Alu-Schalldämpfer, geteilt mit Cota 4RT-Modellen); leichterer Seitenständer (Cota-geteilt); goldeloxierte Felgen; Farbe Schwarz-Weiß/Gold und Fighting Red
Gewicht: 87 kg vollgetankt
Sitzhöhe: 885 mm
Radstand: 1.335 mm (extrem kurz; hohe Wendigkeit im Gelände)
Tank: 4,1 Liter; Reichweite ca. 90–100 km
Stauraum: Großes Fach unter abnehmbarer Sitzbank (Jacke, Werkzeug, Trinkflasche)
Standgeräusch: 87 dB(A) – Tirol-konform
Garantie: 2 Jahre ohne Kilometerbegrenzung
Preis (D): ab 8.740 Euro (Fighting Red / Schwarz)