Test Moto Morini X-Cape 1200 (2026)

Der Corsa-Corta-V2 kehrt zurück – 125 PS, Brembo Monoblock, Totwinkelwarner, Heizgriffe und Sitzheizung serienmäßig

Der legendäre Corsa-Corta-V2, den Franco Lambertini 2005 für Moto Morini entwickelte und der bis zur Insolvenz 2010 die Marke definierte, kehrt als Corsa-Corta-EVO mit 1.187 cm³, 125 PS und Euro 5+ in eine vollausgestattete Reiseenduro zurück. Brembo Monoblock-Radialzangen, voll einstellbare USD-Gabel, 5 Fahrmodi, Traktionskontrolle, Kurven-ABS, Quickshifter, Tempomat, Totwinkelwarner, Dashcam, 7-Zoll-Navi, Heizgriffe und Sitzheizung – alles serienmäßig. 24,5-Liter-Tank. 19/17-Zoll-Speichenräder mit Pirelli Scorpion Trail 3. D-Preis: noch nicht bestätigt; IT-Marktpreis ab ca. 14.000 Euro.

Stand: 24.4.2026 | Modell: Moto Morini X-Cape 1200 (V2 Corsa Corta EVO; Euro 5+); Hersteller: Moto Morini (gegr. 1937; seit 2018 Zhongneng Vehicle Group, CN); Design + Entwicklung: Trivolzio (Lombardei); Motor: In China produziert; Produktion: China | Preis DE: nicht offiziell kommuniziert (Stand April 2026); IT-Marktpreis ab ca. 14.000 Euro; US-Preis 12.999 USD (Modelljahr 2026) | Standgeräusch: nicht offiziell publiziert; beim Händler klären | Garantie: 3 Jahre ohne Kilometerlimit

Der Motor und seine Geschichte

Der Corsa Corta ist einer der klangvollsten Motorennamen der europäischen Motorradgeschichte. 2005 stellte Franco Lambertini den 87°-V2 mit 1.187 cm³ vor – ein Ultrakurzhuber mit 107 mm Bohrung und nur 66 mm Hub, der in der Corsaro 140 PS leistete und sich wie ein Rodeobulle gebärdete.

2010 ging Moto Morini insolvent, der Motor verschwand. 2018 kaufte die chinesische Zhongneng Vehicle Group die Marke. Seit 2023 gibt es den Corsa Corta EVO zurück, nun in Euro-5+-Abstimmung und in der X-Cape 1200 verbaut.

Der EVO-Motor leistet offiziell über 125 PS – die US-Unterlagen nennen 129 PS. Das Drehmoment liegt bei ca. 105 Nm. Bohrung × Hub blieben identisch: 107 × 66 mm. Die Euro-5+-Abstimmung hat den Motor gezähmt.

Elektronik: Vollausstattung für das Flaggschiff

Die X-Cape 1200 ist das elektronisch am vollständigsten ausgerüstete Motorrad der Moto-Morini-Flotte. Fünf Fahrmodi (laut Moto Morini US für 2026; ältere EU-Quellen nennen vier); Traktionskontrolle; Kurven-ABS (abschaltbar für Gelände); Quickshifter (bidirektional); Tempomat; Totwinkelwarner mit Radarsystem – das ist eine Ausstattungsliste, die Konkurrenten im Segment doppelt so viel kosten lässt.

Dazu: 7-Zoll-TFT-Navi mit Connectivity; TPMS (Reifendrucksensoren); Front-Dashcam (automatische Aufzeichnung ab Zündung); Heizgriffe und Sitzheizung serienmäßig; höhenverstellbarer Windschild; Voll-LED mit Kurvenlicht; 2× USB.

Zum Vergleich: Die BMW R 1300 GS kostet ab ca. 20.000 Euro und hat kein Kurvenlicht serienmäßig. Triumph Tiger 1200 GT Pro: ab ca. 20.500 Euro. Ducati Multistrada V2: ab ca. 21.000 Euro. Der erwartete D-Preis der X-Cape 1200 von ca. 14.000 Euro – wenn er sich bestätigt – ist das Hauptargument gegen diese Konkurrenz.

Fahrwerk und Bremsen: Brembo Monoblock, voll einstellbare Gabel

Voll einstellbare USD-Gabel (48 mm) mit ca. 170–180 mm Federweg, progressives Zentralfederbein mit ca. 160 mm Federweg. Stahlgitterrohrrahmen mit Aluschwinge; Radstand 1.545 mm. Die Bremsen sind der deutlichste Aufstieg gegenüber der X-Cape 700: Brembo Monoblock-Radialzangen (keine Schwimmzangen) an Doppelscheiben 320 mm vorn und 280-mm-Scheibe mit Einkolbenfestsattel hinten. Für eine 125-PS-Maschine mit 250 kg fahrfertig ein angemessenes Setup.

Bereifung: Pirelli Scorpion Trail 3 (Straßen-orientierter Adventure-Reifen, weniger offroad als der Scorpion Rally STR der X-Cape 700) auf 19/17-Zoll-Tubeless-Speichenrädern. Die 19-Zoll-Vorderrad-Wahl signalisiert: Reiseenduro mit gelegentlichem Schottereinsatz, keine Hardcore-Enduro.

Ergonomie und Gewicht

Sitzhöhe: 840 mm. Für eine dicke 125-PS-Reiseenduro mit 1.187 cm³ ist üblicherweise rund 860 mm Sitzhöhe Standard. Z.B. die BMW R 1300 GS mit 850–870 mm je nach Einstellung. Eine abgesenkte Sitzbank dürfte als Zubehör erhältlich sein. Der Morini-Radstand von 1.545 mm entspricht dem einer vollwertigen Reiseenduro.

Gewicht: Die Angaben schwanken zwischen 245 und 250 kg trocken. Bei 24,5 Liter im Tank liegt das fahrfertige Gewicht bei rund 280 kg: erheblich. Aber die Wettbewerber sind nicht wesentlich abgespeckter: Eine BMW R 1300 GS wiegt fahrfertig 246–268 kg je nach Variante. Für Tourenfahrten sollte das Gewicht kein Problem darstellen. Für ambitioniertes Geländefahrer ist es ein klarer Hinweis auf das tatsächliche gebotene Einsatzprofil.

Preis: Das entscheidende Fragezeichen

Den Deutschland-Preis hat Moto Morini zum Redaktionsschluss (April 2026) nicht offiziell kommuniziert. Was bekannt ist: Auf italienischen Handelsplattformen werden erste Fahrzeuge ab ca. 14.000 Euro angeboten. Der US-Preis für das Modelljahr 2026 beträgt 12.999 USD. Das lässt einen deutschen UVP zwischen 13.500 und 15.000 Euro erwarten – dies ist eine Prognose, kein bestätigter Preis. Kaufinteressenten müssen direkt beim Moto-Morini-Händler anfragen.

Wenn der D-Preis tatsächlich bei ca. 14.000 Euro landet, ist das ein schlagendes Argument gegenüber den Konkurrenten jenseits 20.000 Euro. Für 14.000 Euro kommt die Morini mit Brembo Monoblock, Totwinkelwarner, Quickshifter, Heizgriffen und Sitzheizung serienmäßig . Das ist ein ernsthaftes Angebot für Individualisten, die kein BMW- oder Triumph-Logo benötigen.

Fazit

Die Moto Morini X-Cape 1200 ist das ambitionierteste Projekt der neuen Moto Morini – ein 125-PS-V2-Adventure-Tourer mit Vollausstattung, der zu einem Preis antreten soll, bei dem Konkurrenten noch bei der Basisversion anfangen. Der Corsa-Corta-EVO-Motor ist emotionaler als jeder CFMoto-Parallel-Twin, und die Ausstattungsliste lässt keine Wünsche offen. Die offene Frage: Ob das Motorrad hält, was Papier und Geschichte versprechen.

 

Kurzcheck

 

+ Corsa-Corta-EVO-V2, 1.187 cm³, 87°, 125 PS, ca. 105 Nm: eigenständiger, charaktervoller Motor mit Geschichte; anders als alle Parallel-Twin-Konkurrenten im Segment

+ Brembo Monoblock-Radialzangen 320 mm vorn: höchste Brembo-Klasse; gegenüber X-Cape 700 (Schwimmsattel) deutliches Upgrade

+ Vollausstattung serienmäßig: 5 Fahrmodi, TC, Kurven-ABS, Quickshifter, Tempomat, Totwinkelwarner, Dashcam, 7-Zoll-Navi, TPMS, Heizgriffe, Sitzheizung, Kurvenlicht, höhenverstellbarer Windschild

+ 24,5-l-Tank; 19/17-Zoll-Tubeless-Speichenräder; Pirelli Scorpion Trail 3; 3 Jahre Garantie ohne Kilometerlimit

+ Erwartetes D-Preisniveau ca. 14.000 Euro: BMW R 1300 GS kostet ab ca. 20.000 Euro, Triumph Tiger 1200 ab ca. 20.500 Euro – wenn der Preis stimmt, ist das Angebot aggressiv

 

D-Preis nicht bestätigt (Stand April 2026): Kaufinteressenten müssen beim Händler nachfragen; IT-Marktpreis ab ca. 14.000 Euro, US: 12.999 USD

Langzeitqualität unbelegt

Gewicht ca. 245–250 kg trocken; fahrfertig mit vollem Tank erheblich schwerer: kein Gelände-Spezialist; Pirelli Scorpion Trail 3 straßenorientiert

Standgeräusch (Tirol!) nicht publiziert

Moto Morini Händlernetz Deutschland begrenzt; Marke mit unterbrochener Geschichte – Zuverlässigkeit des EVO-Motors in China-Produktion noch nicht durch Langzeiterfahrung belegt

 

 

Technische Daten: Moto Morini X-Cape 1200 (2026)

 

Marke / Modell: Moto Morini X-Cape 1200 (V2 Corsa Corta EVO; Euro 5+); Hersteller: Moto Morini (gegr. 1937; seit 2018 Zhongneng Vehicle Group/ZNEN, CN); Design + Entwicklung: Trivolzio (Lombardei); Motor: In China produziert

Motor: Flüssigkeitsgekühlter 87°-V2 "Corsa Corta EVO"; 1.187 cm³; 107 mm Bohrung × 66 mm Hub; 4 Ventile/Zylinder; elektronische Einspritzung; Anti-Hopping-Kupplung; 6-Gang; Kette; Euro 5+; kein A2

Motor-Geschichte: Original Corsa Corta 2005 von Franco Lambertini entwickelt; Corsaro: 140 PS; Insolvenz 2010; EVO-Version neu abgestimmt auf Euro 5+, leistungsreduziert

Leistung: 125–129 PS je nach Quelle (Moto Morini offiziell: über 125 PS; US-Spec 2026: 129 PS); bei ca. 9.000/min

Drehmoment: ca. 105–106 Nm

Vmax: über 230 km/h (Moto Morini)

Tank / Reichweite: 24,5 l; Reichweite nicht offiziell angegeben

Elektronik / Fahrmodi: 5 Fahrmodi (2026 US-Spec); Traktionskontrolle; Kurven-ABS (abschaltbar); Quickshifter (bidirektional); Tempomat; Totwinkelwarner (Radarsystem); TPMS

Rahmen: Stahlgitterrohrrahmen; Aluschwinge (Zweiarmschwinge); Radstand 1.545 mm

Gabel: USD 48 mm; Federweg 170–180 mm (Quellen abweichend); voll einstellbar

Federbein: Progressiv angelenktes Zentralfederbein; Federweg ca. 160 mm; einstellbar

Bremsen vorn: Brembo Monoblock-Radialzangen; 2× Scheibe 320 mm; Kurven-ABS (Bosch)

Bremse hinten: Einzelscheibe 280 mm; Einkolbenfestsattel; ABS

Räder: 19 Zoll vorn; 17 Zoll hinten; Tubeless-Speichenräder

Reifen: Pirelli Scorpion Trail 3 (straßenorientierter Adventure-Reifen)

Ergonomie: Sitzhöhe 840 mm; aufrechte Reiseenduro-Position; höhenverstellbares Windschild

Gewicht: ca. 245–250 kg trocken (Quellenunterschiede); fahrfertig mit 24,5-l-Tank deutlich mehr

Ausstattung: 7-Zoll-TFT Navi (Karten-Navigation, Connectivity); Front-Dashcam; TPMS; 2× USB; Heizgriffe serienmäßig; Sitzheizung serienmäßig; höhenverstellbarer Windschild; Voll-LED mit Kurvenlicht; Totwinkelwarner

Standgeräusch: Nicht offiziell publiziert; Tirol-Kompatibilität beim Händler klären

Farben (2026): Angaben zu D-Farben nicht vollständig bestätigt; beim Händler anfragen

Garantie: 3 Jahre ohne Kilometerlimit (alle Moto Morini; Bedingung: Wartung beim Morini-Vertragshändler)

Preis (D): Nicht offiziell kommuniziert (Stand April 2026); IT-Marktpreis ab ca. 14.000 Euro; US-Preis 12.999 USD