Test Suzuki GSX-S 950 (2026)

Das einzige A2-Vierzylinder-Naked Bike in Deutschland – 48 oder 95 PS, ab 11.100 Euro

Die GSX-S 950 ist optisch kaum von der GSX-S1000 zu unterscheiden – und das ist Absicht. Gleicher 999er-K5-Motor, gleiche Alu-Schwinge, gleiche Abmessungen. Der entscheidende Unterschied: Sie ist serienmäßig auf A2 (48 PS) gedrosselt, auf 95 PS beim Händler entdrosselbar, und das einzige Vierzylinder-Naked Bike in Deutschland mit A2-Werksabnahme.

Stand: 21.4.2026 | Modell: Suzuki GSX-S 950 (seit MY2021; MY2025: 5-Zoll-TFT + Euro 5+; MY2026: kein neuer UVP kommuniziert) | Preis: 11.100 Euro (zzgl. Nebenkosten) | A2: 48 PS serienmäßig; entdrosselbar auf 95 PS

Konzept: GSX-S1000-Design, GSX-R1000-Motor, A2-Zulassung – das clevere Einstiegsbike der GSX-S-Familie

Die GSX-S 950 ist keine abgespeckte Basis-Version. Sie ist eine eigenständig A2-homologierte Variante des GSX-S1000-Naked Bikes, die werkseitig auf 35 kW (48 PS) gedrosselt ist und beim Suzuki-Vertragshändler auf 70 kW (95 PS) entdrosselt werden kann.

Der Motor: 999 cm³, K5-Architektur – trotz des Namens „950“ kein kleinerer Hubraum. Radstand, Sitzhöhe und Geometrie sind identisch mit der GSX-S 1000. Was sichtbar fehlt: goldene Gabel-Beschichtung, LED-Blinker (ab MY2025 verbaut), kein bidi-Quickshifter.

Modelljahr 2025 brachte das wichtigste Update der Generation: Das alte LCD-Display wurde durch ein vollfarbiges 5-Zoll-TFT ersetzt, der Motor erfüllt nun Euro 5+. Modelljahr 2026: Suzuki hat für die GSX-S 950 keinen neuen UVP kommuniziert. Der letzte offiziell bestätigte Preis: 11.100 Euro.

Motor: 999 cm³ K5-Reihenvier, auf Drehmoment getrimmt – 48 oder 95 PS, 76 oder 92 Nm

Der 999er-Reihenvierzylinder aus der K5-Baureihe ist identisch mit dem der GSX-S 1000, aber anders abgestimmt: kürzere Primärübersetzung, Fokus auf Drehmoment im unteren und mittleren Bereich. A2-Konfiguration (serienmäßig): 48 PS (35 kW) bei 6.100/min, 76 Nm bei 3.250/min. Entdrosselt (kostenpflichtig beim Händler): 95 PS (70 kW) bei 6.500/min, 92 Nm bei 6.500/min. Zum Vergleich: Die GSX-S 1000 hat 106 Nm erst bei 9.250/min.

Das Drehmoment von 92 Nm liegt schon bei 6.500 Touren an – fast 3.000/min früher als bei der 1000er. Man fährt die GSX-S 950 automatisch lieber souverän im unteren und mittleren Bereich. Kein bidi-Quickshifter (eingespart gegenüber der GSX-S1000). TC 3-stufig + abschaltbar (GSX-S1000: 5-stufig); keine Fahrmodi. Ride-by-Wire, SCAS, Easy Start, Low RPM Assist serienmäßig.

Fahrwerk: KYB USD 43 mm vorn nicht einstellbar – der entscheidende Unterschied zur GSX-S1000

Die KYB USD 43-mm-Gabel vorne ist komfortabler abgestimmt als bei der GSX-S 1000 – und nicht einstellbar. Das Zentralfederbein hinten ist in Vorspannung und Druckstufe einstellbar, 130 mm Federweg. auf Handlichkeit getrimmt, ohne Einstellmöglichkeiten. Das Fahrwerk schaukelt sich in schnellen Kurven auf, für sportliches Fahren hätte es mehr Richtung Sport tendieren dürfen. Diese weichere Auslegung passt aber gut zum Drehmomentcharakter des Motors.

Bremsen: Tokico Monoblock 4-Kolben, 2×310 mm schwimmend vorn (kein Brembo wie bei GSX-S 1000, 250 mm hinten. ABS serienmäßig. Reifen: Dunlop Sportmax Roadsport 2, 120/70 ZR17 / 190/50 ZR17. Radstand 1.460 mm bei 214 kg fahrfertig und 810 mm Sitzhöhe.

A2-Konzept: Werksabnahme serienmäßig – keine Drosselung nachträglich, kein Aufwand

Das ist der entscheidende Vorteil gegenüber dem Wettbewerb: Die GSX-S 950 kommt werkseitig A2-homologiert – keine Nachrüst-Drosselung, keine Garantiefragen, kein Techniker-Eingriff für die Erstzulassung. Dezidiert für die A2-Klasse entwickelt; das einzige Vierzylinder-Modell auf dem deutschen Markt, das für Einsteiger startklar ist. Nach Erhalt des A-Führerscheins: kostenpflichtige Entdrosselung auf 95 PS beim Händler. In der A2-Version: Vmax ca. 160 km/h, 76 Nm schon ab 3.250/min.

GSX-S 950 vs. GSX-S 1000: Was fehlt, was gleich ist

Gleich: Rahmen, Abmessungen, Radstand, Sitzhöhe (810 mm), Tank (19 l), Design, Schwinge, KYB-Gabel. Was die GSX-S 950 nicht hat: bidi-Quickshifter; Brembo (stattdessen Tokico); voll einstellbare Gabel vorn; 5 Fahrmodi (nur 3-stufige TC). Optisch kaum zu unterscheiden. Wer sportlich wie mit der GSX-S1000 fahren möchte, wird am weichen, nicht verstellbaren Fahrwerk scheitern. Wer komfortables A2-Riding will, spart rund 2.200 Euro und bekommt fast dasselbe Motorrad.

Kosten: 11.100 Euro – günstigster Einstieg in den K5-Vierzylinder mit A2-Werksabnahme

11.100 Euro (plus Nebenkosten) ist für ein A2-zertifiziertes Vierzylinder-Naked Bike mit TFT, TC und K5-Motor ein klares Argument. Die Kawasaki Z 900 in der A2-Version kostet 9.870 Euro, ebenfalls mit einem Vierzylindermotor. Die Yamaha MT-09 (A2) kostet ca. 11.500 Euro, hat aber einen Dreizylindermotor.

Die Suzuki ist gut ausgestattet, mit über 11.000 Euro nicht ganz günstig, aber im Verhältnis zur GSX-S 1000 lassen sich über 2.000 Euro sparen. Garantie 3 Jahre.

Fazit

Die GSX-S 950 ist ein ehrliches Motorrad mit einer klaren Mission: Den K5-Vierzylinder A2-tauglich machen. Das gelingt – mit weicherer Fahrwerksabstimmung, früherem Drehmoment und 2.200 Euro weniger Kaufpreis als die große Schwester. Wer nach dem A-Führerschein entdrosseln möchte, zahlt beim Händler einmal nach und bekommt denselben K5-Motor. Niemand sonst bietet das mit Werks-A2-Zertifikat in dieser Form an.

 

Kurzcheck

 

+ Einziges Vierzylinder-Naked Bike in Deutschland mit A2-Werksabnahme

+ K5-Motor: 999 cm³; 76 Nm ab 3.250/min (A2); 92 Nm ab 6.500/min (offen) – deutlich früheres Drehmoment als GSX-S 1000

+ Entdrosselung auf 95 PS beim Händler möglich; kein Modellwechsel nötig

+ Optisch kaum von GSX-S1000 zu unterscheiden; gleiche Abmessungen, Rahmen, Schwinge

+ Ab MY2025: 5-Zoll-TFT serienmäßig; Euro 5+; TC 3-stufig; SCAS; Easy Start; Low RPM Assist

+ 810 mm Sitzhöhe; 214 kg: sehr zugänglich für Einsteiger

+ Weichere Fahrwerksabstimmung als GSX-S 1000: passt gut zum Drehmomentcharakter

+ Ca. 11.100 Euro: 2.200 Euro günstiger als GSX-S 1000

+ 3 Jahre Garantie serienmäßig

 

Kein bidi-Quickshifter: eingespart gegenüber GSX-S 1000

KYB-Gabel vorn nicht einstellbar: schaukelt in schnellen Kurven auf; sportliche Fahrer werden enttäuscht

Tokico statt Brembo vorn: qualitativ eine Stufe unterhalb der GSX-S 1000

Keine Fahrmodi (GSX-S1000: 3 Fahrmodi); TC nur 3-stufig (GSX-S 1000: 5-stufig)

A2-Vmax ca. 160 km/h: für Autobahn bei 48 PS spürbar limitiert

 

 

Technische Daten: Suzuki GSX-S 950 (2026)

 

Marke / Modell: Suzuki GSX-S 950; seit MY2021; MY2025: 5-Zoll-TFT + Euro 5+; MY2026 technisch unverändert

Motor: Reihenvierzylinder DOHC flüssigkeitsgekühlt, 999 cm³; K5-Basis; Ride-by-Wire; kürzere Primärübersetzung; 6-Gang; kein bidi-QS; SCAS; Kette; Euro 5+

Leistung A2 (serienmäßig): 48 PS (35 kW) bei 6.100/min

Drehmoment A2: 76 Nm bei 3.250/min

Leistung offen (entdrosselt): 95 PS (70 kW) bei 6.500/min

Drehmoment offen: 92 Nm bei 6.500/min

Vmax: A2: ca. 160 km/h; offen: ca. 230 km/h

Rahmen: Aluminium-Brückenrahmen (Basis GSX-R1000); Alu-Zweiarmschwinge

Gabel: KYB USD 43 mm; nicht einstellbar; komfortabler abgestimmt als GSX-S 1000

Federbein: Zentralfederbein; Vorspannung + Druckstufe einstellbar; 130 mm Federweg

Bremsen vorn: Tokico Monoblock 4-Kolben; 2×310 mm schwimmend; ABS

Bremse hinten: 250 mm; ABS

Elektronik (S.I.R.S.): Ride-by-Wire; TC 3-stufig + abschaltbar; Easy Start; Low RPM Assist; SCAS; kein Quickshifter; keine Fahrmodi

Cockpit: 5-Zoll-TFT (ab MY2025; vorher LCD)

Reifen: Dunlop Sportmax Roadsport 2; 120/70 ZR17 / 190/50 ZR17

Gewicht: 214 kg vollgetankt

Sitzhöhe: 810 mm

Radstand: 1.460 mm

Tank / Reichweite: 19 Liter, ca. 6,1 l/100 km (A2); Reichweite ca. 300 km

A2-Zulassung: Werkseitig A2-homologiert (48 PS / 35 kW); Entdrosselung auf 95 PS kostenpflichtig beim Suzuki-Vertragshändler

Garantie: 3 Jahre

GSX-S 950 vs. GSX-S1000: Gleich: Rahmen, Maße, Sitzhöhe, Tank, Schwinge. Fehlend: bidi-QS; Brembo (Tokico statt Brembo); Gabel einstellbar; 5-stufige TC; 3 Fahrmodi. Vorteil: A2-Werksabnahme; ~2.200 Euro günstiger; früheres Drehmoment

Preis (D): 11.100 Euro (zzgl. Nebenkosten)