Test Suzuki V-Strom 800 DE (2026)
Alpen-Masters-Sieger mit 21-Zoll, 220 mm Federweg und Gravel-Modus – ab 11.900 Euro
Stand: 19.4.2026 | Modell: Suzuki V-Strom 800 DE (seit MY2023; 2026 technisch unverändert) | Preis: ab 11.900 Euro (UVP DE zzgl. Nebenkosten) | auch als Travel Edition erhältlich | V-Strom 800 Standard: separater Bericht
Konzept: Dual Explorer – die offroadfähigste V-Strom aller Zeiten, Alpen-Masters-Sieger 2023
DE steht für Dual Explorer – und das Konzept ist ernst gemeint. Die V-Strom 800 DE ist kein getarnter Straßen-Tourer mit Abenteueroptik, sondern das erste Mal, dass Suzuki eine V-Strom mit 21-Zoll-Vorderrad, Drahtspeichenfelgen, 220 mm Federweg an beiden Achsen und einem echten Gravel-Modus ausgestattet hat. Das voll einstellbare Showa-Fahrwerk wurde exklusiv für dieses Modell entwickelt; den längsten Federweg aller bisherigen V-Stroms bringt sie ebenso mit wie die höchste Bodenfreiheit (220 mm).
Dass dieses Konzept aufgeht, belegt der MOTORRAD Alpen-Masters 2023: Gesamtsieger aus 16 Motorrädern, darunter BMW R 1250 GS Adventure, Ducati Multistrada V4 Rally, KTM 890 Adventure R und Honda XL 750 Transalp.
Das Modelljahr 2026 bringt keine technischen Änderungen. Der Preis liegt bei ab 11.900 Euro. Zusätzlich ist eine Travel Edition mit werkseitigem Gepäckpaket erhältlich.
Motor: 776 cm³, 270°-Twin, 84 PS – ab unter 2.000/min druckvoll, ideal für Geländeeinsatz
Der 776er-Parallel-Twin mit 270°-Hubzapfenversatz und patentiertem Cross-Balancer entwickelt 84 PS bei 8.500/min und 78 Nm bei 6.800/min. Im Adventure-Einsatz wichtiger als Spitzenleistung ist der lineare Druck ab unter 2.000/min, der im Gelände präzise dosierbar macht. Leichter Bollersound, linearer Druck ab unter 2.000 Touren, jederzeit sanft einzusetzen. Der bidirektionale Quickshifter ist serienmäßig und einer der besten seiner Klasse: Die Gänge flutschen nur so herein, beim Ausdrehen mit schöner Soundkulisse. Verbrauch 4,4 l/100 km, der 20-Liter-Tank beschert Reichweiten über 450 km.
Fahrwerk: Showa voll einstellbar, 220 mm Federweg, 21-Zoll-Rad – das Referenz-Paket der Mittelklasse
Das Herzstück der 800 DE ist ihr Fahrwerk: Showa USD 43 mm vorn, voll einstellbar (Druckstufe, Zugstufe, Federvorspannung); Showa-Zentralfederbein hinten, voll einstellbar; je 220 mm Federweg – mehr als alle bisherigen V-Strom-Modelle, mehr als Yamaha Ténéré 700 (210/200 mm) und Honda XL 750 Transalp. Das 21-Zoll-Vorderrad auf Drahtspeichenfelge stabilisiert auf losem Untergrund. Die 90/90-21 Dunlop Trailmax sind serienmäßig und taugen sowohl auf Schotter als auch auf Asphalt.
Die 230 kg der Suzuki fühlen sich in Bewegung nicht schwerer an als die 210 kg der Honda Transalp – so ausgewogen ist die V-Strom balanciert. Die Bremsen – axial montierte Nissin-Zweikolben an 2×310 mm vorn (axial statt radial, damit Speichenabstand eingehalten wird) – beißen initial kräftig. Das ABS ist zweistufig und am Hinterrad für den Offroad-Einsatz vollständig deaktivierbar.
Ergonomie: 855 mm Sitzhöhe, breiter Lenker, optionale niedrige Sitzbank – für Große und Kleine
855 mm ist die Serien-Sitzhöhe. Das klingt hoch – ist es auch. Wer im Stand unsicher ist, greift zur optionalen niedrigeren Sitzbank (835 mm) aus dem Zubehörprogramm. Alternativ gibt es eine höhere Variante (885 mm) für sehr große Fahrer. Bei 1,80 m Körpergröße kommen beide Füße sicher auf den Boden.
Der breite Endurolenker sitzt hoch genug für bequemes Fahren im Stehen, stellt aber für kurze Fahrer eine Herausforderung dar. Die serienmäßige Sitzbank ist nach ergonomisch gut geformt, hinten relativ breit, nach vorn spitz zulaufend – erlaubt schmerzfreie Langstrecken.
Serienmäßig an Bord: Unterfahrschutz (Kunststoff), Handprotektoren, Gepäckträger, dreistufig höhenverstellbarer Windschild (mit Werkzeug) und 5-Zoll-TFT mit Tag-/Nachtmodus. Das Windschild bietet guten Rumpfschutz; bei großen Piloten bleibt der Kopfbereich ungeschützt. Kein Tempomat – trotz Ride-by-Wire und Langstreckenfokus ein Kritikpunkt.
Elektronik: Gravel-Modus, 5 TC-Stufen, Hinterrad-ABS abschaltbar – das differenzierteste Assistenz-Paket der Klasse
Das Suzuki Intelligent Ride System (S.I.R.S.) bietet in der V-Strom 800 DE das umfangreichste Paket der 800er-Familie: fünf TC-Stufen (1, 2, 3, Gravel, OFF); im Gravel-Modus erlaubt die TC kontrollierten Schlupf am Hinterrad für Schotterdrifts; zweistufiges ABS (Straße + reduzierter Eingriff) mit der Option, das Hinterrad-ABS für den Offroad-Betrieb vollständig zu deaktivieren. Das ist mehr als Honda Transalp und Yamaha Ténéré 700 bieten. Die leicht verständlichen Elektronik-Features sind auf und abseits befestigter Wege eine große Hilfe.
V-Strom 800 DE vs. V-Strom 800 Standard: Die richtige Wahl
Wer primär auf Asphalt fährt und von einer niedrigeren Sitzhöhe, wendigeren Handling und ca. 1.500 Euro Ersparnis profitieren will, greift zur V-Strom 800 (Standard, separater Bericht). Die DE ist das Offroad-Paket: 21-Zoll-Vorderrad, Drahtspeichenfelgen, 220 mm Federweg voll einstellbar, Gravel-Modus, Hinterrad-ABS abschaltbar, Handprotektoren, Motorschutz und Gepäckträger serienmäßig. Wer gelegentlich Schotterpisten fährt oder offroad-erfahren ist, bekommt mit der DE das rundere Paket. Auch auf der Straße überzeugt die DE: bequeme Sitzbank, geschmeidiges Fahrwerk, solider Windschutz.
Kosten: 11.900 Euro – Testsieger-Preis mit Vollausstattung ab Werk
11.900 Euro (plus Nebenkosten) für ein Bike, das Handprotektoren, Motorschutz, Gepäckträger, Quickshifter und voll einstellbares Fahrwerk serienmäßig mitbringt, ist ein faires Angebot. Yamaha Ténéré 700 (ca. 11.600 Euro) ist leichter und günstiger, bietet aber weniger Touring-Komfort und keinen Quickshifter. Honda XL 750 Transalp (ca. 11.500 Euro) unterliegt der V-Strom im Alpen-Masters 2023. KTM 890 Adventure R (ca. 17.000 Euro) ist sportlicher und offroad-tauglicher, aber teurer und weniger alltagstauglich. Die Suzuki Travel Edition erhöht den Preis durch ein werksseitiges Gepäckpaket um einen Preisvorteil gegenüber dem Einzelkauf der Koffer.
Fazit
Die V-Strom 800 DE ist 2026 dasselbe Motorrad, das 2023 den Alpen-Masters gewann – und das ist keine Schwäche, sondern ein Verdienst. Das Gewicht von 230 kg ist die einzige echte Schwäche im Offroad-Einsatz. Wer Touren mit Schotteranteil plant und ein robustes, voll ausgestattetes Bike mit langen Federwegen und dem besten Quickshifter der Klasse sucht, greift zur V-Strom 800 DE.
Kurzcheck
+ Alpen-Masters 2023: Gesamtsieger aus 16 Motorrädern
+ Showa voll einstellbares Fahrwerk exklusiv für DE; 220 mm Federweg vorn und hinten – längste aller V-Strom-Modelle
+ 21-Zoll-Speichenfelge vorn; Dunlop Trailmax 90/90-21 serienmäßig; schlauchlos
+ 5 TC-Stufen inkl. Gravel-Modus (kontrollierter Schlupf); Hinterrad-ABS für Offroad abschaltbar
+ Serienmäßig: Handprotektoren + Unterfahrschutz + Gepäckträger + bidi-QS + dreistufig verstellbarer Windschild
+ Motor ab unter 2.000/min druckvoll, sanfte Gasannahme , ideal im Gelände
+ Quickshifter: Gänge flutschen nur so herein; einer der besten in der Mittelklasse
+ 20-Liter-Tank: größter der Klasse (Ténéré 700: 16 l, Transalp: 15,5 l); über 450 km Reichweite
+ 230 kg fühlen sich auf Landstraßenfahrt nicht schwerer an als 210 kg der Honda
+ Sitzbankoptionen: 835 / 855 / 885 mm aus Zubehörpalette; breiter Einsatzbereich
– 230 kg: rund 25 kg schwerer als Ténéré 700 (204 kg), Tuareg 660 (204 kg), Transalp (208 kg) – im harten Offroad spürbar
– 855 mm Sitzhöhe serienmäßig: für kurze Fahrer herausfordernd; niedrige Sitzbank (835 mm) ist Zubehör, kein Standard
– Kein Tempomat trotz Ride-by-Wire
– Windschild nur mit Werkzeug verstellbar (3 Stufen); Kopfschutz bei großen Fahrern unvollständig
– Kein Kurven-ABS; keine IMU: fehlt für präzisere TC-Regelung in Schräglage
– MY2026 technisch unverändert seit MY2023 (kein IMU-Nachrüsten, kein Tempomat)
Technische Daten: Suzuki V-Strom 800 DE (2026)
Marke / Modell: Suzuki V-Strom 800 DE (Dual Explorer); seit MY2023; MY2026 technisch unverändert; Travel Edition mit Gepäckpaket erhältlich
Motor: Reihen-Zweizylinder DOHC flüssigkeitsgekühlt, 776 cm³; 270°-Hubzapfenversatz; Suzuki Cross-Balancer (patentiert); Iridium-Langbogen-Zündkerzen; Ride-by-Wire; 6-Gang; Kette; Euro 5+
Leistung: 84 PS (62 kW) bei 8.500/min
Drehmoment: 78 Nm bei 6.800/min; druckvoll ab unter 2.000/min
Vmax / Verbrauch: ca. 190 km/h; 4,4 l/100 km (Werk); 20-L-Tank; über 450 km Reichweite
Rahmen: Stahl-Backbone-Rahmen; verschraubter Heckrahmen (austauschbar nach Unfall)
Gabel: Showa USD 43 mm; voll einstellbar (Druckstufe + Zugstufe + Vorspannung); 220 mm Federweg
Federbein: Showa; voll einstellbar; 220 mm Federweg
Bremsen vorn: Nissin axial montiert Zweikolben; 2×310 mm; ABS zweistufig
Bremse hinten: ABS zweistufig; Hinterrad-ABS für Offroad vollständig deaktivierbar
Elektronik: 5 TC-Stufen (1/2/3/Gravel/OFF); Gravel-Modus (kontrollierter Schlupf); ABS zweistufig + Hinterrad abschaltbar; 3 Fahrmodi A/B/C; bidi-QS; SCAS; Easy Start; Low-RPM Assist; kein Tempomat; keine IMU
Cockpit: 5-Zoll-TFT farbig Tag-/Nachtmodus; USB
Windschild: Dreistufig höhenverstellbar (mit Werkzeug)
Räder / Reifen: 21-Zoll-Drahtspeichenfelge (schlauchlos) vorn / 17-Zoll-Drahtspeichenfelge hinten; 90/90-21 Dunlop Trailmax vorne / 150/70R17 hinten
Serienmäßige Ausrüstung: Handprotektoren; Unterfahrschutz Kunststoff; Gepäckträger; bidi-Quickshifter; Sitzbank ergonomisch ausgeformt
Gewicht: 230 kg vollgetankt
Sitzhöhe: 855 mm serienmäßig; optional 835 mm (niedrig) oder 885 mm (hoch) aus Zubehör
Bodenfreiheit: 220 mm
Radstand: 1.570 mm
Tank / Reichweite: 20 Liter; größter Tank der Klasse; über 450 km
Garantie / Service: 3 Jahre; Wartung 12.000 km oder 1× jährlich
MY2026-Änderungen: Technisch unverändert; Preis 11.900 Euro; Travel Edition mit Gepäckpaket erhältlich
Unterschied zur V-Strom 800 Standard: 21 statt 19 Zoll vorn; Drahtspeichenfelgen; Showa voll einstellbar statt teilweise; 220 statt kürzerer Federweg; Gravel-Modus; Hinterrad-ABS abschaltbar; 855 statt 825 mm Sitzhöhe; Handprotektoren + Unterfahrschutz serienmäßig; ca. 1.500 Euro teurer
Preis (D): ab 11.900 Euro (zzgl. Nebenkosten); Travel Edition mit Gepäckpaket gegen Aufpreis