Test Triumph Speed 400 (2026)

398 cm³, 40 PS, 170 kg – das günstigste Triumph-Erlebnis mit echter Markenpersönlichkeit

Die Speed 400 ist die Antwort auf die Frage, wie weit man den Triumph-Charakter nach unten skalieren kann, ohne ihn zu verlieren – und die Antwort ist: bis 398 cm³ und rund 5.500 Euro. Der neu entwickelte Einzylinder-DOHC liefert 40 PS und 37,5 Nm, ist flüssigkeitsgekühlt, klingt für einen Einzylinder erstaunlich satt und treibt ein Motorrad an, das optisch kaum von der Speed Twin 900 zu unterscheiden ist. Goldeloxierte Big-Piston-USD-Gabel, Metall-Tank mit Union-Jack-Detail, Lenkerendenspiegel, ABS, abschaltbare TC – das ist deutlich mehr Motorrad, als der Preis vermuten lässt. 2026 technisch identisch mit dem Einführungsmodell. 170 kg fahrfertig; A2-tauglich ohne Drosselung; Standgeräusch 89 dB(A) – Tirol-konform. Beim Händler ab 5.645 Euro in Deutschland; 4 Jahre Garantie.

Stand: 28.4.2026 | Modell: Triumph Speed 400 (Modellreihe T010, 2023–jetzt; 2026 technisch identisch mit Einführungsmodell); Hersteller: Triumph Motorcycles Ltd. (Hinckley, GB); Produktion: Indien | Preis DE: ab 5.645 Euro (zzgl. Händler-NK) | Standgeräusch: 89 dB(A) (Tirol-konform, unter 95 dB(A)) | Garantie: 4 Jahre; Serviceintervall: 16.000 km

Was 2026 neu ist

Nichts am Motor, Fahrwerk oder der Elektronik. Die Speed 400 läuft seit ihrer Einführung 2023 technisch unverändert durch und hat in dieser Zeit bewiesen, dass sie das richtige Konzept gewählt hat. Für 2026 sind neue Farboptionen möglich; die aktuell verfügbaren Varianten beim Händler erfragen. Wer das Modell bereits aus 2024 oder 2025 kennt, setzt sich 2026 auf dasselbe Motorrad.

Motor: 40 PS aus 398 cm³ – mehr als genug für das, wofür die Speed 400 gebaut wurde

Der 398-cm³-DOHC-Einzylinder mit vier Ventilen und Flüssigkeitskühlung ist eine Neuentwicklung – kein übernommener Motor aus dem Regal, sondern speziell für das Speed-400-Konzept konstruiert. 40 PS bei 8.000/min, 37,5 Nm bei 6.500/min. Das nutzbare Drehzahlband ist für einen 400er-Motor bemerkenswert breit: ab 3.500 Touren wird der Motor lebhaft, bei 6.000 Touren legt er nochmals zu, erst jenseits von 9.000 Touren ist Schluss.

Die Autobahn-Richtgeschwindigkeit ist bei ca. 7.000 Touren erreicht; Topspeed liegt offiziell bei 143 km/h, in der Praxis zeigt der Tacho bei 8.000 Touren gut 160 km/h an.

Was diesen Motor von Mitbewerbern unterscheidet, ist sein Charakter. Er ist für einen Einzylinder erstaunlich kultiviert: Bis 6.000/min läuft er weich, ohne die leichte Einzylinder-Pulsation zu verlieren, die zum Fahrgefühl beiträgt. Leichte Vibrationen stellen sich erst oberhalb von 6.500 Touren und 120 km/h ein – im normalen Fahrbetrieb, wo man zwischen 3.000 und 6.500 Touren unterwegs ist, bleiben sie fern. Dazu kommt ein Auspuffklang, den Triumph selbst als satt und unverwechselbar beschreibt – und das ist keine Übertreibung. Mit 89 dB(A) Standgeräusch klingt die Speed 400 deutlich wuchtiger als man bei 40 PS erwarten würde. Fünf Gänge; Kette; Anti-Hopping-Kupplung. Euro 5+; A2-tauglich ohne Drosselung (40 PS = A2-Grenze).

Design und Optik: Triumph bis in die Details

Das ist der vielleicht größte Coup der Speed 400: Sie sieht aus wie eine echte Triumph. Der Metall-Tank mit eingeprägtem Union-Jack-Detail, das klassische Rundscheinwerfer-LED-Design, das pulverbeschichtete schwarze Motorgehäuse mit silber abgesetzten Kühlrippen, die serienmäßigen Lenkerendenspiegel – all das ist aus demselben Gestaltungsbüro in Hinckley, das auch die Speed Twin und Speed Triple entwirft. Man muss den Hubraum kennen, um die 400er auf Anhieb von der 900er zu unterscheiden. Der optische Unterschied beschränkt sich im Wesentlichen auf den einzelnen Krümmer statt der Doppelrohre.

Die goldeloxierte Big-Piston-USD-Gabel ist ein Detail, das bei einem Einzylinder-Motorrad unter 6.000 Euro nicht selbstverständlich ist. Sie wirkt technisch, sie wirkt optisch, und sie macht den Vorderbau zu einem der schönsten in dieser Preisklasse. Der Tank ist vorne beidseitig eingeschnitten, um einen angenehm weiten Lenkeinschlag zu ermöglichen – das erleichtert das Rangieren in engen Situationen spürbar.

Fahrwerk und Ergonomie: leicht, handlich, alltagstauglich

170 kg fahrfertig – das ist der Parameter, der das Fahren der Speed 400 am stärksten prägt. Dieses Gewicht ist für ein Motorrad mit klassischem Roadster-Auftritt sehr niedrig und macht die Speed 400 in der Stadt so handlich, als wäre sie ein halbes Motorrad kleiner als sie aussieht. Rangieren, Wenden, langsames Manövrieren – alles funktioniert ohne Nachdenken. Die Sitzhöhe von 790 mm ist für viele Körpergrößen problemlos.

Die 43-mm-Big-Piston-USD-Gabel vorn und das Zentralfederbein hinten sind auf einen Kompromiss zwischen Komfort und Sport abgestimmt, der eher in Richtung Komfort tendiert – was für das Alltagsnutzungsprofil dieses Motorrads passt. Die Federung ist eher straff ausgelegt, ohne Komfortabstriche. Wer die Speed 400 sportlich am Limit fährt, wird das Fahrwerk schneller an seine Grenzen bringen als bei einer Speed Twin 900 – aber das Nutzungsprofil dieser Klasse liegt selten an diesen Grenzen.

Bremsen und Elektronik

Einzelscheibe vorn mit 300 mm Durchmesser und Einkolben-Floating-Sattel; Einzelscheibe hinten. ABS serienmäßig. Die Bremsanlage der Speed 400 packt für ihre Kategorie kraftvoll zu. Wer keine Rennstrecken fährt, kommt mit dieser Anlage vollkommen klar. Die Traktionskontrolle ist abschaltbar – das ist kein Selbstverständlichkeit in dieser Preisklasse und ein echter Mehrwert für gelegentliche Ausflüge auf feuchten Straßen. Ride-by-Wire. Analoges Rundinstrument mit integriertem LCD-Multifunktionsdisplay, kein TFT. USB-C serienmäßig.

Preis und Einordnung

Ab 5.645 Euro Listenpreis in Deutschland (zzgl. Händler-NK), 4 Jahre Garantie. Das ist der günstigste Weg in ein neues Triumph-Motorrad. Die Royal Enfield Hunter 350 kostet ca. 4.500 Euro und ist das direkte Preissegment-Vergleichsmodell, bietet aber weniger Elektronik und Fahrwerksqualität. Die KTM Duke 390 kostet ca. 6.800 Euro, hat 45 PS und ein sportlicheres Konzept ohne Retro-Anspruch. Die Kawasaki Z400 ist nicht mehr im Programm. Die Speed 400 ist damit in ihrer Kombination aus Triumph-Markenwert, Retro-Design, moderner Elektronik und 40 PS-A2-Leistung praktisch konkurrenzlos im Preissegment.

Fazit

Die Speed 400 ist ein gelungenes Konzept und macht 2026 dasselbe wie bei ihrer Einführung: Sie liefert Triumph-Design, Triumph-Qualität und Triumph-Charakter in einem Preissegment, in dem das vorher nicht möglich war. 40 PS, 170 kg, 89 dB(A), goldeloxierte USD-Gabel, ABS, TC, 4 Jahre Garantie, Metall-Tank. Für alle, die mit dem A2-Führerschein eine echte Triumph wollen oder ein leichtes, alltagstaugliches Stadtmotorrad mit Charakter suchen, gibt es keinen besseren Einstieg ins Programm.

 

Kurzcheck

 

+ Triumph-Design und -Verarbeitung zum Einstiegspreis: Metall-Tank, goldeloxierte USD-Gabel, Lenkerendenspiegel, Rundscheinwerfer-LED – optisch kaum von der Speed Twin 900 zu unterscheiden; 4 Jahre Garantie; 16.000 km Serviceintervall

+ 40 PS DOHC-Einzylinder klingt für seine Klasse bemerkenswert satt (89 dB(A)); breites nutzbares Drehzahlband; bis 6.000/min überraschend kultiviert; A2-tauglich ohne Drosselung; abschaltbare TC serienmäßig

+ 170 kg fahrfertig: alltagstauglichstes Motorrad im Triumph-Programm; Rangieren und Manövrieren wie ein halbes Motorrad kleiner als es aussieht; 790 mm Sitzhöhe passt vielen Körpergrößen

+ Im Preissegment ohne direkten Wettbewerber mit vergleichbarem Marken- und Ausstattungspaket; 4 Jahre Garantie; in Indien produziert mit hoher Fertigungsqualität

 

Oberhalb von 120 km/h wird der Motor zäher: Überholvorgänge bei Autobahngeschwindigkeit wollen geplant sein; Topspeed 143 km/h – für gelegentliche Autobahnnutzung ausreichend, als Reisemotorrad aber eingeschränkt

Fahrwerk mit Hang zum Komfort: an sportlichen Grenzen weniger präzise als KTM Duke 390 oder ähnliche Sportmotorräder; Einkolben-Bremssattel vorn reicht für das Nutzungsprofil, ist aber kein Premium-Setup

Kein TFT, kein Quickshifter, keine Bluetooth-Konnektivität serienmäßig; Vibrationen oberhalb 6.500/min; keine Doppelscheibe vorn; Leistung begrenzt auf 40 PS – wer mehr als A2-Leistung will, muss in die Speed Twin 900 wechseln

2026 technisch unverändert zur Einführungsversion 2023; wer das Modell bereits aus früheren Jahren kennt, bekommt dasselbe Motorrad; Preis durch Händler-NK deutlich über dem Listenpreis

 

 

Technische Daten: Triumph Speed 400 (2026)

 

Marke / Modell: Triumph Speed 400 (Modellreihe T010, 2023–jetzt; 2026 technisch identisch); Hersteller: Triumph Motorcycles Ltd. (Hinckley, GB); Produktion: Indien (Bajaj-Partnerschaft)

Was 2026 neu ist: Keine technischen Änderungen; neue Farboptionen möglich; beim Händler aktuelle Farben erfragen

Motor: Flüssigkeitsgekühlter DOHC-Einzylinder; 4 Ventile; 398,15 cm³; Bohrung 89,0 mm; Hub 64,0 mm; 12:1 Verdichtung; Ride-by-Wire; Anti-Hopping-Kupplung; Euro 5+; A2-tauglich ohne Drosselung

Leistung: 40 PS (29,4 kW) bei 8.000/min

Drehmoment: 37,5 Nm bei 6.500/min

Vmax / Verbrauch: ca. 143 km/h (Angabe); Tacho zeigt ca. 160 km/h bei 8.000/min; ca. 3,5–3,8 l/100 km

Tank / Gewicht: 13 l (Metall); 170 kg vollgetankt

Getriebe / Antrieb: 5-Gang; Kette

Elektronik: ABS serienmäßig; Traktionskontrolle abschaltbar; Ride-by-Wire; analoges Rundinstrument mit LCD-Multifunktionsdisplay; USB-C; kein TFT; kein Quickshifter

Gabel: 43-mm-Big-Piston-USD-Gabel; goldeloxiert; nicht einstellbar

Federbein: Zentralfederbein; eher straffe Komfortabstimmung

Bremse vorn: Einkolben-Floating-Sattel; Einzelscheibe 300 mm; ABS

Bremse hinten: Einkolben; Scheibe 230 mm; ABS

Räder: Aluminiumgussräder; 17 Zoll vorn; 17 Zoll hinten

Reifen: 110/70-17 vorn; 150/60-17 hinten

Ergonomie: Sitzhöhe 790 mm; breiter Lenker; aufrecht; Lenkerendenspiegel serienmäßig; durchgehende Sitzbank

Standgeräusch: 89 dB(A) (Tirol-konform, unter 95 dB(A))

Farben 2026: Beim Händler aktuelle Farboptionen erfragen; bisher: Caspian Blue, Crystal White, Carnival Red u.a.

Garantie / Service: 4 Jahre Herstellergarantie (inkl.); Serviceintervall: 16.000 km

Preis (D): ab 5.645 Euro Listenpreis (zzgl. Händler-NK)