Test Triumph Speed Twin 900 (2026)
Marzocchi-USD, Kurven-ABS, 80 Nm bei 3.800/min – die Bonneville-Essenz mit moderner Sicherheitselektronik
Stand: 27.4.2026 | Modell: Triumph Speed Twin 900 Mk2 (2025–jetzt; 2026 technisch identisch mit 2025; neue Farboptionen möglich); Hersteller: Triumph Motorcycles Ltd. (Hinckley, GB) | Preis DE: ab 10.195 Euro (zzgl. Händler-NK); Sonderfarbe Stripped Ice Blue: +350 Euro | Standgeräusch: 94 dB(A) (Tirol-konform, unter 95 dB(A)) | Garantie: 4 Jahre; Serviceintervall: 16.000 km
Was 2026 neu ist
Die Speed Twin 900 2026 ist technisch identisch mit dem Mk2-Modell, das Triumph Anfang 2025 eingeführt hat. Das Mk2-Update war das größte in der Geschichte der 900er und betraf Fahrwerk, Bremsen, Elektronik, Instrumente und Abgasanlage gleichzeitig. Für 2026 sind neue Farboptionen möglich; beim Händler die aktuellen Lackierungen erfragen. Die Farben des Mk2-Startzeitraums lauten: Pure White, Phantom Black, Aluminium Silver sowie Stripped Ice Blue mit Aufpreis von 350 Euro.
Motor: 900 cm³, 80 Nm bei 3.800/min – Schubkraft vor Drehzahl
Der 900-cm³-SOHC-Parallel-Twin mit 270°-Kurbelwellenversatz ist das Herzstück und der Charakter dieser Maschine. 65 PS bei 7.500/min, 80 Nm maximales Drehmoment – und das bereits bei 3.800/min. Das bedeutet: Der Motor verlangt keine hohen Drehzahlen. Ab etwa 2.200 Touren steht das Zylinder-Duo stramm. Nur 800 Umdrehungen später kann beim Cruisen schon der nächste Gang eingelegt werden. Im letzten Gang stehen bei 4.000/min die Autobahnrichtgeschwindigkeit und bei 5.000 Touren 160 km/h an. Der Motor schiebt die Fuhre mit viel Druck vorwärts. Hier geht Schubkraft vor Leistung.
Der 270°-Versatz erzeugt einen V2-ähnlichen, ungleichmäßig pulsierenden Sound ohne die Laufkultur zu beeinträchtigen. Der Klang ist markanter geworden (Aufwand in die Abstimmung der Endschalldämpfer geflossen), ohne laut zu sein. Beim Fahren ist er immer präsent, mächtig und bassig – entspricht zur Gänze den Erwartungen an einen klassischen, britischen Twin. 5-Gang-Getriebe; kein Quickshifter. Verbrauch ca. 4,0–5,0 l/100 km, Reichweite ca. 240–300 km aus dem 12-Liter-Tank. Euro 5+.
Fahrwerk: Marzocchi-USD und Alu-Schwinge – das Mk2-Upgrade
Das Fahrwerk ist der größte Unterschied des Mk2 gegenüber dem Vorgänger. Vorn: Marzocchi-USD-Gabel (vorher klassisches Tauchrohr mit Faltenbälgen). Hinten: Marzocchi-Stereofederbeine mit Ausgleichsbehältern, Federweg um 4 mm gekürzt, Vorspannung einstellbar, an einer Alu-Schwinge (vorher Stahl, −1,5 kg, 15 mm kürzer). Dazu leichtere Doppelspeichen-Alugussräder. Die Geometrie hat sich leicht verschärft: Radstand von 1.450 auf 1.435 mm gekürzt; Lenkkopfwinkel von 64,9° auf 65,1° und Nachlauf von 102,4 auf 103 mm.
Keine Änderung ist für sich eine Revolution, aber in der Summe aller News ist der Unterschied klar spürbar – ohne den grundsätzlichen Charakter der Speed Twin 900 zu ändern. Die Abstimmung des Fahrwerks ist auf gepflegtes Fortkommen ausgerichtet. Komfort und Charakter des Motors sprechen gemeinsam für stressfreies Cruisen. Die Gabel ist nicht einstellbar, die Federbeine sind in der Vorspannung verstellbar.
Bremsen und Elektronik: Kurven-ABS, 320 mm, 4-Kolben
Vorn: 4-Kolben-Radialbremszange an 320-mm-Scheibe (vorher 310 mm). Hinten: Einkolben-Schwimmsattel an 220-mm-Scheibe. Kurven-ABS serienmäßig (neu im Mk2; vorher kein schräglagenabhängiges System). Kurven-Traktionskontrolle serienmäßig (neu). Triumph-eigene Produktbeschreibung: Im Zusammenspiel mit Kurven-ABS und Kurven-TC regulieren die Systeme entsprechend der Schräglage und bieten maximale Stabilität, insbesondere in engen Kurven und auf schwierigen Straßen.
Ergonomie und Ausstattung: Bonneville-Charakter, modernes Cockpit
Sitzhöhe: höher und schmaler als beim Vorgänger, auch kleinere Fahrer erreichen sicher den Boden (motorradonline.de). Aufrechte Haltung mit breitem Lenker, eine klassische Roadster-Sitzposition ohne sportliche Kompromisse. Sitzbank neu gepolstert und komfortabler. Komfort sowohl der Sitzbank als auch der Fahrwerksabstimmung ist auf gepflegtes Fortkommen ausgerichtet.
Neues digitales Rundinstrument: LCD-Anzeige (Drehzahl, Tempo, Gang, Tank) und TFT-Farbfenster (Fahrmodus, Bordcomputer). Das neue Cockpit hat den vorherigen analogen Einzel-Rundling ersetzt. Funktional modern, optisch retro durch die runde Form. My-Triumph-Konnektivität optional (Bluetooth, Pfeilnavigation über App). USB-C-Ladebuchse optional. Optionaler Tempomat (erstmals für die 900er). Michelin Road 5 serienmäßig (100/90-18 vorn, 150/70-17 hinten). Neues LED-Tagfahrlicht im Rundscheinwerfer. Kürzere, schwarz eloxierte Endrohre mit Edelstahl-Endkappen.
Testfazit: Ein Modern Classic Bike, wie es im Buche steht. Im Ganzen ist das Mk2-Update ein echter Genuss für Modern-Classic-Fans, die zwei Welten kombinieren möchten: genüssliches Cruisen mit Komfort, aber auch spritziges Kurvenfahren mit wuchtigem Sound. State-of-the-Art-Technologie macht das Fahrerlebnis sicherer und komfortabler.
Standgeräusch und Tirol
94 dB(A) Standgeräusch. Tirol-konform, unter der 95-dB(A)-Grenze. Für Alpentourer ein klares Kaufargument. Der Chefentwickler Stuart Wood bestätigt den erheblichen Abstimmungsaufwand für den neuen Sound: markanter, ohne laut zu sein.
Preis und Einordnung
Ab 10.195 Euro in Deutschland (zzgl. Händler-NK); Sonderfarbe Stripped Ice Blue +350 Euro; Österreich ab 10.995 Euro. 4 Jahre Garantie. Konkurrenten: Royal Enfield Interceptor 650: ca. 7.700 Euro, 47 PS, kein Kurven-ABS. Kawasaki Z 900 RS: ca. 13.500 Euro, 116 PS, 4-Zylinder, mehr Leistung, anderer Charakter. BMW R nineT: ca. 17.500 Euro, 109 PS, Boxer, Boxercharakter. Honda CB 750 Hornet: ca. 8.700 Euro, 92 PS, kein Retro-Anspruch.
Die Speed Twin 900 liegt preislich zwischen Royal Enfield und Kawasaki und bietet den einzigartigen Bonneville-Charakter mit jetzt zeitgemäßer Sicherheitselektronik.
Fazit
Die Speed Twin 900 ist nach dem Mk2-Update das Modern-Classic-Motorrad für alle, die Charakter und Klang eines britischen Parallel-Twins wollen, ohne auf Kurven-ABS und modernes Fahrwerk zu verzichten. 65 PS, 80 Nm, Marzocchi-USD, 94 dB(A), 10.195 Euro. Kein Kurven-Skalpell – eine schöne, blubbernde Sich-den-Kopf-frei-fahren-Maschine. Das trifft es genau.
Kurzcheck
+ Mk2-Fahrwerk komplett neu: Marzocchi-USD-Gabel (vorher Tauchrohr mit Faltenbälgen), Marzocchi-Federbeine mit Ausgleichsbehältern an Alu-Schwinge (−1,5 kg); Unterschied klar spürbar, Charakter unverändert
+ Kurven-ABS und Kurven-Traktionskontrolle serienmäßig (Mk2-Neu); 320-mm-Scheibe + 4-Kolben-Radialzange (vorher 310 mm); Michelin Road 5; 94 dB(A) Tirol-konform; 4 Jahre Garantie; 16.000 km Serviceintervall
+ 80 Nm bei 3.800/min: ab 2.200/min stramm; Drehzahlniveau niedrig; ganzes Temperament im Alltag nutzbar; Klang mächtig, bassig, immer präsent – well done Triumph
+ Modern Classic wie es im Buche steht; state-of-the-art Elektronik; schöne, blubbernde Sich-den-Kopf-frei-fahren-Maschine; ab 10.195 Euro mit 4 Jahren Garantie
– Bereifung: könnte mehr Grip vertragen; Michelin Road 5 ist Touring-Bereifung, kein Sport-Reifen – für ambitioniertere Fahrer Upgrade sinnvoll
– Hinterradbremse: zu lasch; 220-mm-Scheibe mit Einkolben-Schwimmsattel; für Alltag ausreichend, aber kein präzises Werkzeug
– 5-Gang-Getriebe (kein 6. Gang): bei höheren Autobahngeschwindigkeiten höheres Drehzahlniveau; kein Quickshifter; 12-Liter-Tank: ca. 240–300 km Reichweite
– Gabel nicht einstellbar (nur Federvorspannung hinten); kein A2-Drosselsatz offiziell verfügbar; 2026 technisch identisch mit 2025 (Mk2): wer 2025 gekauft hat, erhält baugleiches Motorrad
Technische Daten: Triumph Speed Twin 900 (2026)
Marke / Modell: Triumph Speed Twin 900 Mk2 (2025–jetzt; 2026 technisch identisch mit 2025); Hersteller: Triumph Motorcycles Ltd. (Hinckley, GB)
Motor: Flüssigkeitsgekühlter SOHC Parallel-Twin; 900 cm³; 270° Kurbelwellenversatz; 4 Ventile pro Zylinder; Einspritzung; 5-Gang; Kette; Euro 5+; kein A2
Leistung: 65 PS (47,8 kW) bei 7.500/min
Drehmoment: 80 Nm bei 3.800/min
Vmax / Verbrauch: ca. 180 km/h, ca. 4,0–5,0 l/100 km, ca. 240–300 km Reichweite
Tank / Gewicht: 12 l; 216 kg vollgetankt
Elektronik: Kurven-ABS serienmäßig (Mk2-Neu); Kurven-Traktionskontrolle serienmäßig (Mk2-Neu); digitales Rundinstrument (LCD + TFT-Fenster; Mk2-Neu); My Triumph Connectivity optional (Bluetooth, Navigation); USB-C optional; Tempomat optional (Mk2-Neu); kein Quickshifter
Gabel: Marzocchi USD (Mk2-Neu; vorher Tauchrohr mit Faltenbälgen); nicht einstellbar
Federbeine: Marzocchi Stereo mit Ausgleichsbehältern (Mk2-Neu); Vorspannung einstellbar; 4 mm weniger Federweg als Vorgänger
Schwinge: Gussaluminium (Mk2-Neu; vorher Stahl; −1,5 kg; 15 mm kürzer)
Geometrie (Mk2): Radstand 1.435 mm (vorher 1.450 mm); Lenkkopfwinkel 65,1° (vorher 64,9°); Nachlauf 103 mm (vorher 102,4 mm)
Bremse vorn: 4-Kolben-Radialzange; Scheibe 320 mm (Mk2-Neu; vorher 310 mm); Kurven-ABS
Bremse hinten: Einkolben-Schwimmsattel; Scheibe 220 mm; ABS
Räder / Reifen: Doppelspeichen-Aluguss (Mk2 leichter); Michelin Road 5 serienmäßig; 100/90-18 vorn; 150/70-17 hinten
Ergonomie: Aufrecht; breiter Lenker; Sitzhöhe höher und schmaler als Vorgänger; neue Sitzbank mit mehr Polsterung; Windschutz: keiner serienmäßig
Standgeräusch: 94 dB(A); Tirol-konform, unter 95 dB(A)
Farben 2025/2026: Pure White; Phantom Black; Aluminium Silver; Stripped Ice Blue (+350 Euro Aufpreis); 2026-Farben beim Händler erfragen
Garantie / Service: 4 Jahre Herstellergarantie; Serviceintervall: 16.000 km
Preis (D): ab 10.195 Euro (zzgl. Händler-NK; Sonderfarbe Stripped Ice Blue: +350 Euro; 4 Jahre Garantie inkl.