Test Triumph Thruxton 400 (2026)

42 PS, Stummellenker, Pirelli Diablo Rosso IV – der kleine Café-Racer, den es in Deutschland nicht zu kaufen gibt

Die Thruxton 400 ist das sportlichste Modell der Triumph-400er-Familie: 398 cm³ Einzylinder in der überarbeiteten Version mit 42 PS (statt 40 PS der Speed 400), Stummellenker 246 mm tiefer und 40 mm schmaler als Speed-400-Rohrlenker, Fußrasten 86 mm weiter hinten und 27 mm höher, sportliche Scheinwerferverkleidung, Höckersitz, hochgezogener Sportauspuff, Pirelli Diablo Rosso IV. Sitzhöhe 795 mm; 176 kg fahrfertig; ABS; abschaltbare TC; 6-Gang. Wichtiger Hinweis: Die Thruxton 400 wird in Deutschland und Österreich nicht angeboten; das Nachfragepotenzial in dieser sportlichen Nische sei laut Triumph zu gering. Verfügbar in anderen europäischen Märkten (Schweiz, GB u.a.) sowie international. Internationaler Preis: ab ca. 5.995 £ (GB) bzw. ca. 6.295 Euro (weitere EU-Märkte); 4 Jahre Garantie.

Stand: 28.4.2026 | Modell: Triumph Thruxton 400 (2026; Neuvorstellung); Hersteller: Triumph Motorcycles Ltd. (Hinckley, GB); Produktion: Indien (Bajaj) | Verfügbarkeit DACH: nicht in Deutschland und Österreich erhältlich; Schweiz: erhältlich | Preis international: ab ca. 5.995 £ (GB) / ca. 6.295 Euro (EU-Märkte ohne D/Ö) | Garantie: 4 Jahre; Serviceintervall: 16.000 km

 

Hinweis: Nicht im DACH-Markt erhältlich

Triumph bietet die Thruxton 400 in Deutschland und Österreich nicht an. Die offizielle Begründung: Das Nachfragepotenzial in dieser sportlichen Nische sei für den DACH-Markt zu gering. Die Schweiz ist von dieser Entscheidung ausgenommen; dort ist das Modell erhältlich. Wer die Thruxton 400 in Deutschland fahren möchte, ist auf einen Grauimport aus einem anderen EU-Land angewiesen – was Garantie- und Zulassungsfragen aufwirft, die vorab mit einem Händler geklärt werden müssen.

Warum die Thruxton 400 trotzdem ein Bericht wert ist

Das Modell ist aus zwei Gründen redaktionell relevant. Erstens ist der Name Thruxton einer der klangreichsten in der Triumph-Geschichte: Die Thruxton 1200 war bis zur Final Edition 2024 in Competition Green das Referenz-Café-Racer-Motorrad der Briten, und die 400er-Neuauflage knüpft direkt daran an – mit demselben Designcode aus Stummellenker, Verkleidungskanzel und Höckersitz. Zweitens ist die Thruxton 400 technisch aufschlussreich: Sie trägt als einzige der 400er-Familie den überarbeiteten TR-Motor mit 42 PS und höherem Drehzahlniveau – was zeigt, in welche Richtung Triumph die Plattform entwickelt.

Motor: 42 PS auf 9.000/min – die schärfste TR-Version

Der 398-cm³-DOHC-Einzylinder wurde für Thruxton 400 und Tracker 400 überarbeitet. Neue Nockenwellenprofile und ein neues Mapping erhöhen die Spitzenleistung auf 42 PS bei 9.000/min – das sind 2 PS und 1.000 Touren mehr als bei der Speed 400. Das maximale Drehmoment bleibt bei 37,5 Nm, liegt nun aber erst bei 7.500/min an statt bei 6.500/min.

Das ist eine klare Charakterverschiebung: Der Motor ist drehzahlfreudiger, oben heraus lebhafter – auf Kosten des satten Mitteldrehmoments, das die Speed 400 so alltagstauglich macht. Triumph begründet die 42 PS bewusst: Mehr Spitzenleistung hätte die Leistung im mittleren Drehzahlbereich beeinträchtigt, wo Fahrer auf der Straße mehr Zeit verbringen. 6-Gang; Kette; Anti-Hopping-Kupplung; Ride-by-Wire; Euro 5+; A2-tauglich.

Ergonomie: Café-Racer-Position mit Rücksicht auf den Alltag

Die Stummellenker sitzen 246 mm tiefer und 40 mm schmaler als der Rohrlenker der Speed 400 – das ist eine deutlich sportlichere Haltung, aber kein Extremsport-Setup. Die Fußrasten wanderten 86 mm nach hinten und 27 mm nach oben, was den Kniewinkel spürbar anspannt. Die Sitzhöhe beträgt 795 mm – identisch mit der Speed 400 – und das Gewicht steigt von 170 auf 176 kg fahrfertig, was auf den Mehraufwand der Verkleidung und des Sportauspuffs zurückzuführen ist. Das Ergebnis ist ein Motorrad, das man auf der Landstraße aktiver und konzentrierter bewegt als eine Speed 400, aber keine Qual auf kurzen Touren darstellt.

Der hochgezogene Sportauspuff aus dem gleichen Materialmix wie bei den größeren Schwestermodellen gibt der Thruxton 400 optisch den Scrambler-Tick – was kein Widerspruch ist, sondern Triumph-Formensprache. Die Scheinwerferverkleidung mit rundem LED-Scheinwerfer erinnert direkt an die Thruxton 1200, die Proportion stimmt auch im kleinen Format.

Fahrwerk und Bremsen

Das Fahrwerk basiert wie bei der Speed 400 auf der 43-mm-Big-Piston-USD-Gabel vorn und einem Zentralfederbein hinten. Für die Thruxton 400 wurde die Abstimmung sportlicher ausgelegt. Die Reifenwahl unterstreicht das: Pirelli Diablo Rosso IV – eine Straßensportbereifung, die für kurvige Landstraßen ausgelegt ist und das Motorrad in einer anderen Klasse positioniert als die Speed 400 mit ihren Allroundreifen.

Aluminiumgussräder mit 17 Zoll vorn und hinten: 110/70-17 vorn und 150/60-17 hinten. Einzelscheibe vorn; ABS; abschaltbare TC. Der Radstand beträgt 1.376 mm.

Design: die stärkste Identität in der 400er-Familie

Unter den fünf 400er-Modellen von Triumph hat die Thruxton 400 die stärkste visuelle Eigenidentität. Die Kombination aus Verkleidungskanzel, Stummellenker, Höckersitz und Sportauspuff ist unverwechselbar – und sie funktioniert auch in kleinem Format. Wer bei einem Motorrad zuerst mit den Augen kauft, findet hier die überzeugendste Option der Familie. Die vier Farbvarianten – Phantom Black mit Aluminium Silver, Pearl Metallic White mit Storm Grey, Metallic Racing Yellow mit Aluminium Silver und Carnival Red mit Aluminium Silver – lassen das Motorrad je nach Farbe sportlich-modern oder klassisch-elegant wirken.

Einordnung: Thruxton 400 vs. Speed 400 vs. Tracker 400

Innerhalb der 400er-Familie steht die Thruxton 400 für den sportlichsten Einsatzzweck – schnelle Landstraßen, kurvige Pässe, optischer Auftritt. Die Speed 400 ist der entspannte Alltagsbegleiter mit breiterer Zielgruppe. Der Tracker 400 liegt ergonomisch zwischen beiden, ist aber alltagstauglicher als die Thruxton. Wer ausschließlich nach Fahrspaß urteilt, hat mit dem Tracker möglicherweise mehr Freude, weil er weniger auf eine bestimmte Fahrweise einschränkt. Wer dagegen ein klares optisches Statement will und mit der Café-Racer-Ergonomie vertraut ist, findet in der Thruxton 400 kein vergleichbares Angebot in dieser Preisklasse.

Preis und internationale Einordnung

Ab 5.995 £ in Großbritannien, ab 6.295 Euro in EU-Märkten ohne Deutschland und Österreich; 4 Jahre Garantie. Schweiz: beim Händler erfragen. Direkter internationaler Wettbewerb ist dünn: Die Royal Enfield GT 650 kostet ca. 7.700 Euro, hat 47 PS aus einem Parallel-Twin und bietet eine ähnliche Café-Racer-Ästhetik – aber keine Stummellenker und keine Pirelli Diablo Rosso IV ab Werk. Die Kawasaki Z400 ist nicht mehr am Markt. Die Thruxton 400 belegt in der A2-Café-Racer-Nische einen Platz, der international kaum besetzt ist.

Fazit

Die Thruxton 400 ist das konsequenteste Modell der 400er-Familie: klarer Stil, sportliche Ergonomie, der stärkste Motor der Baureihe, Pirelli Diablo Rosso IV. Dass Triumph sie in Deutschland und Österreich nicht anbietet, ist eine nachvollziehbare Marktentscheidung – die sportliche A2-Café-Racer-Nische ist klein. Wer in der Schweiz oder einem anderen EU-Markt lebt oder die Importwege kennt, kauft ein Motorrad mit einer der stärksten Identitäten in seiner Preisklasse.

 

Kurzcheck

 

+ Stärkste TR-Motor-Version: 42 PS bei 9.000/min – drehzahlfreudiger und oben heraus lebhafter als Speed 400; A2-tauglich; Pirelli Diablo Rosso IV ab Werk; sportlich abgestimmtes Fahrwerk; 4 Jahre Garantie

+ Stärkste Design-Identität der 400er-Familie: Verkleidungskanzel, Stummellenker, Höckersitz und Sportauspuff in kleinem Format überzeugend umgesetzt; direkte optische Linie zur Thruxton 1200

+ 795 mm Sitzhöhe; 176 kg fahrfertig; A2-tauglich; ABS; abschaltbare TC; Ride-by-Wire; 6-Gang; 16.000 km Serviceintervall; 4 Farbvarianten

+ In der A2-Café-Racer-Nische international kaum Konkurrenz bei diesem Preis; für Schweizer Käufer oder Interessierte aus anderen EU-Märkten eine klare Kaufoption ohne vergleichbares Angebot

 

Nicht in Deutschland und Österreich erhältlich: Triumph sieht das DACH-Nachfragepotenzial in dieser Nische als zu gering; Grauimport möglich, aber Garantie- und Zulassungsfragen müssen vorab geklärt werden

Drehmoment liegt erst bei 7.500/min an (Speed 400: 6.500/min): die Thruxton ist lebhafter oben, aber weniger alltagstauglich im Mitteldrehzahlbereich – kein Motorrad für entspanntes Cruisen

Der Tracker 400 ist im Alltag komfortabler und der überzeugendere Allrounder – wer nicht primär auf Stil kauft, könnte im Tracker die bessere Wahl finden

176 kg (+6 kg vs. Speed 400); Stummellenker schränken die Einsatzbasis auf flotteres Fahren ein; Einzelscheibe vorn; kein TFT; Café-Racer-Ergonomie auf sehr langen Touren kräftezehrend

 

 

Technische Daten: Triumph Thruxton 400 (2026)

 

Marke / Modell: Triumph Thruxton 400 (2026; Neuvorstellung); Hersteller: Triumph Motorcycles Ltd. (Hinckley, GB); Produktion: Indien (Bajaj)

Verfügbarkeit DACH: Nicht in Deutschland und Österreich erhältlich. Schweiz: erhältlich. Grauimport möglich, Garantie- und Zulassungsfragen vorab mit Händler klären.

Thruxton vs. Speed 400: Motor: 42 PS / 9.000/min statt 40 PS / 8.000/min; Drehmoment bei 7.500 statt 6.500/min. Ergonomie: Stummellenker 246 mm tiefer, 40 mm schmaler; Fußrasten 86 mm weiter hinten, 27 mm höher. Reifen: Pirelli Diablo Rosso IV statt Allrounder. Mehrgewicht: +6 kg (176 kg). Preis: ca. 750 Euro mehr.

Motor: Flüssigkeitsgekühlter DOHC-Einzylinder; 4 Ventile; 398 cm³; überarbeitete Nockenwellenprofile (neu gegenüber Speed 400); Ride-by-Wire; Anti-Hopping-Kupplung; Euro 5+; A2-tauglich

Leistung: 42 PS (30,9 kW) bei 9.000/min

Drehmoment: 37,5 Nm bei 7.500/min

Vmax / Verbrauch: ca. 150 km/h; ca. 3,6–3,8 l/100 km; ca. 350 km Reichweite

Tank / Gewicht: 13 l (Metall); 176 kg vollgetankt

Getriebe / Antrieb: 6-Gang; Kette

Elektronik: ABS serienmäßig; Traktionskontrolle abschaltbar; Ride-by-Wire; analoges Rundinstrument mit LCD-Multifunktionsdisplay; USB-C; kein TFT

Gabel: 43-mm-Big-Piston-USD-Gabel; goldeloxiert; sportlichere Abstimmung als Speed 400

Federbein: Zentralfederbein; sportlichere Abstimmung

Bremse vorn: Einkolben-Floating-Sattel; Einzelscheibe 300 mm; ABS

Bremse hinten: Einkolben; Scheibe 230 mm; ABS

Räder: Aluminiumgussräder; 17 Zoll vorn; 17 Zoll hinten

Reifen: Pirelli Diablo Rosso IV; 110/70-17 vorn; 150/60-17 hinten

Ergonomie: Sitzhöhe 795 mm; Stummellenker 246 mm tiefer + 40 mm schmaler als Speed 400; Fußrasten 86 mm weiter hinten + 27 mm höher; Radstand 1.376 mm

Standgeräusch: Nicht offiziell publiziert; beim Händler klären

Farben 2026: Phantom Black / Aluminium Silver; Pearl Metallic White / Storm Grey; Metallic Racing Yellow / Aluminium Silver; Carnival Red / Aluminium Silver

Garantie / Service: 4 Jahre Herstellergarantie (inkl.); Serviceintervall: 16.000 km

Preis international: ab 5.995 £ (Großbritannien); ab 6.295 Euro (EU-Märkte ohne D/Ö); Schweiz: beim Händler erfragen; 4 Jahre Garantie inkl.