Test Triumph Trident 800 (2026)
115 PS, Showa, Michelin Road 6 und 4 Jahre Garantie für 9.695 Euro – das Naked-Bike, das die Kawasaki Z 900 nervös macht
Stand: 25.4.2026 | Modell: Triumph Trident 800 (Mk1, 2026); Hersteller: Triumph Motorcycles Ltd. (Hinckley, GB) | Preis DE: 9.695 Euro (Jet Black, zzgl. Händler-Liefernebenkosten, inkl. 4 Jahre Garantie); Farb-Aufpreis für Ash Grey und Carnival Red; Österreich: 11.295 Euro (inkl. NOVA + NK) | Standgeräusch: nicht offiziell publiziert; beim Händler klären | Garantie: 4 Jahre Herstellergarantie (D + A)
Warum es diese Triumph bisher nicht gab
Triumph hatte in der Naked-Mittelklasse ein Aufstellungsproblem: Die Trident 660 spricht Einsteiger und A2-Fahrer an, die Street Triple 765 RS und RX richten sich an sportlich-rennstreckenorientierte Käufer. Dazwischen klaffte eine Lücke – das Segment, in dem die Kawasaki Z 900 (ca. 10.100 Euro), Yamaha MT-09 (ca. 11.500 Euro) und Honda CB 750 Hornet (ca. 8.700 Euro) arbeiten. Die Trident 800 füllt diese Lücke: 115 PS, fahrertaugliche Ergonomie, Triumph-Qualität, unter 10.000 Euro. Eine echte Ansage an die Konkurrenz.
Motor: 798er-Dreizylindermotor mit eigenem Roadster-Charakter
Der flüssigkeitsgekühlte DOHC-Reihendreizylindermotor mit 798 cm³ (78 mm Bohrung × 55,7 mm Hub) ist konstruktiv eng mit dem Tiger-Sport-800-Motor verwandt, hat für die Trident 800 jedoch ein eigenes Roadster-Mapping erhalten. Drei separate Drosselklappen, Schmiedekolben, Ausgleichswelle, 13,3:1 Verdichtung. 115 PS bei 10.750/min; 84 Nm bei 8.500/min; Drehzahlbegrenzer bei 11.500/min. 6-Gang-Getriebe mit bidirektionalem Triumph Shift Assist. Bosch-Einspritzung mit elektronischer Drosselklappe. Edelstahl-Endschalldämpfer.
Prinzipiell ist die Trident 800 kurz übersetzt – ein Quickshifter ist doppelt nützlich. In die Abstimmung des Shift Assist ist angeblich mehr Entwicklungsaufwand geflossen als ins Motormapping – im Alltag fühlt sich das Schalten sehr weich an, kein Rucken, keine Laständerungen. Triumph-Dreizylinder haben einen eigenen Klang: dumpfer, sonor-metallisch, spezieller als ein Parallel-Twin und weniger schrill als ein Vierzylinder.
Fahrwerk: Showa voll einstellbar, direktes Handling
Showa liefert vorne eine 41-mm-Upside-Down-Gabel mit separater Zug- und Druckstufeindämpfung (SFF-BP) und 120 mm Federweg. Hintern ein Monoshock mit direkter Anlenkung, einstellbar in Vorspannung und Zugstufe, 130 mm. Stahlrohr-Perimeterrahmen; Stahlschwinge; Radstand 1.402 mm; Lenkkopfwinkel 24,5°; Nachlauf 108 mm. Das ist ein moderat sportliches Setup. 17-Zoll-Gussaluminiumräder mit goldener Pulverbeschichtung runden das Bild ab.
In der Fahrpraxis allen federleichte Richtungswechsel auf. Gleichzeitig liegt sie bei hohem Speed herrlich stabil. Der überraschend punchige Durchzug macht es Faherern leicht, mit stärkeren Maschinen mitzuhalten. Insgesamt ein sehr zugängliches Beste-Laune-Motorrad; viel besser kann man einen Mittelklasse-Roadster nicht abstimmen. In der Stadt leichtfüßig, auf der Landstraße harmonisch. Die Trident 800 kombiniert Alltagstauglichkeit und Fahrspaß sehr überzeugend.
Bremsen: 4-Kolben-Radialzange, Kurven-ABS, Stahlflexleitungen
Zwei radial montierte Vierkolben-Bremszangen greifen vorn an Doppelscheiben mit je 310 mm. Hinten: 220-mm-Scheibe mit Einkolbensattel. Stahlflexleitungen serienmäßig – das ist kein Standard in dieser Klasse. Kurven-ABS und Kurven-Traktionskontrolle über eine IMU (Trägheitsmesseinheit). Die Bremsen fangen Speedüberschuss souverän ein.
Ergonomie: 810 mm, neutral, auch für große Fahrer
810 mm Sitzhöhe, 5 mm mehr als die Trident 660. Lenkerposition: klassische Naked-Bike-Haltung mit leichtem Druck auf die Handgelenke, aber längst nicht so stark wie bei Supersportlern. Selbst 1,95-m-Fahrer finden die Sitzposition komfortabel – Triumph hat das gut gelöst, auch für längere Strecken ist sie nicht nicht anstrengend.
Wer die Sitzhöhe feintunen möchte: Triumph bietet im Zubehör höhere und niedrigere Sitzbänke. Das kurze Heck hat zwei echte Einschränkungen: Gepäck verzurren ist schwierig, ein Sozius hat nur eingeschränkt Platz – wer schön sein will, muss leiden.
Tank: 14 Liter. Verbrauch: 4,7 l/100 km offiziell, Reichweite ca. 300 km. Der Bugspoiler it serienmäßig eingebaut (kostet nicht extra). Die Serienspiegel überzeugen nicht, viele Fahrer rüsten auf optionale Lenkerendspiegel von Triumph um. Auch der Werks-Kennzeichenhalter polarisiert.
Elektronik: Vollausstattung zum Einstiegspreis
3 Fahrmodi (Rain / Road / Sport) mit eigenem ABS- und TC-Setup; Kurven-TC und Kurven-ABS über 6-Achsen-IMU; Tempomat; Triumph Shift Assist (Up+Down); My Triumph Bluetooth (Musik, Navigation, Telefonie über linkes Lenkerbedienelement); selbstabschaltende Blinker; 3,5-Zoll-TFT-Farbdisplay. Kein TPMS serienmäßig; kein Quickheater serienmäßig (Heizgriffe als Zubehör erhältlich). Das Paket für 9.695 Euro ist gegenüber einer Kawasaki Z 900 (ca. 10.200 Euro, kein Tempomat serienmäßig, kein Kurven-TC) überlegen.
Preis, Garantie und Betriebskosten
9.695 Euro in Deutschland (Jet Black, zzgl. Händler-Liefernebenkosten), 4 Jahre Herstellergarantie inklusive, 16.000 km Serviceintervall. Das bringt die Mitbewerber angesichts der sehr hohen Qualität sicherlich ins Grübeln. Das 16.000-km-Intervall ist im Segment ausgezeichnet – Kawasaki Z 900 hat 12.000 km, Yamaha MT-09 hat 10.000 km. Triumph gibt an, die Trident sei im Unterhalt bis zu 50 Prozent günstiger als vergleichbare Konkurrenzmodelle. Vier Jahre Garantie ohne Kilometerlimit-Angabe ist die gleiche Laufzeit wie bei Triumph üblich in D/A. Die Farben Ash Grey und Carnival Red kosten Aufpreis.
Fazit
Die Triumph Trident 800 ist die Antwort auf eine Frage, die der Markt seit Jahren stellt: Wie viel Triumph-Qualität bekommt man für weniger als 10.000 Euro? Die Antwort: 115 PS, Showa voll einstellbar, Radialzangen, Kurven-ABS, Kurven-TC, Tempomat, Shift Assist, Michelin Road 6, vier Jahre Garantie. Sehr harminisch abgestimmt, sorgt für gute Laune – viel besser kann man einen Mittelklasse-Roadster nicht abstimmen.
Kurzcheck
+ federleichte Richtungswechsel; enormer Durchzug; bei hohem Speed enorm stabil; Bremsen fangen Speedüberschuss souverän ein; sehr gut zugängliches Beste-Laune-Motorrad
+ 9.695 Euro DE inkl. 4 Jahre Garantie + 16.000 km Serviceintervall: Kawasaki Z 900 ca. 10.200 Euro ohne Tempomat und ohne Kurven-TC; Triumph liefert mehr für gleiches Geld
+ Showa USD 41 mm voll einstellbar (Zug+Druckstufe, 120 mm); Showa Monoshock voll einstellbar (130 mm); 4-Kolben-Radialzangen 310 mm; Stahlflexleitungen serienmäßig; Michelin Road 6 Erstausrüstung
+ 3 Fahrmodi; Kurven-ABS; Kurven-TC; Tempomat; Shift Assist Up+Down; My Triumph Bluetooth; selbstabschaltende Blinker; Bugspoiler serienmäßig verbaut
+ 798 cm³ Triple (Schmiedekolben; 13,3:1; 3 Drosselklappen; Ausgleichswelle); 115 PS, 84 Nm; Shift Assist weich, kein Rucken; Triumph-Triple-Sound unverwechselbar
– Kurzes Heck: Gepäck verzurren schwierig; Soziusbetrieb eingeschränkt; kein Windschutz serienmäßig (Flyscreen als Zubehör)
– 14-Liter-Tank + 4,7 l/100 km = ca. 300 km Reichweite: für einen Roadster in Ordnung, für längere Touren grenzwertig
– Kein A2: 115 PS; Trident 660 (95 PS A2-tauglich) ist für führerscheinbeschränkte Fahrer die Alternative; keine drosselbare Version
– Serienspiegel: wie nachträglich drangeschraubt; Lenkerendspiegel-Zubehör empfohlen; Kennzeichenhalter polarisiert
– Standgeräusch nicht publiziert; Tirol-Kompatibilität beim Händler klären; Heizgriffe nur als Zubehör
Technische Daten: Triumph Trident 800 (2026)
Marke / Modell: Triumph Trident 800 (Mk1, 2026); Hersteller: Triumph Motorcycles Ltd. (Hinckley, GB)
Motor: Flüssigkeitsgekühlter DOHC-Reihendreizylindermotor; 798 cm³; 78 mm Bohrung × 55,7 mm Hub; 12 Ventile; 3 separate Drosselklappen; Schmiedekolben; Ausgleichswelle; 13,3:1 Verdichtung; Bosch-Einspritzung; 6-Gang; Shift Assist Up+Down serienmäßig; Kette
Motorverwandtschaft: Konstruktiv verwandt mit Tiger Sport 800 (798 cm³); eigenes Roadster-Mapping für Trident 800
Leistung: 115 PS (84,6 kW) bei 10.750/min; Drehzahlbegrenzer 11.500/min; kein A2
Drehmoment: 84 Nm bei 8.500/min
Vmax / Verbrauch: Nicht offiziell angegeben; 4,7 l/100 km (offiziell); ca. 300 km Reichweite
Tank: 14 l
Fahrmodi / Elektronik: 3 Fahrmodi (Rain / Road / Sport); Kurven-Traktionskontrolle (IMU); Kurven-ABS (IMU); Tempomat; Triumph Shift Assist (bidirektional); My Triumph Bluetooth; selbstabschaltende Blinker; 3,5-Zoll-TFT
Rahmen: Stahlrohr-Perimeterrahmen; Stahlschwinge; Radstand 1.402 mm; Lenkkopfwinkel 24,5°; Nachlauf 108 mm
Gabel: Showa USD 41 mm (SFF-BP); Federweg 120 mm; Zug- und Druckstufe einstellbar
Federbein: Showa Monoshock; direkte Anlenkung; Federweg 130 mm; Vorspannung und Zugstufe einstellbar
Bremsen vorn: 2× radial montierter 4-Kolben-Bremssattel; Scheibe 310 mm; Stahlflexleitungen serienmäßig; Kurven-ABS
Bremse hinten: Einzelscheibe 220 mm (aus Daytona 660); Einkolben-Schwimmsattel; ABS
Räder: 17 Zoll vorn und hinten; Gussaluminium; goldene Pulverbeschichtung
Reifen: Michelin Road 6 serienmäßig; 120/70 ZR17 vorn; 180/55 ZR17 hinten
Ergonomie: Sitzhöhe 810 mm; aufrechte Naked-Bike-Position; neutraler Lenker; Bugspoiler serienmäßig; Heizgriffe nur Zubehör; Sozius eingeschränkt
Gewicht: 198 kg vollgetankt
Standgeräusch: Nicht offiziell publiziert; Tirol-Kompatibilität beim Händler klären
Farben: Jet Black/Gold; Ash Grey/Diablo Red (Aufpreis); Carnival Red/Graphite (Aufpreis); alle mit goldenen Felgen
Garantie / Service: 4 Jahre Herstellergarantie (D + A inkl.); 16.000 km / 12 Monate Serviceintervall
Preis (D): 9.695 Euro (Jet Black, zzgl. Händler-NK); Farb-Aufpreis für Ash Grey + Carnival Red; 4 Jahre Garantie inklusive; Österreich: 11.295 Euro (inkl. NOVA + NK)