Test Zero DS (2026)

132 Nm sofort, 232 km Stadtreichweite, 19/17-Zoll, Showa – das lautloseste Dual-Sport-Motorrad mit A1-Schein

Z-Force 75-7, 11 kW Nennleistung / 45 kW Peak, 132 Nm sofort ab 0/min, 139 km/h, 14,4 kWh, 232 km Stadt / 173 km kombiniert. Showa 47-mm-USD vorn / Showa-Piggyback hinten, je 190 mm Federweg. 19/17-Zoll-Speichenräder, Pirelli Scorpion Trail II. 2×320-mm J.Juan, Bosch MSC inkl. Kurven-ABS und Canyon-Modus. A1/B196. Kein Standgeräusch, keine Tirol-Beschränkung. Ab ca. 15.540 Euro.

Stand: 22.5.2026 | Modell: Zero DS (2026; FST-Adventure-Plattform seit 2024; technisch unverändert); Hersteller: Zero Motorcycles Inc. (Santa Cruz, Kalifornien, USA) | Preis DE: ca. 15.540 Euro (aktuellen Preis beim Händler bestätigen) | Standgeräusch: entfällt (Elektroantrieb; kein Tirol-Fahrverbot) | Garantie: 5 Jahre Antrieb; 2 Jahre Fahrzeug

Das Konzept: legal mit A1-Schein, faktisch stärker als eine 500er

Die Zero DS ist in Deutschland als Leichtkraftrad homologiert: A1-Führerschein oder B196-Erweiterung. Das ist die formale Einordnung. Die tatsächliche Einordnung ist eine andere. Der ADAC hat in seinem Fahrbericht (2024, publiziert Februar 2026) geschrieben: Diese Maschine „erinnert in keiner Weise an ein Leichtkraftrad“. Dem stehen schon das Gewicht und die Statur entgegen. Und das Drehmoment: 132 Nm sofort ab 0/min. Das ist das Dreizehnfache eines typischen 125er-Verbrenners. In der Praxis bedeutet das: Wer mit B196-Schein auf einer Zero DS sitzt und Gas gibt, bewegt sich bei der Beschleunigung auf Niveau einer 500- bis 600-cm³-Maschine – vollkommen legal.

Das ist die Besonderheit der Zero DS. Alle anderen 11-kW-Motorräder sind tatsächlich Leichtkraftradcharakter – die Zero DS ist eines nur auf dem Papier. Sie ist ein Fahrzeug, das mit A1-Schein gefahren werden darf und sich dabei wie ein ausgewachsenes Adventure-Motorrad fährt.

Motor: 132 Nm, 60 PS Spitze, 11 kW Dauer

Z-Force 75-7 Elektromotor. Bürstenlos, luftgekühlt, Permanent Magnet AC. Keine Kupplung, kein Getriebe, kein Schalten. Dauerleistung im DE-Betrieb: 11 kW. Spitzenleistung kurzzeitig abrufbar: 45 kW / 60 PS. Das ist die Zero-Logik: Die 11-kW-Begrenzung ist eine thermische und gesetzliche Dauerbegrenzung, keine Spitzenbegrenzung. Beim Ampelstart, beim Überholvorgang, beim Anfahren an der Steigung: 45 kW stehen kurz zur Verfügung. Dann setzt die thermische Regelung ein. Das ist der Unterschied zu einem gedrosselten Verbrenner, bei dem schlicht weniger Motor vorhanden ist.

132 Nm sofort ab 0/min: Das ist die elektrische Grundregel, und die Zero DS hat eines der höchsten Drehmomente aller Motorräder. 139 km/h Vmax. Riemenantrieb – wartungsarm, leise, kein Öl, kein Reinigen. Cypher III+ Betriebssystem. Zero-App. Bluetooth. Drei Fahrmodi: Eco (begrenzte Leistung, maximale Reichweite), Sport (volle Leistung), Custom (per App individuell konfigurierbar).

Akku und Reichweite: 232 km Stadt, 173 km kombiniert

14,4 kWh Z-Force-Lithium-Ionen-Akku. Stadtreichweite laut Hersteller: 232 km. Kombiniert (niedrige Autobahngeschwindigkeit): 173 km. Autobahn (Richtgeschwindigkeit): 157 km. Das sind die hohe Reichweitenwerte für ein Elektroahrzeug. Zum Vergleich: Der BMW CE 04 kommt auf 130 km WMTC, die Zero DS auf 232 km im Stadtbetrieb. Das ist fast das Doppelte.

Die Reichweite ist das stärkste Argument der Zero DS: Erstmals verschieben sich bei einem E-Motorrad die Wertungen in diese Richtung. Der ADAC-Tester schrieb nach der Testfahrt 2024: „Die Reichweiten-Angst sinkt.“ Das ist das kompakteste externe Urteil über das, was diese Maschine erreicht hat.

Laden: 3 kW serienmäßig, 6 kW Schnelllademodul optional

Serienmäßig: integrierter Bordlader 3 kW; Haushaltssteckdose (Mode 1) oder Wallbox/Ladesäule (Mode 2): 0–95% in 9,2 Stunden; 20–80% in 5,8 Stunden. Level-2-Adapter (keine Extra-Hardware, nur Kabel): 0–95% in 4 Stunden; 20–80% in 2,5 Stunden. Optionales Rapid Charge Module 6 kW (ca. 3.000 Euro zusätzlich, plus 400 Euro Kabel): 0–95% in 1,3 Stunden; 20–80% in 49 Minuten.

Tester beschreiben das Laden als unkompliziert. Der Aufpreis für echtes Schnellladen (ca. 3.400 Euro gesamt) ist erheblich. Für Fahrer, die täglich an einer Wallbox laden: Standardlader genügt. Für alle anderen ist der Aufpreis eine sorgfältig zu überlegende Kaufentscheidung.

Fahrwerk: Showa 47 mm, 190 mm Federweg, Speichenräder

Showa 47-mm-USD Separate Function Cartridge Fork vorn: 190 mm Federweg, voll einstellbar (Federvorspannung, Druck- und Zugstufe). Showa 46-mm-Piggyback-Federbein hinten: ebenfalls 190 mm Federweg, voll einstellbar. Das ist hochwertigeres Fahrwerk als die meisten Adventure-Motorräder dieser Preis- und Hubraumklasse bieten. 19-Zoll-Vorderrad / 17-Zoll-Hinterrad: Speichenräder. Pirelli Scorpion Trail II: ein echter Dual-Sport-Reifen, der sowohl auf befestigten Straßen als auch auf Schotter und Feldwegen funktioniert.

Nutzer beschreiben das Fahrwerk als gut abgestimmt, die Bremsanlage als sehr ordentlich. Stabilität und Sicherheitsgefühl werden positiv erwähnt. Das passt zum Adventure-Konzept: nicht das sportlichste Fahrwerk, sondern das ausgewogenste für variablen Einsatz.

Bremsen: Bosch MSC mit Canyon-Mode

2×320-mm-Scheiben vorn (J.Juan, 4-Kolben). 265-mm-Scheibe hinten (J.Juan, 2-Kolben schwebend). Bosch MSC (Motorcycle Stability Control): das umfassendste Stabilitätsprogramm dieser Testreihe. MSC kombiniert Kurven-ABS, Traktionskontrolle und einen Canyon-Mode – letzterer ist für Offroad-Einsatz optimiert und erlaubt am Hinterrad kontrolliertes Durchdrehen bei Schotter und losem Untergrund. Das ist in dieser Leistungsklasse mit A1-Zulassung einzigartig.

Ergonomie: 843 mm, Adventure-Charakter, kein Windschild

843 mm Sitzhöhe: kein kleines Bike. Die Zero DS ist für Fahrer unter 1,75 m mit beidseitigem Bodenkontakt schwierig. Die Sitzposition ist aufrecht und adventure-typisch: Lenker auf Hüfthöhe, Beine gerade auf den Fußrasten, Oberkörper aktiv. Das ist keine entspannte Touring-Position, sondern ein Motorrad, das Fahren verlangt.

Kein serienmäßiges Windschild. Für Adventure-Fahren auf Feldwegen: richtig. Dort braucht man Fahrtwind. Für Langstrecke auf der Autobahn: Windschutz selbst nachrüsten oder auf Sonderzubehör zurückgreifen. Gepäcklösungen (Seitenkoffer, Topcase) sind übers Zero-Zubehörprogramm verfügbar.

Gewicht: Es wird ein Leichtgewicht suggeriert

Hier gibt es eine erhebliche Diskrepanz in den Quellen: Zero-EU nennt 187 kg fahrbereit. Fahrfertig sind es tatsächlich 239 kg. Das sind 52 kg Unterschied. Hersteller möchten gern das tatsächliche Gewicht (Akkus!) bemänteln und ein leichteres Handling vortäuschen. Von solchen Gaukeleien darf man sich als Kunde nicht ins Boxhorn jagen lassen.

Der Preis: dreimal so teuer wie ein Verbrenner-Leichtkraftrad

Da beißt die Maus keinen Faden ab: Der Listenpreis liegt rund dreimal so hoch wie der üblicher Premium-Leichtkrafträder. Einst 18.400 Euro Listenpreis (2024); heute wegen Konkurrenz und Preissenkungen bei rund 15.540 Euro. Dazu bei Bedarf Schnelllademodul 3.000 Euro + 400 Euro Kabel.

Dafür bekommt man ein ausgewachsenes Adventure-Motorrad mit 232 km Stadtreichweite, 19-Zoll-Speichenrädern, Showa-Volleinstellfahrwerk, Bosch MSC, 132 Nm, A1-Zulassung. Für Fahrer mit B196-Schein, die primär in der Stadt und auf der Landstraße fahren: Es gibt kein Verbrenner-Leichtkraftrad, das dieser Maschine fahrdynamisch ebenbürtig ist.

Fazit

Die Zero DS 2026 ist das fahrdynamisch stärkste Straßenfahrzeug, das in Deutschland legal mit A1-Führerschein oder B196-Erweiterung bewegt werden darf. 132 Nm sofort, 60 PS kurzfristig, 232 km Stadtreichweite, Showa-Volleinstellfahrwerk, Bosch MSC mit Canyon-Mode, Speichenräder, Pirelli Scorpion Trail II. Kein Standgeräusch, kein Tirol-Fahrverbot. Preis ca. 15.500 Euro je nach Angebotssituation; Schnellladen mit erheblichem Aufpreis. 843 mm Sitzhöhe – nur für groß gewachsene Fahrer. Das ist das Fahrzeug für den B196-Fahrer, der keinen Kompromiss eingehen will.

 

Kurzcheck

 

+ 132 Nm sofort ab 0/min: ein hohes Drehmoment. 45 kW / 60 PS Spitze bei A1-Zulassung: legal der stärkste Antritt, den ein B196-Fahrer in Deutschland bewegen darf. Diese Maschine erinnert in keiner Weise an ein Leichtkraftrad.

+ 232 km Stadtreichweite / 173 km kombiniert: die höchste Reichweite dieser gesamten Testreihe. Die Reichweiten-Angst sinkt. Showa 47-mm-USD vorn + Showa 46-mm-Piggyback hinten, je 190 mm Federweg, voll einstellbar: Fahrwerksqualität auf Niveau von Motorrädern der 700–900-cm³-Klasse. 19-Zoll-Speichenräder, Pirelli Scorpion Trail II: echter Dual-Sport-Charakter. Bosch MSC mit Canyon-Mode: umfassendste Stabilitätselektronik dieser Testreihe.

+ Kein Standgeräusch, kein Tirol-Fahrverbot. 5 Jahre Antriebsgarantie, 2 Jahre Fahrzeuggarantie. Riemenantrieb: wartungsarm, kein Öl, kein Reinigen. Cypher III+ mit Zero-App und Custom-Fahrmodus. Kein Schalten, kein Kuppeln: für B196-Fahrer ohne Motorradhintergrund direkter Einstieg in echte Motorradleistung.

 

Ca. 15.500 Euro: teuer. Kein Verbrenner-Leichtkraftrad kommt auch nur nahe an diesen Preis. Schnelllademodul 6 kW: ca. 3.000 Euro + 400 Euro Kabel – nicht nachrüstbar ohne erheblichen Eingriff. Ohne Schnelllader: 0–95% in 9,2 Stunden – Alltagstauglichkeit hängt stark von Ladeinfrastruktur ab.

843 mm Sitzhöhe: die höchste in dieser Testreihe. Fahrer unter 1,75 m haben kein beidseitiges Aufsetzen. Kein serienmäßiger Windschild. Gewichtsangaben widersprüchlich (187 kg laut Zero-EU vs. 239 kg laut ADAC). Wiederverkauf: Preisstabilität langfristig schlecht.

 

 

Technische Daten: Zero DS (2026)

 

Marke / Modell: Zero DS (2026; FST-Adventure-Plattform seit 2024; technisch unverändert); Hersteller: Zero Motorcycles Inc. (Santa Cruz, CA, USA); Kategorie: Dual-Sport-Elektromotorrad; Zulassung: A1/B196 (11 kW Dauer)

Motor: Z-Force 75-7; bürstenlos, luftgekühlt, permanent magnet AC; kein Getriebe; Riemenantrieb; Dauerleistung 11 kW (DE-Zulassung); Spitzenleistung kurzfristig 45 kW / 60 PS; 132 Nm sofort ab 0/min

Vmax / Beschleunigung: 139 km/h; Ampelantritt entspricht Fahrdynamik einer 500–600-cm³-Klasse

Akku / Reichweite: 14,4 kWh Z-Force Lithium-Ionen; fest verbaut; Stadt 232 km / kombiniert (langsam) 173 km / Autobahn 157 km

Laden Standard: Bordlader 3 kW (Mode 1/2); 0–95% in 9,2 h; 20–80% in 5,8 h. Level-2-Kabel (im Lieferumfang): 0–95% in 4 h; 20–80% in 2,5 h

Laden Optional: Rapid Charge Module 6 kW (ca. 3.000 Euro; nicht nachrüstbar ohne erheblichen Eingriff) + Kabel 400 Euro: 0–95% in 1,3 h; 20–80% in 49 min

Gewicht: 187 kg fahrbereit (Zero-EU); ADAC-Test: 239 kg. Zuladung 260 kg

Fahrwerk vorn: Showa 47-mm-USD Separate Function Cartridge Fork; 190 mm Federweg; voll einstellbar (Federvorspannung, Druck- und Zugstufe)

Fahrwerk hinten: Showa 46-mm-Piggyback-Federbein; 190 mm Federweg; voll einstellbar

Bremsen: 2× 320-mm-Scheiben vorn (J.Juan 4-Kolben); 265-mm-Scheibe hinten (J.Juan 2-Kolben schwebend); Bosch MSC (Motorcycle Stability Control): Kurven-ABS + Traktionskontrolle + Canyon-Mode

Räder / Reifen: Speichenräder; 19 Zoll vorn / 17 Zoll hinten; Pirelli Scorpion Trail II

Ergonomie: Sitzhöhe 843 mm; aufrechte Adventure-Position; kein serienmäßiges Windschild; Gepäcklösungen über Zero-Zubehörprogramm

Elektronik: Cypher III+ Betriebssystem; Zero-App (Bluetooth; Custom-Fahrmodus konfigurierbar); 3 Fahrmodi (Eco/Sport/Custom); Bosch MSC; Canyon-Mode; Traktionskontrolle; Kurven-ABS

Standgeräusch: Entfällt (Elektroantrieb); kein Tiroler Fahrverbot anwendbar

Garantie: 5 Jahre Antriebsgarantie; 2 Jahre Fahrzeug

Preis (D): Ca. 15.540 Euro; offizieller Listenpreis 2024: 18.400 Euro; Schnelllademodul ca. 3.400 Euro Aufpreis