Test Zontes 368 D (2026)

36 PS, 140 km/h, 156 kg vollgetankt – einer der leichtesten Mittelklasse-Scooter

349 cm³, 36 PS, CVT, TPMS, Keyless, TFT mit 4 Modi, elektrisch verstellbares Windschild, Bluetooth, Traktionskontrolle, ABS. Laut Hersteller 188 kg vollgetankt – deutlich leichter als XMax (180 kg), Beverly (185 kg) oder Burgman (218 kg). Ca. 5.770– 5.990 Euro. 2 Jahre Garantie. Konnektivitätsfunktionen außerhalb Chinas eingeschränkt.

Stand: 20.5.2026 | Modell: Zontes 350 D (2026; aktuelle Generation; Euro 5); Hersteller: Guangdong Tayo Motorcycle Technology Co., Ltd. / Marke: Zontes; Importeur D/Ö/I: Distribike Srl | Preis DE: offizieller DE-UVP nicht publiziert | Standgeräusch: nicht publiziert | Garantie: 2 Jahre (Hersteller)

Der Gewichtsvorteil: was 156 kg vollgetankt wirklich bedeutet

Laut Hersteller wiegt der Zontes 350 D vollgetankt 156 kg. Das ist die Zahl, die diesen Roller sofort von allem anderen unterscheidet: Der Yamaha XMax 300 bringt 180 kg auf die Waage, der Piaggio Beverly 300 185 kg, der Suzuki Burgman 400 218 kg. Der Zontes 350 D wäre damit der leichteste Maxi-Scooter in dieser Klasse, den man auf dem europäischen Markt kaufen kann.

Allerdings ist dieser Wert Schummelei. Denn vollgetankt mit allen Betriebsmitteln an Bord sind es 188 kg und damit klassenüblich, ohne Sensationen. Hersteller werben gerne mit dem praxisfremden Leergewicht: klingt nach Leichtbau, trotz Übergewicht.

Leichtbau im Alltag bedeutet: leichteres Rangieren in der Tiefgarage, müheloseres Aufstellen nach dem Parken, weniger Körpereinsatz beim Manövrieren im Stau. Für Fahrer, die primär in der Stadt unterwegs sind und das Motorrad regelmäßig schieben oder wenden müssen, wäre Leichtbau das ein konkreter Alltagsvorteil, den keine Ausstattungsliste ersetzen kann.

Erster Eindruck: sportliche Linie, aufrechte Position

Der 350 D hat eine schnittiger geformte Verkleidung als viele Mitbewerber seiner Klasse – keine kastenförmige Tourenoptik, sondern eine sportliche Silhouette mit LED-Doppelscheinwerfer und einer Frontpartie, die eher an einen Sportscooter erinnert als an ein Alltagsfahrzeug. Die Sitzposition ist aufrecht und komfortorientiert. Die Sitzbank ist gut gepolstert, mit einer natürlichen Lendenwirbelstütze durch die Konturierung. Der Fußraum ist großzügig bemessen.

Die Sitzhöhe liegt je nach Quelle bei zirka 770 mm, für die meisten Fahrer sehr gut erreichbar. Das Windschild lässt sich in zwei Positionen elektrisch verstellen; die niedrige Position ist für Stadtfahrten ausreichend, die hohe bietet mehr Schutz auf der Landstraße. Mehrere Nutzer berichten, dass der Windschutz auch in der oberen Position noch Turbulenzen am Helm zulässt – ein Kompromiss, der mit dem leichten Fahrzeuggewicht zusammenhängt: Mehr Windschutz bedeutet mehr Fläche, mehr Fläche bedeutet mehr Gewicht.

Motor: 36 PS, automatischer Sport-Modus, 140 km/h

349 cm³, Einzylinder, flüssigkeitsgekühlt, SOHC, 4 Ventile, 36 PS bei 8.500/min, 32,8 Nm bei 6.000/min. CVT-Automatik, stufenlos. 36 PS bei 188 kg ist ein gutes Leistungs-Gewichts-Verhältnis.

Die zwei Fahrmodi (Eco und Sport) haben eine praktische Besonderheit: Im Eco-Modus schaltet das System automatisch in den Sport-Modus, sobald der Motor 7.000/min überschreitet. Das ist eine sinnvolle Lösung für Überholvorgänge: man fährt sparsam und hat trotzdem sofort volles Potenzial, wenn man es braucht. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 140 km/h.

Ausstattung: viel für den Preis, mit einer wichtigen Einschränkung

TFT-Display mit 4 Anzeige-Modi; Bluetooth; TPMS (Reifendruckanzeige); Keyless-Start; 2 Fahrmodi; ABS; Traktionskontrolle; elektrisch verstellbares Windschild (2 Positionen); 2× USB-Ladebuchsen (links, verschließbares Fach); beleuchtete Bedienelemente. Das ist eine Ausstattungsliste, die für dieses Preissegment ungewöhnlich vollständig ist.

Der Importeur Distribike Srl hat auf der Zontes-Europa-Website veröffentlicht, dass einige Konnektivitätsfunktionen der Zontes-Modelle außerhalb Chinas derzeit nicht verfügbar sind. Was konkret nicht funktioniert, ist nicht im Detail spezifiziert. Nutzerberichte nennen eingeschränkte App-Funktionen. Das ist kein versteckter Mangel – der Importeur kommuniziert es aktiv. Wer die Bluetooth-Konnektivität als Kaufargument betrachtet, sollte vor dem Kauf beim Händler klären, welche Funktionen in Deutschland tatsächlich nutzbar sind.

Das Display zeigt laut Nutzerberichten nur Englisch und Chinesisch – keine deutschsprachige Menüführung. Für einen Roller, der im deutschen Markt angeboten wird, ist das ein unerwartetes Detail.

Ergonomie: 770 mm, breiter Sitz, guter Fußraum

Sitzhöhe 770 mm. Aufrechte, komfortorientierte Position. Breite, gut gepolsterte Sitzbank mit Lendenwirbelstütze. Großzügiger Fußraum. Soziussitz vorhanden. Staufach unter der Sitzbank: ein Integralhelm passt rein. Das ist weniger als beim Voge SR4 Max (41,5 L / zwei Integralhelme) oder dem Forza 350.

Die Sitzbank-Verriegelung rastet nur mit deutlichem Nachdruck ein. Das ist kein technischer Defekt, aber ein Details, das im täglichen Gebrauch – bei jedem Helmverstauen – spürbar wird.

Preis und Händlernetz: die offenen Fragen

Ein offiziell publizierter UVP für Deutschland ist nicht verfügbar. Tageszulassungen auf Kleinanzeigen zeigen ca. 5.770 Euro, der österreichische Preis liegt bei 5.990 Euro. Das Händlernetz für Zontes in Deutschland ist kleiner als für Yamaha, Honda oder Voge.

Der Wiederverkaufswert der 350 D sank im ersten Gebrauchsjahr um ca. 11 % (1000PS-Marktdaten). Das ist ein üblicher Wert für chinesische Marken ohne längere Marktetablierung in Deutschland. Wer das Fahrzeug dauerhaft hält und nicht weiterverkauft: irrelevant. Wer nach zwei Jahren tauschen will: einkalkulieren.

Zontes 350 D vs. Voge SR4 Max: zwei Philosophien

Beide Roller kommen aus China, beide kosten deutlich weniger als etablierte europäische oder japanische Konkurrenten. Die Unterschiede sind philosophisch. Der Voge SR4 Max (7.069 Euro) kommt aus dem BMW-Loncin-Werk, hat mehr Serienausstattung (Sitzheizung, Dashcam, Totwinkelwarner) und setzt auf Komfort und Ausstattungsfülle. Der Zontes 350 D (ca. 5.770 Euro) setzt auf Preis: 36 PS, 188 kg vollgetankt, deutlich günstiger. Wer einen sportlichen Alltagsscooter möchte und auf Sitzheizung verzichten kann: 350 D. Wer Vollausstattung und den BMW-Qualitätshintergrund priorisiert: Voge.

Fazit

Der Zontes 350 D 2026 ist ein attraktiver Maxi-Scooter. 36 PS, TFT, TPMS, Keyless, ABS, Traktionskontrolle, CVT, 140 km/h. Ca. 5.770–5.990 Euro. 2 Jahre Garantie. Konnektivitätsfunktionen außerhalb Chinas eingeschränkt – vor Kauf klären. Sitzbank-Verriegelung mit Nachdruck. Wiederverkaufswert niedriger als bei etablierten Marken.

 

Kurzcheck

 

+ 36 PS bei überschaubarem Gewicht: ein gutes Leistungs-Gewichts-Verhältnis. 140 km/h Vmax. Automatischer Wechsel in den Sport-Modus ab 7.000/min im Eco-Betrieb: sparsamkeitsorientiertes Fahren mit sofortiger Überholreserve – eine clevere Lösung, die man so nicht überall findet. 3,5 l/100 km; ca. 343 km Reichweite (12 L-Tank).

+ Ca. 5.770–5.990 Euro: günstig. TFT mit 4 Modi; TPMS; Keyless-Start; 2 Fahrmodi; ABS; Traktionskontrolle; elektr. Windschild (2 Positionen); 2× USB; beleuchtete Bedienelemente – für diesen Preis eine vollständige Grundausstattung. 770 mm Sitzhöhe; aufrechte Komfortposition; Soziussitz serienmäßig; A2-tauglich.

 

Konnektivitätsfunktionen eingeschränkt: Distribike Srl, der offizielle EU-Importeur, hat offiziell kommuniziert, dass einige Konnektivitätsfunktionen außerhalb Chinas nicht verfügbar sind. Was konkret betroffen ist, vor dem Kauf beim Händler klären. Display nur Englisch/Chinesisch.

Sitzbank-Verriegelung rastet nur mit starkem Nachdruck ein. Kein technischer Defekt, aber ein tägliches Ärgernis beim Helmverstauen. Beim Händler prüfen. Stauraum nur 1 Integralhelm (Voge SR4 Max: 2 Integralhelme / 41,5 L). Windschutz in oberer Position mit Turbulenzen am Helm

Preis DE nicht offiziell publiziert: beim Händler bestätigen. Wiederverkauf: –11 % im ersten Jahr (1000PS-Marktdaten) – für Fahrer, die nach 2 Jahren tauschen, einzukalkulieren. Standgeräusch nicht publiziert: Tirol-Konformität beim Händler klären. Schwache Nachfrage am Gebrauchtmarkt laut 1000PS. Händlernetz in Deutschland kleiner als bei Yamaha, Piaggio oder Honda.

 

 

Technische Daten: Zontes 350 D (2026)

 

Marke / Modell: Zontes 350 D (2026; aktuelle Generation; Euro 5); Hersteller: Guangdong Tayo Motorcycle Technology Co., Ltd.; Importeur D/Ö/I: Distribike Srl

Konnektivität-Hinweis: Distribike Srl (offiziell, auf zontes.eu publiziert): Einige Konnektivitätsfunktionen außerhalb der VR China derzeit nicht verfügbar. Vor Kauf beim Händler klären.

Motor: Flüssiggekühlter 1-Zylinder-Viertaktmotor; 349 cm³; SOHC; 4 Ventile; EFI; CVT-Automatik (stufenlos); Euro 5; A2-tauglich

Leistung / Drehmoment: 36 PS (26,5 kW) bei 8.500/min; 32,8 Nm bei 6.000/min

Vmax / Verbrauch: ca. 140 km/h; ca. 3,5 l/100 km; ca. 343 km Reichweite (12-L-Tank)

Tank / Gewicht: 12 l, 188 kg vollgetankt

Getriebe: CVT-Automatik; stufenlos; 2 Fahrmodi (Eco / Sport; auto-Sport ab 7.000/min im Eco-Modus)

Elektronik: TFT-Display (4 Anzeigemodi); Bluetooth (Konnektivitätsfunktionen außerhalb China eingeschränkt – beim Händler klären); TPMS; Keyless-Start; ABS; Traktionskontrolle; 2× USB-Ladebuchsen (links, verschließbares Fach); beleuchtete Bedienelemente; elektrisch verstellbares Windschild (2 Positionen)

Rahmen / Fahrwerk: Rahmentyp: beim Händler bestätigen; konventionelle Telegabel vorn; Federbein hinten; 15-Zoll-Vorderrad; 14-Zoll-Hinterrad

Bremsen: 265-mm-Scheibe vorn; 265-mm-Scheibe hinten; ABS

Ergonomie: Sitzhöhe 760–780 mm (Quellenabweichung; beim Händler messen); aufrechte Komfortposition; breite Sitzbank; Soziussitz serienmäßig; Staufach 1 Integralhelm; Sitzbank-Verriegelung: laut Nutzern schwer einrastend – beim Händler prüfen

Maße: Länge 2.195 mm; Breite 795 mm; Höhe 1.495 mm; Radstand 1.405 mm

Standgeräusch: Nicht publiziert; beim Händler bestätigen (Tirol-Konformität unklar)

Farben 2026: Schwarz; Weiß – weitere Farben beim Händler erfragen

Garantie / Service: 2 Jahre (Hersteller; ohne Kilometerbegrenzung; Händler ggf. mehr); Händlernetz Deutschland kleiner als bei Yamaha/Honda/Piaggio – vor Kauf nächste Werkstatt prüfen

Preis (D): Beim Händler bestätigen (kein offizieller DE-UVP; Tageszulassungen ca. 5.770 Euro; Österreich 5.990 Euro)