Norton Manx R: erste Tests sagen Ja – LiveWire kauft Offroad – QJMotor schreibt 4 Jahre Garantie

Donnerstag, 21. Mai. Drei starke Serienmotorrad-Meldungen: Die ersten internationalen Fahrberichte zur Norton Manx R sind erschienen. Das britische V4-Superbike kostet 23.250 Euro, leistet 209 PS und fährt sich nach Motorradonline wie ein „Aston Martin auf zwei Rädern“. LiveWire hat am 19. Mai Dust Moto übernommen – die erste Akquisition der Harley-Davidson-Elektrotochter bringt ein Elektro-Dirtbike in die zweite Jahreshälfte 2026. Und QJMotor läuft seit 5. Mai eine Aktion: Wer einen ausgewählten ATV bis 31. Dezember 2026 kauft, bekommt vier Jahre Garantie statt drei.

[FAHRBERICHT | HEUTE] – Norton Manx R: 209 PS, 23.250 € – erste Tests von Rennstrecke Monteblanco

 

Was Norton mit der Manx R gebaut hat: Die Manx R ist das erste vollständig neue Modell von Norton unter indischer Ägide (TVS Motor Company, Übernahme 2020). Norton hat in Solihull eine neue Fertigungsstrecke aufgebaut und baut alle Motorräder in Handarbeit. Das ist kein Marketingbegriff, sondern erklärt den Preis: 23.250 Euro für das Basismodell, 43.750 Euro für die Signature-Variante mit Carbon-Felgen und Carbon-Verkleidung. Die Manx hat eine lange Geschichte: Das ursprüngliche Manx-Modell der 1950er-Jahre gewann die Isle of Man Tourist Trophy und die Motorrad-Weltmeisterschaft. Norton will an diesen Nimbus anknüpfen.

 

Was die Tester heute sagen: Motorradonline hat heute den ersten deutschsprachigen Fahrbericht zur Manx R Signature veröffentlicht. Das Urteil in einem Satz: „Norton will keinen auf Rundenzeiten geeichten Renner, sondern quasi einen Aston Martin auf zwei Rädern im Portfolio haben.“ Das ist präzise. Die Manx R ist nicht das Motorrad, mit dem man Siege in Mugello schreibt. Es ist das Motorrad, mit dem man die Toskana-Serpentinen fährt und an jeder Kurve denkt: Dieses Ding klingt wie nichts sonst. Motorrad & Reisen kommt zu ähnlichem Schluss: trotz enormer Leistung gut beherrschbar, besonders auf der Landstraße.

 

Norton Manx R 2026 – vollständige technische Daten

 

Motor 1.200 ccm V4 — flüssigkeitsgekühlt — DOHC

Leistung 209 PS (153,7 kW) bei 11.500 U/min

Drehmoment 130 Nm bei 9.000 U/min

Höchstgeschwindigkeit 290 km/h (Norton-Angabe)

Zum Vergleich Ducati Panigale V4: 213 PS bei 13.500 U/min — BMW M 1000 RR: 206 PS bei 13.750 U/min

 

Rahmen Aluminium-Gitterrohrrahmen — Solihull Handarbeit

Fahrwerk vorne Standard Marzocchi 43 mm — manuell einstellbar

Fahrwerk vorne Apex/Signature Marzocchi vollelektronisch semiaktiv

Fahrwerk hinten Marzocchi — volleinstellbar

Bremsen Brembo Stylema — 320 mm Doppelscheiben vorne

Felgen Standard Alu-Guss

Felgen Signature Carbon-Felgen

Verkleidung Standard Fiberglas

Verkleidung Signature Carbon

 

IMU Bosch 6-Achsen

Elektronik 10 aktive Systeme — Traktionskontrolle — Wheelie-Kontrolle (nicht Anti-Wheelie!) — Kurven-ABS 3-stufig — Launch Control — EBC

Wheelie-Kontrolle-Unterschied Regelt Nickrate, Drehmomentsättigung und Absenk-Geschwindigkeit — kein Anti-Wheelie-System

Fahrmodi Road, Sport, Rain, Track

Display 4,3-Zoll-TFT — dominant im Cockpit, aber informationsreich

Tagfahrlichter Individualisierbar — LED-Einschaltsequenz konfigurierbar

 

Gewicht 213 kg fahrbereit (14,5 Liter Tank)

Sitzhöhe 840 mm — für Superbike hoch — gut für größere Fahrer

 

Preis Basis (Manx R) 23.250 € — manuelles Fahrwerk — Fiberglas-Verkleidung — Alu-Felgen

Preis Apex ca. 30.000–35.000 € — semiaktives Fahrwerk

Preis Signature 43.750 € — Carbon-Felgen — Carbon-Verkleidung — maximale Ausstattung

Preis First Edition Auf Anfrage — limitierte Auflage — Collector’s Item

Marktstart DE Q3 2026 — TVS Motor GmbH (Germany) als Vertrieb

 

Was die Tester kritisieren: 1000PS war als erstes deutschsprachiges Medium vor Ort. Kritische Punkte: Die Temperaturanzeige zeigt nur eine Balkengrafik, keine Zahlenwerte – wer auf der Rennstrecke wissen will, wo der Motor thermisch steht, tappt im Dunkeln. Wer im Stand durch Fahrmodi blättern will, startet unbeabsichtigt den Motor, wenn man nicht vorher einen Gang einlegt. Das Display wirkt optisch dominant im Cockpit. Kleinkritik an einem Motorrad, das sonst überzeugt.

 

Was das für den Markt bedeutet: Norton ist mit der Manx R in einem Segment unterwegs, das nicht nach Volumen strebt, sondern nach Prestige. 23.250 Euro für die Basis ist vergleichbar mit der Aprilia RSV4 Factory (ca. 28.990 Euro) und der Ducati Panigale V4 (ca. 29.990 Euro) – und deutlich günstiger als die Signature-Variante. Was Norton hat, was Ducati und Aprilia nicht haben: die Geschichte der Isle of Man, die Handarbeit in Solihull und eine Aura, die sich nicht kaufen lässt. Ob das für Absatz reicht, wird Q4 2026 zeigen. Vorbestellungen laufen.

 

ℹ️ Norton in Deutschland: TVS Motor GmbH (Germany) übernimmt den Vertrieb. Händlernetz im Aufbau — voraussichtlich deutlich kleiner als japanische Hersteller. Wer eine Manx R kaufen will: Vorbestellung beim nächsten TVS/Norton-Händler, Lieferung Q3 2026.

 

 

[AKQUISITION | ELEKTRO] – LiveWire übernimmt Dust Moto: erstes E-Dirtbike kommt H2 2026

 

Was am 19. Mai passiert ist: LiveWire Group (NYSE: LVWR), die Elektro-Motorrad-Marke von Harley-Davidson, hat am 19. Mai 2026 die Vermögenswerte von Dust Moto übernommen. Es ist die erste Akquisition in der Geschichte von LiveWire. Dust Moto ist ein Startup aus Oregon, gegründet von Colin Godby, das sich auf hochleistungsfähige Elektro-Dirtbikes spezialisiert hat. Das bekannteste Modell: der Hightail.

 

Dust Moto Hightail – technische Daten des künftigen LiveWire-Dirtbike

 

Elektromotor Permanenterregter Synchronmotor

Spitzenleistung 32 kW (42 PS) — kurzeitig

Hinterrad-Drehmoment 660 Nm — durch 11:1-Untersetzung

Antrieb Riemen oder Kette — einstufige Untersetzung

Akku Genaue Kapazität nicht kommuniziert

Fahrwerk Motocross-Spec — lange Federwege

Gewicht Nicht offiziell kommuniziert — erwartet unter 100 kg

Status Vorbestellung möglich — Serienproduktion H2 2026 unter LiveWire

 

Warum LiveWire Offroad braucht: LiveWire hatte seit der Abspaltung von Harley-Davidson 2022 ein klares Problem: Das Sortiment beschränkte sich auf teure Strassenmotorräder wie den LiveWire One (14.790 Euro) und den S2 Del Mar. Diese Modelle ziehen eine bestimmte Käufergruppe an, aber nicht die wachsende Community der Elektro-Offroad-Fahrer. Mit der Dust-Moto-Übernahme steigt LiveWire in einen der wenigen Elektro-Zweirad-Märkte ein, der wirklich wächst: Elektrische Dirtbikes haben gegenüber Verbrennern konkrete Vorteile – kein Getriebe, sofortiges Drehmoment, kein Vergasertuning, deutlich weniger Wartung.

 

Die Finanzzahlen hinter der Akquisition: LiveWire hat den Kaufpreis nicht kommuniziert. Was bekannt ist: Im Q1 2026 verzeichnete LiveWire einen Umsatzanstieg von 86 Prozent gegenüber Q1 2025 auf 5,1 Millionen US-Dollar. Der operative Verlust lag bei 17,7 Millionen US-Dollar, der Nettoverlust bei 18,1 Millionen US-Dollar. LiveWire lieferte im Q1 gerade mal 91 Motorräder aus. Die Aktie liegt aktuell bei 1,33 US-Dollar, nach einem Höchstwert von 7,50 US-Dollar im Vorjahr. Die Akquisition ist also kein Schritt eines gesunden Unternehmens, sondern ein strategischer Richtungswechsel: weg von teurem Straßenmotorrad, hin zu zugänglichem Offroad.

 

Was der Hightail bedeutet: Das Hightail ist keine Konkurrenz zum KTM Freeride E-XC oder zur Stark Varg – es ist ein anderes Segment. Mehr Allround-Offroad für Fahrer, die keine Rennlizenz haben und kein Rennen fahren wollen, aber die Gelassenheit eines E-Antriebs im Trail schätzen. LiveWire wird die Entwicklung mit eigenen Ingenieurkapazitäten und dem Harley-Davidson-Produktionsnetzwerk beschleunigen. Colin Godby, CEO von Dust Moto, bleibt im kombinierten Unternehmen. Details zur Markteinführung sollen in H2 2026 folgen.

 

ℹ️ LiveWire in Europa: Der LiveWire One war bis 2026 in Deutschland für 14.790 Euro erhältlich. Händlernetz begrenzt. Das neue Elektro-Dirtbike dürfte primär den US-Markt adressieren — Europa-Einführung hängt von Zulassung und Händlerstruktur ab.

 

 

[MARKT | AKTION] – QJMotor: 4 Jahre Garantie bis 31. Dezember 2026 – was dahintersteckt

 

Was die Aktion ist: QJMotor hat über die KSR Group (der europäische Importeur) seit dem 5. Mai 2026 eine Garantieerweiterung aktiv: Beim Kauf ausgewählter QJMotor ATVs wird die Garantiezeit auf insgesamt vier Jahre verlängert, wenn das Fahrzeug bis zum 31. Dezember 2026 zugelassen und die Garantie aktiviert wird. Normalerweise gewährt QJMotor drei Jahre Werksgarantie ohne Kilometerlücke.

 

Wichtige Klarstellung: Die 4-Jahres-Garantie gilt NICHT für Motorräder, sondern für ausgewählte ATVs (All Terrain Vehicles). Der Aktionszeitraum läuft vom 5. Mai bis 31. Dezember 2026. Bei Motorrädern und Rollern von QJMotor bleiben es drei Jahre Werksgarantie ohne Kilometerlücke.

 

Garantieübersicht Motorrad-Marken 2026 – Deutschland

 

Zero Motorcycles 5 Jahre inkl. Akku — ab Jahrgang 2024

Kawasaki 4 Jahre — seit 2023

MV Agusta 4 Jahre — seit Baujahr 2023 — plus unbefristete Pannenhilfe

Suzuki 4 Jahre — „Suzuki Pro Garantie“ ab 300 ccm — bis 80.000 km

Triumph 4 Jahre — Deutschland und Österreich

Royal Enfield 3 Jahre — inkl. Pannenhilfe

QJMotor (Motorräder) 3 Jahre — ohne Kilometerbegrenzung

QJMotor ATVs (Aktion) 4 Jahre — bei Zulassung bis 31.12.2026

Voge 3 Jahre — ab März 2026 — begrenzt auf 40.000 km

Yamaha 2 Jahre

BMW Motorrad 2 Jahre gesetzlich — zzgl. Änderungen optional

Honda 2 Jahre gesetzlich

Ducati 2 Jahre gesetzlich

 

Was die Garantie-Debatte zeigt: Dass QJMotor als chinesische Marke drei Jahre Garantie ohne Kilometerlücke anbietet, ist kein Zufall. Es ist eine direkte Antwort auf das Vertrauensdefizit, das chinesische Motorradmarken im europäischen Markt noch immer haben. Yamaha bietet bei seinen Motorrädern standardmäßig nur zwei Jahre. QJMotor übertrifft damit Yamaha, Honda und Ducati bei der reinen Garantielaufzeit. Natürlich ist eine Garantie nur so gut wie das Händlernetz dahinter – und dort holt QJMotor mit rund 60 offiziellen Partnern in Deutschland langsam auf.

 

ℹ️ QJMotor Deutschland 2026: Top-Seller SRK 500 (48 PS, A2, ca. 5.499 €) und SRK 700 (75 PS, ca. 6.999 €). Ca. 60 offizielle Händler. KSR Group/Österreich als Importeur. Modelle: SRK-Reihe 125–921 ccm, SRV Adventure, SVT Supermoto.

 

 

[UPDATE | PRIO 1] – Honda CB1000 Hornet Rückruf – Stand 21. Mai 2026

 

⚠️ Zwei parallele Rückrufe CB1000 Hornet aktiv. FIN-Check: honda.de. Ölstand alle 500 km per Peilstab.

 

Rückruf 3 (Benzinschlauch): 2.583 DE — läuft. Rückruf 1 (Ölverbrauch): August 2026. CB1000F + CB1000GT: Sommer 2026. Harley Airbox (26V270): KBA DE ausstehend.

 

 

NOCH IM RADAR

MotoGP Mugello: 30. Mai–1. Juni — Márquez-Comeback-Ziel.

 

Ducati Desmo450 EDS: Premiere 9. Juni — jetzt vorbestellbar.

 

BMW R20: Serienenthüllung wahrscheinlich 2026 — spätestens 2027.

 

Kawasaki Days: 6./7. Juni 2026 — Eventpark Grefrath.

 

Suzuki SV-7GX: Pressefahrt Mitte Juni 2026.

 

FAZIT: MOTO-NEWS VOM 21. MAI 2026

Drei Meldungen, die zeigen, wohin sich der Motorradmarkt 2026 bewegt. Norton beweist, dass ein Superbike mehr sein kann als eine Rundenzeit-Maschine – und dass Handarbeit in Solihull einen Preis hat, der gerechtfertigt scheint. LiveWire macht den einzig logischen Schritt: Offroad. Denn dort wächst der E-Markt tatsächlich. Und QJMotor zeigt, dass chinesische Hersteller den Vertrauensaufbau ernst nehmen – mit Garantiezeiten, die europäische Traditionsmarken übertreffen. Das Jahr 2026 ist ein Jahr der Grenzverschiebungen.

Back to the news overview