Test Suzuki Burgman 400 (2026)

Der Drehmoment-Büffel unter den Maxi-Scootern – 35 Nm, 42 Liter Stauraum, 8.500 Euro

Der Burgman 400 ist das Original des modernen Großrollers und er macht auch 2026 keinen Hehl daraus: 400 cm³, 35,2 Nm bei gut 4.900/min, massiver verwindungssteifer Rahmen, komfortstark gepolsterte Sitzbank, 42 Liter Staufach. Mehr Hubraum und Drehmoment als Yamaha Xmax300 und Honda Forza 350, dafür auch 218 Kilogramm Kampfgewicht und ein höherer Preis. Das MY2026-Update beschränkt sich auf drei neue Farben, Euro 5+ und eine verfeinerte Schalldämpferabdeckung.

Stand: 18.4.2026 | Modell: Suzuki Burgman 400 (MY2026; technisch unverändert, neue Farben + Euro 5+) | Preis: 8.500 Euro (UVP DE zzgl. Überführungskosten)

Konzept: Seit 1998 das Original, seit 2017 deutlich sportlicher – und 2026 technisch unverändert

Der Burgman 400 hat den Trend zum hubraumstarken Tourenroller begründet und das Segment geprägt wie kein anderes Modell. Das 2017er Neu-Design war das bisher tiefgreifendste: neuer Rahmen, Gewichtsreduktion, 15-Zoll-Vorderrad statt 14-Zoll, strafferes Fahrwerk, schlankeres Heck (auf Kosten des Staufachs, von über 60 auf 42 Liter). Seitdem setzt Suzuki konsequent auf Kontinuität. Das MY2026-Update fällt entsprechend kompakt aus: drei neue Farben (Pearl Mat Shadow Green, Metallic Reflective Blue, Metallic Mat Black No.2), überarbeitete Schalldämpferabdeckung und Euro 5+-Abstimmung. Preis: 8.500 Euro, 100 Euro mehr als im Vorjahr (plus Nebenkosten).

Motor: 400 cm³ DOHC, 30 PS, 35,2 Nm – das meiste Drehmoment in der 300er/400er-Mittelklasse

Der flüssigkeitsgekühlte DOHC-Einzylinder mit 400 cm³ leistet 30 PS bei 6.300/min und stellt sein maximales Drehmoment von 35,2 Nm bereits bei 4.900/min bereit. Damit hat der Burgman gegenüber dem Yamaha Xmax 300 (29 Nm) und dem Honda Forza 350 (32 Nm) die Nase vorn. Zwei Iridium-Zündkerzen sollen Verbrennungsgeschwindigkeit und Effizienz verbessern. Ordentlicher Durchzug, ein wahrer Drehmoment-Büffel. Das CVT läuft unauffällig und leise. Traktionskontrolle ist serienmäßig, sinnvoll bei 35 Nm an einem 13-Zoll-Hinterrad bei Nässe.

Fahrwerk: 41-mm-Telegabel, 15-Zoll vorn, 7-fach verstellbares Federbein – mehr Dynamik als der Ruf vermuten lässt

Der massive, verwindungssteife Stahlrahmen ist ein wesentliches Burgman-Merkmal – er trägt maßgeblich zum Gewicht von 218 kg bei, sorgt aber gleichzeitig für hohe Fahrstabilität. Das Fahrwerk mit 41-mm-Telegabel (110 mm Federweg) und dem hinteren Monofederbein (7-fach verstellbare Vorspannung) ist ein gelungener Kompromiss aus Komfort und Dynamik. Souverän auch bei groben Fahrbahnfehlern, aber stabil und straff genug für eine ambitioniertere Fahrweise. Die Bremsen – 260-mm-Doppelscheibe vorn, 210-mm-Scheibe hinten – arbeiten effizient, verlangen vorn aber kräftigen Zug am nicht verstellbaren Hebel. Manche Fahrer kritisieren das spät einsetzende ABS.

Was viele Interessenten überrascht: Der Burgman ist handlicher als erwartet. Die Lenkerbreite holt sich zurück, was die Dimensionen nicht vermuten lassen – Direktheit und Agilität im Stadtverkehr. Der lange Radstand bringt auf der Landstraße viel Ruhe und Stabilität.

Ergonomie: 755 mm Sitzhöhe, 42 Liter Staufach, Lendenstütze – komfortabel, aber Handschuhfächer nicht abschließbar

755 mm Sitzhöhe ist für einen Großroller dieser Klasse sehr niedrig und macht den Bodenkontakt für kleinere Fahrer einfach. Die Sitzbank ist 20 mm dicker als beim Vorgänger gepolstert und hat eine einstellbare Lehne (15 oder 30 mm). Im tiefen Sattel dominiert eine bequeme Haltung mit viel Langstreckenkomfort dank angenehmer Lendenstütze. Das 42-Liter-Staufach unter der Sitzbank fasst einen Integralhelm plus Regenzeug; optional gibt es ein 47-Liter-Topcase. Der Windschild ist fest montiert und nicht verstellbar.

Wiederkehrender Kritikpunkt: Die zwei Handschuhfächer im Cockpitbereich sind groß genug für den Alltag, aber nicht abschließbar. Das Analoginstrument mit LCD-Einsatz ist gut ablesbar, wirkt aber gegenüber TFT-Cockpits der Konkurrenz überholt. Konnektivität fehlt: kein Bluetooth, kein Garmin, kein Smart Key.

Kosten: 8.500 Euro – der teuerste in der Klasse, mit dem größten Motor und 4 Jahren Garantie

8.500 Euro ohne Nebenkosten positionieren den Burgman 400 deutlich über seinen nächsten Mitbewerbern: Yamaha Xmax 300 ab 6.899 Euro, Honda Forza 350 ca. 7.800 Euro. Der Aufpreis kauft vor allem mehr Hubraum, mehr Drehmoment und ein robusteres, stabiles Fahrwerk – aber keine moderne Konnektivität, kein TFT und keinen Smart Key. Suzuki bietet 4 Jahre Garantie, was langfristig kostenrelevant ist.

Der Burgman richtet sich an Fahrer, die Wert auf bewährte Technik, Robustheit und das meiste Drehmoment in der Klasse legen – und denen TFT-Display, Garmin-Navigation und Bluetooth weniger wichtig sind als souveräner Vortrieb und komfortabler Langstreckeneinsatz. Wer das Gegenteil priorisiert, greift zum günstigeren und technologisch moderneren Xmax 300.

Fazit

Der Burgman 400 ist 2026 technisch das, was er seit dem letzten großen Redesign 2017 ist: ein solider, zuverlässiger Tourenroller mit dem besten Drehmoment der Klasse, hohem Komfort und einer Robustheit, die seinen treuen Kunden wichtiger ist als jährliche Feature-Updates. Das ist sein Stärke und seine Schwäche zugleich. Wer moderne Konnektivität und ein smartes Cockpit sucht, muss woanders schauen. Wer verlässliche Touren-Substanz will, findet sie hier.

 

Kurzcheck

 

+ 35,2 Nm bei 4.900/min: bestes Drehmoment in der 300er/400er-Mittelklasse; Drehmoment-Büffel

+ Robuster, verwindungssteifer Rahmen: hohe Fahrstabilität, ausgeprägter Geradeauslauf

+ 755 mm Sitzhöhe: niedrig für diese Klasse; guter Bodenkontakt auch für kürzere Fahrer

+ Sitzbank mit Lendenstütze und einstellbarer Lehne: viel Langstreckenkomfort

+ 42 Liter Staufach (Integralhelm + Regenzeug); optionales 47-Liter-Topcase verfügbar

+ ABS + Traktionskontrolle serienmäßig; DOHC-Motor mit zwei Iridium-Zündkerzen

+ Überraschend handlich: Lenkerbreite kompensiert die Masse

+ 7-fach verstellbares Federbein hinten: abstimmbar auf Beladung und Fahrstil

+ 4 Jahre Garantie

+ Euro 5+ seit MY2026; solide Preisstabilität auf dem Gebrauchtmarkt

 

218 kg: schwerstes Modell der Mittelklasse; Yamaha Xmax 300 mit 183 kg deutlich leichter

8.500 Euro: teuerster der Klasse – kein TFT, kein Bluetooth, kein Smart Key, kein Navi für diesen Preis

Handschuhfächer nicht abschließbar

Windschild fest montiert, nicht verstellbar

Bremshebel vorn nicht verstellbar; ABS setzt spät ein

Kein TFT-Cockpit, keine Konnektivität, kein Smart Key: Konkurrenz klar moderner aufgestellt

MY2026 nur neue Farben und Euro 5+: keine technischen Neuheiten

 

 

Technische Daten: Suzuki Burgman 400 (2026)

 

Marke / Modell: Suzuki Burgman 400 (AN400D); seit 1998; aktuelles Redesign seit 2017; MY2026 technisch unverändert

Motor: Einzylinder DOHC 4-Takt flüssigkeitsgekühlt, 400 cm³; 2 Iridium-Zündkerzen; Einspritzung; CVT stufenlos; Euro 5+

Leistung: 30 PS (22 kW) bei 6.300/min

Drehmoment: 35,2 Nm bei 4.900/min

Fahrwerk vorn: Telegabel 41 mm; 110 mm Federweg; 15-Zoll-Rad; 260 mm Doppelscheibe (Doppelkolben-Schwimmsattel); ABS

Fahrwerk hinten: Monofederbein; 7-fach verstellbare Vorspannung; 13-Zoll-Rad; 210 mm Scheibe; ABS

Elektronik: ABS + Traktionskontrolle serienmäßig

Reifen: 120/70-15 vorne / 150/70-13 hinten

Cockpit: Analoginstrument mit LCD-Einsatz; gut ablesbar; kein TFT, kein Bluetooth, kein Smart Key

Staufach: 42 Liter unter Sitzbank (Integralhelm + Regenzeug); 2 nicht abschließbare Handschuhfächer; optionales Topcase 47 Liter

Sitzbank: 20 mm dicker gepolstert (seit 2017); einstellbare Lehne 15 oder 30 mm; Lendenstütze

Windschild: Fest montiert, nicht verstellbar

Gewicht: 218 kg vollgetankt

Sitzhöhe: 755 mm

Tank: 13,5 Liter; Reichweite über 300 km

Verbrauch: ca. 3,6 l/100 km

MY2026-Änderungen: 3 neue Farben (Pearl Mat Shadow Green, Metallic Reflective Blue, Metallic Mat Black No.2); neue Schalldämpferabdeckung; Euro 5+

Preis (D): 8.500 Euro (zzgl. Überführungskosten), 4 Jahre Garantie