Test Suzuki DR-Z4S (2026)

398 cm³ Dual-Sport-Enduro, Gravel-Modus, voll abschaltbares ABS – Preis gesenkt auf 8.999 Euro

20 Jahre war die DR-Z4 in Deutschland nicht erhältlich. Die DR-Z4S bringt den Kultstatus der DR-Z400S in die Euro-5+-Ära: 398 cm³, Ride-by-Wire, vollständig abschaltbares ABS (vorn und hinten), Gravel-Traktionskontrolle, voll einstellbares KYB-Fahrwerk mit 280 mm Federweg, 151 kg. MY2026: technisch unverändert, Preis gesenkt von 9.699 auf 8.999 Euro.

Stand: 21.4.2026 | Modell: Suzuki DR-Z4S (seit MY2025; MY2026 technisch unverändert) | Preis: 8.999 Euro (zzgl. Nebenkosten, −700 Euro gegenüber MY2025) | Sitzhöhe: 920 mm | Gewicht fahrfertig: 151 kg

 

Comeback: 20 Jahre Pause, dann ein konsequentes Update – kein Retro-Aufguss

Von 2000 bis 2005 war die DR-Z400S in Deutschland erhältlich, dann verschwand sie vom europäischen Markt. Anderswo lief sie nahezu unverändert weiter. Modelljahr 2025: Neubeginn als DR-Z4S – mit Benzineinspritzung, Ride-by-Wire, ABS, Traktionskontrolle, Gravel-Modus und komplett neuer Elektronik.

Der Grundcharakter der DR-Z bleibt: leicht, einfach zu bedienen, vielseitig. Urteil zum Modell: kein seichter Retro-Aufguss, sondern eine konsequent modernisierte Weiterentwicklung eines bewährten Konzepts.

Das Modelljahr 2026 ist technisch identisch mit MY2025. Farben unverändert. Die wichtigste Änderung ist der Preis: 8.999 Euro statt 9.699 Euro – eine Senkung um 700 Euro. Hintergrund: Suzuki Deutschland hatte 2025 mit einem starken Rückgang der Neuzulassungen zu kämpfen. Branchenbeobachter führten das u. a. auf zu hohe Preise zurück. Der neue UVP macht die DR-Z4S wettbewerbsfähiger.

Motor: 398 cm³ DOHC-Einzylinder mit Dual Spark und Titan-Einlassventilen

Der flüssigkeitsgekühlte Einzylinder mit 398 cm³, DOHC-Zylinderkopf und Trockensumpfschmierung leistet 38 PS (28 kW) bei 8.000/min und 37 Nm bei 6.500/min. Titan-Einlassventile, Natrium-Hohlventile (Auslass) und ein SCEM-Zylinder (Suzuki Composite Electrochemical Materials) sorgen für Haltbarkeit und Effizienz. Dual-Spark: zwei Iridiumzündkerzen verbessern die Verbrennung, stabilisieren den Leerlauf und erleichtern den Kaltstart. Ride-by-Wire mit 42-mm-Drosselklappe und 10-Loch-Einspritzdüse.

5-Gang-Getriebe mit SCAS (Assist- und Slipperkupplung). Die Kupplung lässt sich sehr fein mit nur einem Finger dosieren. Die neue Gasregelung ermöglicht feinfühlige Kraftübertragung bei hoher Kontrolle. Verbrauch: ca. 3,5 l/100 km. Mit 8,7 l-Tank sind rund 248 km Reichweite möglich.

Fahrwerk: KYB voll einstellbar, 280 mm Federweg, 151 kg – das leichteste seiner Klasse

Stahl-Doppelschleifen-Brückenrahmen mit Alu-Heckrahmen, der Motor dient als tragendes Rahmenelement. KYB USD 46 mm voll einstellbar (Druck, Zug, Vorspannung) mit 280 mm Federweg vorn. KYB Zentralfederbein voll einstellbar mit 296 mm Federweg hinten, progressive Anlenkung über Alu-Schwinge.  Die Gabel spricht sensibel an, gibt feines Feedback über Bodenunebenheiten. Sie macht die DR-Z4S gutmütig und berechenbar – ideal für Fahrer mit Offroad-Ambitionen ohne Profi-Erfahrung.

Bremsen: 270 mm Vorderradscheibe mit 4-Kolben-Sattel, 240 mm Hinterradscheibe; ABS serienmäßig und vollständig abschaltbar – vorn UND hinten. Das ist das erste Suzuki-Serienmodell überhaupt mit komplett abschaltbarem ABS. 21-Zoll-Vorderrad; 18-Zoll-Hinterrad; IRC GP-410 Dual-Purpose-Reifen. 151 kg fahrfertig –vergleichsweise leicht. Radstand 1.495 mm, Sitzhöhe 920 mm.

Ergonomie: 920 mm Sitzhöhe, aktive Offroad-Position, angepasster Lenker

920 mm Sitzhöhe: Das ist Enduro-Territorium und nicht für kurzbeinige Fahrer konzipiert. Die Lenkergriffe wurden bei der DR-Z4S 28 mm höher und 2 mm weiter vom Fahrer positioniert, die Fußrasten 7 mm tiefer und 23 mm weiter nach hinten. Ergebnis: aufrechte Sitzposition für stehende wie sitzende Fahrweise; gute Kontrolle auf Offroad-Pisten und wenig Ermüdung auf längeren Fahrten. Für Fahrer bis ca. 1,85 m passt der Lenker gut, darüber hinaus kann er als zu niedrig empfunden werden – mit Zubehör aber einfach anpassbar.

Cockpit: LC-Display (kein TFT); zeigt Gangposition, Kraftstoffstand, Tageskilometer und aktiven S.I.R.S.-Modus. LED-Beleuchtung vollständig. Kein Bluetooth, kein USB serienmäßig (Zubehör erhältlich).

Elektronik: Gravel-Modus der Traktionskontrolle – das entscheidende Alleinstellungsmerkmal

Das S.I.R.S.-Paket der DR-Z4S umfasst: SDMS mit 3 Fahrmodi (A/B/C, unterschiedliche Gasannahme); STCS Traktionskontrolle 4-stufig – 2 Straßenmodi, Gravel-Modus, vollständig abschaltbar; Ride-by-Wire; vollständig abschaltbares ABS (vorn und hinten separat oder gemeinsam); Easy Start. Erstmals erhält eine DR-Z das vollständige S.I.R.S.-System überhaupt.

Der Gravel-Modus ist die technische Highlight-Funktion. Anders als bei manchen anderen Herstellern regelt dieser Modus nicht vorschnell ab, sondern lässt bewusst Schlupf zu. Auf rutschigem Schotter, feuchtem Waldboden oder beim Hangauffahren greift die Regelung spät, aber effizient. Das Ergebnis: weniger Konzentration auf Traktionsmanagement, mehr auf Linienwahl und Blickführung. Bisher waren alle Fahrer von der Praxistauglichkeit überrascht.

MY2026: DR-Z4S+ als neues Schwestermodell

Für MY2026 hat Suzuki in den USA (und teilweise in DE) die DR-Z4S+ angekündigt: technisch identisch mit der DR-Z4S, serienmäßig aber mit Alu-Unterfahrschutz, Handprotektoren und Bremsscheibenschutz vorn und hinten ausgestattet. Diese Zubehörteile schützen wichtige Komponenten beim Offroad-Einsatz. Suzuki Deutschland hat das Modell angekündigt, ein offizieller Preis für Deutschland war bei Redaktionsschluss noch nicht kommuniziert.

Kosten: 8.999 Euro – nach Preissenkung ein faireres Angebot im Dual-Sport-Segment

8.999 Euro (-700 Euro gegenüber MY2025) plus Nebenkosten ist für ein 38-PS-Dual-Sport-Motorrad mit voll einstellbarem KYB-Fahrwerk, Gravel-TC, vollständig abschaltbarem ABS, SCAS und Dual Spark ein marktgerechtes Angebot. KTM 390 Enduro R ab ca. 7.900 Euro (45 PS, weniger Drehmoment-Charakter). Honda CRF300L ab ca. 6.500 Euro (27 PS, ohne TC). Royal Enfield Himalayan 452 ab ca. 6.000 Euro (40 PS, eher Reiseenduro).

Die DR-Z4S ist als vollwertiges Dual-Sport-Motorrad mit straßenzugelassenem Offroad-Anspruch in einer Nische positioniert, für die es wenig direkte Konkurrenz gibt.

Fazit

Die DR-Z4S ist kein Kompromiss. Sie ist ein klar positioniertes Dual-Sport-Motorrad für Fahrer, die sowohl auf der Straße als auch im Gelände unterwegs sind – ohne Hardenduro-Ambitionen, aber mit echtem Offroad-Anspruch. 151 kg, 280 mm Federweg, Gravel-TC, vollständig abschaltbares ABS, Dual Spark. Das 5-Gang-Getriebe und die Serienbereifung begrenzen das Geländepotenzial nach oben. Der Preis von 8.999 Euro ist jetzt richtig.

 

Kurzcheck

 

+ 398 cm³ DOHC mit Dual Spark, Titan-Einlassventilen, Ride-by-Wire und 10-Loch-Einspritzung

+ KYB USD 46 mm voll einstellbar; 280 mm Federweg vorn; 296 mm hinten: Fahrwerk auch für anspruchsvollere Trails ausreichend

+ Gravel-Modus der Traktionskontrolle: lässt bewusst Schlupf zu; regelt spät, aber effizient

+ Vollständig abschaltbares ABS (vorn UND hinten): erstes Suzuki-Serienmodell überhaupt; essenziell für Offroad

+ 151 kg fahrfertig: im Dual-Sport-Segment ausgesprochen leicht

+ SCAS: Kupplung mit einem Finger dosierbar; feinfühlige Kraftübertragung

+ 3 Fahrmodi; 8.999 Euro MY2026: −700 Euro gegenüber Vorjahr; Preis jetzt marktgerecht

+ 20 Jahre Pause – Neubeginn als konsequente Modernisierung, kein Retro-Aufguss

 

5-Gang-Getriebe: im schweren Gelände wäre kürzerer 1. Gang und auf Landstraße ein längerer 6. Gang wünschenswert

IRC-Serienbereifung: klarer Schwachpunkt auf nassem Waldboden und losem Untergrund; Ersatz-Reifen empfohlen

920 mm Sitzhöhe: nicht für kurzbeinige Fahrer geeignet

Kein TFT, kein Bluetooth, kein USB serienmäßig

8,7 l-Tank: rund 248 km Reichweite; für lange Touren knapp

Kein 6-Gang-Getriebe: auf der Autobahn dreht der Motor hoch; Vibrationen am Lenker spürbar

 

 

Technische Daten: Suzuki DR-Z4S (2026)

 

Marke / Modell: Suzuki DR-Z4S; seit MY2025 (Neuauflage nach 20 Jahren); MY2026 technisch unverändert

Motor: Einzylinder DOHC flüssigkeitsgekühlt, Trockensumpf, 398 cm³ (Bohrung 90,0 mm / Hub 62,6 mm); Ride-by-Wire; 42-mm-Drosselklappe; 10-Loch-Einspritzung; Dual Spark (2 Iridiumzündkerzen); Titan-Einlassventile; SCEM-Zylinder; 5-Gang; SCAS; Kette; Euro 5+

Leistung: 38 PS (28 kW) bei 8.000/min

Drehmoment: 37 Nm bei 6.500/min

Rahmen: Stahl-Doppelschleifen-Brückenrahmen; Alu-Heckrahmen; Motor als tragendes Element; Alu-Schwinge

Gabel: KYB USD 46 mm; voll einstellbar (Druck + Zug + Vorspannung); 280 mm Federweg

Federbein: KYB Zentralfederbein; voll einstellbar; progressive Anlenkung; 296 mm Federweg

Bremsen vorn: 270 mm Scheibe; 4-Kolben-Sattel; ABS (abschaltbar)

Bremse hinten: 240 mm Scheibe; ABS (abschaltbar); erstes Suzuki-Serienmodell mit komplett abschaltbarem ABS vorn und hinten

Elektronik (S.I.R.S.): SDMS 3 Fahrmodi (A/B/C); STCS 4-stufig (2 Straßenmodi + Gravel-Modus + AUS); Ride-by-Wire; ABS voll abschaltbar (vorn + hinten); Easy Start

Cockpit: LC-Display; Gangposition, Kraftstoffstand, Tageskilometer, S.I.R.S.-Modus; kein TFT, kein Bluetooth

Reifen: IRC GP-410 Dual Purpose; 80/100-21 vorn / 120/80-18 hinten

Gewicht: 151 kg vollgetankt

Sitzhöhe: 920 mm

Radstand / Geometrie: 1.495 mm; Lenkkopfwinkel 64,5°; Nachlauf 107 mm

Tank / Reichweite: 8,7 Liter; ca. 3,5 l/100 km; ca. 248 km Reichweite

MY2026-Änderungen: Preis gesenkt: 8.999 Euro (vorher 9.699 Euro, −700 Euro). Technisch unverändert. Neu: DR-Z4S+ mit Alu-Unterfahrschutz, Handprotektoren und Bremsscheibenschutz serienmäßig (DE-Preis bei Redaktionsschluss nicht kommuniziert)

Farben: Champion Yellow No. 2/Solid Special White No. 2; Solid Iron Gray

Preis (D): 8.999 Euro (zzgl. Nebenkosten)