Test Yamaha MT-07 (2026)

689 cm³ CP2-Motor, neue USD-Gabel, Ride-by-Wire, optionales Y-AMT – Europas meistverkauftes Mittelklasse-Naked Bike ab 8.524 Euro

Die MT-07 ist seit 2014 Europas Naked-Bike-Bestseller und 2025 vollständig neu aufgelegt – mit neuer USD-Gabel, Ride-by-Wire, 3 Fahrmodi, TC, 5-Zoll-TFT, SpinForged-Felgen, Slipper-Kupplung und optional dem Y-AMT-Automatikgetriebe. MY2026: technisch unverändert. Ab 8.524 Euro.

Stand: 21.4.2026 | Modell: Yamaha MT-07 (4. Generation, eingeführt MY2025; MY2026 technisch unverändert) | Preis: 8.524 Euro (Schaltversion, UVP DE zzgl. Nebenkosten; mit Y-AMT: 9.024 Euro) | Standgeräusch: unter 95 dB(A) – nicht von Tiroler Fahrverboten betroffen

 

Generation 4: Die größte Überarbeitung seit der Markteinführung

Seit 2014 steht die MT-07 in den Top 5 der deutschen Neuzulassungsstatistik. 2025 rollt die vierte Generation aus Japan – mit dem bis dato größten technischen Update. Was sich ändert: USD-Gabel anstelle der konventionellen Telegabel (frühere Generationsschwachstelle), Ride-by-Wire (YCC-T) ermöglicht erstmals 3 Fahrmodi und Traktionskontrolle, 5-Zoll-TFT mit Bluetooth und Navigation, SpinForged-Felgen (480 g leichter), neue Alu-Druckguss-Gabelbrücke (42% leichter als vorher), Slipper-Kupplung serienmäßig, neue Stahlschwinge, Lenker 18 mm breiter und 22 mm tiefer positioniert, Fußrasten 10 mm tiefer.

Die neue MT-07 fährt in jedem Belang besser, stabiler – das Gabelupgrade war wichtig. Modelljahr 2026: Yamaha hat keine technischen Änderungen kommuniziert. Die vierte Generation läuft unverändert weiter. Preise bleiben identisch mit MY2025: 8.524 Euro (Schaltversion), 9.024 Euro (mit Y-AMT).

Motor: CP2 689 cm³, 73 PS, 67 Nm – durchzugsstark, charaktervoll, kein Vergleich mit 73-PS-Motoren anderer Hersteller

Der Reihenzweizylinder Typ CP2 mit 270° Hubzapfenversatz: 689 cm³, 73,4 PS (54 kW) bei 8.750/min und 67 Nm bei 6.500/min. Euro 5+. Was auf dem Papier bescheiden klingt, ist in der Realität eines der begeisterndstenTriebwerke der Mittelklasse. Durchzugstärke, Drehfreude, Laufruhe, Charakter – ein Genuss. Weil er bei mittleren Drehzahlen schon durchzugsstark ist, zählt er weiterhin zu den angenehmsten Motoren der Dreiviertelliterklasse.

Neu seit Modelljahr 2025: Ride-by-Wire (YCC-T) ermöglicht 3 Fahrmodi (Street/Sport/Custom) und Traktionskontrolle serienmäßig. Ansauggeräusch wird über vier Schlitze in der Tankverkleidung zum Fahrer geleitet – Sound-Engineering ohne Aufpreis. Slipper-Kupplung (SCAS) serienmäßig; Quickshifter als Zubehör nachrüstbar. 10–20 PS Leistungsrückstand auf die Konkurrenz, aber der CP2-Motor ist trotzdem ein Garant für Fahrspaß und ein breites Grinsen unterm Helm.

Fahrwerk: Neue USD-Gabel – das zentrale Upgrade der vierten Generation

Das große Fahrwerk-Upgrade ist die neue 41-mm-USD-Gabel (vorher: konventionelle Teleskopgabel). Die Rückmeldung ist auf den Punkt, das Gefühl fürs Dunlop-bereifte Vorderrad ausgezeichnet. Nicht einstellbar – aber für ein Mittelklasse-Leichtgewicht wie die MT-07 auch nicht nötig. Das hintere Federbein ist in Vorspannung und Zugstufendämpfung einstellbar. Federwege vorn und hinten: je 130 mm. Neue Stahlschwinge, neue Alu-Gabelbrücke.

Bremsen: 4-Kolben radial montiert; 2×298 mm vorn; ABS serienmäßig. Kein Kurven-ABS; keine IMU. Das ist der einzige Bereich, in dem die MT-07 gegenüber teureren Wettbewerbern klar zurückliegt. SpinForged-Felgen: 480 g leichter als Vorgänger; Dunlop Sportmax Q5A serienmäßig. Radstand 1.400 mm; Lenkkopfwinkel 65,5°; Nachlauf 90 mm.

Ergonomie: 805 mm Sitzhöhe, aktuelle Sitzposition – besser als alle Vorgänger

805 mm Sitzhöhe; 183 kg fahrfertig. Der Lenker ist 18 mm breiter und 22 mm tiefer und 9 mm weiter hinten angeordnet als beim Vorgänger, die Fußrasten 10 mm tiefer. Das Ergebnis ist eine fahraktivere, vorderradorientierte Sitzposition, besser ist als alle bisherigen MT-07-Generationen. Die schmalere Tankverkleidung verbessert den Knieschluss. Sie ist nicht das sportlichste Motorrad, aber ein leicht zu beherrschendes Allroundmotorrad.

Cockpit: 5-Zoll-TFT (vier Darstellungsansichten); Bluetooth; MyRide-App; Navigation via Garmin StreetCross kostenfrei; 5-Wege-Joystick für einfache Bedienung; selbstrückstellende Blinker serienmäßig (neu). Keine Heizgriffe serienmäßig. Kein Tempomat bei der Schaltversion (nur Y-AMT).

Y-AMT: Das optionale Automatikgetriebe – 500 Euro Aufpreis, kein Kupplungshebel

Die Y-AMT-Version verzichtet komplett auf Kupplungshebel und Schalthebel. Stattdessen: Schaltwippen am linken Lenker für manuelle Gangwechsel; Automatikmodus D (normaltourig) und D+ (höhertourig). Insbesondere bei weniger engagierter Fahrt – Stadt oder Ausflug – kann die Automatikfunktion punkten. Tempomat ist bei Y-AMT serienmäßig. Gewicht Y-AMT: 183 kg fahrfertig (identisch mit Schaltversion). Standgeräusch Y-AMT: 91 dB(A) – unter Tiroler Grenze.

Ob man das optionale Y-AMT wählen sollte, sollte man unbedingt selbst im Rahmen einer Probefahrt ausprobieren – der Aufpreis ist human. Das Y-AMT-Getriebe kann entweder manuell mit einem Fingertipp geschaltet werden oder schaltet nach Knopfdruck automatisch. Der Charakter des CP2-Motors bleibt dabei vollständig erhalten.

Kosten: 8.524 Euro – das Preis-Leistungs-Argument, das die MT-07 seit 2014 trägt

8.524 Euro sind nur 150 Euro mehr als das deutlich schlechter ausgestattete Vorgängermodell. Ihr Geld wert ist die MT-07 nach wie vor. Die Lücke zur Konkurrenz hat sie geschlossen, technisch ist sie eine Speerspitze. Zum Vergleich: Kawasaki Z 650 (7.770 Euro, 68 PS, ohne TFT); Honda CB 650 R (ca. 10.000 Euro, 95 PS, Vierzylinder, E-Clutch); Triumph Trident 660 (ca. 8.500 Euro, 81 PS). Die MT-07 schlägt mit ihrem Preis, dem Charakter des CP2 und der Ausstattungstiefe alle drei in puncto Preis-Leistung.

Fazit

Die MT-07 ist 2026 das, was sie immer war – nur besser. USD-Gabel, Ride-by-Wire, TFT, 3 Fahrmodi, TC, SpinForged-Felgen, Slipper-Kupplung: Die vierte Generation hat alle bekannten Schwachstellen der Vorgänger adressiert, ohne den Charakter zu verändern. Gerne fällt der Spruch: „Mehr Motorrad braucht eigentlich kein Mensch!“ Das Fazit bleibt 2026 gültig.

 

Kurzcheck

 

+ CP2-Motor: Durchzugstärke, Drehfreude, Laufruhe, Charakter – ein Genuss und Garant für Fahrspaß

+ Neue USD 41 mm Gabel: Rückmeldung auf den Punkt, Gefühl fürs Vorderrad ausgezeichnet; Gabel-Upgrade war wichtig

+ Ride-by-Wire, 3 Fahrmodi (Street/Sport/Custom), TC serienmäßig (alles neu ab MY2025)

+ 5-Zoll-TFT, Bluetooth, MyRide-App, Garmin-Navigation kostenfrei eingebunden

+ SpinForged-Felgen: 480 g leichter; selbstrückstellende Blinker; neue Slipper-Kupplung

+ 805 mm Sitzhöhe; 183 kg; Spreizung Anfänger–Profi größer als je zuvor

+ Optionales Y-AMT (+500 Euro): Automatik- oder Handschaltmodus; Tempomat inkl.: punktet im Stadtverkehr

+ 8.524 Euro: ihr Geld wert; Preis-Leistungs-Argument im Mittelklasse-Segment unübertroffen

+ Unter 95 dB(A): nicht von Tiroler Fahrverboten betroffen

 

Kein Kurven-ABS, keine IMU: 2026 klar hinter teurerer Konkurrenz (KTM 990, Aprilia Tuono 660)

USD-Gabel nicht einstellbar: sportlich orientierte Fahrer müssen zurückstecken oder Zubehör nachrüsten

10–20 PS weniger als leistungsstärkere Konkurrenz (Z 900, MT-09, CB 750 Hornet): spürbar beim harten Auswringen

Kein Tempomat bei Schaltversion (nur Y-AMT); keine Heizgriffe serienmäßig

Quickshifter nur als Zubehör nachrüstbar (nicht serienmäßig wie bei Konkurrenten der Preisklasse)

 

 

Technische Daten: Yamaha MT-07 (2026)

 

Marke / Modell: Yamaha MT-07; 4. Generation (eingeführt MY2025); MY2026 technisch unverändert

Motor: Reihenzweizylinder CP2, 689 cm³, 270° Hubzapfenversatz, flüssigkeitsgekühlt; Ride-by-Wire (YCC-T); 6-Gang; SCAS (Slipper-Kupplung); Kette; Euro 5+

Leistung: 73,4 PS (54 kW) bei 8.750/min

Drehmoment: 67 Nm bei 6.500/min

Vmax / Verbrauch: ca. 205–207 km/h; ca. 4,1–4,3 l/100 km; 14-L-Tank; ca. 320–340 km Reichweite

Rahmen: Stahl-Deltabox; Stahlschwinge (neu MY2025)

Gabel: USD 41 mm; nicht einstellbar; 130 mm Federweg

Federbein: Zentralfederbein; Vorspannung + Zugstufe einstellbar; 130 mm Federweg

Bremsen vorn: 4-Kolben radial; 2×298 mm; ABS (kein Kurven-ABS; keine IMU)

Bremse hinten: ABS

Elektronik (YRC): 3 Fahrmodi Street/Sport/Custom; TC serienmäßig; Ride-by-Wire; kein Kurven-ABS; keine IMU; kein Quickshifter serienmäßig

Cockpit: 5-Zoll-TFT; Bluetooth; MyRide-App; Garmin StreetCross kostenfrei; 5-Wege-Joystick; selbstrückstellende Blinker

Y-AMT (Option +500 Euro): Automatikgetriebe; kein Kupplungshebel, kein Schalthebel; Schaltwippen manuell; Modi D/D+; Tempomat inkl.; Standgeräusch 91 dB(A)

Reifen: Dunlop Sportmax Q5A; 120/70 ZR17 / 180/55 ZR17; SpinForged-Felgen (480 g leichter)

Gewicht: 183 kg vollgetankt

Sitzhöhe: 805 mm

Radstand / Geometrie: 1.400 mm; Lenkkopfwinkel 65,5°; Nachlauf 90 mm

Standgeräusch: unter 95 dB(A) (Schaltversion); 91 dB(A) Y-AMT; nicht von Tiroler Fahrverboten betroffen

Varianten: MT-07 (Schaltung): 8.524 Euro; MT-07 Y-AMT (Automatik): 9.024 Euro. A2-Version (35 kW) verfügbar

Preis (D): 8.524 Euro Schaltversion / 9.024 Euro Y-AMT