Test Zero DSR/X (2026)

225 Nm, 180 km/h, 290 km Stadt – die erste vollwertige Elektro-Reiseenduro

Z-Force 75-10X, 36 kW Dauerleistung / 75 kW Spitze, 225 Nm sofort, 180 km/h, 17,3 kWh (nutzbar 15,2), 290 km Stadt / 185 km kombiniert. Serienlader 6,6 kW (0–95% in 2 h). Showa-Volleinstellfahrwerk, 190 mm, 19/17-Zoll-Speichenräder, Pirelli Scorpion Trail II, 2× J.Juan-Radialzangen, Bosch MSC mit Offroad-Modi, Vehicle Hold, Tempomat, Heizgriffe. A-Führerschein. Kein Standgeräusch. Ab ca. 19.030 Euro.

Stand: 22.5.2026 | Modell: Zero DSR/X (2026; technisch unverändert seit Markteinführung 2023; Elektro-Reiseenduro); Hersteller: Zero Motorcycles Inc. (Santa Cruz, CA, USA) | Preis DE: ca. 19.030 Euro; Black-Forest-Edition ab ca. 26.500 Euro | Standgeräusch: entfällt (Elektro; kein Tirol-Fahrverbot) | Garantie: 5 Jahre Antrieb; 2 Jahre Fahrzeug (Zero-Standard)

 

Was die DSR/X ist: die erste Elektro-Reiseenduro, die diesen Namen verdient

2023 hat Zero Motorcycles ein Fahrzeug auf den Markt gebracht, das bis dahin nicht existierte: eine vollwertige Elektro-Reiseenduro. Nicht ein Elektromotorrad mit Enduro-Optik und Straßenreifen, sondern ein Fahrzeug mit 190 mm Federweg vorn und hinten, 19-Zoll-Speichenrädern mit Stollenreifen, 247 kg Leergewicht, 252 kg Zuladung und 225 Nm Drehmoment. Motorradonline hatte bei der Vorführung geschrieben: Zero hat ein neues Chassis, einen neuen Motor und den größten Akku konstruiert, den Zero je verbaut hat. Das war kein kleines Update, sondern ein neues Fahrzeug.

2026 ist das Fahrzeug technisch unverändert. Was sich verändert hat: der Marktpreis. 2023 kostete die DSR/X 26.550 Euro. Der aktuelle Marktdurchschnitt 2026 liegt bei ca. 19.030 Euro. Das ist ein Preisverfall von rund 7.000 Euro in drei Jahren – und gleichzeitig der Grund, warum das Fahrzeug jetzt kaufrelevant wird für eine Zielgruppe, die vor drei Jahren noch abgewinkt hätte.

Motor: 225 Nm, 75 kW Spitze – neue Motorgeneration

Z-Force 75-10X: der neue Motor, den Zero speziell für die DSR/X entwickelt hat. Derselbe 75-mm-Rotor wie die bekannten Z-Force-Motoren, aber mit 5 statt 3 Spulen und dichterem Wicklungspaket – mehr Kupfer im selben Gehäuse. Das Ergebnis: 225 Nm Drehmoment bei niedrigerer Maximaldrehzahl (6.500 statt 7.500/min). Die niedrigere Drehzahl macht den Motor leiser als alle vorherigen Zero-Motoren. Die höhere Drehmomentzahl macht ihn stärker. Dauerleistung: 36 kW / 48 PS – A-Schein erforderlich (36 kW liegt über der A2-Grenze). Spitzenleistung kurzfristig: 75 kW / ca. 102 PS.

180 km/h Vmax. Das ist Reiseenduro-Niveau. Eine KTM 890 Adventure fährt ähnlich schnell; die Zero DSR/X lautlos. Riemenantrieb, kein Getriebe, keine Kupplung. Wartungsintervall Riemen: alle 37.000 km. Bremsflüssigkeit: jährlich. Mehr gibt es nicht zu warten.

Akku: 17,3 kWh, 290 km Stadt, 185 km kombiniert

17,3 kWh nominale Akkukapazität, 15,2 kWh nutzbar. Neue Pouch-Zellentechnologie (Smartphone-ähnliche Flachzellen statt zylindrische Zellen): leichter, höhere Energiedichte. Laut Zero sind nach 1.500 Ladezyklen oder 391.000 km noch 80% der Kapazität verfügbar. Das ist eine Aussage über Lebensdauer, die bei Elektromotorrädern selten so konkret quantifiziert wird.

Stadtreichweite 290 km; kombiniert 185 km; Autobahn 137 km. Das ist realitätsnah formuliert: Zero hat alle drei Szenarien separat kommuniziert. Wer auf der Autobahn mit Richtgeschwindigkeit fährt, kommt 137 km weit – das ist der wichtigste Wert für Reisende. Optional: Power-Tank für ca. 3.500 Euro erweitert auf 20,9 kWh; Stadtreichweite dann 350 km, Autobahn 172 km. Einschränkung: Das Staufach in der Tankattrappe entfällt mit dem Power-Tank.

Laden: 6,6 kW serienmäßig – der entscheidende Unterschied zur Zero DS

Die DSR/X hat einen serienmäßigen Onboard-Lader mit 6,6 kW. Das ist mehr als das Doppelte des Zero-DS-Standards (3 kW). 0–95% an einer Wallbox oder öffentlichen Type-2-Ladesäule: 2 Stunden. Level-1 (Haushaltssteckdose): 10 Stunden. Optional: 6-kW-Schnelllademodul: 0–95% in 1 Stunde, Vollladung 1,6 Stunden. Das ist Reiseenduro-Ladeinfrastruktur: An einer öffentlichen 22-kW-Wallbox ist die DSR/X in 2 Stunden wieder einsatzbereit – Zeit genug für eine Mittagspause.

Fahrwerk: Showa 190 mm, volleinstellbar, Stahldoppelrohrrahmen

Showa 47-mm-USD Separate Function Cartridge Fork vorn, 190 mm Federweg, voll einstellbar (Federvorspannung, Druck- und Zugstufe). Showa 46-mm-Piggyback-Gasdruckfederbein hinten, 190 mm Federweg, voll einstellbar. Stahldoppelrohrrahmen, komplett neu konstruiert für die DSR/X – verstärkt gegenüber den anderen Zero-Modellen für Adventure-Einsatz und hohe Zuladung.

19-Zoll-Speichenräder vorn / 17-Zoll hinten. Pirelli Scorpion Trail II (120/70 ZR19 vorn; 170/60 ZR17 hinten). Optional: Gussfelgen. Lenkkopfwinkel 65 Grad; Nachlauf 109 mm: das ist sportlich für eine Reiseenduro dieser Größe und gibt der DSR/X ihr direktes Lenkgefühl. Bodenfreiheit: ausreichend für Schotterpisten; kein echtes Geländegefährt für schwieriges Terrain.

Bremsen: J.Juan-Radialzangen, Bosch MSC, Offroad-Modi, Vehicle Hold

Zwei 320-mm-Scheiben vorn, J.Juan Vierkolben-Radialzangen mit Radialhauptzylinder. 265-mm-Scheibe hinten. Bosch MSC (Motorcycle Stability Control): enthält Kurven-ABS, Traktionskontrolle, 5 Fahrmodi mit jeweils einstellbarer TC und ABS-Intensität, Canyon-Mode (Offroad-optimiert), Linked Braking (semi-integrale Bremse), Vehicle Hold (Berganfahrhilfe), Parkmodus (Rangierhilfe vorwärts und rückwärts).

Vehicle Hold ist das Feature, das bei einem 247-kg-Motorrad mit 252 kg Zuladung an einer Steigung essentiell ist: Es hält das Fahrzeug beim Anfahren an der Steigung und gibt los, wenn der Motor Zug aufbaut. Das verhindert Rückrollen. Zusammen mit der Rangierhilfe (Parkmodus) macht das die DSR/X für schwere Fahrer und volle Beladung praktisch beherrschbar.

Ergonomie: 828 mm, Windschild, Heizgriffe, Tempomat, Staufach

828 mm Sitzhöhe – etwas niedriger als die Zero DS (843 mm), aber immer noch Adventure-typisch. Aufrechte Touring-Position. Windschild in 5 Stufen per Handrad einstellbar. Heizgriffe serienmäßig. Tempomat serienmäßig. TFT-Display. Cellular Connectivity Module (CCM) serienmäßig: überträgt Fahrzeugstatus, Ladeinformationen und Warnmeldungen an die Zero-App. Staufach in der Tankattrappe serienmäßig (entfällt mit Power-Tank). Seitenkoffer, Topcase, Sturzbügel, Nebelscheinwerfer, Hauptständer über Zero-Zubehörprogramm.

Black-Forest-Edition: das Touring-Paket

Ab ca. 26.500 Euro ist die Black-Forest-Edition erhältlich: serienmäßig mit Gepäcksystem, Sturzbügeln, Hauptständer, Nebelscheinwerfern und Tourenscheibe. Zero beziffert den Preisvorteil gegenüber dem Einzelkauf auf rund 1.500 Euro. Für alle, die das Fahrzeug als Reisemotorrad einsetzen: die Black-Forest-Edition kauft das Touring-Paket billiger als der Einzelkauf der Anbauteile.

247 kg und 252 kg Zuladung: die Gewichtsgleichung

247 kg Leergewicht – das ist viel für eine Reiseenduro. Zum Vergleich: KTM 790 Adventure 189 kg leer, BMW R 1300 GS 237 kg leer. Die Zero DSR/X ist ähnlich schwer wie die meisten Reiseenduros dieser Klasse. Gleichzeitig: 252 kg Zuladung. Das ist mehr Zuladung als Leergewicht – eine physikalisch ungewöhnliche Situation, die darauf hindeutet, dass der Rahmen für sehr hohe Gesamtlasten ausgelegt ist. Im Alltag: Mit voll bepackten Koffern und Sozius bleibt die DSR/X stabil und kontrollierbar – dafür sorgen Vehicle Hold und MSC.

Preis: 7.000 Euro billiger als 2023

26.550 Euro war der Einführungspreis der DSR/X 2023. Ca. 19.030 Euro ist der aktuelle Marktdurchschnitt 2026. Das ist ein Preisverfall von rund 7.000 Euro in drei Jahren – typisch für ein neues Elektromotorrad-Modell in der Anfangsphase. Für Käufer, die 2026 einsteigen: Sie bezahlen für dieselbe Technik erheblich weniger als der Early Adopter von 2023. Der Wiederverkaufswert folgt derselben Logik: –11 % im ersten Jahr, –8 % im zweiten, dann –25 % im dritten (1000PS-Daten). Wer die Zero langfristig besitzt und nicht nach drei Jahren verkauft: irrelevant.

Fazit

Die Zero DSR/X 2026 ist ein leistungsstarkes und reichweitenstrkes Fahrzeug: 225 Nm, 180 km/h, 290 km Stadtreichweite, 185 km kombiniert, Showa-Volleinstellfahrwerk mit 190 mm, Bosch MSC mit allen Offroad-Modi, Vehicle Hold, Tempomat, Heizgriffe, CCM, serienmäßiger 6,6-kW-Lader. Ca. 19.000 Euro nach Preiskorrektur. 5 Jahre Antriebsgarantie. Kein Standgeräusch, kein Tirol-Fahrverbot. Für Langstreckenfahrer, die das beste elektrische Tourer-Adventure kaufen wollen: keine vergleichbare Alternative auf dem deutschen Markt.

 

Kurzcheck

 

+ 225 Nm sofort ab 0/min: HOHES Drehmoment. 180 km/h Vmax: Reiseenduro-Niveau. 290 km Stadtreichweite / 185 km kombiniert: hohe Reichweite. 17,3 kWh nominale Akkukapazität: größter Serienakku aller Zero-Modelle. 6,6 kW serienmäßig (0–95% in 2 h an Wallbox): Reiseenduro-Ladeinfrastruktur ohne Aufpreis-Diskussion.

+ Bosch MSC mit Vehicle Hold (Berganfahrhilfe), Linked Braking, Canyon-Mode, Parkmodus: umfassendste Stabilitätselektronik dieser Testreihe. Showa 47-mm-USD + Showa 46-mm-Piggyback, je 190 mm, voll einstellbar: Fahrwerksqualität auf Niveau großer Adventure-Motorräder. 19/17-Zoll-Speichenräder + Pirelli Scorpion Trail II serienmäßig. Heizgriffe + Tempomat serienmäßig. 252 kg Zuladung: mehr als das Leergewicht.

+ Ca. 19.000 Euro nach Marktpreiskorrektur (vs. 26.550 Euro Einführungspreis 2023): 7.000 Euro Preisverfall in drei Jahren. 5 Jahre Antriebsgarantie. Kein Standgeräusch, kein Tirol-Fahrverbot. Riemenantrieb: Wartungsintervall 37.000 km. Akku-Lebensdauer: 80% Kapazität nach 1.500 Ladezyklen oder 391.000 km laut Hersteller. Black-Forest-Edition mit Touring-Paket serienmäßig.

 

Ca. 19.000 Euro: ein teures Serienfahrzeug selbst nach Marktkorrektur. Mit Black-Forest-Edition oder Power-Tank: 23.000–28.000 Euro möglich. Wiederverkauf: –11 % / –8 % / –25 % in den ersten drei Jahren (1000PS) – deutlich schlechter als etablierte Verbrenner.

247 kg Leergewicht: schwer für eine Reiseenduro; beim Schrägparken und Rangieren spürbar. Vehicle Hold und Parkmodus helfen, ersetzen aber nicht Fahrroutine. 828 mm Sitzhöhe: für Fahrer unter 1,75 m mit Einschränkungen beim beidsseitigen Bodenkontakt. A-Führerschein erforderlich (36 kW Dauerleistung > A2-Grenze 35 kW).

Autobahnreichweite 137 km: für Langstreckentour mit Autobahn-Etappen im 150-km-Abstand planen. Power-Tank (ca. 3.500 Euro): verbessert Reichweite auf 172 km Autobahn, aber Staufach in Tankattrappe entfällt. Kein DC-Schnellladen (kein CCS). Optionale 6-kW-Schnellladeoption: 0–95% in 1 h.

 

 

Technische Daten: Zero DSR/X (2026)

 

Marke / Modell: Zero DSR/X (2026; technisch unverändert seit Markteinführung 2023; Elektro-Reiseenduro); Hersteller: Zero Motorcycles Inc. (Santa Cruz, CA, USA); A-Führerschein erforderlich

Motor: Z-Force 75-10X; bürstenlos, luftgekühlt, passiv, permanent magnet AC (optimiertes thermisches Design); Dauerleistung 36 kW / 48 PS; Spitzenleistung kurzfristig 75 kW / ca. 102 PS; 225 Nm sofort ab 0/min; Riemenantrieb; kein Getriebe; Wartung Riemen alle 37.000 km

Vmax: 180 km/h

Akku / Reichweite: 17,3 kWh nominal / 15,2 kWh nutzbar; Pouch-Zellen (Flachzellen); Stadt 290 km / kombiniert 185 km / Autobahn 137 km. Optional Power-Tank (~3.500 Euro; Staufach entfällt): 20,9 kWh; Stadt 350 km / Autobahn 172 km

Akku-Lebensdauer: 80% Kapazität nach 1.500 Ladezyklen oder 391.000 km (Hersteller)

Laden: Serienlader 6,6 kW (Onboard; Level 1: 0–95% in 10 h; Level 2 Wallbox/Type-2: 0–95% in 2 h). Optional Schnellladeoption 6 kW: 0–95% in 1 h / Vollladung 1,6 h. Kein DC-Schnellladen.

Gewicht / Zuladung: 247 kg Leergewicht; Zuladung 252 kg

Rahmen: Stahldoppelrohrrahmen (komplett neu für DSR/X; gegenüber anderen Zero-Modellen verstärkt; Heckrahmen für hohe Zuladung ausgelegt)

Fahrwerk vorn: Showa 47-mm-USD Separate Function Cartridge Fork; 190 mm Federweg; voll einstellbar (Federvorspannung, Druck- und Zugstufe); Lenkkopfwinkel 65°; Nachlauf 109 mm

Fahrwerk hinten: Showa 46-mm-Piggyback-Gasdruckfederbein; 190 mm Federweg; voll einstellbar

Bremsen: 2× 320×5-mm-Scheiben vorn (J.Juan Vierkolben-Radialzangen mit Radialhauptzylinder); 265-mm-Scheibe hinten; Bosch MSC: Kurven-ABS + Traktionskontrolle (5 Fahrmodi mit einstellbarer TC/ABS) + Canyon-Mode + Linked Braking + Vehicle Hold (Berganfahrhilfe) + Parkmodus

Räder / Reifen: Speichenräder (serienmäßig; Gussräder optional); 19 Zoll vorn / 17 Zoll hinten; Pirelli Scorpion Trail II (120/70 ZR19 / 170/60 ZR17)

Ergonomie: Sitzhöhe 828 mm; aufrechte Adventure-Touring-Position; Windschild 5-stufig einstellbar (Handrad); Heizgriffe serienmäßig; Tempomat serienmäßig; Staufach in Tankattrappe (entfällt mit Power-Tank); TFT-Display

Elektronik: Cypher III+; Bosch MSC (Kurven-ABS, TC, Canyon-Mode, Linked Braking, Vehicle Hold, Parkmodus); 5 Fahrmodi; Tempomat; Heizgriffe; Cellular Connectivity Module (CCM, serienmäßig): Fahrzeugstatus, Ladestatus, Warnmeldungen via Zero-App; Bluetooth; System-Updates OTA

Standgeräusch: Entfällt (Elektroantrieb); kein Tiroler Fahrverbot anwendbar

Garantie: 5 Jahre Antriebsgarantie; 2 Jahre Fahrzeug (Zero-Standard)

Black-Forest-Edition: Ab ca. 26.500 Euro; serienmäßig: Gepäcksystem, Sturzbügel, Hauptständer, Nebelscheinwerfer, Tourenscheibe; Preisvorteil ca. 1.500 Euro vs. Einzelkauf

Konkurrenz: BMW R 1300 GS (Verbrenner; ~21.000 Euro; 145 PS; etablierter

Preis (D): Ca. 19.030 Euro); Einführungspreis 2023: 26.550 Euro; Preisverfall ca. 7.000 Euro in 3 Jahren