Test Zontes 368 G (2026)
Adventure-Crossover-Roller, 38,7 PS, Ride-by-Wire, Tempomat, 500 km Reichweite, 86 dB(A)
Stand: 20.5.2026 | Modell: Zontes 368 G (2026; Mk1-Generation ab 2025; MY26 mit Ride-by-Wire und Tempomat; Lieferung MY26 ca. Juli/August 2026); Importeur D/Ö/I: Distribike Srl | Preis DE: 6.410 Euro | Standgeräusch: 86 dB(A) – Tirol-konform | Garantie: 2 Jahre (Hersteller)
Was der 368 G ist – und warum das Segment boomt
Der Honda X-ADV 750 hat 2017 ein Segment erfunden: Adventure-Roller. Ein Roller mit CVT-Automatik, aber mit Motorrad-Fahrwerk, Stollenreifen, hoher Bodenfreiheit und Enduro-Optik. Kein echter Geländefahrer, aber ein Fahrzeug, das Schütterstraßen und Feldwege mitmacht, wo ein normaler Maxi-Scooter aufgibt. Honda hat den X-ADV lange allein besetzt und ihn für über 14.000 Euro verkauft. Später präsentierte Honda den ADV 350, abgeleitet vom Erfolgsmodell Forza 350.
Jetzt schießen die Nachahmer wie Pilze aus dem Boden. Der Zontes 368 G ist der jüngste und am vollständigsten ausgestattete Vertreter dieser Klasse, und er kostet 6.410 Euro.
Das ist der Preisunterschied, der alles erklärt: gleiche Kategorie, etwa gleiche Leistung, knapp 5.000 Euro weniger. Alle, die den Zontes 368 G unter die Lupe nehmen, bezeichnen die Ausstattung als ein kaufentscheidendes Highlight.
MY26: was Ride-by-Wire und Tempomat ändern
Das Modelljahr 2026 bringt zwei technische Updates, die für einen Roller dieser Preisklasse ungewöhnlich sind. Ride-by-Wire: Der Gasgriff wird nicht mehr mechanisch per Kabel, sondern elektronisch gesteuert. Das ermöglicht präzisere Gasannahme, lagerfrei justierbare Fahrmodi und eine sauberere Anbindung an Fahrassistenzsysteme. Nutzer hatten beim Mk1 (2025) beschrieben, dass die Fahrmodi Eco und Sport sich nicht wesentlich unterscheiden. Ride-by-Wire ist die Voraussetzung, um diesen Mangel zu beheben – die MY26-Version kann feinere Modusdifferenzierungen realisieren.
Tempomat (Electronic Cruise Control, ECC) als neue Serienausstattung. Für einen Roller mit 17,5-L-Tank und ca. 500 km Reichweite ist ein Tempomat kein Luxus, sondern eine sinnvolle Langstrecken-Ausstattung. Lieferbeginn MY26: ca. Juli/August 2026. Bis dahin sind Mk1-Modelle (ohne Ride-by-Wire und Tempomat) bei Händlern verfügbar und werden weiterhin zu denselben Preisen angeboten.
Motor: 38,7 PS, 40 Nm, 3,5 l/100 km
368 cm³, flüssigkeitsgekühlter Einzylinder, DOHC, 4 Ventile, Verdichtung 11,8:1, 28,5 kW / 38,7 PS bei 7.500/min, 40 Nm bei 6.000/min. CVT-Automatik mit Riemenantrieb und Zahnriemen-Endantrieb; Fliehkraftkupplung. Euro 5+.Der Motor har Kraft und Antritt, er kommt ziemlich schnell aus den Puschen. Vibrationsarmer Motorlauf. Verbrauch 3,5 l/100 km kombiniert mit einem großen 17,5-L-Tank. Theoretische Reichweite ca. 500 km.
Fahrwerk: USD 41 mm, einstellbar, Zweiarm-Triebsatzschwinge, 17/17-Zoll-Stollenreifen
Vorne: USD-Gabel (Upside-Down) mit 41 mm Durchmesser, 150 mm Federweg, einstellbar in Druck- und Zugstufe. Das ist mehr Fahrwerksqualität als bei den meisten Rollern dieser Preisklasse, einschließlich des Voge SR4 Max (konventionelle 35-mm-Telegabel). Hinten: Zweiarm-Triebsatzschwinge (nicht Einarmschwinge), Monofederbein, 102 mm Federweg, verstellbar. 17-Zoll-Speichenräder vorn und hinten: 110/70-17 vorn, 150/70-17 hinten – grobbereifter Stollencharakter für Schotter und leichtes Gelände. Bodenfreiheit 180 mm.
Geradeausfahren funktioniert tadellos, doch beim Einenken in Kurven ist er nicht der agilstem handlichste. Sondern braucht gezielte Lenkimpulse. 203 kg: ein schwerer Roller braucht aktiveres Fahren in engen Kurven. Das ist kein Konstruktionsfehler, sondern physikalische Realität bei diesem Fahrzeuggewicht.
Bremsen: 300-mm-Vierkolben-Radialzange
Vorne: 300-mm-Scheibe mit Vierkolben-Radialzangen – das ist eine hochwertige Bremskonfiguration für einen Roller dieser Preisklasse. Die Bremsdosierung ist etwas gummiartig, Das Gefühl ist weicher als bei einem sportlichen Motorrad, die tatsächliche Verzögerung aber ausreichend. Hinten: 240 mm-Scheibe. Beide Bremshebel sind am Lenker einstellbar. ABS serienmäßig.
Ergonomie: 795 mm, 52-L-Helmfach, 180 mm Bodenfreiheit
Sitzhöhe 795 mm: etwas höher als beim Voge SR4 Max (760 mm), aber im direkten Vergleich mit dem Honda X-ADV (820 mm) bequemer erreichbar. Die aufrechte Sitzposition mit Anlehnung des unteren Rückens an die Sitzbankstufe machen auch längere Touren entspannt. Bodenfreiheit 180 mm: genügend für befestigte Schotterstraßen und flächige Geländepassagen.
Staufach unter der Sitzbank: 52 Liter. Zwei Integralhelme passen rein. Das ist mehr als beim Voge (41,5 L) und deutlich mehr als beim TMAX (Integralhelm passt knapp). Ein Gasdruckdämpfer hält die Sitzbank offen. Zuladung mit 180 kg etwas knapp bemessen. Der breite Mitteltunnel, gattungstypisch, lässt wenig Platz fürs Trittbrett, die Beine lassen sich aber nach vorn strecken.
Serienausstattung: das Argument für den Zontes
Was serienmäßig an Bord ist: Sturzbügel (integriert, nicht nachgerüstetes Zubehör); Unterbodenschutz Aluminium; LED-Zusatzscheinwerfer; Handschützer; Heizgriffe; Front- und Rückfahrkamera (Dashcam- und Actioncam-Modus); Keyless 3.0 (1,5-m-Erkennungsradius); TPMS; TFT mit 4 Modi und adaptiver Helligkeit; 3× USB-A und 3× USB-C; 52-L-Helmfach. MY26 zusätzlich: Ride-by-Wire und Tempomat. Das ist eine Ausstattungsliste, für die man beim Honda X-ADV Zubehörpakete im vierstelligen Euro-Bereich bestellt.
86 dB(A): Tirol-konform, klar
86 dB(A) Standgeräusch. 9 dB(A) unter der Tiroler Grenze von 95 dB(A). Kein Fragezeichen, kein Graubereich. Der Zontes 368 G darf durch alle tirolerischen Fahrbeschränkungszonen fahren.
Konnektivität: die bekannte Einschränkung
Auch für den 368 G gilt die offizielle Distribike-Mitteilung: Einige Konnektivitätsfunktionen außerhalb Chinas sind derzeit nicht verfügbar. Was konkret betroffen ist – App-Navigation, Musiksteuerung, gespiegelter Bildschirm – beim Händler vor dem Kauf klären.
368 G vs. Honda ADV: der Kaufvergleich
Honda ADV 350 (ca. 7.700 Euro, 29 PS, Einzylinder, CVT-Getriebe, Honda-Händlernetz): Der Platzhirsch mit etabliertem Markenwert, besserem Wiederverkauf, höherem Preis. Zontes 368 G (ca. 6.410 Euro, 38,7 PS, Einzylinder, CVT): der Preis-Newcomer mit mehr Serienausstattung, Neu preiswerter, aber der Wertverlust bleib ein Fragezeichen. Wer das Fahrzeug als dauerhaftes Alltagsgefährt nutzt und nicht nach drei Jahren weiterverkauft: der Zontes ist das bessere Kaufargument. Wer den Markenwert mitbezahlen will oder muss: Honda.
Fazit
Der Zontes 368 G 2026 ist der preisgünstigste vollausgerüstete Adventure-Crossover-Roller auf dem deutschen Markt. 38,7 PS, 40 Nm, USD-Gabel, einstellbares Fahrwerk, 300-mm-Vierkolben-Radialzange, 52-L-Helmfach, Sturzbügel, Unterbodenschutz, Dashcam, Heizgriffe, Keyless 3.0, TPMS, 6× USB – alles serienmäßig. MY26 zusätzlich: Ride-by-Wire und Tempomat. 86 dB(A), 500 km Reichweite. Ca. 6.410 Euro. 2 Jahre Garantie. Konnektivitätsfunktionen außerhalb Chinas eingeschränkt – vor Kauf klären.
Kurzcheck
+ Das Ausstattungs-Preis-Argument dieser Testreihe: Sturzbügel, Unterbodenschutz Aluminium, LED-Zusatzscheinwerfer, Handschützer, Heizgriffe, Front- und Rückfahrkamera, Keyless 3.0, TPMS, 6× USB, 52-L-Helmfach (2 Integralhelme inkl. Adventure-Version), einstellbare USD-Gabel 41 mm, Vierkolben-Radialzange 300 mm – alles serienmäßig für 6.410 Euro.
+ MY26 (Lieferung ca. Juli/August 2026): Ride-by-Wire für direkteres, präziseres Gasansprechverhalten; Tempomat (ECC) als neue Serienausstattung – sinnvoll für einen Roller mit 17,5-L-Tank und ca. 500 km theoretischer Reichweite. 86 dB(A): Tirol-konform mit komfortablem Abstand. Bodenfreiheit 180 mm. Einstellbares Fahrwerk (Druck- und Zugstufe vorn; einstellbares Monofederbein hinten).
+ Ca. 6.410 Euro für ein Fahrzeug, für das der direkte Vergleichsplatzhirsch Honda X-ADV 750 ca. 14.000 Euro kostet und der ADV 350 ca. 7.700 Euro. Wer den Adventure-Roller primär als Alltagsgefährt kauft und kein Premium-Markenname braucht: der Zontes ist das kaufmäßig überlegene Argument der Klasse.
– Konnektivitätsfunktionen eingeschränkt: Distribike Srl (offiziell): einige Funktionen außerhalb Chinas derzeit nicht verfügbar. Dashcam: in Deutschland datenschutzrechtlich grenzwertig bei dauerhafter Aufzeichnung. Windschutz trotz fünfstufiger Windschild-Verstellung begrenzt, da Pilot zu weit von der Scheibe entfernt sitzt.
– 203 kg: In engen Kurven Lenkimpuls nötig. Für Fahrer, die einen leichten wendigen Stadtroller erwarten: andere Kategorie. MY26 erst ca. Juli/August 2026 lieferbar; bis dahin nur Mk1 (ohne Ride-by-Wire und Tempomat) verfügbar. Fahrmodi Eco/Sport am Mk1 unterscheiden sich nicht wesentlich – Ride-by-Wire beim MY26 soll das verbessern.
– Wiederverkauf: keine Markthistorie über mehrere Jahre für den 368G. Zu erwarten ähnliche Werte wie beim 350er: -11 % im ersten Jahr. 2 Jahre Garantie. Händlernetz kleiner als Yamaha, Honda oder BMW.
Technische Daten: Zontes 368 G (2026)
Marke / Modell: Zontes 368 G (2026; Mk1-Generation ab 2025 laufend; MY26 mit Ride-by-Wire + Tempomat; Lieferung MY26 ca. Juli/August 2026); Hersteller: Guangdong Tayo Motorcycle Technology Co., Ltd.; Importeur D/Ö/I: Distribike Srl
MY26-Neuheiten: Ride-by-Wire (elektronische Gassteuerung; direkteres Ansprechverhalten; Grundlage für präzisere Fahrmodi); Tempomat / ECC (Electronic Cruise Control; serienmäßig); optimiertes Verbrauchsmanagement. Lieferung MY26: ca. Juli/August 2026.
Konnektivität-Hinweis: Distribike Srl (offiziell, auf zontes.eu publiziert): Einige Konnektivitätsfunktionen außerhalb der VR China derzeit nicht verfügbar. Vor Kauf beim Händler klären.
Motor: Flüssiggekühlter Einzylinder; 368 cm³; DOHC; 4 Ventile; Verdichtung 11,8:1; EFI; MY26: Ride-by-Wire; CVT (Riemen-Automatik; Zahnriemen-Endantrieb; Fliehkraftkupplung); Euro 5+
Leistung / Drehmoment: 28,5 kW / 38,7 PS bei 7.500/min; 40 Nm bei 6.000/min
Vmax / Verbrauch: ca. 129 km/h; 3,5 l/100 km; ca. 500 km Reichweite (17,5-L-Tank)
Tank / Gewicht: 17,5 L; 203 kg fahrbereit; Zuladung 180 kg
Getriebe: CVT-Automatik; stufenlos; 2 Fahrmodi (Eco / Sport); MY26: Tempomat (ECC)
Elektronik: TFT-Display (4 Modi; adaptive Helligkeit); Bluetooth; TPMS; Keyless 3.0 (1,5-m-Erkennungsradius); 2 Fahrmodi; MY26: Ride-by-Wire + Tempomat; Front- und Rückkamera (Dashcam- und Actioncam-Modus); 3× USB-A + 3× USB-C; Heizgriffe; hinterleuchtete Armaturen; ABS
Serienausstattung Adventure: Sturzbügel (integriert); Unterbodenschutz Aluminium; LED-Zusatzscheinwerfer; Handschützer; einstellbare Bremshebel; Gasdruckdämpfer Sitzbank
Fahrwerk vorn: USD-Gabel (Upside-Down); 41 mm; 150 mm Federweg; einstellbar (Druck- und Zugstufe)
Fahrwerk hinten: Zweiarm-Triebsatzschwinge; Monofederbein; 102 mm Federweg; einstellbar
Bremsen: 300-mm-Scheibe vorn (Vierkolben-Radialzangen); 240-mm-Scheibe hinten; einstellbare Bremshebel; ABS
Räder / Reifen: Speichenräder; 17 Zoll vorn / 17 Zoll hinten; 110/70-17 vorn / 150/70-17 hinten; Stollenbereifung
Ergonomie: Sitzhöhe 795 mm; Bodenfreiheit 180 mm; aufrechte Sitzposition; Anlehnung unterer Rücken; Staufach 52 L (2 Integralhelme inkl. Adventure-Version); breiter Mitteltunnel (Stiefel Richtung Bug ablegbar); Soziussitz serienmäßig
Maße: 2.230 × 925 × 1.470 mm; Radstand 1.560 mm
Standgeräusch: 86 dB(A) – Tirol-konform (9 dB unter Tiroler Grenze 95 dB(A))
Garantie / Service: 2 Jahre; Wartungsintervall 5.000 km
Preis (D): 6.410 Euro; Mk1 sofort verfügbar; MY26 ca. Juli/August 2026