Test Honda CB 650 R (2026)
Neo-Sports-Café-Naked-Bike mit Vierzylindercharakter – das einzige seiner Art
Stand: 13.4.2026 | Getestetes Modell: Honda CB 650 R (2026) | Preis 9.959 Euro inkl. Überführung (ohne E-Clutch), 10.395 Euro mit E-Clutch
Motor: Identisch mit der CBR 650 R – 649 cm³ Reihenvierzylinder, 95 PS, linearer Charakter
649 cm³, DOHC, Reihenvierzylinder, flüssigkeitsgekühlt, 16 Ventile, PGM-FI-Einspritzung, Euro 5. 70 kW (95,2 PS) bei 12.000/min, 63 Nm bei 9.500 U/min. Der Motor der CB 650 R ist baugleich mit dem der CBR 650 R – keine Abstriche bei Leistung oder Abstimmung gegenüber der vollverkleideten Schwester. Das ist der Kerngedanke: wer das Naked Bike kauft, bekommt denselben Vierzylindercharakter. Sanft unten, zunehmend drängend in der Mitte, explosiv gegen den roten Bereich. Kein Zweizylinder in dieser Preisklasse klingt und dreht so.
Anti-Hopping-Kupplung serienmäßig. Notbremssignal (ESS) serienmäßig: Bei Vollbremsung blinken alle Blinker. Für 2026 optional: Honda E-Clutch – Gangwechsel ohne Kupplungshebelbetätigung. Quickshifter als Zubehör erhältlich (auch kombiniert mit E-Clutch). A2-Drosselung auf 35 kW beim Händler nachrüstbar, nach A-Führerschein rückrüstbar.
Fahrwerk: Showa SFF-BP, 310-mm-Vorderradbremsen – größere Bremsscheiben als die CBR
Vorne: Showa SFF-BP Upside-Down-Gabel, ø 41 mm – identisch mit der CBR 650 R, nicht einstellbar. Hinten: Pro-Link-Monodämpfer, nicht einstellbar. Bremsen vorne: 2× 310-mm-Scheiben (Wave-Design) mit radial befestigten Vierkolben-Bremssätteln – die CB 650 R hat 310-mm-Scheiben, die CBR 650 R hingegen 296-mm-Scheiben. Das ist kein Druckfehler: das Naked Bike bekommt hier mehr Bremsfläche als die vollverkleidete Sportvariante. Hinten: 240-mm-Scheibe. ABS serienmäßig. Dunlop Sportmax Roadsport 2 serienmäßig.
Radstand: 1.450 mm – identisch mit der CBR 650 R. Nachlauf: 100 mm. Lenkkopfwinkel: 25,5°. Obwohl Motor und Rahmen dieselbe Basis teilen, unterscheidet sich die Fahrdynamik durch die andere Ergonomie: aufrechter Lenker statt Lenkerstummel, leicht höhere Sitzposition, mehr Gefühl für die Straße durch die freiere Körperhaltung. HSTC-Traktionskontrolle (Honda Selectable Torque Control) serienmäßig, mehrstufig regelbar.
Ergonomie: Neo-Sports-Café, aufrechter Lenker, 810 mm Sitzhöhe – entspannter als die CBR
810 mm Sitzhöhe – identisch mit der CBR 650 R, aber die Haltung ist fundamental anders. Der aufrechte Lenker der CB 650 R positioniert den Fahrer entspannt aufrecht, Schultern und Rücken werden nicht gefordert. Das macht die CB 650 R zum komfortableren Alltagsmotorrad und zur besseren Wahl für längere Etappen im Vergleich zur CBR. Das Neo-Sports-Café-Design – inspiriert von der CB 1000 R – verbindet den klassischen Naked-Bike-Look mit modernen Elementen: kreisrunder LED-Scheinwerfer, freigelegte Vierzylinderläufe, nach oben gezogenes Heck, Aluminium-Applikationen an Schutzblech und Verkleidung.
5-Zoll-TFT-Farbdisplay mit Anti-Glare-Beschichtung und 4-Wege-Schalter serienmäßig. Honda RoadSync mit Smartphone-Konnektivität, Turn-by-Turn-Navigation und Musiksteuerung serienmäßig. LED-Beleuchtung serienmäßig. Tank: 15,4 Liter, Verbrauch ca. 4,9 l/100 km, Reichweite ca. 300 km. Der Vierzylinderauspuff – kunstvoll geschwungener Sammelkrümmer, der als Designelement freiliegt – ist eines der Markenzeichen der CB 650 R.
Handhabung: 205 kg vollgetankt, aufrecht, agil – Stadt, Landstraße und Pendeln gleichermaßen
205 kg vollgetankt: ca. 4 kg leichter als die CBR 650 R (209 kg) durch den Wegfall der Vollverkleidung. Im Alltag macht das keinen großen Unterschied, aber das Naked Bike wirkt durch die aufrechte Haltung und die direktere Körperposition agiler und spontaner in der Reaktion. Wer von einer großen Maschine auf die CB 650 R wechselt, empfindet sie als leicht und handlich. Wer von einer kleinen Maschine kommt und aufsteigt, empfindet 95 PS und 205 kg als ernste Aussage. Die CB 650 R ist kein Einsteigermotorrad – sie ist ein reifes Allroundmotorrad für erfahrene Fahrer oder gedrosselt ein überzeugendes A2-Paket.
Testberichte beschreiben die CB 650 R als ausgezeichneten VGF-Allrounder: Stadt, Pendeln, Landstraße, leichte Touren – alles funktioniert tadellos. Das Fahrwerk ist kein Sportgerät (nicht einstellbar, mittelprächtige Abstimmung), aber für engagierte Landstraßenfahrt mehr als ausreichend. Der Vierzylindermotor ist der Hauptcharakterzug, kein anderes Naked Bike in dieser Preisklasse hat dieses Paket.
Ausstattung: Gleiche Kerntechnik wie CBR 650 R, aufrecht statt verkleidet, mit SE-Sondervariante
Serienmäßig: Showa SFF-BP USD-Gabel (41 mm), 310-mm-Vorderradbremsen mit Vierkolben-Radial-Bremssätteln, Anti-Hopping-Kupplung, ABS, HSTC-Traktionskontrolle (mehrstufig), Notbremssignal (ESS), 5-Zoll-TFT-Farbdisplay mit Anti-Glare, Honda RoadSync (Navigation, Musik), LED-Beleuchtung, Dunlop Sportmax Roadsport 2. Optional: Honda E-Clutch (ca. 400 Euro Aufpreis), Quickshifter (Zubehör). Standardfarben 2026: Matt Gunpowder Black Metallic, Matt Jeans Blue Metallic, Grand Prix Red, Pearl Smoky Grey. A2-Drosselung auf 35 kW beim Händler erhältlich, rückrüstbar.
Kosten: Ab 9.959 Euro – ca. 1.100 Euro günstiger als die CBR 650 R, das einzige Naked Bike mit Vierzylinder im Segment
Ab 9.959 Euro inkl. Überführung (ohne E-Clutch, Standardfarben). Mit E-Clutch ca. 10.395 Euro inkl. Überführung. Die CB 650 R ist ca. 1.100 Euro günstiger als die CBR 650 R. Direkter Naked-Bike-Vergleich: Kawasaki Z 650 ab 7.770 Euro – Zweizylinder, 67 PS, günstiger. Yamaha MT-07 ab 8.524 Euro plus Nebenkosten – Zweizylinder, 73 PS. Die CB 650 R ist das teuerste der drei – und die einzige mit Vierzylinder, TFT und Honda RoadSync serienmäßig.
Inspektionen alle 12.000 km; günstige Betriebskosten. Garantie: 2 Jahre ohne Kilometerbeschränkung (gegen Aufpreis 6 Jahre).
Fazit
Die Honda CB 650 R löst dasselbe Problem wie die CBR 650 R – nur anders. Wer den Vierzylinderklang und die Drehfreude in einer aufrechten, alltagstauglichen Position will, kauft die CB. Wer die Vollverkleidung und die sportliche Haltung priorisiert, kauft die CBR. Kein Zweizylinder-Naked-Bike in dieser Preisklasse bietet das, was die CB 650 R bietet. Das ist ihre Stärke und gleichzeitig ihr Kaufgrund.
Kurzcheck
+ 649 cm³ Reihenvierzylinder, 95 PS – einziges Naked Bike mit Vierzylindermotor in dieser Preisklasse
+ Identischer Motor wie CBR 650 R – kein Nachteil gegenüber der Sportvariante
+ 310-mm-Vorderradbremsen – größere Bremsscheiben als die CBR 650 R (296 mm)
+ Showa SFF-BP USD-Gabel serienmäßig
+ Aufrechte Naked-Bike-Haltung: komfortabler und alltagstauglicher als CBR 650 R
+ Neo-Sports-Café-Design: kreisrunder LED-Scheinwerfer, freigelegte Krümmer, Aluminium-Applikationen
+ 5-Zoll-TFT mit Honda RoadSync (Navigation, Musik) serienmäßig
+ HSTC-Traktionskontrolle serienmäßig, mehrstufig
+ Honda E-Clutch 2026 optional – auch mit Quickshifter kombinierbar
+ Ca. 1.100 Euro günstiger als CBR 650 R bei gleichem Motor
+ A2-Drosselung auf 35 kW möglich, rückrüstbar
– Fahrwerk nicht einstellbar (Gabel und Monodämpfer)
– Kein Windschutz: typisch Naked, Autobahn bei hohem Tempo anstrengend
– 810 mm Sitzhöhe: für kürzere Fahrer mit Tiptoeing
– 15,4-Liter-Tank: ca. 300 km Reichweite bei 4,9 l/100 km
– E-Clutch und Quickshifter als Aufpreis / Zubehör, nicht serienmäßig
– Kein offizieller UVP von Honda Deutschland – Preise variieren je Händler
– Garantie 2 Jahre (6 Jahre gegen Aufpreis)
Technische Daten: Honda CB 650 R (2026)
Fertigungsland: Japan / Thailand
Motor: Flüssigkeitsgekühlter Reihenvierzylinder-Viertaktmotor, DOHC, 16 Ventile, PGM-FI-Einspritzung, Euro 5
Hubraum: 649 cm³
Leistung: 70 kW (95,2 PS) bei 12.000/min, A2-Drosselung auf 35 kW (48 PS) beim Händler erhältlich
Drehmoment: 63 Nm bei 9.500/min
Getriebe: 6 Gänge; Kettenantrieb, Anti-Hopping-Kupplung serienmäßig
E-Clutch (optional): Honda E-Clutch: Gangwechsel ohne Kupplungshebel, drei Schaltkraftmodi; Quickshifter als Zubehör (auch kombiniert mit E-Clutch)
Rahmen: Hochfester Stahlrohrrahmen
Fahrwerk vorn: Showa SFF-BP Upside-Down-Gabel, ø 41 mm; nicht einstellbar
Fahrwerk hinten: Pro-Link-Monodämpfer; nicht einstellbar
Bremsen vorn: 2× 310-mm-Scheibe (Wave-Design), radial befestigte Vierkolben-Bremssättel (größer als CBR 650 R mit 296 mm)
Bremsen hinten: 240-mm-Scheibe, Einkolben-Schwimmsattel
Assistenzsysteme: ABS serienmäßig; HSTC-Traktionskontrolle (mehrstufig) serienmäßig; Notbremssignal (ESS) serienmäßig
Räder: Aluminium-Gussräder, 17 Zoll
Reifen vorn: 120/70 ZR17
Reifen hinten: 180/55 ZR17
Display: 5-Zoll-TFT-Farbdisplay mit Anti-Glare-Beschichtung; 4-Wege-Schalter; Honda RoadSync serienmäßig (Smartphone, Navigation, Musik)
Beleuchtung: Voll-LED serienmäßig; kreisrunder Scheinwerfer (Neo-Sports-Café-Design)
Gewicht vollgetankt: ca. 205 kg (ohne E-Clutch)
Sitzhöhe: 810 mm
Radstand: 1.450 mm
Tankinhalt: 15,4 Liter
Führerscheinklasse: A / A2 (35-kW-Drosselung beim Händler)
Preis (D): Ab 9.959 Euro inkl. Überfürhung (ohne E-Clutch); ca. 10.395 Euro mit E-Clutch
Garantie: 2 Jahre, ohne Kilometerbeschränkung