Test Honda CBR 650 R (2026)
Der einzige vollverkleidete Vierzylinder unter 12.000 Euro – jetzt optional mit E-Clutch
Stand: 14.4.2026 | Getestetes Modell: Honda CBR 650 R (2026) | Preis ab: 11.339 Euro
Motor: 649 cm³ Reihenvierzylinder, 95 PS – der klingt und dreht wie nichts in dieser Preisklasse
649 cm³, DOHC, Reihenvierzylinder, flüssigkeitsgekühlt, 16 Ventile, PGM-FI-Einspritzung, Euro 5. 70 kW (95 PS) bei 12.000/min, 63 Nm bei 9.500/min. Das ist der Hauptgrund, warum die CBR 650 R keine überflüssige Nische besetzt: Sie ist das einzige vollverkleidete Mittelklasse-Motorrad mit Reihenvierzylinder, das man für unter 12.000 Euro kaufen kann. Yamaha YZF-R7 und Kawasaki Ninja 650 fahren mit Zweizylindern; die nächste Stufe – Kawasaki ZX-6R, Yamaha R9 – kostet erheblich mehr. Die CBR 650 R besetzt diese Lücke mit dem Charakter, der einen Vierzylinder definiert: samtig im Leerlauf, linear im unteren Drehzahlbereich, explodierend im oberen.
Anti-Hopping-Kupplung serienmäßig. Für 2026 optional: Honda E-Clutch – erstmals 2024 für die CBR 650 R eingeführt. Drei Schaltkraftmodi (Hard/Medium/Soft), getrennt einstellbar für Hoch- und Runterschalten. Die E-Clutch ermöglicht Gangwechsel ohne Kupplungshebelbetätigung; der Kupplungshebel bleibt vorhanden. Auch Quickshifter ist erhältlich (auch kombiniert mit E-Clutch). A2-Version (35 kW / 48 PS) beim Händler nachrüstbar und nach A-Führerscheinerwerb rückrüstbar.
Fahrwerk: Showa SFF-BP, Vierkolben-Radialbremssättel, Dunlop Sportmax serienmäßig – ehrliches Sportpaket
Vorne: Showa SFF-BP Upside-Down-Gabel, ø 41 mm – nicht einstellbar, aber in der Qualität der SFF-BP-Generation weit über einfachen USD-Gabeln. Hinten: Pro-Link-Monodämpfer, nicht einstellbar. Bremsen: 2× 296-mm-Scheiben vorne mit Vierkolben-Radial-Bremssätteln; 240-mm-Scheibe hinten. ABS serienmäßig. Reifen: Dunlop Sportmax Roadsport 2 serienmäßig – ein echter Sportreifen, keine Allrounder-Bereifung. Radstand: 1.450 mm; Nachlauf 100 mm; Lenkkopfwinkel 25,5°. Das Fahrwerk ist auf ausgewogenes Sportfahren abgestimmt: engagiert genug für Landstraße und Trackdays, komfortabel genug für den Alltag.
Der Stahlrohrrahmen der CBR 650 R hat geschmiedete Aufnahmen für die Schwingenlagerung und elliptische Holme mit abgestimmter Steifigkeitsbalance – steifer im Lenkkopfbereich, flexibler in den Holmabschnitten, um Fahrgefühl und Stabilität zu verbinden. Das ergibt eine Lenkpräzision, die für ein Motorrad dieser Preisklasse überdurchschnittlich ist. HSTC-Traktionskontrolle (Honda Selectable Torque Control) serienmäßig, mehrstufig regelbar.
Ergonomie: 810 mm Sitzhöhe, sportliche Halbverkleidungsposition, 5-Zoll-TFT mit RoadSync
810 mm Sitzhöhe: für Fahrer unter 1,75 m mit Balancegefühl vor roten Ampeln, für Fahrer ab 1,75 m komfortabel. Die Sitzposition der CBR 650 R ist sportlich, aber nicht extrem: Die Lenkerstummel sind weiter hinten und tiefer als bei einem Naked Bike montiert. Das Vornüberbeugen ist spürbar, aber nicht Rennstrecken-aggressiv. Für Pendeln und Alltagseinsatz über mittlere Distanzen taugt sie, für echte Fernreisen ist die Position nach einigen Stunden fordernd. Kniewinkel akzeptabel für Fahrer mittlerer Körpergröße. Wind- und Wetterschutz durch die Vollverkleidung spürbar besser als bei Naked-Bike-Pendants.
5-Zoll-TFT-Farbdisplay mit Anti-Glare-Beschichtung, 4-Wege-Schalter am linken Lenker serienmäßig. Honda RoadSync mit Smartphone-Konnektivität, Turn-by-Turn-Navigation, Musiksteuerung serienmäßig. LED-Beleuchtung serienmäßig. Tank: 15,4 Liter; Verbrauch ca. 4,9 l/100 km; Reichweite ca. 300 km. Die Windschutzscheibe ist nicht verstellbar.
Handhabung: 209 kg vollgetankt, 95 PS – fordernder als die CB 650 R, leichter als erwartet
209 kg vollgetankt (211 kg mit E-Clutch) – das ist leichter als viele Mittelklasse-Tourensportler und schwerer als reinrassige Supersportler. Im Vergleich zur Kawasaki Ninja 650 (ca. 196 kg) und Yamaha YZF-R7 (ca. 188 kg) liegt die CBR 650 R im Mittelfeld. Der Vierzylinder dreht bereitwillig, ist aber kein ruppiges Renntier: Die Leistungsentfaltung ist linear und berechenbar, was das Motorrad trotz seiner 95 PS für erfahrene A2-Fahrer – gedrosselt auf 35 kW – oder Wiedereinsteiger gut beherrschbar macht. Wer am oberen Limit des Drehzahlbandes fährt, bekommt den speziellen Vierzylinder-Charakter, den kein Zweizylinder liefern kann.
Für Trackday-Einsatz: Die CBR 650 R ist eine überzeugende Einstiegsoption in den Rennstreckensport. Das Fahrwerk ist tracktauglich, die Bremsen ernst zu nehmen, und der Motor fühlt sich nach Trainingsrunden spürbar lebendiger an als das Datenblatt suggeriert. Gegen eine ZX-6R oder R7 verliert sie in reiner Rundenzeit – aber nicht im Fahrspaß.
Ausstattung: Vollverkleidung, TFT, RoadSync, HSTC serienmäßig – E-Clutch und Quickshifter optional
Serienmäßig: Showa SFF-BP USD-Gabel (41 mm), Vierkolben-Radial-Bremssättel vorne, Anti-Hopping-Kupplung, ABS, HSTC-Traktionskontrolle (mehrstufig), 5-Zoll-TFT-Farbdisplay mit Anti-Glare und 4-Wege-Schalter, Honda RoadSync (Navigation, Musik, Anruf), LED-Beleuchtung, Dunlop Sportmax Roadsport 2 serienmäßig. Optional: Honda E-Clutch oder Quickshifter in Serie, getönte Windschutzscheibe (+25 mm), Soziussitzbankabdeckung, Tankpad in Carbon-Optik. Farbvarianten 2026: Grand Prix Red, Matt Gunpowder Black Metallic. A2-Drosselung auf 35 kW beim Händler erhältlich, nach A-Erwerb rückrüstbar.
Kosten: 11.339 Euro – einziger vollverkleideter Vierzylinder im Segment. Kawasaki Ninja 650 und Yamaha R7 günstiger, aber Zweizylinder
Gut 11.000 Euro inkl. Nebenkosten. Direkter Zweizylinder-Vergleich im Vollverkleidungs-Markt: Kawasaki Ninja 650 8.470 Euro: rund 2.900 Euro günstiger, 68 PS, Zweizylinder, ohne TFT/RoadSync. Yamaha YZF-R7 ab 10.499 Euro plus Nebenkosten: auf ähnlichem Preisniveau, 73 PS, Zweizylinder, sportlichere Ausrichtung. Die CBR 650 R kostet mehr als die Ninja 650, ist aber das einzige Modell dieser Dreiergruppe mit Reihenvierzylinder, TFT-Display und Honda-RoadSync serienmäßig.
Inspektionen alle 12.000 km; günstige Betriebskosten für ein 95-PS-Vierzylinder-Motorrad. Garantie: 6 Jahre ohne Kilometerbeschränkung. Standgeräusch: 93 dB(A) – kein Tiroler Fahrverbot.
Fazit
Die Honda CBR 650 R ist kein Kompromiss zwischen Sport und Alltag – sie ist ein klar definiertes Konzept: der vollverkleidete Vierzylinder-Sportwagen für alle, die kein Supersport-Budget haben. Wer in dieser Preisklasse einen Vierzylinder will, hat keine Wahl – es gibt keinen anderen. Wer bereit ist, auf einen Zweizylinder zu verzichten, findet mit Ninja 650 und YZF-R7 Alternativen. Für alle anderen ist die CBR 650 R die einzige Antwort.
Kurzcheck
+ 649 cm³ Reihenvierzylinder, 95 PS – einziger vollverkleideter Vierzylinder unter 12.000 Euro
+ Sound und Drehcharakter: kein Zweizylinder in dieser Klasse liefert das
+ Showa SFF-BP USD-Gabel serienmäßig: Qualitätsgabel für diese Preisklasse
+ Vierkolben-Radial-Bremssättel serienmäßig
+ Dunlop Sportmax Roadsport 2 serienmäßig – echter Sportreifen, kein Allrounder
+ 5-Zoll-TFT mit Honda RoadSync (Navigation, Musik) serienmäßig
+ HSTC-Traktionskontrolle serienmäßig, mehrstufig
+ Honda E-Clutch 2026 optional – auch mit Quickshifter kombinierbar
+ A2-Drosselung auf 35 kW möglich, nach A-Erwerb rückrüstbar
+ Standgeräusch 93 dB(A) – kein Tiroler Fahrverbot
+ E-Clutch oder Quickshifter serienmäßig
+ Garantie 6 Jahre
– Fahrwerk nicht einstellbar (Gabel und Monodämpfer): Einschränkung für sportivere Einsätze
– 810 mm Sitzhöhe: für kürzere Fahrer auf Zehenspitzen
– Sportliche Sitzposition: nicht optimal für Langstrecken über viele Stunden
– Windschutzscheibe nicht verstellbar
– 15,4-Liter-Tank: ca. 300 km Reichweite – weniger als komfortorientierte Konkurrenten
Technische Daten: Honda CBR 650 R (2026)
Fertigungsland: Japan / Thailand
Motor: Flüssigkeitsgekühlter Reihenvierzylinder-Viertaktmotor, DOHC, 16 Ventile, PGM-FI-Einspritzung, Euro 5
Hubraum: 649 cm³
Leistung: 70 kW (95 PS) bei 12.000/min, A2-Drosselung auf 35 kW (48 PS) beim Händler erhältlich
Drehmoment: 63 Nm bei 9.500/min
Getriebe: 6 Gänge; Kettenantrieb; Anti-Hopping-Kupplung serienmäßig
E-Clutch (optional): Honda E-Clutch: Gangwechsel ohne Kupplungshebel, drei Schaltkraftmodi (Hard/Medium/Soft); Quickshifter separat als Zubehör erhältlich (auch kombiniert mit E-Clutch)
Rahmen: Stahlrohrrahmen mit geschmiedeten Schwingenlageraufnahmen, elliptische Holme mit abgestimmter Steifigkeitsbalance
Fahrwerk vorn: Showa SFF-BP Upside-Down-Gabel, ø 41 mm, nicht einstellbar
Fahrwerk hinten: Pro-Link-Monodämpfer; nicht einstellbar
Bremsen vorn: 2× 296-mm-Scheibe, Vierkolben-Radial-Bremssattel
Bremsen hinten: 240-mm-Scheibe, Einkolben-Schwimmsattel
Assistenzsysteme: ABS serienmäßig; HSTC-Traktionskontrolle (mehrstufig) serienmäßig
Räder: Aluminium-Gussräder
Reifen vorn: 120/70 ZR17
Reifen hinten: 180/55 ZR17
Display: 5-Zoll-TFT-Farbdisplay mit Anti-Glare-Beschichtung; 4-Wege-Schalter; Honda RoadSync serienmäßig (Smartphone, Navigation, Musik)
Beleuchtung: Voll-LED serienmäßig; Doppelscheinwerfer
Gewicht vollgetankt: 209 kg (ohne E-Clutch); 211 kg (mit E-Clutch)
Sitzhöhe: 810 mm
Radstand: 1.450 mm
Nachlauf / Lenkkopfwinkel: 100 mm / 25,5°
Tankinhalt: 15,4 Liter
Preis (D): 11.339 Euro mit E-Clutch oder mit Quickshifter
Garantie: 6 Jahre, ohne Kilometerbeschränkung