Test Honda GB 350 S (2026)
21 PS, 29 Nm, 4.080 Euro ab Werk – Japans Retro-Café-Racer für Europa
Stand: 17.4.2026 | Modell: Honda GB350S (2026; laufendes Modell; Erstzulassung Europa 2025; kein MY2026-Update kommuniziert; Retro-Café-Racer / Naked; A2); Hersteller: Honda Motor Co., Ltd. (Tokio, Japan) | Preis DE: UVP ab Werk 4.080 Euro; inkl. Überführungskosten 4.709 Euro | Standgeräusch: 86 dB(A) (Tirol-konform; < 95 dB(A)-Grenze) | Garantie: Honda-Standard 2 Jahre, verlängerbar auf 6 Jahre
Drei Jahre Japan, ein Jahr Europa: was die GB350S ist
Honda verkauft die GB350 in Japan seit 2021 – mit Wartelisten, kultischer Begeisterung und offiziell über 100.000 verkauften Einheiten in Asien bis 2024. Zur EICMA 2024 präsentierte Honda beide Varianten erstmals für Europa: die GB350 (aufrechter, mehr Klassik) und die GB350S (Café-Racer-Auslegung mit tieferem Lenker, sportlicherer Sitzposition, Einarmschwinge-Optik). Verkaufsstart in Deutschland: Anfang 2025. Die GB350S 2026 ist technisch unverändert gegenüber dem Europaführungsmodell.
Was die GB350S in Europa bedeutet: Ein luftgekühlter Einzylinder mit 348 ccm, 21 PS, 29 Nm, 178 kg, für 4.080 Euro ab Werk. Kein Touchscreen, kein Bluetooth, kein TFT. Analoger Tacho, LCD-Zusatzdisplay, LED-Licht. Das ist die Reduktion auf das Fahren – keine digitale Ablenkung, keine Fahrmodi, kein ABS-Modus-Management. Nur Fahrer und Motorrad.
Motor: 348 ccm luftgekühlt, 29 Nm bei 3.000/min
Luftgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor. 348 ccm. Bohrung 70 mm, Hub 90,5 mm: ein langhubiger Querschnitt, der auf Drehmoment und niedrige Drehzahl ausgelegt ist. Maximales Drehmoment: 29 Nm bereits bei 3.000/min. Maximalleistung: 21,1 PS (15,5 kW) bei 5.500/min. Die Zahlen sind gemäßigte Werte – aber das ist die Absicht.
Honda beschreibt den Motor nicht als Leistungsaggregat, sondern als Erlebnismotor: Das Klopfen des Einzylinders, das Vibrieren des luftgekühlten Blocks, das tiefe Ansauggeräusch. Japanische Motorradmagazine beschreiben das Fahren als „yukkuri hashiru“ – langsam fahren, aber mit Genuss. 29 Nm bei 3.000/min bedeuten im Stadtbetrieb bei 50 km/h nahezu das volle Drehmoment. Man fährt entspannt, ohne zu schalten, ohne zu drängen. Das ist der Charakter. PGM-FI-Einspritzung. Assist-/Slipper-Kupplung. 5-Gang-Getriebe. Verbrauch 2,5 l/100 km.
178 kg, 800 mm, 4.080 Euro: die drei Kaufargumente
178 kg vollgetankt. Das ist meist leichter als vergleichbare Retro-Motorräder in dieser Leistungsklasse. Royal Enfield Classic 350: 192 kg. Triumph Speed 400: 176 kg. Honda CB500F: 191 kg. 800 mm Sitzhöhe: für Fahrer ab ca. 1,65 m mit ausreichend Bodenkontakt. 4.080 Euro UVP ab Werk ist der niedrigste Preis für ein Honda-Motorrad mit Einspritzung, ABS und LED-Ausstattung auf dem deutschen Markt. Inkl. Überführung: 4.709 Euro.
Café-Racer-Optik: was die S von der GB350 unterscheidet
Die GB350 hat eine aufrechte Fahrposition mit hohem Lenker und ist stärker am Klassik-Thema orientiert. Die GB350S hat einen tieferen, sportlicheren Lenker, eine flachere Sitzposition und eine Café-Racer-Silhouette. Technisch identisch: Motor, Fahrwerk, Bremsen, Elektronik. Die S ist das sportlichere Erscheinungsbild für Fahrer, die Café-Racer-Ästhetik schätzen; die GB350 die klassischere für aufrechte Tourer. In Japan sind beide Versionen mit eigenen Fan-Communities belegt.
Fahrwerk: 106 mm Federweg, 19/17-Zoll, 310-mm-Bremse
41-mm-Teleskopgabel vorn, 106 mm Federweg. Zwei Federbeine hinten. 19-Zoll-Vorderrad (100/90-19) auf Alu-Gussfelge. 17-Zoll-Hinterrad (150/70-R17) auf Alu-Gussfelge. Das 19-Zoll-Vorderrad gibt der GB350S ihr Retro-Proportionsgefühl und verbessert den Geradeauslauf. Es macht das Lenkgefühl etwas schwerfälliger als ein 17-Zoll-Rad in Kurvenwechseln – das ist bei einem entspannten Retro-Motorrad kein Nachteil, sondern Charakteristikum.
310-mm-Scheibenbremse vorn (Doppelkolbenzange); 240-mm-Scheibe hinten (Einkolben). Bodenfreiheit 168 mm: für Straßenbetrieb ausreichend, für Gelände nicht gedacht. Notbremssignal serienmäßig.
86 dB(A) Standgeräusch: Tirol-konform
86 dB(A) Standgeräusch – 9 dB(A) unter der Tiroler Grenze von 95 dB(A). Das ist einer der niedrigsten Werte und für ein luftgekühltes Einzylindermotorrad bemerkenswert. Keine Tirol-Fahrverbote, keine Alpenpässe-Einschränkungen. 2,5 l/100 km Verbrauch. 57 g/km CO₂. Das sind Werte, die sonst Nutz-Rollern vorbehalten sind.
Instrumente: Analogtacho, LCD, kein TFT
Analoger Tachometer mit LCD-Zusatzdisplay: Uhr, Gangangangabe, Kraftstoffverbrauchsanzeige. Kein TFT-Display, kein Bluetooth, kein Smartphone-Anschluss. USB serienmäßig: nicht vorhanden (optional). LED-Scheinwerfer, LED-Rücklicht. Das ist die Minimalausstattung – und das ist die Philosophie. Wer ein TFT-Display und Bluetooth erwartet, schaut woanders. Wer ein Motorrad ohne digitale Ablenkung will, ist richtig.
4.080 Euro ab Werk: die Preis-Einordnung
4.080 Euro UVP ab Werk, 4.709 Euro inkl. Überführung. Das ist günstig. Royal Enfield Meteor 350: ca. 4.400 Euro; Royal Enfield Classic 350: ca. 4.700 Euro; Triumph Speed 400: ca. 5.200 Euro. Alle jeweils zzgl. Nebenkosten. Die GB350S ist in ihrer direkten Konkurrenzgruppe das günstigste Motorrad mit Honda-Qualität und -Garantie. Für Einsteiger, Wiedereinsteiger, Zweitbike-Sucher und alle, die das Fahren selbst wollen statt das Fahrzeug als Technologieträger: der überzeugendste Preis dieser Testreihe.
Fazit
Die Honda GB350S 2026 ist das konzeptionell konsequenteste Motorrad dieser gesamten Testreihe: kein TFT, kein Bluetooth, kein Fahrmodus-Management, kein Tempomat. Luftgekühlter Einzylinder, 21 PS, 29 Nm bei 3.000/min, 178 kg, 800 mm, 86 dB(A), 2,5 l/100 km, Assist-/Slipper-Kupplung, LED, ABS, Café-Racer-Silhouette – für 4.080 Euro ab Werk. Für alle, die ein Motorrad zum Fahren suchen, kein Technologiegerät: die neoklassische GB350S ist der Gegenentwurf zu den meisten anderen Fahrzeugen.
Kurzcheck
+ 4.080 Euro UVP ab Werk (4.709 Euro inkl. Überführung): günstig. Honda-Qualität, Honda-Händlernetz, Honda-Garantie. 86 dB(A) Standgeräusch: 9 dB(A) unter Tirol-Grenze; niedrigster Wert der Verbrenner-Testreihe. 2,5 l/100 km / 57 g/km CO₂: niedriger Verbrauch.
+ 178 kg vollgetankt: leichter als Royal Enfield Classic 350 (192 kg) und Honda CB500F (191 kg). 800 mm Sitzhöhe: alltagstauglich für die meisten Fahrer. Assist-/Slipper-Kupplung serienmäßig. LED-Scheinwerfer + Rücklicht. 29 Nm bei 3.000/min: voller Schub im Alltagsdrehzahlbereich. A2-tauglich (15,5 kW).
– 21 PS / 15,5 kW: kein Leistungsmotor; Autobahn dauerhaft bei Vmax anstrengend. Kein TFT, kein Bluetooth, kein USB serienmäßig, kein Tempomat – konsequente Reduktion, aber nicht für alle. 106 mm Federweg vorn: für Schlaglochstrecken ambitioniert; kein Gelände.
– 168 mm Bodenfreiheit: nur Straßenfahrzeug.
– 5-Gang-Getriebe: ausreichend, aber weniger Reserven auf der Autobahn als ein 6-Gang.
Technische Daten: Honda GB350S (2026)
Marke / Modell: Honda GB350S (2026; laufendes Modell seit Europa-Einführung 2025; kein MY2026-Update; Retro-Café-Racer; A2); Hersteller: Honda Motor Co., Ltd. (Tokio, Japan)
Motor: Luftgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor; 348 ccm; Bohrung 70 mm / Hub 90,5 mm; Verdichtung 9,5:1; PGM-FI Benzineinspritzung; 21,1 PS (15,5 kW) bei 5.500/min; 29 Nm bei 3.000/min; E-Starter; Motoröl 2,5 Liter
Antrieb: Assist-/Slipper-Kupplung; 5-Gang-Getriebe; Kettenantrieb
Führerschein: A2 (15,5 kW)
Verbrauch / Emissionen: 2,5 l/100 km (WMTC Honda-Messwerte); CO₂ 57 g/km kombiniert
Standgeräusch: 86 dB(A) – Tirol-konform (< 95 dB(A)-Grenzwert)
Gewicht / Sitzhöhe: 178 kg vollgetankt; Sitzhöhe 800 mm; Bodenfreiheit 168 mm
Abmessungen: L × B × H: 2.175 × 790 × 1.100 mm; Radstand 1.440 mm; Lenkkopfwinkel 27°; Nachlauf 120 mm
Fahrwerk vorn: 41-mm-Teleskopgabel; Federweg 106 mm
Fahrwerk hinten: 2 Federbeine
Bremsen: 310-mm-Einscheibenbremse vorn (Doppelkolbenzange); 240-mm-Scheibe hinten (Einkolbenzange); 2-Kanal-ABS; Notbremssignal serienmäßig
Räder / Reifen: Alu-Gussfelgen; 19 Zoll / 100/90-19 vorn; 17 Zoll / 150/70-R17 hinten
Instrumente / Elektronik: Analoger Tachometer + LCD-Display (Uhr, Ganganzeige, Kraftstoffverbrauch); LED-Scheinwerfer; LED-Rücklicht; Notbremssignal. Kein TFT, kein Bluetooth, kein USB serienmäßig (optional erhältlich)
GB350S vs. GB350: Identischer Motor, Fahrwerk, Bremsen, Elektronik. GB350S: tieferer Lenker, Café-Racer-Sitzposition, flachere Silhouette. GB350: aufrechter Lenker, klassische Sitzposition, mehr Komfort auf langen Strecken. Preis nahezu identisch; beim Händler vergleichen.
Garantie: Honda-Standard 2 Jahre (Deutschland); verlängerbar auf 6 Jahre
Markteinführung: EICMA 2024 (Erstpräsentation Europa); Verkaufsstart Deutschland Anfang 2025; in Japan seit 2021 (über 100.000 Einheiten in Asien)
Konkurrenz: Royal Enfield Classic 350: ca. 4.700 Euro; 20,2 PS; 192 kg; 800 mm. Royal Enfield Meteor 350: ca. 4.400 Euro; 20,2 PS; 191 kg. Triumph Speed 400: ca. 5.200 Euro; 39,5 PS; 176 kg; 790 mm. GB350S: günstigste Honda, bewährteste Plattform.
Preis (D): UVP ab Werk 4.080 Euro; UVP inkl. Überführungskosten 4.709 Euro