Test Triumph Rocket 3 Storm GT (2026)

2.458 cm³, 225 Nm, 750 mm Sitzhöhe und Sozius-Rückenlehne – der aufrechte Touring-Cruiser mit dem größten Serientriebwerk der Welt

Die GT ist die Rocket 3 für alle, die wissen, dass ein Motorrad mit 317 kg und 225 Nm nicht nur geradeaus existieren darf. 125 mm weiter zum Fahrer gezogener Lenker, 23 mm niedrigere Sitzhöhe (750 mm), Fußrasten weiter vorn und dreifach in der Höhe verstellbar, Touring-Fahrersitz mit Rückhalt im Lendenbereich, großzügig gepolsterter Soziussitz mit einstellbarer Rückenlehne, Heizgriffe serienmäßig. Motor, Fahrwerk und Bremsen identisch mit der R: 182 PS, Showa 47 mm, Brembo Stylema vorn, Brembo M4 hinten. 2026: neue Farbe Matt Sapphire Black / Satin Granite. 26.995 Euro in Deutschland.

Stand: 25.4.2026 | Modell: Triumph Rocket 3 Storm GT (2026; technisch identisch 2025; neue Farbe); Hersteller: Triumph Motorcycles Ltd. (Hinckley, GB) | Preis DE: 26.995 Euro (zzgl. NK); 800 Euro Aufpreis ggü. Rocket 3 Storm R; keine Farbaufpreise | Standgeräusch: nicht offiziell publiziert; beim Händler klären | Garantie: beim Händler klären

 

Was 2026 neu ist

Die Rocket 3 Storm GT ist technisch identisch mit dem 2025er-Modell. Für 2026 gibt es ausschließlich eine neue Farboption: Matt Sapphire Black / Satin Granite – ein tiefes, gedecktes Schwarz mit einem Hauch Granite-Beige an der Tank-Haube. Die bestehenden Farben Granite / Sapphire Black und Sapphire Black / Carnival Red bleiben im Programm. Keine Farbaufpreise. Der Listenpreis steigt um ca. 300 Euro auf 26.995 Euro. Der Aufpreis zur Storm R beträgt weiterhin 800 Euro – der kaufmännisch rationale Preis für erheblich mehr Touring-Komfort.

Motor: 2.458 cm³, längs eingebaut – und warum das für die GT relevant ist

Der 2.458-cm³-Reihendreizylindermotor liegt längs in der Fahrtrichtung ein – das ist der technische Kern des Rocket-Konzepts, und er hat direkte Auswirkungen auf das Fahrverhalten. Bei quer eingebauten Motoren kämpfen die Kreiselkräfte der rotierenden Kurbelwelle gegen das Einlenken. Der Fahrer muss Kraft aufwenden, um das Motorrad in Schräglage zu drücken.

Bei der Rocket erzeugt die längsliegende Kurbelwelle diese Kräfte nicht in der Kurvenrichtung, sondern als seitliche Rollbewegung beim Gasgeben im Stand. Das Resultat: Ein 317-kg-Motorrad, das mit einer für sein Gewicht erstaunlichen Kurvenwilligkeit ausgestattet ist. Die längsliegende Kurbelwelle ermöglicht für ein so schweres und langes Motorrad eine erstaunliche Kurvenwilligkeit.

Für den GT-Fahrer ist das eine besondere Qualität: Trotz der entspannten Cruiser-Sitzposition, vorwärts gestreckter Beine und aufrechtem Oberkörper reagiert die Rocket GT in Kurven willig und kontrolliert. Das Motorrad dreht sich in Richtung Kurve, ohne dass man es mühsam hineindrücken müsste. Die breiten Reifen – 150/80-17 vorn, 240/50-16 hinten – schränken die Kurvenneutralität etwas ein. Die Neutralität beim Kurvenfahren wird zugunsten der Optik und der extrem breiten 240er-Reifen geopfert. Das ist kein Problem, es ist eine Charakter-Entscheidung. Das Fahren auf der Rocket 3 GT ist kein Kompromiss – es ist eine andere Art zu fahren.

Die Leistung: 182 PS bei 7.000/min und 225 Nm bei 4.000/min. Ab 1.000/min hängt der Motor so lässig und geschmeidig am Gas, dass selbst Fahranfänger locker zurechtkämen. Das Rocket-Leben spielt sich fast immer zwischen 1.000 und 4.000/min ab – dort herrschen bis zu 225 Nm. Ride-by-Wire mit 3 schaltbaren Motorkennfeldern. 6-Gang mit schrägverzahnten Zahnrädern. Zahnriemenantrieb. Triumph Shift Assist Up+Down serienmäßig. Euro 5+.

Ergonomie: Das entscheidende Kapitel für die GT

Der wesentliche Kaufunterschied zwischen R und GT liegt nicht im Motor und nicht im Fahrwerk – sondern ausschließlich in der Ergonomie. 125 mm Unterschied in der Lenkerposition, 23 mm niedrigere Sitzhöhe (750 statt 773 mm), Fußrasten weiter vorn (statt mittig unter den Knien) – in der Praxis ist es der Unterschied zwischen einem sportlich-engagierten Roadster und einem entspannten, langstreckenorientierten Touring-Cruiser.

Das Erleben der GT aus dem Sattel: Man fühlt sich sofort gut aufgehoben. Die Sitzposition mit ziemlich weit nach vorne gestreckten Beinen ist klar dem Cruiser-Segment zugeordnet. Dazu passen der angenehm geköpfte Lenker, die niedrige Sitzhöhe und der weiche Sattel, der einem aber auch einen guten Halt im Lendenbereich gibt. Den braucht man auch – wenn zum ersten Mal der Hahn aufgedreht wird, dann würde man ohne diese Einfassung am hinteren Sitzende glatt vom Sattel gerissen.

Der Touring-Fahrersitz der GT ist eine eigene Entwicklung: breiter, weicher und mit dieser Sitz-Einfassung, die beim Beschleunigen den Fahrer hält, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken. Der Soziussitz ist großzügig gepolstert – nicht das bescheidene Sitzbrötchen der R – und verfügt über eine einstellbare Rückenlehne. Diese Rückenlehne ist bei der Rocket 3 GT kein optionales Komfort-Feature, sondern eine physikalische Notwendigkeit: Wenn 225 Nm an der Ampel anrauchen, könnte man des Passagiers verlustig gehen, gäbe es nicht diese Lehne.

Die Fußrasten der GT sind in drei Positionen verstellbar – 50 mm Verstellbereich nach vorn und zurück. Die der R in zwei Positionen höher oder tiefer. Das gibt der GT-Fahrerin und dem GT-Fahrer die Möglichkeit, die ohnehin schon entspannte Beinposition noch feiner auf die eigene Körpergröße abzustimmen. Wer zwischen R und GT schwankt: Triumph erlaubt das Wechseln der Fußrastensysteme und Sitze zwischen beiden Varianten. Es ist technisch kein entweder-oder.

R oder GT? Welche Sitzposition besser ist, lässt sich keinesfalls beantworten. Wer lange Strecken zurücklegen will und generell der entspannteren Geisteshaltung den Vorzug gibt, wählt die GT. Wer unter dem Helm noch ein Messer zwischen die Zähne geklemmt hat, greift zur R. Das ist kein Verdikt für oder gegen die GT – es ist eine Charakterbeschreibung. Beide sind gleich gut. Nur anders.

Heizgriffe: Als GT-Exklusiv-Ausstattung serienmäßig verbaut. Das klingt nach Kleinigkeit, ist auf Touring-Etappen bei 15°C und Regen aber ein relevanter Komfort-Unterschied – und erklärt, warum Triumph die 800-Euro-Differenz zur R für gerechtfertigt hält.

Fahrwerk und Bremsen: Identisch zur R

Showa USD 47 mm voll einstellbar (Vorspannung, Zug- und Druckstufe) vorn; Showa Monoshock mit Piggyback-Reservoir voll einstellbar hinten. Brembo Stylema Vierkolben-Radial-Monoblock an 2×320 mm-Scheiben vorn; Brembo M4 Monoblock an 300 mm-Scheibe hinten. Kurven-ABS und Kurven-TC über 6-Achsen-IMU. Keyless System. TFT-Display. Tempomat. 3 Motorkennfelder.

Die Kombination aus Brembos Stylema-Zangen, großen Scheiben vorn und hinten sowie Kurven-ABS, tiefem Schwerpunkt und langem Radstand macht den großen Cruiser zu Anhalte-Champions.

Die Rocket 3 R Storm wiegt 317 kg fahrfertig. Das führt dazu, dass Manövrieren nicht gerade eine leichte Angelegenheit ist – man muss ordentlich zupacken, um das Gerät von A nach B zu schieben. Für die GT gilt das identisch. Auf der Straße relativiert sich das: Der tiefe Schwerpunkt durch den tief eingebauten Motor und die niedrige Sitzhöhe machen das Motorrad im Fahrbetrieb handlicher, als das Gewicht vermuten lässt.

Preis und Einordnung

26.995 Euro in Deutschland, also 800 Euro mehr als die Storm R. Dieser Aufpreis kauft: Touring-Fahrersitz mit Rückhalt, großzügiger Soziussitz mit verstellbarer Rückenlehne, 23 mm niedrigere Sitzhöhe (750 mm statt 773 mm), 125 mm weiter zum Fahrer gezogener Lenker, Fußrasten dreifach verstellbar statt zweifach, Heizgriffe serienmäßig.

Die direkten Konkurrenten der Rocket 3 Storm GT existieren nicht – es gibt kein anderes Produktionsfahrzeug mit 2.458 cm³ischen Reihendreizylindermotor. Indian Pursuit Dark Horse: ca. 37.000 Euro, 1.890-cm³-V-Twin, 181 Nm, echtes Touring-Modell mit Koffern serienmäßig. Harley-Davidson CVO Road Glide: ca. 48.000 Euro. Im Segment des maximalen Cubic-Inches-Cruisers mit Touring-Anspruch ist die Rocket 3 Storm GT das günstigste Angebot.

Fazit

Die Triumph Rocket 3 Storm GT ist für den Fahrer, der das größtmögliche Drehmomenterlebnis mit der am wenigsten anstrengenden Sitzposition kombinieren möchte – und der seinem Sozius das Erlebnis zumuten will, ohne dass er nach 50 Kilometern aus dem Sattel fällt. Motor, Fahrwerk und Bremsen sind identisch mit der R. Der GT-Aufpreis von 800 Euro fällt für Ergonomie, Soziuskomfort und Heizgriffe an. Wer lange Touren plant, zahlt sie gern.

 

Kurzcheck

 

+ GT-exklusiv: 125 mm weiter zum Fahrer gezogener Lenker → deutlich aufrechter; 750 mm Sitzhöhe (23 mm weniger als R); Fußrasten weiter vorn, dreifach verstellbar; Touring-Fahrersitz mit Lendenrückhalt; großzügiger Soziussitz mit einstellbarer Rückenlehne; Heizgriffe serienmäßig

+ 225 Nm weltweit höchstes Serien-Drehmoment; motorrad-magazin.at: Sofort wohlfühlen; aufrechte Cruiser-Position; weicher Sattel mit gutem Lendenrückhalt; längsliegende Kurbelwelle ermöglicht erstaunliche Kurvenwilligkeit trotz 317 kg

+ Showa 47 mm voll einstellbar; Brembo Stylema 2× 320 mm vorn + Brembo M4 300 mm hinten; 6-Achsen-IMU; Kurven-ABS; Kurven-TC; Tempomat; Keyless; 26.995 Euro – günstigstes Maxi-Cruiser-Angebot mit 2,5-Liter-Triebwerk

+ Brembo-Zangen + Kurven-ABS + tiefer Schwerpunkt machen Anhalte-Champions; wer lange Strecken und die entspannte Geisteshaltung bevorzugt, wählt die GT – Fehler kann man keinen begehen, alle Teile wechselbar

 

317 kg fahrbereit: Rangieren und Parken erfordern Erfahrung; man muss ordentlich zupacken, um das Gerät von A nach B zu schieben

Kein Windschutz serienmäßig; kein Koffersystem serienmäßig: für echte Touring-Nutzung muss Zubehör nachgerüstet werden

Verbrauch ca. 6,5–7 l/100 km; Tank ca. 18 l: Reichweite ca. 250–270 km – für Touring-Etappen häufige Tankstopps nötig

Standgeräusch nicht publiziert; Tirol-Kompatibilität beim Händler klären; Garantie-Konditionen beim Händler klären; kein A2

 

 

Technische Daten: Triumph Rocket 3 Storm GT (2026)

 

Marke / Modell: Triumph Rocket 3 Storm GT (2026; technisch identisch 2025; neue Farbe Matt Sapphire Black / Satin Granite); Hersteller: Triumph Motorcycles Ltd. (Hinckley, GB)

GT vs. R (Unterschiede): Lenker 125 mm weiter zum Fahrer (aufrechtere Position); Sitzhöhe 750 mm (R: 773 mm; -23 mm); Fußrasten weiter vorn, dreifach verstellbar (50 mm Bereich); Touring-Fahrersitz mit Sitz-Einfassung; großzügiger Soziussitz mit verstellbarer Rückenlehne; Heizgriffe serienmäßig (R: nicht). Motor, Fahrwerk, Bremsen, Elektronik identisch.

Motor: Flüssigkeitsgekühlter DOHC-Reihendreizylindermotor, längs eingebaut; 2.458 cm³; Ride-by-Wire (3 Kennfelder); Triumph Shift Assist Up+Down; Anti-Hopping-Kupplung; 6-Gang (schrägverzahnte Zahnräder); Zahnriemenantrieb; Euro 5+

Motorkonzept: Längsliegende Kurbelwelle: keine Kreiselkräfte gegen das Einlenken (wie bei quer eingebauten Motoren); seitliche Rollbewegung beim Gasgeben im Stand; ermöglicht erstaunliche Kurvenwilligkeit trotz 317 kg

Leistung: 182 PS bei 7.000/min

Drehmoment: 225 Nm bei 4.000/min (Weltrekord Serien-Motorrad)

Vmax / Verbrauch: ca. 220 km/h; ca. 6,5–7 l/100 km

Tank / Reichweite: ca. 18 l, ca. 250–270 km

Elektronik: 3 Motorkennfelder; Kurven-TC (IMU); Kurven-ABS (IMU, 6 Achsen); Tempomat; Shift Assist Up+Down; Keyless System; TFT-Display

Rahmen: Stahlrohrrahmen; Leichtmetall-Schwinge

Gabel: Showa USD 47 mm; voll einstellbar (Vorspannung, Zug- und Druckstufe)

Federbein: Showa Monoshock mit Piggyback-Reservoir; voll einstellbar

Bremsen vorn: 2× Brembo Stylema 4-Kolben-Radial-Monoblock; Scheibe 320 mm; Kurven-ABS

Bremse hinten: Brembo M4 Monoblock; Scheibe 300 mm; ABS

Räder / Reifen: 17 Zoll vorn / 16 Zoll hinten; 150/80-17 vorn; 240/50-16 hinten (breitester Serienreifen der Welt)

Ergonomie GT: Sitzhöhe 750 mm; aufrechte Cruiser-Position; Lenker 125 mm näher am Fahrer als R; Fußrasten weit vorn (3 Positionen à 50 mm); Touring-Fahrersitz; Soziussitz großzügig gepolstert + verstellbare Rückenlehne; Heizgriffe serienmäßig

Gewicht: ca. 317 kg vollgetankt

Standgeräusch: Nicht offiziell publiziert; Tirol-Kompatibilität beim Händler klären

Farben 2026: Matt Sapphire Black / Satin Granite (neu 2026); Granite / Sapphire Black; Sapphire Black / Carnival Red; keine Farbaufpreise

Zubehör (Werk): Quickshifter; Gepäckbrücke; Sporttaschen; TPMS; My Triumph Connectivity; Wechsel zu R-Fußrastenkit; 50+ Teile

Garantie: 4 Jahre

Vergleich zur R: GT: 26.995 Euro (+800 Euro); Touring-Sitzposition, Soziuskomfort, Heizgriffe. R: 26.195 Euro; sportlichere Position, mittige Fußrasten. Motor/Fahrwerk/Bremsen identisch. Alle Anbauteile gegenseitig wechselbar.

Preis (D): 26.995 Euro (zzgl. Händler-NK)