Test Triumph Tiger Sport 660 (2026)

14 PS mehr, 18,6-Liter-Tank und neues Karosserie-Design – der kompakte Sporttourer wird erwachsen

Das war ein großes Update: Die Tiger Sport 660 bekommt für 2026 den 95-PS-Motor aus der Daytona 660 – 14 PS und 4 Nm mehr als zuvor, Einzeldrosselklappen statt einer gemeinsamen, überarbeiteter Zylinderkopf, höhere Drehzahlgrenze. Dazu: größerer Tank (18,6 Liter), neue Karosserie à la Tiger Sport 800, Quickshifter und Tempomat jetzt serienmäßig. 4 Jahre Garantie. A2-Drosselung auf 48 PS verfügbar. Fahrwerk weich und nicht einstellbar – das ist die Einschränkung. 9.895 Euro in Deutschland.

Stand: 25.4.2026 | Modell: Triumph Tiger Sport 660 (Mk2, 2026); Hersteller: Triumph Motorcycles Ltd. (Hinckley, GB) | Preis DE: 9.895 Euro (bestätigt, inkl. 4 Jahre Garantie, zzgl. Händler-NK); Österreich: 10.695 Euro | Standgeräusch: nicht offiziell publiziert; beim Händler klären | Garantie: 4 Jahre; Serviceintervall: 16.000 km; A2-Drosselung auf 48 PS verfügbar

 

Das 2026-Update: 14 PS mehr für 400 Euro Aufpreis

Die Tiger Sport 660 hat seit 2022 in ihrem Grundkonzept nicht viel verändert. Für 2026 folgt die bedeutendste Überarbeitung seit der Markteinführung. ImKern: Der 81-PS-Motor mit gemeinsamer Drosselklappe weicht dem 95-PS-Aggregat der Daytona 660 – mit drei Einzeldrosselklappen, überarbeitetem Zylinderkopf (größere Auslassventile, mehr Ventilhub) und höherer Drehzahlgrenze. Damit teilen jetzt Trident 660, Daytona 660 und Tiger Sport 660 (2026) denselben Grundmotor.

Der Rahmen wurde geringfügig angepasst, um die neuen Drosselklappenkörper aufzunehmen. Die Karosserie wurde neu gestaltet – kantig und massiver, angelehnt an die Tiger Sport 800. Der Tank wächst von 17,2 auf 18,6 Liter. Der Listenpreis steigt um 400 Euro auf 9.895 Euro (plus Nebenkosten).

Wer im Jahr 2025 noch eine kaufte, könnte sich ärgern – 14 PS mehr für 400 Euro mehr ist eine ungewohnt großzügige Leistungssteigerung für so wenig Aufpreis. Grundsätzlich bleibt auch die 2026er Triumph ein zugänglicher, unkomplizierter Allrounder – ideal für Einsteiger, aber keineswegs langweilig für Routiniers.

Motor: 95 PS, dreht bis 12.650/min, A2-drosselbar

95 PS (70 kW) bei 11.250/min, 68 Nm bei 8.250/min, Drehzahlbegrenzer bei 12.650/min. Triumph gibt an, 80 Prozent des maximalen Drehmoments (ca. 54 Nm) ab 3.000/min bereitzustellen – das ist die alltagsrelevante Größe. Wo der Vorgänger im oberen Drehzahldrittel die Luft ausging, dreht der neue Motor freier aus, wirkt entschlossener und gewinnt deutlich an Nachdruck. Die drei Einzeldrosselklappen schärfen das Ansprechverhalten am Gasgriff spürbar.

Die A2-Drosselung auf 35 kW / 48 PS ist verfügbar, damit reizt die Tiger Sport 660 als A2-Fahrzeug jetzt das drosselbare Limit voll aus. Quickshifter (Up+Down) und Tempomat sind 2026 serienmäßig. Anti-Hopping-Kupplung. 6-Gang. Euro 5+. Unterflur-Schalldämpfer.

Fahrwerk: Das ehrliche Bild aus mehreren Fahrberichten

Das Fahrwerk der Tiger Sport 660 hat sich für 2026 nicht verändert: Showa USD vorn (150 mm Federweg, nicht einstellbar) und Showa-Federbein hinten (150 mm, hydraulisch einstellbare Vorspannung). Die Gabel filtert Unebenheiten komfortabel, wirkt aber bei sportlicherer Gangart etwas soft. In tiefer Schräglage fehlt gelegentlich das letzte Quäntchen Feedback. Die weiche Federung agiert bei aggressiver Fahrweise an der Obergrenze, die Nissin-Bremsen ebenfalls.

Das ist eine relevante Kritik: Die Daytona 660 hat für 2026 ihre Gabel nachgerüstet (voll einstellbare SFF-BP). Die Tiger Sport 660 bekommt das nicht. Für die Zielgruppe des Alltags-Sporttourer-Fahrers ist das kein Problem. Doch wer die volle Leistung auf kurvenreichen Straßen auskosten will, findet das Fahrwerk unter Druck am Limit. 17-Zoll-Bereifung; Michelin Road 5 oder ähnlich gute Reifen als Erstausrüstung, das passt.

Bremsen: Nissin – ausreichend, kein Upgrade

Nissin-Schwimmsattel (2-Kolben, keine Radialzange) an 2× 310-mm-Scheiben vorn, 255-mm-Scheibe hinten. Neigungsabhängiges ABS serienmäßig. Die Nissin-Bremsen sind für Alltagssporttourer ausreichend, bei aggressiver Fahrweise an der Obergrenze. Leider kein Upgrade gegenüber dem Vorgänger.

Ergonomie: Sporttourer-Profil, breiter Lenker, guter Windschutz

835 mm Sitzhöhe; aufrechte Sitzposition; breiter Lenker; Fußrasten sportlich positioniert, ohne die Langstreckentauglichkeit einzubüßen. Windschild werkzeuglos in 7 Stufen und bis 85 mm Höhenverstellung verstell bar – das ist im Segment überdurchschnittlich. Ein hervorragender Pendler – komfortabel, viel Wetterschutz, mühelos zu fahren. Bei mittleren Drehzahlen ein souveräner Tourenfahrer, bei höherem Tempo ein kompetenter Kurvensportler. TFT-Display serienmäßig;,My Triumph Konnektivität optional. Optionales Koffersystem (Seitenkoffer für je einen Integralhelm, 49-L-Topcase) verfügbar.

Tank 18,6 Liter, Verbrauch ca. 4,5– 4,9 l/100 km, Reichweite ca. 380–400 km. Gewicht ca. 211–212 kg fahrbereit. Vmax ca. 205 km/h.

Preis und Konkurrenz

9.895 Euro in Deutschland (plus Nebenkosten). Yamaha Tracer 7: ca. 10.400 Euro, 75 PS, Parallel-Twin, 7-Zoll-TFT serienmäßig. Kawasaki Ninja 650 Tourer: ca. 9.200 Euro, 68 PS. Suzuki GSX-S 800: ca. 9.400 Euro, 83 PS. Honda CB 650 R (Naked): ca. 10.000 Euro, Vierzylinder, E-Clutch.

Die Tiger Sport 660 hat mit 95 PS mehr Leistung als alle günstigeren direkten Konkurrenten in dieser Preisklasse. Die 4-Jahres-Garantie und das 16.000-km-Serviceintervall sind starke Argumente gegenüber japanischen Marken.

Fazit

Die Tiger Sport 660 2026 ist das Modell, das der Vorgänger immer sein wollte: 95 PS, 18,6-Liter-Tank, Quickshifter serienmäßig, 4 Jahre Garantie, A2-drosselbar. Für 9.895 Euro ist das ein überzeugend vollständiges Paket für Alltagstouren und Reisen. Das Fahrwerk bleibt das ehrlichste Argument für einen Blick auf die Daytona 660 oder Tiger Sport 800, wenn der Fahrspaß im sportlichen Grenzbereich Priorität hat.

 

Kurzcheck

 

+ 14 PS mehr: 95 PS / 68 Nm (2026) statt 81 PS / 64 Nm (2025); 3 Einzeldrosselklappen; überarbeiteter Zylinderkopf; 12.650/min Drehzahlbegrenzer; motorradonline.de: dreht freier, entschlossener, mehr Nachdruck

+ Tank 18,6 l (statt 17,2 l): ca. 380–400 km Reichweite; Quickshifter Up+Down serienmäßig; Tempomat serienmäßig; A2-Drosselung auf 48 PS verfügbar

+ hervorragender Pendler; auf kurvigen Bergstraßen souverän; komfortabel, schützend; zugänglicher Allrounder, keineswegs langweilig

+ 4 Jahre Garantie; 16.000 km Serviceintervall; Windschild werkzeuglos 7-stufig verstellbar (bis 85 mm); optionales Koffersystem; neues Karosserie-Design nach Tiger Sport 800; 9.895 Euro

 

Fahrwerk nicht einstellbar: Gabel weich und ohne Einstellmöglichkeit; Daytona 660 2026 hat einstellbare Gabel

Nissin 2-Kolben-Schwimmsattel vorn (keine Radialzange): kein Upgrade gegenüber Vorgänger

My Triumph Konnektivität (Navi) als Zubehör; Koffersystem nicht serienmäßig; Heizgriffe optional

Standgeräusch nicht publiziert; Tirol-Kompatibilität beim Händler klären; ca. 212 kg fahrbereit (+4 kg ggü. Vorgänger)

 

 

Technische Daten: Triumph Tiger Sport 660 (2026)

 

Marke / Modell: Triumph Tiger Sport 660 (Mk2, 2026); Hersteller: Triumph Motorcycles Ltd. (Hinckley, GB)

2026-Änderungen: Motor: 95 PS statt 81 PS (+14 PS); 3 Einzeldrosselklappen statt 1; überarbeiteter Zylinderkopf (größere Auslassventile, mehr Ventilhub); höhere Drehzahlgrenze (12.650 statt 10.500/min); Tank 18,6 l statt 17,2 l; neue Karosserie à la Tiger Sport 800; Quickshifter + Tempomat serienmäßig; Rahmen geringfügig angepasst. Fahrwerk: unverändert.

Motor: Flüssigkeitsgekühlter DOHC-Reihendreizylindermotor; 660 cm³; 3 Einzeldrosselklappen; Anti-Hopping-Kupplung; Ride-by-Wire; 6-Gang; Kette; Quickshifter Up+Down serienmäßig; Euro 5+; identischer Motor wie Daytona 660 und Trident 660 (2026)

Leistung: 95 PS (70 kW) bei 11.250/min; Drehzahlbegrenzer 12.650/min; A2-Drosselung auf 35 kW / 48 PS verfügbar

Drehmoment: 68 Nm bei 8.250/min; 80% (ca. 54 Nm) ab 3.000/min

Vmax / Verbrauch: ca. 205 km/h; 4,5–4,9 l/100 km; ca. 380–400 km Reichweite

Tank: 18,6 l (2025: 17,2 l)

Fahrmodi / Elektronik: 3 Fahrmodi (Sport / Road / Rain); neigungsabhängige TC; neigungsabhängiges ABS; Tempomat serienmäßig; Quickshifter Up+Down serienmäßig; TFT-Display; My Triumph Konnektivität optional; Wegfahrsperre

Rahmen: Stahlrohrrahmen (geringfügig angepasst für Dreifach-Drosselklappengehäuse)

Gabel: Showa USD; Federweg 150 mm; NICHT einstellbar

Federbein: Showa; Federweg 150 mm; Vorspannung hydraulisch einstellbar

Bremsen vorn: Nissin 2-Kolben-Schwimmsattel (keine Radialzange); 2× Scheibe 310 mm; neigungsabhängiges ABS

Bremse hinten: Einzelscheibe 255 mm; ABS

Räder: 17 Zoll vorn und hinten

Reifen: Michelin Road 5 (o.ä.); 120/70 ZR17 vorn; 180/55 ZR17 hinten

Ergonomie: Sitzhöhe 835 mm; aufrechte Sporttourer-Position; breiter Lenker; Fußrasten sportlich positioniert; Windschild werkzeuglos 7-stufig (bis 85 mm); Soziusfähig; TFT-Display

Gewicht: ca. 207 kg fahrbereit

Standgeräusch: Nicht offiziell publiziert

Farben (2026): Interstellar Blue; Pure White; Silver Ice

Zubehör (Werk): Seitenkoffer (je 1 Integralhelm); 49-l-Topcase; My Triumph Konnektivität; Heizgriffe; TPMS; Kofferbefestigung

Garantie / Service: 4 Jahre Herstellergarantie (inkl.); 16.000 km / 12 Monate Serviceintervall

Preis (D): 9.895 Euro (inkl. 4 Jahre Garantie, zzgl. Händler-NK); Österreich: 10.695 Euro