Test CFMoto 675 NK (2026)

Dreizylinder zum Kampfpreis – und der Vergleichstest gegen die Triumph Trident 660 geht an CFMoto

90 PS, 674 cm³ Dreizylinder, 189 kg, KYB voll einstellbar, J.Juan-Radialbremse, Quickshifter, T-Box – und unter 7.000 Euro. Was die Triumph Trident 660 für über 8.000 Euro bietet, gibt es hier günstiger. Mit einem Haken: 98 dB(A) Standgeräusch.

Stand: 15.4.2026 | Modell: CFMoto 675 NK (2026) | Preis: 6.999 Euro inkl. NK | Tipp: Aktionsangebot ab 01.04.2026 – 675 Euro Rabatt inkl. 5 Jahre Garantie (statt 4 Jahre) | Standgeräusch: 98 dB(A) – Tiroler Fahrverbot gilt | Fertigung: CFMoto, China

 

Motor: Eigenentwicklung mit 54 kg – einer der leichtesten Dreizylinderblöcke auf dem Markt

Der 674-cm³-Reihendreizylinder der CFMoto 675 NK ist eine Eigenentwicklung – kein Zukaufmotor von einem japanischen oder europäischen Partner. DOHC, 4 Ventile pro Zylinder, Tassenstößel, 120-Grad-Hubzapfenversatz, Bosch-Saugrohreinspritzung. Mit 54 kg gilt er laut CFMoto als einer der leichtesten Dreizylindermotoren seiner Art. Er leistet 90 PS bei 11.000/min und 68 Nm bei 8.250/min – 75 Prozent des Drehmoments stehen bereits ab 4.000/min an.

Der Motor erinnert eher ans füllige CP3-Triebwerk von Yamaha als an temperamentvolle Hochdrehzahl-Triebwerken von Triumph oder MV Agusta. Er drückt bereits früh gut an, liefert über ein breites Drehzahlband schönen Vortrieb und läuft ruhiger und vibrationsärmer als das Triumph-Pendant. Am Ende des Drehzahlbandes zündet er ein Feuerwerk der Fahrdynamik – das allerdings wenige grell zündet als Street Triple oder MV Agusta 800. Minus: Lastwechselreaktionen in engen Kehren erfordern ein gefühlvolles Handgelenk. Kein Ride-by-Wire: Das erklärt, warum es keinen Blipper gibt. Hochschalten geht ohne Kupplung, runterschalten braucht sie noch.

Fahrwerk: KYB voll einstellbar, 130 mm Federweg, 1.400 mm Radstand – leichtfüßig und neutral

Das Fahrwerk übernimmt die Basis der 675 SR-R: Stahl-Brückenrahmen, Aluminiumschwinge, KYB-USD 41 mm vorne (voll einstellbar), KYB-Monoshock hinten (Vorspannung und Zugstufe einstellbar). 130 mm Federweg je Achse. Radstand 1.400 mm – kompakt, was die 675 NK extrem agil macht. Ein leichter Impuls am breiten Lenker lässt die NK federleicht in Schräglage abkippen und neutral durch Kurven huschen.

Das Getriebe der NK schaltet präzise. Der CFMoto fehlt die messerscharfe Präzision sehr viel teurerer Vertreter – aber sie ist keineswegs behäbig oder unpräzise. Mit ein paar Klicks mehr Zug- und Druckstufe lässt sich spürbar mehr Zielgenauigkeit herausholen. Das KYB-Ensemble wirkt harmonisch und ausbalanciert, verzeiht Fehler und ist für Einsteiger gut beherrschbar.

Bremse & Reifen: J.Juan Vierkolben packt vehement zu – CST-Serienpneus im Trockenen überraschend gut

Die Bremse vorne kommt von J.Juan: Vierkolben-Radialsattel auf zwei 300-mm-Scheiben mit aerodynamischen Kühlluft-Hutzen (von der SR-R übernommen). Hinten: Einkolben-Schiebesattel, 240-mm-Scheibe. Bosch-ABS serienmäßig; Traktionskontrolle 2-stufig, vollständig deaktivierbar. Beide Systeme arbeiten nicht schräglagenabhängig – mangels IMU. Das ist das deutlichste Elektronik-Minus gegenüber Konkurrenten in dieser Klasse.

Bremsen mit teigigem Druckpunkt im Stand, aber packen in Fahrt vehement zu. Bereifung: CST S3N serienmäßig, 120/70-17 vorne und 180/55-17 hinten. Im Trockenen überraschend klebrig. Wer höhere Ansprüche hat, tauscht die CST-Reifen früh gegen Markenware.

Ergonomie & Elektronik: 810 mm Sitzhöhe, Quickshifter, T-Box – ohne Fahrmodi, ohne IMU

Sitzhöhe 810 mm, optional auf 795 mm absenkbar oder auf 825 mm erhöhbar. Breiter Lenker, moderat sportliche Fußrastenposition. Kompakte, aber nicht beengte Sitzpoition. Fahrer über 1,80 m finden mehr Platz als auf der Triumph Trident 660. Die Fußrasten küssen bei sportlichem Einlenken schnell den Asphalt – das ist Naked-Bike-Konzept, kein Defekt.

Quickshifter serienmäßig (nur Hochschalten ohne Kupplung). 5-Zoll-TFT mit Connectivity, Reifendruckanzeige, Reifentemperaturanzeige, konfigurierbarem Schaltblitz. T-Box: OTA-Updates, CFMoto RIDE App, Google-Navigation, Konnektivität. Keine wählbaren Fahrmodi – das ist das technische Hauptminus gegenüber der Trident 660, die 2025 Road, Rain und Sport einführte, und gegenüber der Honda CB 650 R oder Yamaha MT-07. Traktionskontrolle 2-stufig plus komplett deaktivierbar. Kein adaptives Bremslicht.

Vergleich: CFMoto schlägt die Triumph Trident 660 – aber nicht in allen Disziplinen

Motorradonline hat im Januar 2026 die 675 NK direkt gegen die Triumph Trident 660 getestet. Der Testsieg geht an die CFMoto. Gründe: besseres Preis-Leistungs-Verhältnis, präziseres Getriebe, ruhigerer und vibrationsärmerer Motor, mehr Platz für größere Fahrer, charaktervollerer Klang. Triumph-Vorteile: IMU-gestützte Elektronik, 3 Fahrmodi (inkl. Sport), Blipper, etabliertes Markennetzwerk, bewiesener Wiederverkaufswert. Preis Triumph Trident 660: ab 8.295 Euro – rund 1.800 Euro mehr als die CFMoto.

Gegenüber Yamaha MT-07 (8.524 Euro, 75 PS, 689 cm³ Zweizylinder, IMU, 3 Fahrmodi): Die CFMoto hat mehr PS und kostet weniger, hat aber weniger Elektronik. Honda CB 650 R (ab 9.959 Euro, 95 PS, Vierzylinder, E-Clutch): teurer, mehr Leistung, anderer Motorcharakter. Die 675 NK positioniert sich als preisgünstigste Dreizylinder-Option in der Mittelklasse.

98 dB(A) und Tirol: Der einzige Haken, der Alpenpässe sperrt

Mit 98 dB(A) Standgeräusch liegt die CFMoto 675 NK drei Dezibel über der Tiroler Grenze von 95 dB(A). Wer regelmäßig in Tirol oder auf gesperrten Pässen unterwegs ist, muss das einkalkulieren. Für alle anderen ist das kein Kaufhindernis.

Preis in Deutschland: 6.999 Euro. Aktionsangebot von CFMoto ab 01.04.2026: 675 Euro Rabatt bei gleichzeitiger Verlängerung auf 5 Jahre Herstellergarantie. Das ist ein konkretes Kaufargument – wer jetzt kauft, bekommt mehr Garantie für weniger Geld.

Fazit

90 PS Dreizylinder, KYB voll einstellbar, J.Juan Radialzange, Quickshifter, T-Box, 189 kg, 810 mm – unter 7.000 Euro. Im Vergleichstest schlägt sie die Triumph Trident 660. Der Motor ist kein Hochdrehzahl-Spektakel, sondern ein breites, lineares Triebwerk mit Triple-Sound. Ohne IMU, ohne Fahrmodi, ohne Blipper. Mit 98 dB(A) Standgeräusch. Wer Tirol nicht braucht und statt viel Elektronik lieber weniger Geld ausgibt: sehr gutes Motorrad für den Preis.

 

Kurzcheck

 

+ 674-cm³-Dreizylinder-Eigenentwicklung: 54 kg Motorgewicht – einer der leichtesten Dreizylinder auf dem Markt

+ 90 PS / 68 Nm; 75% Drehmoment ab 4.000/min; linearer Charakter; ruhiger und vibrationsärmer als Triumph Trident 660

+ KYB USD 41 mm voll einstellbar + KYB-Monoshock einstellbar; 130 mm Federweg je Achse

+ Radstand 1.400 mm: extrem agil; leichtfüßiges Einlenken, neutrale Kurvenstabilität

+ J.Juan Vierkolben-Radialfestsattel auf 2× 300-mm-Scheiben vorne; vehementer Biss

+ Quickshifter serienmäßig (Hochschalten ohne Kupplung)

+ T-Box: OTA, Google-Navigation, CFMoto RIDE App, Konnektivität

+ 5-Zoll-TFT: Reifendruck- und Reifentemperaturanzeige, konfigurierbarer Schaltblitz

+ Traktionskontrolle 2-stufig + komplett deaktivierbar; Bosch-ABS

+ 189 kg fahrbereit; 810 mm Sitzhöhe (optional 795/825 mm)

+ Vergleichstest Jan. 2026: Testsieg gegen Triumph Trident 660

+ Aktionsangebot ab 01.04.2026: 675 Euro Rabatt + 5 Jahre Garantie

+ 6.999 Euro – rund 1.800 Euro günstiger als Triumph Trident 660

 

98 dB(A) Standgeräusch: Tiroler Fahrverbot gilt; Pässe mit 95-dB-Grenze tabu

Keine IMU: ABS und Traktionskontrolle nicht schräglagenabhängig

Keine Fahrmodi – Triumph Trident 660 hat Road, Rain, Sport seit 2025

Kein Blipper (kein Ride-by-Wire macht Blipper konstruktiv aufwendiger)

Lastwechselreaktionen in engen Kehren erfordern gefühlvolles Handgelenk

CST-Serienbereifung: bei Nässe und im Grenzbereich nicht optimal

Zuladung 141 kg: Sozius nur für leichtere Fahrerkombinationen

Wiederverkaufswert und Langzeitzuverlässigkeit noch nicht belegt

CFMoto-Händlernetz in Deutschland kleiner als Triumph oder Honda

 

 

Technische Daten: CFMoto 675 NK (2026)

 

Fertigungsland: China (CFMoto)

Motor: Reihendreizylinder (Eigenentwicklung), 674 cm³, flüssigkeitsgekühlt, DOHC, 4V/Zylinder, Tassenstoßel, 120°-Hubzapfenversatz, Bosch-Saugrohreinspritzung, Euro 5+; Motorgewicht ca. 54 kg

Leistung: 90 PS bei 11.000/min

Drehmoment: 68 Nm bei 8.250/min, 75% ab 4.000 U/min

Getriebe: 6-Gang; Quickshifter serienmäßig (nur Hochschalten); kein Blipper (kein Ride-by-Wire)

Elektronik: Bosch-ABS (nicht schräglagenabhängig, keine IMU); TCS 2-stufig + komplett deaktivierbar (nicht schräglagenabhängig); keine Fahrmodi; T-Box (OTA, RIDE App, Google-Navigation)

Rahmen: Stahl-Brückenrahmen; Aluminiumschwinge

Gabel: KYB USD, 41 mm, voll einstellbar; 130 mm Federweg

Federbein: KYB Monoshock; Federvorspannung und Zugstufe einstellbar; 130 mm Federweg

Bremse vorn: J.Juan Vierkolben-Radialfestsattel; 2× 300-mm-Scheiben mit aerodynamischen Kühlluft-Hutzen; Bosch-ABS

Bremse hinten: J.Juan Einkolben-Schiebesattel; 240-mm-Scheibe; ABS

Räder: Alugussräder; 17 Zoll vorne und hinten

Reifen: 120/70-17 vorne; 180/55-17 hinten; CST S3N serienmäßig

Display: 5-Zoll-TFT; Reifendruck- und -temperaturanzeige; konfigurierbarer Schaltblitz; Connectivity

Gewicht: 189 kg vollgetankt

Zuladung: 141 kg

Sitzhöhe: 810 mm (optional 795 mm / 825 mm)

Radstand: 1.400 mm

Tank: 15 Liter

Standgeräusch: 98 dB(A) – Tiroler Fahrverbot gilt (Grenzwert 95 dB)

Führerschein: A; A2-Drosselung möglich (Umbaukit)

Preis (D): 6.999 Euro inkl. Nebenkosten. Aktionsangebot ab 01.04.2026: 675 Euro Rabatt inkl. 5 Jahre Garantie

Garantie: 4 Jahre (Standard); 5 Jahre im Aktionszeitraum ab 01.04.2026