Test Ducati Diavel V4 RS (2026)

182 PS Desmosedici Stradale, Öhlins, Carbon, 0–100 in 2,5 s, nummeriert – 38.990 Euro

Die Diavel V4 RS ist die konsequenteste Version der Diavel-Idee: 182 PS aus dem Desmosedici-Stradale-Motor – demselben Aggregat aus Panigale und Streetfighter – in einem Muscle-Cruiser-Gehäuse. Öhlins-Fahrwerk, Trockenkupplung, Carbon-Verkleidungsteile, Schmiederäder, Race-Modus. Nummerierte Aluminiumplakette. 0 auf 100 in 2,5 Sekunden.

Stand: 2.5.2026 | Modell: Ducati Diavel V4 RS (2026; Neumodell; limitierte nummerierte Serie; Desmosedici-Stradale-Motor); Hersteller: Ducati Motor Holding S.p.A. (Borgo Panigale, Bologna, IT; Tochter der Audi AG) | Preis DE: 38.990 Euro (zzgl. 345 Euro Liefernebenkosten) | Standgeräusch: nicht offiziell publiziert; beim Händler klären (Tirol-Grenze 95 dB(A)) | Garantie: 2 Jahre Herstellergarantie; Ventilspielkontrolle alle 30.000 km

 

Was die RS von der Diavel V4 trennt – und was sie verbindet

Die Diavel V4 RS und die Diavel V4 teilen Rahmenkonzept, Einarmschwinge, 240er-Hinterreifen und das grundlegende Diavel-Proportionsprinzip. Der entscheidende Unterschied ist der Motor: In der RS steckt der Desmosedici Stradale mit 1.103 cm³ und desmodromischer Ventilsteuerung; in der Standard-V4 der Granturismo mit 1.158 cm³ und Ventilfedern.

Das ergibt 182 PS statt 168 PS – und einen vollkommen anderen Motorcharakter. Der Granturismo der Standard-V4 zieht breit und füllig an, mit sattem Drehmoment schon ab niedrigen Drehzahlen. Der Desmosedici Stradale der RS will gedreht werden. Er lebt zwischen 8.000 und 13.500/min, wo er seinen besten Charakter zeigt, und er lässt keinen Zweifel daran, dass er ursprünglich für die Panigale entwickelt wurde.

Wer die RS kauft und hauptsächlich im Stadtverkehr und auf Landstraßen unter 6.000/min fährt, hat das falsche Motorrad gewählt. Wer sie kauft, weil er einen Motor will, der in der Kurve atmet und oberhalb des Drehzahlbandes beängstigend gut wird, hat das richtige.

Motor: Desmosedici Stradale – 182 PS, Trockenkupplung, 13.500/min

1.103 cm³, flüssigkeitsgekühlt, 90°-V4, DOHC, desmodromische Ventilsteuerung, gegenläufige Kurbelwelle, 4 Ventile/Zylinder, 182 PS bei 11.750/min, 120 Nm bei 9.500/min, Drehzahlbegrenzer bei 13.500/min (1. Gang: 14.000/min), 6-Gang, Trockenkupplung (STM-EVO-SBK-Ausführung), Quick Shift 2.0, Euro 5+, Zylinder-Deaktivierungsystem (Heckzylinder bei Stillstand/Neutral). Der Motor ist strukturelles Bauteil und übernimmt Rahmenfunktionen.

Das Drehmoment der RS – 120 Nm bei 9.500/min – liegt nominell 6 Nm unter dem Granturismo der Standard-V4 (126 Nm bei 7.500/min). Dieser Vergleich ist irreführend. Der Desmosedici baut sein Drehmoment höhertourig auf und hält es länger: Wer ihn bei 9.000 Touren im dritten Gang öffnet und durch die nächsten 4.000/min dreht, erlebt eine Kraftentfaltung, die der Granturismo strukturell nicht erreicht. Dazu kommt die Trockenkupplung: Sie rattert charakteristisch im Leerlauf, sie sieht dramatisch aus, und sie erzeugt ein Gefühl, das an ein Rennmotorrad erinnert. Das ist kein Komfort-Feature – es ist ein Charakter-Statement.

Verbrauch ca. 6,5 l/100 km, 20-Liter-Tank, ca. 305 km Reichweite. Zylinderabschaltung im Stand und Neutral reduziert Hitzeeintrag auf den Fahrer – bei einem hochkomprimierten V4 im Stadtverkehr ein handfester Komfortvorteil.

Fahrwerk: Öhlins NIX30 + STX46, Schmiederäder, 235 kg

Öhlins NIX30 48-mm-USD vorn, voll einstellbar, Federweg ca. 127 mm. Hinten: Öhlins STX46-Zentralfederbein, voll einstellbar, Einarmschwinge. Bremsen: Brembo Stylema-Monoblockzangen, 2× 330-mm-Scheiben, Kurven-ABS EVO. Das Fahrwerk der RS ist das höchste, was Ducati in einem Diavel-Modell verbaut hat. Öhlins NIX30 und STX46 sind exklusive Einheiten, die für Strecken- und Hochleistungsanwendungen entwickelt wurden und in der Diavel-RS auf Straßentauglichkeit abgestimmt wurden – eine Abstimmung, die souveräne Kontrolle auf dem festen Belag gibt, ohne Komfort zu kosten.

Das Gewicht der RS beträgt 235 kg fahrbereit – 1 kg weniger als die Standard-V4 (236 kg fahrfertig). Die Reduktion kommt aus Carbon-Verkleidungsteilen (Lufteinlässe, Einsitzer-Heck, Kotflügel, Tankabdeckungen), Aluminium-Schmiederäder (leichter als Gussräder, weniger ungefederte Masse) und einer Lithium-Ionen-Batterie. Weniger ungefederte Masse bedeutet schnelleres Ansprechen des Fahrwerks auf Unebenheiten – der Unterschied ist auf schlechtem Belag merkbar.

Ergonomie: 790 mm, Einsitzer, Race-Position

Sitzhöhe 790 mm, Radstand 1.602 mm. Die RS kommt in Einsitzer-Konfiguration: Die Carbon-Heckverkleidung ist kompakt und wie eine Skulptur geformt. Wer einen Sozius mitnehmen will, kann das Heck gegen die Sozius-Option tauschen – versenkbare Fußrasten und ausklappbarer Haltegriff sind im Chassis integriert. Die Grundhaltung der RS unterscheidet sich von der Standard-V4 nur marginal: aufrecht, leicht vorgestellte Fußraster, breiter Lenker. Es ist kein Superbike-Leid-und-Leiden – der Diavel bleibt auch als RS ein Motorrad, auf dem man zwei Stunden fahren kann, ohne physischen Schaden zu nehmen.

Was anders ist: Die RS hat einen 6,5-Zoll-TFT-Bildschirm (Standard-V4: 5 Zoll). Das Display bietet Smartphone-Mirroring und eine ventilierte Smartphone-Ablage unter dem Armaturenbrett, damit das Gerät beim Laden nicht überhitzt. Das ist ein kleines Detail mit praktischem Alltagsnutzen.

Elektronik: Race-Modus, dreistufige DPL, Lap Timer

6-Achsen-IMU, 4 Fahrmodi (Race/Sport/Touring/Wet – Race ist RS-exklusiv, nicht in Standard-V4), 3 Power Modes, DTC Traktionskontrolle (Cornering), DWC Wheelie-Kontrolle, dreistufige Ducati Power Launch, Kurven-ABS EVO, Quick Shift 2.0, Tempomat, Hands-Free, Lap Timer, Turn-by-Turn-Navigation nativ, USB. Der Race-Modus ist das wichtigste elektronische Unterscheidungsmerkmal zur Standard-V4. Er schärft alles – Gasannahme, TC-Eingriffsschwelle, Schaltautomatik – auf ein Niveau, das auf der Straße nur Sinn ergibt, wenn sie leer und gut ist. Im Touring-Modus ist die RS überraschend handhabbar: Die Systeme greifen später ein, das Gasannahme-Mapping ist linearer, der Motor gutmütiger als erwartet.

Die dreistufige DPL ist das Highlight der Start-Elektronik: Bei aktivierter DPL hält das System die Drehzahl beim Starten im optimalen Bereich und regelt den Drehmomentaufbau während der Kupplungsfreigabe – das Ergebnis sind die 2,5 Sekunden auf 100 km/h. Das ist schneller als die meisten Supersportler.

Standgeräusch und Tirol

Das Standgeräusch der Diavel V4 RS ist nicht offiziell publiziert. Die Standard-Diavel V4 liegt bei 97 dB(A) und überschreitet damit bereits die Tirol-Grenze von 95 dB(A). Die RS mit Desmosedici Stradale und Trockenkupplung ist akustisch nicht leiser. Wer regelmäßig auf Tiroler Alpenstrecken fährt, klärt das vor dem Kauf beim Händler. Es wäre unverzeihbar, wenn sich eine 37.490-Euro-Maschine auf bestimmten österreichischen Strecken nicht bewegen darf.

Preis und Einordnung

38.990 Euro zzgl. 345 Euro Liefernebenkosten, 2 Jahre Garantie; Ventilspielkontrolle alle 30.000 km. Das sind fast 11.000 Euro mehr als die Standard-Diavel V4 (28.190 Euro). Dafür bekommt man: Desmosedici-Stradale-Motor statt Granturismo, Öhlins-Fahrwerk statt Marzocchi, Schmiederäder statt Gussräder, Carbon-Verkleidungsteile, Trockenkupplung, Race-Modus, 6,5-Zoll-TFT, Lap Timer, nummerierte Aluminiumplakette, 14 PS mehr. Wer das nutzt, hat ein gutes Geschäft gemacht. Wer es nicht nutzt, sollte die Standard-V4 kaufen.

Fazit

Die Ducati Diavel V4 RS 2026 ist das am schnellsten beschleunigende Serienmotorrad, das Ducati je gebaut hat. Sie hat einen Motor aus der Panigale, ein Fahrwerk aus der Supersport-Regalwand, Carbon-Verkleidungen und eine Seriennummer auf dem Zylinderkopf. Für Fahrer, die den Desmosedici Stradale-Charakter in Cruiser-Proportionen wollen und 38.990 Euro bereit sind zu zahlen, gibt es nichts Vergleichbares.

 

Kurzcheck

 

+ Desmosedici Stradale: 182 PS bei 11.750/min; 120 Nm bei 9.500/min; 13.500/min Begrenzer; desmodromisch; Trockenkupplung (STM-EVO SBK); gegenläufige Kurbelwelle; 0–100 km/h in 2,5 s; dreistufige Ducati Power Launch

+ Öhlins NIX30 48-mm-USD (voll einstellbar); Öhlins STX46-Federbein (voll einstellbar); Brembo Stylema; 235 kg fahrbereit (1 kg leichter als V4 durch Carbon + Schmiederäder + Li-Ion-Batterie); Race-Modus (RS-exklusiv); Lap Timer; 6,5-Zoll-TFT mit Smartphone-Mirroring und ventilierter Ablage

+ Nummerierte Aluminiumplakette auf hinterem Zylinderkopf; Carbon-Lufteinlässe/-Heck/-Kotflügel/-Tankabdeckungen; dreifarbige RS-Lackierung; limitierte nummerierte Serie; Zylinderabschaltung im Stand/Neutral; Kurven-ABS EVO; 6-Achsen-IMU

+ 2 Jahre Garantie; Ventilspielkontrolle alle 30.000 km; Soziussitz optional (versenkbare Fußrasten + Haltegriff in Chassis integriert); 20-L-Tank; ca. 305 km Reichweite; 6-Gang Quick Shift 2.0

 

Standgeräusch nicht publiziert; Tirol-Grenze 95 dB(A) – Standard-Diavel V4 liegt bei 97 dB(A); RS mit Desmosedici und Trockenkupplung ist akustisch nicht leiser; beim Händler klären vor Tiroler Ausfahrten

38.990 Euro: fast 11.000 Euro Aufpreis über Standard-V4; wer den Motor nicht hochdreht und den Race-Modus nicht nutzt, zahlt viel für ungenutztes Potential; Standard-V4 (28.190 Euro) ist für Alltagsfahrer die richtigere Wahl

Desmosedici Stradale will gedreht werden: Im Stadtverkehr unter 6.000/min ist die RS nicht in ihrem Element; Trockenkupplung rattert im Leerlauf; Ventilspielkontrolle alle 30.000 km (Standard-V4: 60.000 km) – doppelt so häufig, teurer

Nur Einsitzer serienmäßig (Sozius nachrüstbar gegen Aufpreis); 6,5-Zoll-TFT ohne native Navigation (Smartphone-Mirror), kein autarkes Navi; begrenzte Stückzahl – bei Ausverkauf kein Nachkauf

 

 

Technische Daten: Ducati Diavel V4 RS (2026)

 

Marke / Modell: Ducati Diavel V4 RS (2026; Neumodell; limitierte nummerierte Serie; Desmosedici-Stradale-Motor); Hersteller: Ducati Motor Holding S.p.A. (Borgo Panigale, Bologna, IT)

V4 RS vs. Diavel V4 (Standard): RS: Desmosedici Stradale (1.103 cm³, 182 PS, Desmo, Trockenkupplung, 13.500/min, Race-Modus, Öhlins, Schmiederäder, Carbon, 235 kg, 38.990 Euro). Standard V4: Granturismo (1.158 cm³, 168 PS, Ventilfedern, Marzocchi, Gussräder, 236 kg, 28.190 Euro).

Motor: Flüssiggekühlter 90°-V4 Desmosedici Stradale; 1.103 cm³; DOHC; desmodromische Ventilsteuerung; gegenläufige Kurbelwelle; 4 Ventile/Zylinder; Halbtrockensumpf-Schmierung; Zylinder-Deaktivierung (Heckzylinder im Stand/Neutral); 6-Gang; Trockenkupplung STM-EVO SBK; Quick Shift 2.0; Euro 5+

Leistung: 182 PS (134 kW) bei 11.750/min; Drehzahlbegrenzer 13.500/min (1. Gang: 14.000/min)

Drehmoment: 120 Nm bei 9.500/min

Vmax / Verbrauch: ca. 270 km/h, 0–100 km/h in 2,5 s, ca. 6,5 l/100 km, ca. 305 km Reichweite

Tank / Gewicht: 20 l, 235 kg fahrbereit (1 kg leichter als Diavel V4 Standard)

Getriebe / Antrieb: 6-Gang; Kettenantrieb; Trockenkupplung; Quick Shift 2.0

Elektronik: 6-Achsen-IMU; 4 Fahrmodi (Race/Sport/Touring/Wet; Race RS-exklusiv); 3 Power Modes; DTC Traktionskontrolle (Cornering); DWC Wheelie-Kontrolle; 3-stufige Ducati Power Launch; Kurven-ABS EVO; Quick Shift 2.0; Tempomat; Hands-Free; Lap Timer; Turn-by-Turn-Navigation; 6,5-Zoll-TFT (Smartphone-Mirror, ventilierte Ablage); USB

Gabel: Öhlins NIX30; 48-mm-USD; voll einstellbar (Zug-/Druckstufe + Federvorspannung); Federweg ca. 127 mm

Federbein: Öhlins STX46; Zentralfederbein; voll einstellbar; Einarmschwinge

Bremse vorn: Brembo Stylema-Monoblockzangen; 2× 330-mm-Scheiben; Kurven-ABS EVO

Bremse hinten: 245-mm-Scheibe; Kurven-ABS EVO

Räder: Aluminium-Schmiederäder; 17 Zoll vorn; 17 Zoll hinten (Einarmschwinge)

Reifen: Pirelli Diablo Rosso IV; 120/70 ZR17 vorn; 240/45 ZR17 hinten

Ergonomie: Sitzhöhe 790 mm; Radstand 1.602 mm; aufrecht mit leicht vorgestellten Fußrasten; Einsitzer-Konfiguration serienmäßig (Carbon-Heck); Soziussatz nachrüstbar (versenkbare Fußrasten + Haltegriff in Chassis integriert)

Carbon-Teile serienmäßig: Lufteinlässe; Einsitzer-Heck; Kotflügel vorn und hinten; seitliche Tankabdeckungen; Cockpitverkleidung; Kupplungsabdeckung

Besonderheiten: Nummerierte Aluminiumplakette auf hinterem Zylinderkopf; RS-Logo in Lackierung und Display-Grafiken; 6,5-Zoll-TFT mit ventilierter Smartphone-Ablage; Lithium-Ionen-Batterie; dreifarbige RS-Lackierung

Standgeräusch: Nicht offiziell publiziert; beim Händler klären (Tirol-Grenze 95 dB(A); Diavel V4 Standard liegt bei 97 dB(A))

Garantie / Service: 2 Jahre Herstellergarantie (unbegrenzte Kilometer); Ventilspielkontrolle alle 30.000 km (Standard-V4: 60.000 km); Wartung 15.000 km / 2 Jahre

Preis (D): 38.990 Euro (zzgl. 345 Euro Liefernebenkosten; limitierte nummerierte Serie)