Test Ducati Hypermotard V2 SP (2026)

120 PS, Öhlins NIX30/STX46, Brembo M50, Schmiederäder, 177 kg – 19.990 Euro, kein Desmo, 45.000 km Ventilspiel

Die Hypermotard V2 SP ist die vierte Generation der Hypermotard – vollständig neu entwickelt. 120 PS aus 890 cm³ V2 ohne Desmo, Öhlins NIX30 vorn und STX46 hinten, Brembo M50, Schmiederäder, Carbon-Kotflügel, 177 kg, 880 mm Sitzhöhe. 19.990 Euro.

Stand: 3.5.2026 | Modell: Ducati Hypermotard V2 SP (2026; 4. Generation; Neumodell; Lieferung ab April 2026); Variante: Hypermotard V2 (15.690 Euro); Hersteller: Ducati Motor Holding S.p.A. (Borgo Panigale, Bologna, IT) | Preis DE: 19.990 Euro (SP) / 15.690 Euro (V2) zzgl. 305 Euro Liefernebenkosten | Standgeräusch: nicht offiziell publiziert; beim Händler klären (Tirol-Grenze 95 dB(A)) | Garantie: 2 Jahre; Ventilspielkontrolle alle 45.000 km

 

Neumodell 2026: 20 Jahre Hypermotard, vierte Generation

Zwanzig Jahre nach dem Prototyp auf der EICMA 2005 – der dort den Best-of-Show-Award gewann – präsentiert Ducati die vierte Generation der Hypermotard. Die Hypermotard V2 und V2 SP sind vollständige Neuentwicklungen: neuer Motor, neues Chassis, neues Gewicht. 13 kg leichter als die Vorgängergeneration (14 kg bei der SP). Das Ergebnis ist das leichteste und leistungsstärkste Hypermotard-Modell, das Ducati je gebaut hat – und das erste ohne desmodromische Ventilsteuerung.

Die Hypermotard V2 SP hat eine Sonderlackierung, die das 20-jährige Jubiläum des Prototyps feiert: weißes Finish mit überdimensionalem SP-Logo an den Tankseiten und weißen Schmiederädern – ein Design, das sich von der normalen Hypermotard V2 sofort und deutlich unterscheidet.

Motor: 890 cm³ V2, 120 PS, kein Desmo – und 45.000 km Ventilspielkontrolle

890 cm³, flüssigkeitsgekühlt, 90°-V2, DOHC, keine Desmodromik, IVT (variable Einlassventilsteuerung), 120 PS / 88 kW bei 10.750/min, 94 Nm bei 8.250/min, 70% des maximalen Drehmoments ab 3.000/min verfügbar, 6-Gang-Getriebe, DQS 2.0, Kettenantrieb, Euro 5+, A2-drosselbar, Motorgewicht 54,4 kg. Derselbe Motorblock wie in der neuen Monster 2026 und in Panigale V2 sowie Multistrada V2 – hier in der Hypermotard-Abstimmung mit kurzen Übersetzungen für mehr Antritt beim Herausbeschleunigen.

Der Verzicht auf die Desmodromik ist bei der Hypermotard V2 ein größeres Statement als bei der Monster: Die Vorgängergenerationen der Hypermotard hatten allesamt Desmo-Motoren. Wer die alte 950 SP kannte und gewohnt war, alle 15.000 km zum Desmo-Service zu fahren, erhält jetzt 45.000 km als Ventilspiel-Intervall. Das ist dreimal so lang – und ein handfester Alltagsvorteil für ein Motorrad, das viele Fahrer als regelmäßiges Spaß-Fahrzeug neben einem anderen Motorrad oder Auto nutzen.

Fahrwerk SP: Öhlins NIX30 + STX46, Brembo M50, Schmiederäder

48-mm-Öhlins-NIX30-USD-Gabel vorn, voll einstellbar. Hinten: Öhlins-STX46-Federbein, voll einstellbar, Sachs-Lenkungsdämpfer. Bremsen: Brembo M50 (schwerer als M4.32 der Standard-Hypermotard V2, mit PR16/21-Hauptbremszylinder), Kurven-ABS (4 Stufen). Aluminium-Schmiedefelgen (1,56 kg leichter als Gussfelgen), Pirelli Diablo Rosso IV Corsa (sportlicher abgestimmt als Diablo Rosso IV) in 120/70 ZR17 vorn und 190/55 ZR17 hinten.

Das Öhlins-Paket der SP entspricht dem, was man aus der Diavel V4 RS kennt: NIX30 und STX46 sind keine Massenware, sondern Hochleistungseinheiten für Strecken- und Performance-Anwendungen. An einer 177 kg leichten Supermoto-Plattform sind sie nicht nur spielerisch, sondern tatsächlich sinnvoll: Das Fahrwerk kann so präzise auf den Fahrer und seinen Fahrstil abgestimmt werden, dass das Motorrad auf einem kurvigen Bergpass ein anderes Motorrad ist als auf einer Rennstrecke. Die Schmiederäder reduzieren die ungefederten Massen um 1,56 kg – das ist bei 177 kg Gesamtgewicht keine Kleinigkeit, sondern spürbar.

Ergonomie: 880 mm, aufrecht, Hypermotard-Haltung

Sitzhöhe 880 mm, Radstand 1.492 mm, 177 kg fahrbereit ohne Kraftstoff, 190/55 ZR17 hinten (breiter als der 160er der 698 Mono). Die Sitzhöhe von 880 mm ist bei der SP identisch mit der Standard-V2 – ein Designentscheid, der die SP nicht als exklusiv unzugänglicher positioniert, sondern beide Varianten auf dasselbe ergonomische Fundament stellt. Die Haltung ist Supermoto-typisch aufrecht und aktiv: breiter hoher Lenker, leicht vorgestellte Fußraster, schmale Taille zwischen den Beinen für optimale Beinfreiheit beim Shiften der Körperlast.

Das 190er-Hinterrad der Hypermotard V2 SP ist breiter als das 160er der 698 Mono. Das hat Konsequenzen: Das breitere Profil gibt mehr Grip beim Herausbeschleunigen aus langsamen Kurven und mehr Stabilität bei höherem Tempo – es reduziert aber auch den Supermoto-typischen Charakter des übersteuernden Hecks, der die 698 Mono so spielerisch macht. Die V2 SP ist der ernsthaftere, vielseitigere Supermoto-Tourer. Die 698 Mono ist der lautere, intensivere Einzylinder-Punker.

Elektronik: 5-Zoll-TFT, Pit Limiter, 8-stufige TCS

6-Achsen-IMU, 4 Fahrmodi, 5-Zoll-TFT-Display (3 Anzeigemodi: Road/Road Pro/Track, Petal-Joystick-Bedienung), DTC Traktionskontrolle (8 Stufen), DWC Wheelie-Kontrolle, EBC, Kurven-ABS (4 Stufen), DQS 2.0, Power Launch, Pit Limiter serienmäßig, Lap Timer, Coming-Home-Funktion, Bluetooth (DMS-Vorbereitung), Voll-LED, dynamische Blinker, Lithium-Ionen-Batterie.

Der Pit Limiter ist ein Rennstrecken-Feature: Er begrenzt die Geschwindigkeit auf einen voreingestellten Wert für die Boxengasse. An einem Motorrad, das hauptsächlich auf der Straße gefahren wird, ist er ein Hinweis auf die Kategorie. An einem Motorrad, das regelmäßig auf die Strecke mitgenommen wird, ist er praktischer Nutzen.

Der Track-Anzeigemodus des 5-Zoll-TFT zeigt auf der Rennstrecke die relevanten Daten in optimierter Darstellung. Die 8-stufige Traktionskontrolle erlaubt eine präzise Differenzierung zwischen vollständiger Unterdrückung und minimalem Eingriff – für einen Fahrer, der lernfähig auf der Strecke sein will, ist diese Granularität relevant.

SP vs. Standard-V2: 4.300 Euro für Öhlins, M50, Schmiederäder, Carbon

Die Standard-Hypermotard V2 kostet 15.690 Euro und hat Showa-Gabel, Gussfelgen, Brembo M4.32 und Pirelli Diablo Rosso IV. Die SP kostet 19.990 Euro und hat Öhlins NIX30/STX46, Schmiederäder, Brembo M50, Pirelli Diablo Rosso IV Corsa, Carbon-Vorderkotflügel, Lithium-Ionen-Batterie, Power Launch und SP-Sonderlackierung.

4.300 Euro Aufpreis für dieses Paket ist in der Ducati-Fachwelt ein bekanntes Muster: Die SP-Version ist technisch substanziell über der Standard, nicht nur optisch. Wer das Motorrad regelmäßig auf der Rennstrecke fährt oder auf kurvenreichen Bergpaßstrecken das Maximum herausholen will, hat mit der SP das richtige Paket. Wer hauptsächlich Stadtverkehr und Kurztouren macht, kann 4.300 Euro sparen und mit der Standard-V2 zufrieden sein.

Standgeräusch und Tirol

Das Standgeräusch der Hypermotard V2 SP ist nicht offiziell publiziert. Die Vorgängergenerationen der Hypermotard lagen über der Tirol-Grenze von 95 dB(A). Beim Händler klären – gerade für ein Motorrad, dessen natürlichste Anwendung kurvige Bergstraßen sind.

Preis und Einordnung

19.990 Euro (SP) / 15.690 Euro (Standard-V2) zzgl. 305 Euro Liefernebenkosten, 2 Jahre Garantie. Direkter Vergleich: KTM 890 SMT (ca. 15.500 Euro, 105 PS, WP-Fahrwerk, anderer Motorcharakter). Aprilia Tuono 660 Factory (ca. 13.000 Euro; 105 PS, Paralleltwin).

Die Hypermotard V2 SP positioniert sich über diesen Modellen durch das Öhlins-Fahrwerkspaket und die Brembo-M50-Zangen – und durch die Hypermotard-DNA, die seit 20 Jahren kein anderer Hersteller in dieser Form repliziert hat.

Fazit

Die Ducati Hypermotard V2 SP 2026 ist das erste Hypermotard-Modell ohne Desmodromik und trotzdem das technisch ausgereifteste, das Ducati in dieser Baureihe je gebaut hat. 120 PS, 177 kg, Öhlins, Brembo M50, 45.000 km Ventilspiel. Wer das SP-Budget hat und die Hypermotard liebt, bekommt 2026 das beste Exemplar der Serie. Wer das Budget nicht hat: Die Standard-V2 für 15.690 Euro fährt denselben Motor mit 13 kg weniger Gewicht als der Vorgänger.

 

Kurzcheck

 

+ 4. Generation, vollständige Neuentwicklung: 890 cm³ V2 mit IVT (kein Desmo); 120 PS / 94 Nm; 70% Drehmoment ab 3.000/min; 177 kg fahrbereit (14 kg leichter als Vorgängerin); 45.000 km Ventilspielkontrolle; 20-Jahre-Jubiläumslackierung

+ Öhlins NIX30 48-mm-USD + STX46-Federbein (voll einstellbar); Sachs-Lenkungsdämpfer; Brembo M50 (nicht M4.32); PR16/21-Hauptbremszylinder; Aluminium-Schmiederäder (−1,56 kg); Pirelli Diablo Rosso IV Corsa; Carbon-Vorderkotflügel; Lithium-Batterie

+ 6-Achsen-IMU; 5-Zoll-TFT (Road/Road Pro/Track-Modus); 8-stufige TCS; Power Launch; Pit Limiter; Lap Timer; Kurven-ABS (4 Stufen); DQS 2.0; A2-drosselbar; 12,5-L-Tank; ca. 225 km Reichweite; 2 Jahre Garantie

+ SP vs. Standard-V2: 4.300 Euro Aufpreis für Öhlins, M50, Schmiederäder, Carbon, IV Corsa, Power Launch – bei regelmäßiger Rennstreckennutzung technisch substanziell, nicht nur kosmetisch

 

Standgeräusch nicht publiziert; Tirol-Grenze 95 dB(A) beim Händler klären (Vorgängergeneration über 95 dB(A)); 880 mm Sitzhöhe: für Fahrer unter ca. 1,75 m nur mit Zehenspitzen Bodenkontakt

19.990 Euro: teuerste Hypermotard der Geschichte; zzgl. 305 Euro Liefernebenkosten über 20.000-Euro-Marke; KTM 890 SMT (ca. 15.500 Euro, 105 PS, ähnliche Klasse) für deutlich weniger Geld

Kein Desmo mehr: für Puristen ein emotionaler Verlust, auch wenn IVT technisch überlegen ist; 190/55 ZR17 Hinterreifen: weniger spielerisch als 160/60 der 698 Mono; kein Windschutz serienmäßig

Nur 2 Jahre Garantie; Navigation nur via Smartphone-App (kein nativ integriertes Navi)

 

 

Technische Daten: Ducati Hypermotard V2 SP (2026)

 

Marke / Modell: Ducati Hypermotard V2 SP (2026; 4. Generation; Neumodell; Lieferung ab April 2026); Variante Standard: Hypermotard V2 (15.690 Euro); Hersteller: Ducati Motor Holding S.p.A. (Borgo Panigale, Bologna, IT)

Was 2026 neu ist: Vollständige Neuentwicklung (4. Generation): 890-cm³-V2 ohne Desmo mit IVT; Aluminium-Monocoque; 177 kg (14 kg leichter als Vorgänger); 120 PS; 45.000 km Ventilspielkontrolle; Öhlins NIX30/STX46; Brembo M50; 20-Jahre-Jubilälackierung

SP vs. Standard-V2: SP (19.990 Euro): Öhlins NIX30+STX46, Brembo M50, Schmiederäder (−1,56 kg), Pirelli IV Corsa, Carbon-Kotflügel, Lithium-Batterie, Power Launch, Pit Limiter, 177 kg (3 kg leichter als V2). Standard V2 (15.690 Euro): Showa, Gussräder, Brembo M4.32, Diablo Rosso IV, 180 kg.

Motor: Flüssiggekühlter 90°-V2; 890 cm³; DOHC; keine Desmodromik; IVT (variable Einlassventilsteuerung); 6-Gang; DQS 2.0; Kettenantrieb; Euro 5+; A2-drosselbar; Motorgewicht 54,4 kg

Leistung: 120 PS (88 kW) bei 10.750/min

Drehmoment: 94 Nm bei 8.250/min; 70 % des max. Drehmoments ab 3.000/min

Vmax / Verbrauch: ca. 240 km/h, ca. 5,5 l/100 km, ca. 225 km Reichweite

Tank / Gewicht: 12,5 l, 177 kg fahrbereit ohne Kraftstoff (SP; Standard-V2: 180 kg), ca. 187-190 kg vollgetankt

Getriebe / Antrieb: 6-Gang; Kettenantrieb; DQS 2.0 (Up/Down)

Elektronik: 6-Achsen-IMU; 4 Fahrmodi; 5-Zoll-TFT (Road/Road Pro/Track-Modus; Petal-Joystick); DTC Traktionskontrolle (8 Stufen); DWC Wheelie-Kontrolle; EBC; Kurven-ABS (4 Stufen); DQS 2.0; Power Launch; Pit Limiter; Lap Timer; Coming-Home; Bluetooth (DMS-Vorbereitung); Voll-LED; dynamische Blinker

Gabel (SP): Öhlins NIX30; 48-mm-USD; voll einstellbar

Federbein (SP): Öhlins STX46; voll einstellbar; Sachs-Lenkungsdämpfer

Bremse vorn (SP): Brembo M50; Kurven-ABS (4 Stufen); PR16/21-Hauptbremszylinder

Bremse hinten: Scheibenbremse; ABS

Räder (SP): Aluminium-Schmiedefelgen (1,56 kg leichter als Gussfelgen); 17 Zoll vorn; 17 Zoll hinten

Reifen (SP): Pirelli Diablo Rosso IV Corsa; 120/70 ZR17 vorn; 190/55 ZR17 hinten

Ergonomie: Sitzhöhe 880 mm (identisch bei SP und Standard-V2); Radstand 1.492 mm; breiter Lenker; aufrecht-sportliche Supermoto-Haltung; schmale Taille für Körperlast-Verschiebung

SP-Extras serienmäßig: Öhlins-Fahrwerk; Schmiederäder; Brembo M50; Pirelli Diablo Rosso IV Corsa; Carbon-Vorderkotflügel; Lithium-Ionen-Batterie; Power Launch; Pit Limiter; SP-Sonderlackierung (weiß/SP-Logo; 20-Jahre-Jubiläum)

Standgeräusch: Nicht offiziell publiziert; beim Händler klären (Tirol-Grenze 95 dB(A))

Farben 2026: SP: Weiß mit SP-Logo und weißen Schmiederädern (Jubiläumslackierung); RVE-Livery verfügbar; beim Händler aktuelle Optionen erfragen

Garantie / Service: 2 Jahre Herstellergarantie (unbegrenzte Kilometer); Ventilspielkontrolle alle 45.000 km; Wartung 15.000 km / jährlich

Preis (D): 19.990 Euro (SP) / 15.690 Euro (Standard-V2); zzgl. 305 Euro Liefernebenkosten