Test Ducati Multistrada V4 (2026)
170 PS V4 Granturismo, ECD, 60.000 km Ventilspiel, 4 Jahre Garantie – Standgeräusch: unklar (Tirol-Grenze 95 dB(A))
Stand: 3.5.2026 | Modell: Ducati Multistrada V4 (Standard; 2026; 2025/2026-Generation mit ECD und neuem Design); Variante: V4 S (folgt in eigenem Bericht); Hersteller: Ducati Motor Holding S.p.A. (Borgo Panigale, Bologna, IT) | Preis DE: ab 20.890 Euro; V4 Rally ab 28.490 Euro (2026); V4 RS: 38.490 Euro (2026) | Standgeräusch: über 95 dB(A); genaue Zahl nicht publiziert; beim Händler klären (Tirol-Grenze 95 dB(A)) | Garantie: 4 Jahre (Ducati 4Ever Multistrada, ohne Kilometerbegrenzung)
Was 2025 neu war – und 2026 weiterhin gilt
Die aktuelle Multistrada V4-Generation wurde für 2025 umfassend überarbeitet und ist für 2026 technisch identisch. Die wichtigsten Neuerungen: neues Frontdesign, inspiriert von der Panigale V4, mit markanten Doppelscheinwerfern und neuem, schärfer geformtem Auspuff; Extended Cylinder Deactivation (ECD) – die hintere Zylinderbank wird nicht mehr nur im Stand, sondern auch bei niedriger Geschwindigkeit und Niedriglast abgeschaltet, was laut Ducati bis zu 6% weniger Verbrauch bringt; DQS 2.0 (neue Quickshifter-Generation ohne Mikroschalter, direkteres Schaltgefühl); verbesserte Aerodynamik mit optimiertem Windschutz für Fahrer und Sozius.
Motor: V4 Granturismo, 170 PS, kein Desmo, 60.000 km Ventilspiel
1.158 cm³, flüssigkeitsgekühlt, 90°-V4, gegenläufige Kurbelwelle, Twin-Pulse-Zündfolge, kein Desmo, konventionelle Ventilfedern, 170 PS / 125 kW bei 10.750/min, 121 Nm bei 8.750/min, 6-Gang, DQS 2.0, ECD (Extended Cylinder Deactivation), Semi-Trockensumpfschmierung, Euro 5+, 60.000 km Ventilspielkontrolle.
60.000 km Ventilspiel ist das längste Intervall in der gesamten Ducati-Produktpalette. Zum Vergleich: der Desmosedici Stradale der Panigale V4 fordert alle 30.000 km zum Ventilcheck. Der V4 Granturismo ist auf Langlebigkeit und Alltagsbeherrschbarkeit optimiert – nicht auf Höchstdrehzahl. 170 PS aus 1.158 cm³ klingt weniger dramatisch als die Werte aus dem Panigale-Block. Im Tourenalltag sind sie das richtige Kaliber: ausreichend Reserve für Autobahnreisen zu zweit mit Gepäck, kombinierbar mit einem Fahrstil, der nicht jedes Mal an Grenzen denken muss.
Extended Cylinder Deactivation: Die beiden hinteren Zylinder werden nicht nur im Stand abgeschaltet, sondern auch bei niedriger Geschwindigkeit und Niedriglast. Das senkt den Verbrauch, reduziert die Wärmeentwicklung im Stadtverkehr und macht das Motorrad im Stop-and-go beherrschbarer. Zum Fahreindruck: Im Stadtverkehr oder auf der Landstraße bei ruhigem Tempo fühlt sich die Multistrada souveräner an als im Volllastbereich.
Fahrwerk Standard: Marzocchi, mechanisch – kein Skyhook
Marzocchi 50-mm-USD vorn, voll einstellbar, mechanisch. Konventionelles Federbein hinten; voll einstellbar, mechanisch. Federweg: 170 mm vorn und hinten. Kein Skyhook Suspension / DSS EVO – das ist ausschließlich der V4 S vorbehalten. Das mechanische Fahrwerk der Standard-V4 ist für routinierte Fahrer, die ihr Fahrwerk manuell einstellen möchten und nicht auf eine semi-aktive Regelung angewiesen sind. Wer auf Fernreisen wechselnde Beladungszustände hat und das Fahrwerk nicht manuell nachstellen will, kauft die S mit Skyhook.
Bremsen, Räder, Bereifung
Brembo; 2× 330-mm-Scheiben vorn, Bosch-Brembo 10.3ME Kurven-ABS, VHC (Vehicle Hold Control). Gussräder, 19 Zoll vorn; 17 Zoll hinten. Pirelli Scorpion Trail II. Das 19-Zoll-Vorderrad ist der Kompromiss und genau wie die BMW GS: ausreichend für gelegentliche Schotterwege, sportlich genug für die Landstraße. Wer regelmäßig abseits befestigter Wege fährt, kauft die Rally mit 30-Liter-Tank und 200 mm Federweg.
Ergonomie: 840–860 mm, verstellbarer Windschutz, Soziussitz
Sitzhöhe 840–860 mm (stufenlos verstellbar; niedrigere und höhere Sitzbänke als Zubehör), ca. 220–228 kg trocken bzw. ca. 245 kg vollgetankt, 22-Liter-Tank, ca. 338 km Reichweite. Windschild manuell einhändig höhenverstellbar. Soziussitz und Soziusfußrasten serienmäßig. Großzügige Soziussitzbank mit stabilen Haltegriffen, Federbein für Soziusbetrieb ausgelegt. Die aufrechte Sitzposition ist das, was an der Multistrada nach langen Etappen den Unterschied macht: Handgelenke, Rücken und Schultern werden nicht malträtiert.
Elektronik: 5-Zoll-TFT, 4 Fahrmodi, Radar optional
4 Fahrmodi (Sport/Touring/Urban/Enduro); DTC Traktionskontrolle; DWC Wheelie-Kontrolle; /min; Cornering Lights; Tempomat; VHC; DQS 2.0; ECD; 5-Zoll-TFT-Farbdisplay. Radarsystem (ACC + BSD) als Sonderausstattung bei der Standard-V4 – serienmäßig nur bei V4 S, Rally und RS. Hands-Free: nicht verfügbar (S-exklusiv). Karten-Navigation: nicht serienmäßig (S hat Ducati Connect + Nav). Das bedeutet für den Käufer: Wer serienmäßig Radar und Karten-Navigation will, kauft die S oder nimmt die Sonderausstattungs-Optionen zur Standard.
Standard vs. V4 S: wofür zahlt man den Aufpreis?
Die V4 S folgt in einem eigenen Bericht. Das Kernpaket des Aufpreises: Ducati Skyhook Suspension EVO (semiaktiv, automatische Niveauregulierung, Minimum Preload), 6,5-Zoll-TFT statt 5 Zoll, Hands-Free serienmäßig, Karten-Navigation via Ducati Connect serienmäßig, Radarsystem (ACC + BSD) serienmäßig. Motor, Bremsen und Grundelektronik sind identisch. Wer auf langen Reisen unterschiedliche Beladungszustände hat und das Fahrwerk nicht manuell nachstellen will, ist mit der S besser bedient. Wer bewusst ein mechanisches Fahrwerk bevorzugt und Radar als Zubehör wählt, kauft die Standard und spart.
4 Jahre Garantie – das einzige Ducati-Modell dieser Testreihe
Die Ducati 4Ever Multistrada Garantie gilt für alle Multistrada-V4-Modelle: 4 Jahre ohne Kilometerbegrenzung. Das ist das längste Garantiepaket in dieser gesamten Testreihe. Alle anderen Ducati-Modelle – von der Panigale bis zum Scrambler – haben 2 Jahre. Die 4-Jahres-Garantie ist kein Marketing-Versprechen, sondern ein messbares Argument: Bei einem Motorrad, das regelmäßig auf Fernreisen ist und dabei Kilometer sammelt, ist die Garantiedauer relevant. 60.000 km Ventilspiel und 4 Jahre Garantie sind das langfristigste Pflege- und Absicherungspaket im Ducati-Programm.
Standgeräusch und Tirol
Das Standgeräusch der Multistrada V4 Standard liegt über 95 dB(A). Die genaue Zahl ist nicht offiziell publiziert. Zum Vergleich: die V4 Rally hat 94 dB(A) (Tirol-konform), die V4 RS 92 dB(A) (Tirol-konform). Beim Ducati-Händler klären, ob die Standard-V4 auf Tiroler Sperrstraßen gefahren werden darf.
Fazit
Die Ducati Multistrada V4 2026 ist das vielseitigste Motorrad aus Bologna: 170 PS, 60.000 km Ventilspiel, 4 Jahre Garantie, ECD, neues Design, 338 km Reichweite. Sie ist kein Extremgerät – sie ist das Motorrad, das jeden Tag und jede Strecke kann. Ab 20.890 Euro.
Kurzcheck
+ 170 PS V4 Granturismo; 121 Nm; kein Desmo; gegenläufige Kurbelwelle; Twin Pulse; 60.000 km Ventilspielkontrolle (längster Wert im gesamten Ducati-Programm); ECD (Extended Cylinder Deactivation: hintere Bank im Stand UND bei Niedriglast; bis zu 6% weniger Verbrauch); DQS 2.0; Euro 5+
+ Neues Frontdesign 2025 (Panigale-V4-inspiriert; Doppelscheinwerfer; neuer Auspuff); verbesserte Aerodynamik; optimierter Windschutz (Fahrer und Sozius); 840–860 mm Sitzhöhe stufenlos verstellbar; Soziussitz und -fußrasten serienmäßig; 22-Liter-Tank; ca. 338 km Reichweite; 4 Fahrmodi
+ 4 Jahre Garantie (Ducati 4Ever Multistrada; ohne Kilometerbegrenzung) – einziges Ducati-Modell dieser Testreihe mit 4 Jahren; Brembo 330-mm-Scheiben; /min; VHC; 19/17-Zoll-Räder; Pirelli Scorpion Trail II; Tempomat; DTC; DWC; Cornering Lights/Kurvenlicht; 5-Zoll-TFT
+ Radarsystem (ACC + BSD) als Option; mechanisches Marzocchi-Fahrwerk (für Fahrer, die manuell einstellen); Modell der Wahl für langstreckenorientierte Fahrer, die Wartungskosten und Garantie planbar halten wollen
– Standgeräusch über 95 dB(A): genaue Zahl nicht publiziert; Tirol-Status beim Händler klären (V4 Rally: 94 dB(A) konform; V4 RS: 92 dB(A) konform)
– Kein Skyhook/DSS EVO (S-exklusiv): kein semiaktives Fahrwerk; kein Hands-Free (S-exklusiv); kein Karten-Navigation serienmäßig (S-exklusiv); 5-Zoll-TFT (S: 6,5 Zoll); Radarsystem nur optional (S: serienmäßig)
– Preis: ab 20.890 Euro; ca. 245 kg fahrbereit: nicht das leichteste Adventure-Motorrad im Segment; BMW R 1300 GS, KTM 1390 Super Adventure, Honda Africa Twin als alternative Referenzmodelle
– Nur 170 PS (V4 S identisch; RS: 180 PS Desmosedici): für pure Fahrleistungs-Orientierte ist die V4 RS die richtige Wahl; kein DVO-Algorithmus serienmäßig (Multistrada V4 RS und Rally haben DVO serienmäßig)
Technische Daten: Ducati Multistrada V4 Standard (2026)
Marke / Modell: Ducati Multistrada V4 (Standard; 2026; 2025/2026-Generation); Variante: V4 S folgt in eigenem Bericht; Hersteller: Ducati Motor Holding S.p.A. (Borgo Panigale, Bologna, IT)
Was 2025/2026 neu ist: Neues Frontdesign (Panigale-V4-inspiriert; Doppelscheinwerfer; neuer Auspuff); ECD (Extended Cylinder Deactivation: hintere Bank auch bei Niedriglast und niedriger Geschwindigkeit, bis 6% Verbrauchsersparnis); DQS 2.0; verbesserte Aerodynamik; optimierter Windschutz; überarbeitete Benutzeroberfläche TFT
Standard vs. V4 S: Standard: Marzocchi-USD + konventionelles Federbein (mechanisch), 5-Zoll-TFT, kein Skyhook, kein Hands-Free, keine Karten-Nav serienmäßig, Radar optional. S: Skyhook DSS EVO (semiaktiv, Autoleveling, Minimum Preload), 6,5-Zoll-TFT, Hands-Free, Karten-Nav, Radar serienmäßig.
Motor: Flüssiggekühlter 90°-V4 Granturismo; 1.158 cm³; kein Desmo; konventionelle Ventilfedern; gegenläufige Kurbelwelle; Twin-Pulse-Zündfolge; ECD (Extended Cylinder Deactivation); Semi-Trockensumpf; 6-Gang; DQS 2.0; Euro 5+
Leistung: 170 PS (125 kW) bei 10.750/min
Drehmoment: 121 Nm bei 8.750/min
Vmax / Verbrauch: ca. 250 km/h, ca. 6,5 l/100 km, ca. 338 km Reichweite
Tank / Gewicht: 22 l, ca. 220–228 kg trocken, ca. 245 kg vollgetankt
Getriebe / Antrieb: 6-Gang; Kettenantrieb; DQS 2.0 (Up/Down)
Elektronik: 4 Fahrmodi (Sport/Touring/Urban/Enduro); DTC Traktionskontrolle; DWC Wheelie-Kontrolle; /min (Bosch-Brembo 10.3ME); Cornering Lights; Tempomat; VHC (Vehicle Hold Control); DQS 2.0; ECD; 5-Zoll-TFT; Radarsystem (ACC + BSD) als Sonderausstattung
Gabel (Standard): Marzocchi 50-mm-USD; Federweg 170 mm; voll einstellbar (mechanisch)
Federbein (Standard): Konventionelles Federbein; Federweg 170 mm; voll einstellbar (mechanisch); doppelseitige Aluminiumschwinge
Bremse vorn: Brembo; 2× 330-mm-Scheiben; /min (Bosch-Brembo 10.3ME)
Bremse hinten: Scheibenbremse; /min; VHC
Räder: Gussräder; 19 Zoll vorn; 17 Zoll hinten
Reifen: Pirelli Scorpion Trail II; 120/70 ZR19 vorn; 190/55 ZR17 hinten
Ergonomie: Sitzhöhe 840–860 mm (verstellbar; niedrigere/höhere Sitzbank als Zubehör); aufrechte Tourenposition; einhändig höhenverstellbarer Windschutz; Soziussitz und -fußrasten serienmäßig; breiter Lenker
Standgeräusch: Über 95 dB(A) (genaue Zahl nicht publiziert); Tirol-Status beim Händler klären (Tirol-Grenze 95 dB(A); V4 Rally: 94 dB(A) konform; V4 RS: 92 dB(A) konform)
Farben 2026: Ducati Red; beim Händler weitere Optionen erfragen
Garantie / Service: 4 Jahre (Ducati 4Ever Multistrada; ohne Kilometerbegrenzung); Ventilspielkontrolle alle 60.000 km; Wartung 15.000 km / 12 Monate
Konkurrenz 2026: Ducati Multistrada V4 S (S-Bericht folgt): Skyhook, Hands-Free, Radar serienmäßig, 6,5 Zoll TFT. BMW R 1300 GS: ca. 21.000 Euro, Boxer, 145 PS. KTM 1390 Super Adventure S: ca. 24.000 Euro, V2, 160 PS. Honda Africa Twin 1100 DCT: ca. 17.000 Euro, Parallel-Twin, 102 PS.
Preis (D): Ab 20.890 Euro. V4 Rally ab 28.490 Euro, V4 RS: 38.490 Euro