Test Ducati Panigale V2 S (2026)
176 kg, Öhlins NIX30/TTX36, Brembo M50 – MOTORRAD des Jahres 2025 in der Klasse
Stand: 5.5.2026 | Modell: Ducati Panigale V2 S (2026; 2025/2026-Generation; identisch); Variante Standard: Panigale V2 (Bericht liegt vor; ab 16.590 Euro) | Hersteller: Ducati Motor Holding S.p.A. (Borgo Panigale, Bologna, IT) | Preis DE: ab 19.190 Euro zzgl. 305 Euro Liefernebenkosten | Standgeräusch: über 95 dB(A) – Tirol-Fahrverbot | Garantie: 2 Jahre (ohne Kilometerbegrenzung)
MOTORRAD des Jahres 2025: Klassensieg, kein Zufälliger
Die Panigale V2 – und damit auch die V2 S als Topversion – gewann bei der MOTORRAD-Leserwahl die Kategorie Sportler bis 990 cm³. Das ist das relevanteste externe Urteil über diese Modellgeneration: nicht ein Redaktionstest mit einer Handvoll Fahrern, sondern die Entscheidung einer breiten Leserschaft, die Motorräder aus eigenem Erleben kennt. Der Klassensieg bestätigt, was der Vallelunga-Vergleichstest von Ducati selbst ergeben hat: Die neue Panigale V2 fährt ähnliche Rundenzeiten wie die Vorgängerin – bei 17 kg weniger Gewicht.
176 kg: was diese Zahl auf der Strecke bedeutet
176 kg fahrbereit ohne Kraftstoff. Das ist das Gewicht der Panigale V2 S. Die Vorgängerin wog 193 kg trocken. 17 kg Unterschied klingen nach Datenblatt. Auf der Strecke und auf der kurvigen Landstraße fühlt man sie. Das Motorrad legt sich leichter in Kurven, reagiert direkter auf Körpergewichtsverlagerung und lässt sich in engen Kehren mit weniger Kraftaufwand ummelden. Testfahrer beschreiben die V2 S als das Motorrad, das auch leistungsverwöhnte Fahrer eines V4-Modells mit einem Lächeln fahren lässt – weil es nicht die große Leistung braucht, wenn das Gewicht stimmt.
Zum Vergleich: Yamaha R7 wiegt 188 kg, die Honda CBR600RR 186 kg. Die Panigale V2 S ist das leichteste Motorrad in dieser Klasse aus einem großen europäischen Haus. Das ist kein zufälliger Wert. Ducati hat für diese Generation erstmals die Panigale nicht als Ableitung eines Supersport-Weltmeisterschafts-Motorrades entwickelt, sondern von Grund auf neu. Das ermöglichte die 9,4 kg, die der neue 890-cm³-V2 leichter ist als der alte Superquadro, das Aluminiumheck statt Stahlrohrkonstruktion, und die schlanke Einsitzer-Konfiguration der S-Version.
Motor: 890 cm³, IVT, kein Desmo – und warum das richtig ist
890 cm³, variable Einlassventilsteuerung (IVT), konventionelle Ventilfedern, 120 PS bei 10.750/min, 93,3 Nm bei 8.250/min. Der Verzicht auf die Desmodromik war die mutigste Entscheidung dieser Modellgeneration – und die richtige. 45.000 km Ventilspiel statt 15.000 km beim alten Superquadro: Das ist eine Verdreifachung des Wartungsintervalls. Für ein Motorrad, das auf der Rennstrecke und auf der Landstraße eingesetzt wird, ist das kein Komfortgewinn, sondern eine Kostenrechnung.
Der Motor ist im Panigale-Kontext spezifisch abgestimmt: Die Gänge sind auf Rennstrecken-Einsatz optimiert, die Gasannahme direkter als bei Monster und Multistrada mit demselben Motorblock. Ab 7.000/min öffnet der Motor und liefert die 120 PS, die auf einer Bahn wie Mugello oder auf einer engen Alpenpassstraße vollkommen ausreichen.
Das Schöne an 120 PS und 176 kg ist: Man kann sie auf der Straße tatsächlich nutzen, ohne sofort in einen Bereich zu kommen, der nur noch für Rennfahrer beherrschbar ist.
Öhlins NIX30 und TTX36: der konkrete Unterschied zur Standard-V2
Die Standard-Panigale V2 hat eine Marzocchi 43-mm-USD vorn und ein Kayaba-Federbein hinten. Beides voll einstellbar, beides gut. Die V2 S hat die Öhlins NIX30 (TiN-Beschichtung) vorn und das Öhlins TTX36 hinten. Das NIX30 ist das Öhlins-System, das auch in der Streetfighter V2 S dieser Testreihe eingesetzt wird – präzise, reaktionsschnell, mit einem Ansprechverhalten, das bei niedrigen Geschwindigkeiten keine Reibungstotschwelle spüren lässt. Das TTX36 hinten gilt als eines der besten serienmäßigen Federbeinsysteme im Supersport-Segment.
Der Unterschied zeigt sich nicht bei der ersten Ausfahrt auf trockenem Asphalt bei gemäßigtem Tempo. Er zeigt sich, wenn man die Panigale nach 30 Minuten auf einem Rennstreckenkurs mit wiederholten Bremsmanövern und Schräglagenbelastungen fährt: Das Öhlins-Fahrwerk bleibt konsistenter, während ein Standard-Fahrwerk bei steigender Temperatur beginnt, subtil anders zu reagieren. Für Straßenfahrer ist das Marzocchi-Kayaba-Setup der Standard-V2 völlig ausreichend. Für alle, die Trackdays fahren: S.
Brembo M50: nicht M4.32, sondern M50
Die Standard-Panigale V2 hat Brembo M4.32-Bremszangen. Die V2 S hat Brembo M50 – dieselben Zangen wie die Panigale V4 R. Der M50 ist leichter als der M4.32 und hat eine geräumigere Kolbenkonfiguration, die eine bessere Wärmeableitung bei wiederholten harten Bremsmanövern erlaubt. Auf der Landstraße ist der Unterschied kaum spürbar. Auf dem Track nach fünf Runden mit voller Bremsung: spürbar. 2× 320-mm-Scheiben; 245-mm-Hinterscheibe; Cornering ABS/Kurven-ABS (Bosch).
Einsitzer-Konfiguration, Lithium-Batterie, DPL, Pit Limiter
Die V2 S kommt serienmäßig als Einsitzer – Soziussitz als Zubehör. Das ist konsequent: Ein Motorrad, das auf 176 kg optimiert wurde, braucht keine 5 kg schwere Sozius-Infrastruktur serienmäßig, wenn der primäre Einsatzzweck Solo-Track-Tage und sportliche Landstraßenfahrten sind. Die Lithium-Ionen-Batterie erspart 3 kg gegenüber einer konventionellen Blei-Batterie und ist der Hauptunterschied im Gewicht zwischen V2 (179 kg) und V2 S (176 kg).
DPL (Ducati Power Launch) ist das Launch-Control-System für Starts ohne Wheelie-Exzess. Pit Limiter begrenzt die Geschwindigkeit in der Boxengasse. Beides ist Standard-Equipment für Trackday-Fahrer und erinnert daran, für wen dieses Motorrad gebaut wurde. Das 5-Zoll-TFT zeigt drei Anzeigemodi: Road, Road Pro, Track. Im Track-Modus fokussiert das Display auf Rundenzeiten und Leistungsparameter.
Tirol: Panigale V2 S darf nicht
Das Standgeräusch der Panigale V2 S übersteigt 95 dB(A). Die Tiroler Grenze liegt bei 95 dB(A). Die Panigale V2 S ist damit auf Tiroler Sperrstraßen nicht zugelassen. Das ist die klare Einschränkung eines Sportmotorrads. Für alle, die die Alpen nutzen: Multistrada V2 (93 dB(A)) oder V4 Rally (94 dB(A)) wählen.
V2 S vs. V2 Standard: 2.600 Euro für Öhlins, M50 und Lithium
Standard V2 (ab 16.590 Euro): Marzocchi-USD, Kayaba-Federbein, Brembo M4.32, 179 kg, konventionelle Batterie, Soziussitz serienmäßig. V2 S (ab 19.190 Euro): Öhlins NIX30/TTX36, Brembo M50, 176 kg, Lithium-Ionen-Batterie, Einsitzer. Wer primär auf der Landstraße fährt und gelegentliche Trackdays plant: Standard-V2 reißt. Wer regelmäßig Rennstrecken-Sessions fährt und das Fahrwerk konsequent abstimmen will: S.
Fazit
Die Ducati Panigale V2 S 2026 ist die konsequenteste Version des leichtesten Panigale aller Zeiten: 176 kg, Öhlins NIX30/TTX36, Brembo M50, Lithium-Batterie, Einsitzer. Klassensieg MOTORRAD des Jahres 2025. 45.000 km Ventilspiel, kein Desmo, 2 Jahre Garantie. Ab 19.190 Euro. Standgeräusch über 95 dB(A): Tirol-Fahrverbot. Das ist das Motorrad für alle, die eine Panigale wollen und sie auch wirklich fahren – nicht nur parken.
Kurzcheck
+ MOTORRAD des Jahres 2025: Klassensieg Sportler bis 990 cm³; 176 kg fahrbereit ohne Kraftstoff (leichteste Panigale aller Zeiten; 17 kg leichter als Vorgänger; 3 kg leichter als Standard-V2 durch Lithium-Batterie); Öhlins NIX30 43-mm-USD (TiN; voll einstellbar); Öhlins TTX36 Federbein (voll einstellbar); Brembo M50 Monoblockzangen (nicht M4.32 wie Standard-V2) + 320-mm-Scheiben.
+ 890 cm³ V2; IVT; kein Desmo; 120 PS bei 10.750/min; 93,3 Nm bei 8.250/min; 45.000 km Ventilspiel (vs. 15.000 km alter Superquadro-Desmo); Euro 5+; DQS 2.0; Cornering ABS (Bosch); DTC; DWC; EBC; DPL (Launch Control); Pit Limiter; Lap Timer; 5-Zoll-TFT (Road/Road Pro/Track); Lithium-Ionen-Batterie serienmäßig.
+ Einsitzer-Konfiguration serienmäßig (konsequent für Trackday-Einsatz; Sozius als Zubehör); 837 mm Sitzhöhe; Zweiarmschwinge Aluminium; 15-Liter-Tank; Pirelli Diablo Rosso IV (120/70 ZR17 / 190/55 ZR17); A2-drosselbar (35 kW); Vallelunga-Test: ähnliche Rundenzeiten wie Vorgänger trotz 17 kg Gewichtsreduktion; ab 19.190 Euro.
– Standgeräusch über 95 dB(A): Tirol-Fahrverbot (Multistrada V2 93 dB(A) als Tirol-Alternative); 2 Jahre Garantie (nicht 4 Jahre wie Multistrada/DesertX-Familie). 15-Liter-Tank: geringe Reichweite (ca. 200–250 km); für Landstraßenfahrten knappe Reichweite.
– Einsitzer serienmäßig: Sozius als Zubehör; kein Soziussitz ab Werk. Kein Windschutz für Touring. Kein Radar, kein Tempomat, kein TFT-Navigation. Sportliche Sitzposition: nicht alltagstauglich auf langen Strecken. Erhöhte Wärmeentwicklung bei Stadtfahrten (V2-Motor im engen Verkleidungskorpus).
– 2.600 Euro Aufpreis vs. Standard-V2: für reine Straßenfahrer ohne Trackday-Ambitionen schwer zu rechtfertigen; Yamaha R9 (ca. 13.700 Euro), Honda CBR 600 RR (ca. 13.200 Euro) als günstigere Alternativen; Kawasaki ZX-6R (ca. 13.200 Euro) mit mehr Leistung (130 PS).
Technische Daten: Ducati Panigale V2 S (2026)
Marke / Modell: Ducati Panigale V2 S (2026; 2025/2026-Generation; identisch); Variante Standard: Panigale V2 (Bericht liegt vor); Hersteller: Ducati Motor Holding S.p.A.
Auszeichnung: MOTORRAD des Jahres 2025: Klassensieg Sportler bis 990 cm³
V2 S vs. Standard V2: S: Öhlins NIX30/TTX36, Brembo M50, Lithium-Batterie, 176 kg, Einsitzer serienmäßig. Standard: Marzocchi USD, Kayaba-Federbein, Brembo M4.32, 179 kg, Soziussitz serienmäßig. Motor + Bremsen (Scheibengröße) + Elektronik: identisch.
Motor: Flüssiggekühlter 90°-V2; 890 cm³; kein Desmo; IVT (Intake Variable Timing); 6-Gang; DQS 2.0; nasse Mehrscheibenkupplung; Euro 5+; A2-drosselbar (35 kW)
Leistung / Drehmoment: 120 PS (88 kW) bei 10.750/min; 93,3 Nm bei 8.250/min
Vmax / Verbrauch: ca. 270 km/h; ca. 6,0–6,5 l/100 km; ca. 230–250 km Reichweite (15-L-Tank)
Tank / Gewicht: 15 Liter; 176 kg fahrbereit ohne Kraftstoff (3 kg leichter als Standard-V2 durch Lithium-Batterie; 17 kg leichter als Vorgänger)
Getriebe / Antrieb: 6-Gang; Kettenantrieb; DQS 2.0 Up/Down
Elektronik: Riding Modes; Power Modes (Full/High/Mid/Low); DTC (Traktionskontrolle); DWC (Wheelie-Control); EBC (Motorbremse); Cornering ABS (Bosch); DQS 2.0; DPL (Ducati Power Launch / Launch Control); Pit Limiter; Lap Timer; 5-Zoll-TFT (Road/Road Pro/Track); Voll-LED; DRL; automatische Blinkerrückstellung; Coming-Home
Gabel (S): Öhlins NIX30 Upside-Down; 43-mm-Standrohrdurchmesser; TiN-Beschichtung; voll einstellbar (Druck-/Zugstufe + Federvorspannung)
Federbein (S): Öhlins TTX36; voll einstellbar; Zweiarmschwinge Aluminium
Standard V2 Fahrwerk: Marzocchi 43-mm-USD (voll einstellbar); Kayaba-Federbein (voll einstellbar)
Bremse vorn (S): Brembo M50 Monoblockzangen; 2× 320-mm-Scheiben; radiale Bremspumpe; Cornering ABS (Bosch)
Bremse hinten: 245-mm-Scheibe; 2-Kolben-Bremssattel; Cornering ABS
Standard V2 Bremsen: Brembo M4.32 (statt M50 der S-Version); sonst identisch
Räder / Reifen: Gussräder 6-Speichen Y-Design; 17 Zoll vorn / 17 Zoll hinten; Pirelli Diablo Rosso IV; 120/70 ZR17 vorn / 190/55 ZR17 hinten; alternativ: 190/60 für Slicks (wie SuperSport-WM)
Ergonomie: Sitzhöhe 837 mm; sportliche Rennposition (tief / Stummellenker); Einsitzer serienmäßig (Sozius als Zubehör); kein verstellbarer Windschutz
Standgeräusch: Über 95 dB(A) – Tirol-Fahrverbot (Tirol-Grenze 95 dB(A))
Garantie / Service: 2 Jahre (ohne Kilometerbegrenzung); 45.000 km Ventilspiel; 15.000 km / 24 Monate Öl
Sondermodelle 2025/2026: Panigale V2 MM93 (Marc Márquez): Schmiedefelgen, Öhlins-Lenkungsdämpfer, tiefer Stummellenker, CNC-Gabelbrücke, Racing-Scheibe; nummeriert. Panigale V2 FB63 (Pecco Bagnaia): identische Technik, Camouflage-Lackierung Saison 2025.
Preis (D): Ab 19.190 Euro zzgl. 305 Euro Liefernebenkosten; Standard V2: ab 16.590 Euro