Test Ducati Streetfighter V2 S (2026)
120 PS, Öhlins NIX30/TiN, Brembo M50, 187 kg, 45.000 km Ventilspiel – 18 kg leichter als der Vorgänger
Stand: 3.5.2026 | Modell: Ducati Streetfighter V2 S (2026; 2. Generation seit 2025; 2026 technisch identisch; neue Farbe Gelb); Variante Standard: Streetfighter V2 (ca. 14.790 Euro); Hersteller: Ducati Motor Holding S.p.A. (Borgo Panigale, Bologna, IT) | Preis DE: 17.990 Euro zzgl. 305 Euro Liefernebenkosten | Standgeräusch: nicht offiziell publiziert; beim Händler klären (Tirol-Grenze 95 dB(A)) | Garantie: 2 Jahre; Ventilspielkontrolle alle 45.000 km
2. Generation: kein Desmo, 18 kg leichter, Motorrad des Jahres 2025
Die aktuelle Streetfighter V2 S ist keine Modellpflege, sondern eine vollständige Neuentwicklung. Seit 2025 hat sie den neuen 890-cm³-V2-Motor mit IVT statt des früheren 955-cm³-Superquadro-Desmo. Das neue Monocoque-Chassis aus Aluminium-Druckguss, bei dem der Motor als tragendes Element fungiert, bringt das Motorrad auf 187 kg – 18 kg weniger als der Vorgänger. Die Jury der MOTORRAD-Leserwahl sprach der Streetfighter V2 den Sieg in der Kategorie Naked Bikes 2025 zu. Für 2026 gibt es neue Farben (Gelb) und technisch identische Spezifikation.
Der Verzicht auf die Desmodromik wird mancher Superquadro-Verehrer bedauern. Was er dafür bekommt: 45.000 km Ventilspielkontrolle statt 15.000 km beim alten Desmo-Rhythmus. Und ein Motorrad, das 18 kg leichter ist und sich noch leichter anfühlt als die Papier-Differenz.
Motor: 890 cm³ V2, 120 PS, IVT, kein Desmo
890 cm³, flüssigkeitsgekühlt, 90°-V2, DOHC, kein Desmo, IVT (variable Einlassventilsteuerung), 120 PS / 88 kW bei 10.750/min, 93,3 Nm bei 8.250/min, 6-Gang-Getriebe, DQS 2.0 Up/Down, nasse Mehrscheibenkupplung mit Anti-Hopping, Kettenantrieb, Euro 5+, A2-drosselbar, 54,9 kg Motorgewicht. Derselbe Motorblock wie in Monster 2026 und Hypermotard V2.
120 PS aus 890 cm³ V2 klingt auf dem Papier bescheidener als 150 PS aus dem früheren 955er-Superquadro der alten Streetfighter V2. Was der neue Motor verliert, gewinnt er in Handhabbarkeit: Er spricht von 3.000/min linearer an, hat kein Drehmomentloch im unteren Bereich und ist im Stadtverkehr angenehm beherrschbar. Auf einer kurvigen Landstraße zwischen 7.000 und 11.000/min zeigt er, was er kann. Besitzer beschreiben ihn als ausgewogen und charakterstark – kein Rennmotor, aber kein lebloses Aggregat. Verbrauch ca. 5,5 l/100 km, 15-Liter-Tank, ca. 280 km Reichweite.
Fahrwerk S: Öhlins NIX30 mit TiN, Öhlins-Federbein, Sachs-Lenkungsdämpfer
43-mm-Öhlins-NIX30-USD-Gabel mit Titannitrid-Beschichtung (TiN) vorn, voll einstellbar. Hinten: Öhlins-Federbein mit externem Ausgleichsbehälter, progressive Umlenkung, voll einstellbar (Zug-, Druckstufe, Federvorspannung; letztere von der Seite zugänglich). Sachs-Lenkungsdämpfer serienmäßig. Elektronische Fahrwerkseinstellung gibt es nicht – alles mechanisch. Das ist eine bewusste Entscheidung von Ducati: Das Öhlins-Fahrwerk der V2 S ist ausreichend fein einstellbar, dass die elektronische Regelung keine zusätzliche Qualität brächte, die der Fahrer nicht auch manuell erreichen kann.
Die TiN-Beschichtung der Standrohre ist kein Designdetail: Sie reduziert die Reibung zwischen Standrohr und Gleitbuchsen, was das Ansprechverhalten der Gabel bei kleinen Stoßeingaben verbessert. In der Praxis spürt man das auf schlechten Straßen: Die Gabel filtert kleine Querfugen und Asphaltscharten heraus, bevor sie am Lenker ankommen. Das 190er-Hinterreifen (Pirelli Diablo Rosso IV) ist breiter als bei vielen Wettbewerbern – und liefert mehr Grip in der Schräglage, ohne die Handlichkeit wesentlich zu beeinträchtigen.
Bremsen: Brembo M50 – identisch mit Standard-Version
Brembo M50 vorn, Kurven-ABS, Hauptbremszylinder radial. Die M50-Bremszangen sind bei der S-Version identisch mit der Standard-Streetfighter V2 – kein Upgrade. Das ist ungewöhnlich, weil bei vielen anderen Ducati-SP/S-Paketen die Bremszangen ein Teil der Differenzierung sind. Bei der Streetfighter V2 entschied Ducati, die M50 in beiden Versionen zu verbauen und die S-Version ausschließlich über das Fahrwerk zu differenzieren. Die Konsequenz: Die Standard-V2 hat dasselbe Bremspaket wie die S – so kann man mt der Standard-Version sparen.
Ergonomie: 837 mm, Einsitzer, Stummellenker
Sitzhöhe 837 mm, ca. 187 kg fahrbereit, 15-Liter-Tank; Einsitzer-Konfiguration serienmäßig (Standard-V2: Soziussitz serienmäßig). Die Streetfighter V2 S ist ein Einsitzer – die Soziussitz-Abdeckung ist im Lieferumfang enthalten, ein Soziussitz ist als Zubehör erhältlich. Die Lenkerstummel liegen knapp über der oberen Gabelbrücke und ergeben eine sportliche, leicht nach vorne geneigte Haltung. Das ist zugänglicher als ein echtes Sportbike und sportlicher als ein klassisches Naked Bike – die richtige Mitte für ein Motorrad, das auf der Landstraße und gelegentlich auf der Rennstrecke fahren soll.
187 kg ist das niedrigste Gewicht in der Streetfighter-V2-Geschichte. Wer das Motorrad fährt, spürt das sofort: Es lenkt ein, als ob es leichter wäre, als es ist. Das ist die Konsequenz des neuen Monocoques und des leichteren Motors. Ein Motorrad, das bei 187 kg so auf Richtungswechsel reagiert, überrascht selbst Fahrer, die die Vorgängergeneration kennen.
Elektronik: Power Launch, Pit Limiter, 5-Zoll-TFT
6-Achsen-IMU, 4 Fahrmodi, 5-Zoll-TFT (Road/Road Pro/Track, Petal-Joystick), DTC Traktionskontrolle, DWC Wheelie-Kontrolle, EBC, Kurven-ABS, DQS 2.0, Power Launch (S-exklusiv), Pit Limiter (S-exklusiv), Lap Timer, Coming-Home-Funktion, Lithium-Ionen-Batterie (S-exklusiv). Power Launch und Pit Limiter sind in der Standard-V2 nicht enthalten – das sind die zwei S-exklusiven Elektronik-Features neben dem Fahrwerk. Für Fahrer, die regelmäßig auf der Rennstrecke sind, sind beide relevant. Für reine Straßenfahrer sind sie nett, aber kein Kaufgrund.
S vs. Standard-V2: wofür zahlt man 2.500 Euro mehr?
Die Standard-Streetfighter V2 kostet ca. 15.490 Euro. Die S kostet ca. 17.990 Euro – 2.500 Euro mehr. Dafür bekommt man: Öhlins NIX30 (voll einstellbar, TiN) statt Marzocchi-USD, Öhlins-Federbein statt Kayaba, Sachs-Lenkungsdämpfer (auch bei Standard), Lithium-Batterie, Power Launch, Pit Limiter, Einsitzer-Konfiguration. Man gibt auf: Soziussitz serienmäßig. Die Bremsen (M50) sind in beiden Versionen identisch. Wer das Motorrad auf der Rennstrecke nutzt und das Fahrwerk ausschöpft, kauft die S. Wer ausschließlich Straße fährt und den Soziussitz nutzen will, kauft die Standard-V2 und spart 2.500 Euro.
Standgeräusch und Tirol
Das Standgeräusch der neuen Streetfighter V2 S (890-cm³-Generation) ist nicht offiziell publiziert. Die Vorgänger-Streetfighter V2 (955-cm³-Superquadro-Desmo) hatte 98dB(A) und überschritt die Tirol-Grenze. Ob die neue Generation diesen Wert unterbietet, ist beim Händler zu klären.
Fazit
Die Ducati Streetfighter V2 S 2026 ist das beste Einstiegs-Preis-Sportmotorrad im Ducati-Programm: 120 PS, 187 kg, Öhlins NIX30/TiN, Brembo M50, 45.000 km Ventilspiel, Motorrad des Jahres 2025. Für 17.990 Euro ein Motorrad zu kaufen, das sich so anfühlt, ist kein Schnäppchen – aber ein ehrliches Angebot.
Kurzcheck
+ 18 kg leichter als Vorgänger; 187 kg fahrbereit; 890 cm³ V2 mit IVT (kein Desmo); 120 PS / 93,3 Nm; 45.000 km Ventilspielkontrolle; Motorrad des Jahres 2025 (Naked Bikes); vollständige Neuentwicklung seit 2025
+ Öhlins NIX30 43-mm-USD (TiN; voll einstellbar); Öhlins-Federbein (externer Ausgleichsbehälter; voll einstellbar); Sachs-Lenkungsdämpfer; Brembo M50; Pirelli Diablo Rosso IV (190/55 ZR17 hinten); Lithium-Batterie
+ 6-Achsen-IMU; 5-Zoll-TFT (Road/Road Pro/Track); DQS 2.0; Power Launch (S-exklusiv); Pit Limiter (S-exklusiv); Lap Timer; Kurven-ABS; 4 Fahrmodi; A2-drosselbar; 15-L-Tank; ca. 283 km Reichweite; 2 Jahre Garantie
+ 837 mm Sitzhöhe; sportlich-aufrechte Stummellenker-Position; Einsitzer-Konfiguration serienmäßig (Soziussitz als Zubehör); Aluguss-Monocoque; neue Farbe Gelb 2026; 2.500 Euro Aufpreis über Standard-V2 für Öhlins und S-Extras
– Standgeräusch nicht publiziert; Tirol-Grenze 95 dB(A) beim Händler klären (Vorgänger 98 dB(A)); ab 17.990 Euro zzgl. 305 Euro Liefernebenkosten
– Brembo M50 identisch mit Standard-V2: kein Bremsen-Upgrade durch S-Version; Fahrwerk nicht elektronisch einstellbar (mechanisch, manuell); 120 PS: Yamaha MT-09 (119 PS) und KTM Duke 890 (121 PS) kosten weniger
– Einsitzer serienmäßig: Soziussitz nur gegen Aufpreis; kein Windschutz serienmäßig; Navigation nur via Smartphone-App; 15-Liter-Tank: 280 km Reichweite für sportliche Fahrweise überschaubar
– Nur 2 Jahre Garantie; kein Desmo mehr für Puristen (aber 45.000 km Ventilspiel als Gegenwert); Standard-V2 (ca. 15.490 Euro) hat dieselben Bremsen (M50) und denselben Motor für 2.500 Euro weniger
Technische Daten: Ducati Streetfighter V2 S (2026)
Marke / Modell: Ducati Streetfighter V2 S (2026; 2. Generation seit 2025; 2026 technisch identisch; neue Farbe Gelb); Hersteller: Ducati Motor Holding S.p.A. (Borgo Panigale, Bologna, IT)
Was 2026 neu ist: Neue Farbe Gelb; technisch identisch mit 2025-Einführungsmodell (2. Generation)
S vs. Standard-V2: S (ca. 17.990 Euro): Öhlins NIX30+Federbein, Lithium-Batterie, Power Launch, Pit Limiter, Einsitzer serienmäßig. Standard V2 (ca. 15.490 Euro): Marzocchi-USD, Kayaba-Federbein, Soziussitz serienmäßig, kein DPL, kein Pit Limiter. Brembo M50: in beiden Versionen identisch.
Motor: Flüssiggekühlter 90°-V2; 890 cm³; DOHC; kein Desmo; IVT (variable Einlassventilsteuerung); 6-Gang; DQS 2.0 Up/Down; nasse Mehrscheibenkupplung (Anti-Hopping, Servo-Unterstützung); Kettenantrieb; Euro 5+; A2-drosselbar; 54,9 kg Motorgewicht
Leistung: 120 PS (88 kW) bei 10.750/min
Drehmoment: 93,3 Nm bei 8.250/min
Vmax / Verbrauch: ca. 240 km/h, ca. 5,5 l/100 km, ca. 280 km Reichweite
Tank / Gewicht: 15 l, ca. 187 kg vollgetankt (18 kg leichter als Vorgängergeneration)
Getriebe / Antrieb: 6-Gang; Kettenantrieb; DQS 2.0 (Up/Down)
Elektronik: 6-Achsen-IMU; 4 Fahrmodi; 5-Zoll-TFT (Road/Road Pro/Track; Petal-Joystick); DTC Traktionskontrolle; DWC Wheelie-Kontrolle; EBC; Kurven-ABS; DQS 2.0; Power Launch (S-exklusiv); Pit Limiter (S-exklusiv); Lap Timer; Coming-Home; Lithium-Ionen-Batterie (S-exklusiv); LED; dynamische Blinker
Gabel (S): Öhlins NIX30; 43-mm-USD; TiN-Beschichtung; voll einstellbar
Federbein (S): Öhlins; externe Ausgleichsbehälter; progressive Umlenkung; voll einstellbar (Zug-/Druckstufe + Federvorspannung; seitlich zugänglich)
Lenkungsdämpfer: Sachs serienmäßig; Öhlins-Variante als Zubehör
Bremse vorn: Brembo M50 (identisch Standard-V2); Kurven-ABS; radialer Hauptbremszylinder
Bremse hinten: Scheibenbremse; ABS
Räder: Leichtmetall-Gussräder; 17 Zoll vorn; 17 Zoll hinten
Reifen: Pirelli Diablo Rosso IV; 120/70 ZR17 vorn; 190/55 ZR17 hinten
Ergonomie: Sitzhöhe 837 mm; Stummellenker (knapp über oberer Gabelbrücke); sportlich-aufrechte Haltung; Einsitzer serienmäßig (Soziussitz als Zubehör); Aluguss-Monocoque; Aluguss-Zweiarmschwinge (direkt am Motor befestigt)
Standgeräusch: Nicht offiziell publiziert; beim Händler klären (Tirol-Grenze 95 dB(A); Vorgänger-Gen. 955 cm³ hatte 98 dB(A))
Farben 2026: Gelb (2026-Neu); Ducati Red; Winter Test Livery; beim Händler aktuelle Verfügbarkeit erfragen
Garantie / Service: 2 Jahre Herstellergarantie (unbegrenzte Kilometer); Ventilspielkontrolle alle 45.000 km; Wartung 15.000 km / jährlich
Preis (D): Ab 17.990 Euro zzgl. 305 Euro Liefernebenkosten; Standard-V2: ab 15.490 Euro