Test Ducati Streetfighter V4 S (2026)

214 PS, Öhlins Smart EC 3.0, Brembo Hypure, 105 dB(A) – stärkstes Naked Bike, Tirol gesperrt

214 PS. Das ist der Wert, der die Streetfighter V4 S in einer Kategorie für sich stehen lässt. Desmosedici Stradale, gegenläufige Kurbelwelle, Öhlins Smart EC 3.0 mit event-basierter Steuerung, Brembo Hypure, 189 kg. 28.390 Euro. Und 105 dB(A) Standgeräusch: Tirol ist gesperrt, und zwar nicht knapp.

Stand: 3.5.2026 | Modell: Ducati Streetfighter V4 S (2026; 2. Generation seit 2025; 2026 technisch identisch); Variante: Streetfighter V4 (25.290 Euro); Hersteller: Ducati Motor Holding S.p.A. (Borgo Panigale, Bologna, IT) | Preis DE: 28.390 Euro (S) / 25.290 Euro (Standard) zzgl. 305 Euro Liefernebenkosten | Standgeräusch: 105 dB(A) – Tirol-Grenze 95 dB(A) um 10 dB überschritten; Tirol-Streckensperrung | Garantie: 2 Jahre; Desmo-Service alle 30.000 km

105 dB(A): Tirol gesperrt – um 10 Dezibel

Das Standgeräusch der Streetfighter V4 S beträgt 105 dB(A). Die Tirol-Grenze liegt bei 95 dB(A). Das sind 10 Dezibel Unterschied. Eine Erhöhung um 10 dB entspricht einer Verdreifachung der wahrgenommenen Lautstärke. Die Streetfighter V4 S ist also nicht nur knapp über dem Grenzwert wie die Diavel V4 (97 dB(A)) – sie überschreitet ihn um das Doppelte der wahrnehmbaren Lautstärke. Auf Tiroler Sperrstraßen ist dieses Motorrad verboten, und ein serienmäßiger Endschalldämpfer-Tausch löst das Problem nicht, da der Motor selbst Teil des Klangprofils ist.

214 PS: stärkstes straßenzugelassenes Naked Bike der Welt

1.103 cm³, Desmosedici Stradale, desmodromische Ventilsteuerung, gegenläufige Kurbelwelle, 214 PS / 157 kW bei 13.000/min, 123 Nm bei 9.500/min, 6-Gang-Getriebe, Trockenkupplung, Euro 5+. Das ist der Motor aus der Panigale V4, in einem Motorrad ohne Verkleidung.

Die BMW M 1000 R hat 210 PS, die KTM 1390 Super Duke R hat 190 PS. Die Streetfighter V4 S hat 214 PS. Auf dem Papier sind 4 PS kein Unterschied. Im Fahreindruck ist der Unterschied der Motor: Der Desmosedici Stradale klingt, dreht und erfreut anders als ein Reihenvierer-Motor. Wer beide Motorkonzepte kennt, wählt nach Charakter, nicht nach PS-Zahl.

Die gegenläufige Kurbelwelle ist aus dem MotoGP übernommen: Sie reduziert das Kreiselmoment der Kurbelwelle und macht das Motorrad wendiger als ein konventionelles Konzept. Das ist bei 214 PS kein Luxus-Feature – es ist die Voraussetzung dafür, dass das Motorrad leicht beherrschbar ist. Desmo-Service alle 30.000 km.

Fahrwerk S: Öhlins Smart EC 3.0, event-basiert, Cruise Detection

Vorn: Öhlins NPX 25/30 (SV) S-EC 3.0, 43-mm-USD, TiN-Beschichtung; Zug-/Druckstufe elektronisch einstellbar. Hinten: Öhlins TTX36 (SV) S-EC 3.0, elektronisch einstellbar. Lenkungsdämpfer: Öhlins; elektronisch, event-basiert. Das Smart-EC-3.0-System ist die aktuellste Öhlins-Generation: Es steuert die Dämpfung nicht nach Zeit-Intervallen, sondern nach Fahrereignissen (event-based).

Das bedeutet: Das System erkennt den Bremsvorgang, das Kurveneinlenken, die Beschleunigungsphase und passt die Dämpfung in Echtzeit an das aktuelle Ereignis an, statt einen Mittelwert zu optimieren. In der Praxis bedeutet das ein Fahrwerk, das beim Bremsen straffer wird, beim Kurveneinleiten neutral bleibt und beim Beschleunigen das Heck kontrolliert.

Cruise Detection ist eine weitere Funktion des Smart EC 3.0: Das System erkennt konstante Geschwindigkeit (z.B. Autobahn) und macht das Fahrwerk weicher für mehr Komfort. Das ist kein Luxus-Gimmick an einem 214-PS-Motorrad – es ist der Unterschied zwischen einem Motorrad, das auf der Autobahn entspannt fährt, und einem, das jeden Querfuge als Phänomen meldet.

Bremsen: Brembo Hypure – leichter als Stylema, besser gekühlt

Brembo Hypure Monoblockzangen vorn, 2× 330-mm-Scheiben, Race eCBS (elektronisch gekoppeltes Bremssystem), Kurven-ABS EVO. Die Brembo Hypure sind neu seit der 2025er-Generation und ersetzen die Stylema: Sie sind 60 g pro Paar leichter als die Stylema und haben eine verbesserte Wärmeableitung durch ein überarbeitetes Materialkonzept. An einem Motorrad, das auf der Rennstrecke eingesetzt wird und bei dem Bremskraft über mehrere Runden konstant bleiben muss, ist das ein Vorteil. Im Straßenalltag ist der Unterschied zur alten Stylema nur minimal spürbar.

Race eCBS: Das elektronisch verkoppelte Bremssystem verteilt die Bremskraft zwischen Vorder- und Hinterrad und nutzt die Motorbremse als zusätzliches Verzögerungselement. Das ergibt eine Bremscharakteristik, die auf der Rennstrecke stabiler ist als ein reines Vorderrad-Bremssystem. Im Straßenbetrieb ist es das System, das beim Notbremsmanöver automatisch die richtige Kraftverteilung berechnet.

Motor und Elektronik: Desmo, DVO, Race-Modus, 6,9-Zoll-Display

214 PS, 6-Gang, Trockenkupplung (rattert im Leerlauf, ist Programm), DQS 2.0 Up/Down, Power Launch DVO (Ducati Vehicle Observer – echtzeitbasierte Traktionsregelung beim Start), Race-Modus, 4 Fahrmodi (Road/Sport/Race/Race 2), DTC EVO 3, DWC EVO, DSC (Slide Control), EBC, Kurven-ABS EVO, Pit Limiter, Lap Timer, Ducati Data Logger, Tempomat, TPMS, 6,9-Zoll-TFT mit Road/Road-Pro/Track-Anzeigemodi, USB, DMS.

Der Ducati Data Logger (DDL) ist das Rennstrecken-Tool der Streetfighter V4 S: Er erfasst Rundenzeiten, Sektordaten, Schräglagenwinkel, Beschleunigungsdaten und Motorparameter für die Analyse nach der Session. Wer das Motorrad zum Trackday mitnimmt, hat damit ein vollständiges Datenerfassungssystem serienmäßig.

Ergonomie: 845 mm, Stummellenker, Winglets

Sitzhöhe 845 mm, 189 kg fahrbereit, 16-Liter-Tank, ca. 240 km Reichweite. Die Winglets der Streetfighter V4 sind kein Designelement, sondern ein Aerodynamik-Instrument: Sie erzeugen bei höheren Geschwindigkeiten Abtrieb und stabilisieren das Vorderrad. Bei einem Motorrad mit 214 PS und 13.000/min Drehzahlbegrenzer ist der Vorderrad-Auftrieb bei hohem Tempo ein physikalisches Problem. Die Winglets lösen es. Die Sitzposition ist sportlich-aufrecht mit Stummellenker, überraschend komfortabel für ein 214-PS-Motorrad.

Die Einsitzer-Konfiguration ist serienmäßig – auch bei der S-Version. Ein Soziussatz ist als Zubehör lieferbar. Wer regelmäßig einen Sozius transportiert und 214 PS unter dem Hintern hat, gehört zu einer sehr spezifischen Fahrerkategorie.

S vs. Standard-V4: wofür zahlt man 3.100 Euro mehr?

Die Standard-Streetfighter V4 kostet 25.290 Euro. Die S kostet 28.390 Euro – 3.100 Euro Aufpreis. Dafür bekommt man: Öhlins Smart EC 3.0 (elektronisch) statt Showa BPF (mechanisch), Öhlins-Lenkungsdämpfer statt Sachs, Schmiederäder statt Gussräder, Lithium-Batterie. Der Brembo Hypure-Sattel ist in beiden Versionen identisch. Die Elektronik (Fahrmodi, DDL, Power Launch DVO) ebenfalls.

Der Hauptunterschied ist das Fahrwerk: Wer das Smart EC 3.0 nutzen und das Fahrwerk ohne Schraubenzieher anpassen will, kauft die S. Wer ein mechanisch einstellbares Showa-Fahrwerk bevorzugt und 3.100 Euro sparen will, kauft die Standard-V4.

Tirol-Situation und praktische Konsequenzen

105 dB(A) bedeutet: Alle Tiroler Sperrstraßen sind für die Streetfighter V4 S tabu. Wer die Streetfighter V4 S in Österreich nutzen möchte, plant Routen entsprechend. Ein Endschalldämpfer-Tausch reduziert den Wert, löst aber das Problem nicht vollständig, weil das Standgeräusch auch aus dem Motor und dem Airbox-System kommt.

Fazit

Die Ducati Streetfighter V4 S 2026 ist das wildeste Motorrad dieser gesamten Testreihe. 214 PS, Öhlins Smart EC 3.0, Brembo Hypure, 189 kg, Desmosedici Stradale, Trockenkupplung. 28.390 Euro. 105 dB(A). Das ist kein Alltagsmotorrad. Das ist das richtige Motorrad für Fahrer, die wissen, was sie damit tun.

 

Kurzcheck

 

+ 214 PS: stärkstes straßenzugelassenes Naked Bike weltweit (Stand 2026); 1.103 cm³ Desmosedici Stradale; gegenläufige Kurbelwelle; 123 Nm; Trockenkupplung; Öhlins Smart EC 3.0 mit event-basierter Steuerung und Cruise Detection; Brembo Hypure (60 g leichter als Stylema)

+ Race eCBS; Kurven-ABS EVO; DTC EVO 3; DWC EVO; DSC (Slide Control); Power Launch DVO; Pit Limiter; Lap Timer; Ducati Data Logger; TPMS; 6,9-Zoll-TFT (Road/Road Pro/Track); 189 kg; Schmiederäder; Lithium-Batterie; Winglets (Abtrieb bei Tempo); 2 Jahre Garantie

+ 4 Fahrmodi inkl. Race und Race 2; Öhlins-Lenkungsdämpfer (event-basiert); 5-Zoll-Stummellenker-Ergonomie überraschend komfortabel; 845 mm Sitzhöhe; Soziussatz als Zubehör; Trackday-tauglich ab Werk mit DDL

+ Desmo-Service alle 30.000 km (Desmosedici Stradale); 28.390 Euro für dieses Paket ist kein Schnäppchen, aber ein ehrlicher Preis für die Spitze des Naked-Bike-Segments

 

105 dB(A) Standgeräusch: Tirol-Grenze 95 dB(A) um 10 dB (gefühlte Verdreifachung der Lautstärke) überschritten; Tirol-Sperrstraßen gesperrt; nicht durch Endschalldämpfer-Tausch lösbar

214 PS auf der Straße erfordern erhebliche Selbstdisziplin; 16-L-Tank: ca. 240 km Reichweite bei sportlicher Nutzung; Desmo-Service alle 30.000 km (Kosten höher als Non-Desmo-Modelle)

Nur 2 Jahre Garantie; Standard-V4 (25.290 Euro) hat identische Bremsen (Hypure) und identisches Elektronikpaket; S-Aufpreis (3.100 Euro) ist ausschließlich für Fahrwerk (Smart EC 3.0 vs. Showa); wer mechanisches Fahrwerk bevorzugt: Standard-V4 kaufen

Standgeräusch 105 dB(A) laut; kein Soziussitz serienmäßig; Navigation via App (kein nativ integriertes Navi)

 

 

Technische Daten: Ducati Streetfighter V4 S (2026)

 

Marke / Modell: Ducati Streetfighter V4 S (2026; 2. Generation seit 2025; 2026 technisch identisch); Hersteller: Ducati Motor Holding S.p.A. (Borgo Panigale, Bologna, IT)

Was 2026 neu ist: Technisch identisch mit 2025-Einführungsmodell (2. Generation); neue Farben möglich; beim Händler bestätigen

S vs. Standard-V4: S (28.390 Euro): Öhlins Smart EC 3.0 (elektronisch); Öhlins-Lenkungsdämpfer; Schmiederäder; Lithium-Batterie; 189 kg. Standard (24.990 Euro): Showa BPF (mechanisch); Sachs-Lenkungsdämpfer; Gussräder; 191 kg. Brembo Hypure und Elektronikpaket: identisch in beiden Versionen.

Motor: Flüssiggekühlter 90°-V4 Desmosedici Stradale; 1.103 cm³; DOHC; desmodromische Ventilsteuerung; gegenläufige Kurbelwelle; 4 Ventile/Zylinder; 2 Einspritzdüsen/Zylinder; 6-Gang; Trockenkupplung; Euro 5+

Leistung: 214 PS (157 kW) bei 13.000/min

Drehmoment: 123 Nm bei 9.500/min

Vmax / Verbrauch: ca. 300 km/h, ca. 6,5 l/100 km, ca. 240 km Reichweite

Tank / Gewicht: 16 l, 201 kg vollgetankt (S; Standard: 203 kg)

Getriebe / Antrieb: 6-Gang; Kettenantrieb; Trockenkupplung; DQS 2.0 Up/Down

Elektronik: 6-Achsen-IMU; 4 Fahrmodi (Road/Sport/Race/Race 2); DTC EVO 3; DWC EVO; DSC (Slide Control); EBC; Kurven-ABS EVO; Race eCBS; Power Launch DVO; DQS 2.0; Pit Limiter; Lap Timer; Ducati Data Logger (DDL); Tempomat; TPMS; 6,9-Zoll-TFT (Road/Road Pro/Track); USB; DMS

Gabel (S): Öhlins NPX 25/30 (SV) S-EC 3.0; 43-mm-USD; TiN-Beschichtung; Zug-/Druckstufe elektronisch (Öhlins Smart EC 3.0; event-basiert)

Federbein (S): Öhlins TTX36 (SV) S-EC 3.0; Zug-/Druckstufe elektronisch (Smart EC 3.0; Cruise Detection)

Lenkungsdämpfer (S): Öhlins; elektronisch; event-basiert (Smart EC 3.0)

Bremse vorn: Brembo Hypure Monoblockzangen; 2× 330-mm-Scheiben; Race eCBS; Kurven-ABS EVO (identisch Standard und S)

Bremse hinten: 245-mm-Scheibe; Kurven-ABS EVO

Räder (S): Tangentiale 5-Speichen-Schmiederäder aus Aluminium

Reifen: Pirelli Diablo Rosso IV; 120/70 ZR17 vorn; 200/55 ZR17 hinten

Ergonomie: Sitzhöhe 845 mm; Stummellenker (sportlich-aufrecht); Einsitzer serienmäßig (Soziussatz als Zubehör); Winglets (Abtrieb bei höherem Tempo); Aluguss-Chassis; Zweiarmschwinge aus Aluminium

Standgeräusch: 105 dB(A) – Tirol-Grenze 95 dB(A) um 10 dB überschritten; auf allen Tirol-Sperrstraßen verboten

Farben 2026: Ducati Red; Winter Test Livery; beim Händler aktuelle Verfügbarkeit erfragen

Garantie / Service: 2 Jahre Herstellergarantie (unbegrenzte Kilometer); Desmo-Service (Desmosedici Stradale) alle 30.000 km

Preis (D): 28.390 Euro (S) / 25.290 Euro (Standard) zzgl. 305 Euro Liefernebenkosten