Test Husqvarna Svartpilen 801 L (2026)
105 PS, 820 mm, 20 mm tiefer – der schwarze Pfeil für kürzere Fahrer
Stand: 17.7.2026 | Modell: Husqvarna Svartpilen 801 L (2026; 799 ccm Parallel-Twin; Urban Naked; Low-Variante; A-Führerschein); Hersteller: Husqvarna Motorcycles GmbH (Mattighofen, Österreich; Pierer Mobility / Bajaj Auto) | Preis DE: 10.994 Euro zzgl. Nebenkosten | Standgeräusch: 91 dB(A) (Tirol-konform) | Garantie: 4 Jahre (Husqvarna-Standard)
L steht für Low. Das ist das einzige, was Husqvarna mit dem Namenszusatz sagen will: tiefere Sitzhöhe. Alles andere – Motor, Elektronik, Ausstattung, Design – ist identisch mit der Svartpilen 801. Das ist eine Kaufentscheidung, die sich aus einer einzigen Frage ergibt: Ist 840 mm Sitzhöhe für mich eine Herausforderung?
1000PS beschreibt die Svartpilen 801 als Motorrad, das den ruhigen Feierabend-Cruise und den sportlichen Sonntagvormittag gleichermaßen kann. Die L-Variante ändert daran nichts. Sie öffnet nur die Tür für Fahrer, für die 840 mm eine verschlossene Tür war.
Was L von der Standard-Svartpilen 801 unterscheidet
20 mm weniger Sitzhöhe: 820 mm statt 840 mm. Das klingt nach wenig. Für Fahrer um 1,70 m kann das den Unterschied ausmachen zwischen Zehenkontakt und flachem Fußaufkommen. Die Fahrwerkskomponenten sind auf die niedrigere Sitzhöhe abgestimmt: WP-APEX-Gabel 140 mm Federweg (Standard: 150 mm), Federbein 150 mm. Die Abstimmung ist komfortabler ausgelegt als bei der Standard-801. Das ist die Konsequenz der niedrigeren Sitzhöhe: weniger Federweg bedeutet bei gleicher Sitzhöhensenkung eine andere Geometrie, die auf Straßenkomfort optimiert ist.
Was identisch ist: der Motor (105 PS, 87 Nm), die Elektronik (5-Zoll-TFT, Quickshifter+, Kurven-ABS, MTC), der Rahmen (Chrom-Molybdän-Stahl-Gitterrohrrahmen, KTM-790-Duke-Basis), die Reifen (Pirelli MT60 RS auf 17-Zoll-Gussrädern), das Design (Scrambler-Ästhetik, schwarze Farbgebung, LED-Ring). Zwei verschiedene Motorräder mit einem messbaren Unterschied: die Sitzhöhe.
105 PS, 87 Nm: der LC8c-Parallel-Twin aus der KTM-790-Familie
799 Kubik. Parallel-Twin. Flüssigkeitsgekühlt. 105 PS bei 9.250/min. 87 Nm bei 8.000/min. LC8c – das Kürzel stammt aus der KTM-Nomenklatur: Lüftung durch Flüssigkeit, 8 Zylinder (im Sinne von 800er Hubraum), c für compact. Derselbe Motor, der die KTM 790 Duke antreibt und die Husqvarna Norden 901. In der Svartpilen 801 ist er auf Urban-Naked-Charakter abgestimmt: direkte Gasannahme, satter Schub aus dem Mittelbereich. 1000PS: „echter Kurvenflitzer, kultivierter Motor, kann auch Autobahn.“
Quickshifter+ serienmäßig. Bidirektional. Das ist auch in der L-Variante drin – kein Aufpreis, keine Option. Der Unterschied zur Svartpilen 401 (44 PS, 399 ccm) ist erheblich: 61 mehr PS, 48 mehr Nm, Paralleltwin statt Einzylinder. Das ist eine andere Motorradklasse.
Pirelli MT60 RS auf Gussrädern: urban-orientiert
Pirelli MT60 RS. 120/70-17 vorn, 180/55-17 hinten. 17-Zoll-Gussräder. Das ist der Unterschied im Reifenprofil zur Standard-Svartpilen 801: der MT60 RS ist ein Dual-Purpose-Reifen mit höherem Straßenanteil als der Scorpion Rally STR der Svartpilen 401. Für den urbanen Einsatz mit gelegentlichen Ausflügen auf leicht unbefestigte Wege: richtig. Für ernsthaftes Mixed-Terrain: der STR-Reifen der kleineren 401 ist gelbstolliger. Das ist der Zielgruppen-Unterschied: 801 L = Stadt und Landstraße; 401 = Stadt und gelegentlich Schotter.
5-Zoll-TFT, Kurven-ABS, optionales Tech Pack
5-Zoll-TFT-Farbdisplay. Bluetooth. Smartphone-Konnektivität. Navigation, Musiksteuerung, Anrufmanagement. Quickshifter+. Kurven-ABS. Schräglagenabhängige Traktionskontrolle. Fahrmodi Street und Rain serienmäßig. Optionales Tech Pack: Performance-Modus. Optionaler Tempomat. Das ist der Elektronikstand eines modernen Mittelklasse-Naked-Bikes, vollständig serienmäßig bis auf Tempomat und Performance-Modus.
91 dB(A) und der Preis
91 dB(A) Standgeräusch (identisch Standard-801). Tirol-konform. Der Preis der L-Variante liegt gleichauf wie die Standard-Svartpilen 801. Der offizielle UVP der L-Variante für Deutschland 2026 beträgt 10.994 Euro zzgl. Nebenkosten. Die L-Variante ist nicht das günstigere Modell – sie ist das zugänglichere Modell. Das ist ein anderes Kauf-Argument.
Svartpilen 801 vs. 801 L: die Kaufentscheidung
Standard-Svartpilen 801: 840 mm, 150 mm Federweg vorn, sportlichere Abstimmung. Svartpilen 801 L: 820 mm, 140 mm Federweg vorn, komfortablere Abstimmung. Gleicher Motor. Gleiche Elektronik. Gleicher Preis. Die Entscheidung ist eine Körpergrößen-Frage und eine Komfort-Präferenz-Frage: Wer mehr Federweg und sportlichere Fahrwerksansprache will: Standard. Wer niedrigeren Fußkontakt und komfortablere Abstimmung will: L. Probefahrt beider Varianten vor dem Kauf ist bei diesem Unterschied sinnvoll.
Fazit
Die Husqvarna Svartpilen 801 L ist für Fahrer, die 840 mm bei der 801 als zu hoch empfinden. 105 PS, 87 Nm, LC8c-Parallel-Twin, Quickshifter+, Kurven-ABS, 5-Zoll-TFT. Aber 820 mm, 140 mm Federweg vorn, komfortablere Abstimmung. 20 mm Differenz mit messbarer Alltagswirkung.
Kurzcheck
+ 820 mm Sitzhöhe (20 mm niedriger als Standard 801): besserer Bodenkontakt für Fahrer um 1,70–1,78 m.
+ 105 PS / 87 Nm LC8c-Parallel-Twin: identisch Standard-801; stark, kultiviert, autobahntauglich.
+ Quickshifter+ serienmäßig (bidirektional).
+ 5-Zoll-TFT mit Bluetooth, Navigation, Audioplayer serienmäßig.
+ Kurven-ABS + schräglagenabhängige Traktionskontrolle serienmäßig.
+ Fahrwerk komfortabler abgestimmt als Standard: für Stadtfahrer und Langstrecke zugänglicher.
+ 91 dB(A) Tirol-konform.
+ Scrambler-Design, LED-Ring, dunkle Farbgebung: unverwechselbar.
– 140 mm Federweg vorn (Standard: 150 mm): 10 mm weniger; bei starken Unebenheiten spürbarer Unterschied.
– Pirelli MT60 RS (weniger Stollen als STR der 401): kein ernsthafter Mixed-Terrain-Reifen.
– Kein Performance-Modus / kein Tempomat serienmäßig: optionales Tech Pack erforderlich.
Technische Daten: Husqvarna Svartpilen 801 L (2026)
Marke / Modell: Husqvarna Svartpilen 801 L (2026; Low-Variante; 799 ccm LC8c Parallel-Twin; Urban Naked; A-Führerschein); Hersteller: Husqvarna Motorcycles GmbH (Mattighofen, Österreich; Pierer Mobility / Bajaj Auto). Technische Basis: KTM 790 Duke.
Motor: 799 ccm LC8c Parallel-Twin flüssigkeitsgekühlt; 105 PS (77 kW) bei 9.250/min; 87 Nm bei 8.000/min; Quickshifter+ serienmäßig; 6-Gang; identisch Standard-Svartpilen 801
L vs. Standard: L: 820 mm Sitzhöhe / 140 mm Federweg vorn / 150 mm hinten / komfortablere Abstimmung. Standard: 840 mm / 150 mm vorn / 150 mm hinten / sportlichere Abstimmung. Motor, Elektronik, Design: identisch.
Fahrwerk vorn (L): WP APEX 43-mm-USD-Gabel; 140 mm Federweg (10 mm weniger als Standard); komfortabler abgestimmt
Fahrwerk hinten (L): WP APEX Monoshock; 150 mm Federweg; Chrom-Molybdän-Stahl-Gitterrohrrahmen
Bremsen: Vierkolben-Bremssattel vorn; 2-Kanal-Kurven-ABS; schräglagenabhängige Traktionskontrolle (MTC)
Räder / Reifen: 17-Zoll-Gussräder; Pirelli MT60 RS (120/70-17 vorn / 180/55-17 hinten; urban-orientierter als Scorpion Rally STR)
Gewicht / Sitzhöhe: Ca. 196 kg fahrbereit; Sitzhöhe 820 mm (20 mm niedriger als Standard-801, 840 mm)
Tank / Verbrauch: 14 Liter; ca. 4,3 l/100 km; Reichweite ca. 325 km
Elektronik: 5-Zoll-TFT-Display (Bluetooth, Navigation, Audioplayer); Quickshifter+; Kurven-ABS; MTC; Fahrmodi Street/Rain serienmäßig. Optionales Tech Pack: Performance-Modus. Optionaler Tempomat.
Standgeräusch: 91 dB(A) (identisch Standard-Svartpilen 801; Tirol-konform)
Garantie: 4 Jahre (Husqvarna-Standard)
Konkurrenz: Husqvarna Svartpilen 801 (Standard): 840 mm, mehr Federweg, sportlichere Abstimmung. KTM 790 Duke: technische Schwester; ca. 8.700 Euro; 105 PS; sportlichere Ergonomie. Yamaha MT-07: ca. 9.500 Euro; 74 PS; 805 mm; breiter aufgestellt. Svartpilen 801 L: tiefster Sitz der 800er-Klasse mit 105 PS, unverwechselbares Design.
Preis (D): 10.994 Euro + Nebenkosten