Test Kawasaki Z 900 (2026)

Deutschlands meistverkauftes Naked Bike modernisiert – 6-Achsen-IMU, Quickshifter, Tempomat und Preissenkung auf 10.170 Euro

124 PS, 97 Nm, 6-Achsen-IMU, Kurven-ABS, Quickshifter mit Blipper, Tempomat, 5-Zoll-TFT, 213 kg, 830 mm – und gleichzeitig rund 600 Euro günstiger als der Vorgänger. Die Z 900 war schon lange der Bestseller; jetzt ist sie es mit mehr Elektronik.

Stand: 10.4.2026 | Modell: Kawasaki Z 900 (2026, Basismodell) | Preis: 10.170 Euro inkl. Überführung | Garantie: 4 Jahre | Standgeräusch: nicht offiziell kommuniziert; Vorjahre 95 dB(A) oder darüber – Tirol-Status aus Zulassungsdokumenten prüfen | MY2026: technisch identisch mit MY2025, neue Farben

Was 2025 neu kam – und 2026 unverändert gilt: IMU, Quickshifter, Tempomat, höhere Sitzbank

Das Modelljahr 2025 brachte das größte Update der Z 900 seit der Grundüberarbeitung 2020: Erstmals eine 6-Achsen-IMU als Basis für Kurven-ABS (KIBS) und schräglagenabhängige Traktionskontrolle (KTRC). Neu: bidirektionaler Quickshifter mit Blipper (KQS) serienmäßig, Tempomat serienmäßig, 5-Zoll-TFT-Farbdisplay mit Kawasaki Rideology App, Alu-Rohrlenker. Die Sitzhöhe stieg von 795 auf 830 mm, optionale niedrige Sitzbank auf 810 mm verfügbar. Radstand minimal verkürzt (von 1.455 auf 1.450 mm). Nachlauf leicht verlängert (105 auf 110 mm). MY2026 ist technisch identisch – nur neue Farbvarianten.

Gleichzeitig senkte Kawasaki den Preis: von 10.695 Euro (MY2024 inkl. Überführung) auf 10.170 Euro (Modeljahr 2025/2026 inkl. Überführung). Der Hintergrund ist der Markteintritt der Honda CB 1000 Hornet (ab 10.729 Euro, 157 PS), die die Z 900 erstmals direkt unter Preisdruck setzte. Die Reaktion war richtig: mehr Ausstattung, weniger Geld.

Motor: 948 cm³, 124 PS, 97 Nm – ein PS weniger als zuvor, aber stärkerer Durchzug untenrum

Der flüssigkeitsgekühlte DOHC-Reihenvierzylinder mit 948 cm³ leistet seit Modelljahr 2025 124 PS bei 9.500/min und 97,4 Nm bei 7.700/min – ein PS und ein Nm weniger als der Vorgänger, was nicht an Euro 5+ liegt, sondern an neuen Nockenprofilen. Ziel war mehr Durchzug im unteren Drehzahlbereich und reduzierter Verbrauch; Kawasaki gibt eine Einsparung von 16 Prozent gegenüber dem Vorgängermotor an. Ride-by-Wire serienmäßig. Assist- und Rutschkupplung. 6 Fahrmodi: Road, Sport, Rain, Rider (individuell konfigurierbar). Verbrauch: 5,7 l/100 km (Werksangabe).

Die Gasannahme ist als butterweich und linear, der Motor schiebt kräftiger untenrum an als zuvor. Spürbarer Schwungmassen-Effekt, was dem Fahren einen geschmeidigen, souveränen Charakter gibt. Der Quickshifter mit Blipper ist jetzt serienmäßig – das war bisher der größte Ausstattungsunterschied zur SE.

Fahrwerk & Bremse: USD 41 mm, Zugstufendämpfung einstellbar, 300-mm-Doppelscheibe – sportlich-ausgewogen, nicht sportlich-extrem

Stahlgitterrohrrahmen mit Aluminiumschwinge, USD-Gabel 41 mm (Federvorspannung und Zugstufendämpfung einstellbar; keine Druckstufe), Zentralfederbein hinten (Federvorspannung einstellbar). Federweg: 120 mm vorne, 140 mm hinten. Radstand 1.450 mm. Die Abstimmung gilt als gelungener Kompromiss aus sportlich und alltagstauglich: Die Kawa kippt fast von selbst in Schräglage, durcheilt Radien stabil und gibt gutes Feedback. Für sehr ambitionierte Fahrer oder Rennstreckeneinsatz empfiehlt sich die SE mit Öhlins und Brembo.

Bremse vorne: 300-mm-Doppelscheibe mit radial montierten Vierkolben-Bremssätteln (Kawasaki-Eigenmarke). Hinten: 250-mm-Scheibe mit Einkolben-Sattel. Kurven-ABS serienmäßig. Das Bremsgefühl ist gut dosierbar und effektiv: kein bissiges Hyper-Naked-Feeling, aber korrekt und präzise für den angestrebten Einsatzbereich. Erstbereifung: Dunlop Sportmax Q5A (neu ab MY2025).

Elektronik & Ergonomie: 6-Achsen-IMU, Kurven-ABS, 4 Fahrmodi, Tempomat, 5-Zoll-TFT – technisch auf Höhe der Zeit

6-Achsen-IMU als Basis für: KIBS (Kurven-ABS, schräglagenabhängig), KTRC (Traktionskontrolle mit Kurvenfunktion), KCMF (Kawasaki Kurvenmanagement), bidirektionaler KQS-Quickshifter. Tempomat serienmäßig. 4 Fahrmodi (Road, Sport, Rain, Rider). 5-Zoll-TFT-Farbdisplay mit Kawasaki Rideology App, Turn-by-Turn-Navigation, Sprachsteuerung und Smartphone-Konnektivität. USB-C optional (serienmäßig in SE). Das Elektronikpaket entspricht dem Stand der Z 1100 SE in fast allen relevanten Punkten – zu einem deutlich günstigeren Preis.

Ergonomie: 830 mm Sitzhöhe (optional 810 mm), Alu-Rohrlenker, sportlich-aufrechte Sitzposition. Die höhere Sitzbank gegenüber dem Vorgänger (795 mm) war eine bewusste Entscheidung – die Produktplaner entschieden, die höchste Variante als Standard in Europa anzubieten. Wer tiefer sitzen möchte, kann die optionale 810-mm-Sitzbank ordern. Soziusbetrieb möglich; Haltegriffe serienmäßig.

Einordnung: Deutschlands Bestseller unter Druck – aber mit starkem Antwortpaket

Die Z 900 war im Juni 2025 das meistverkaufte Motorrad in Deutschland (679 Neuzulassungen in einem Monat). Das ist kein Zufall: Die Kombination aus bekanntem Motor, bewährtem Fahrwerk und jetzt vollwertiger IMU-Elektronik zu einem gesenkten Preis trifft den Nerv des Segments. Direkter Wettbewerb: Honda CB 1000 Hornet (ab ca. 10.729 Euro, 157 PS, kein Tempomat serienmäßig), Yamaha MT-09 (ab 11.449 Euro, 119 PS, 3-Zylinder, IMU), Suzuki GSX-S 1000 (ab ca. 13.390 Euro, 150 PS). Die Z 900 hat weniger PS als Hornet und Suzuki, aber das umfangreichste Elektronikpaket mit Tempomat in dieser Preislage. Wer die sportlichere Fahrwerksabstimmung und Bremsen will, greift zur SE.

Kosten: 10.170 Euro inkl. Überführung – rund 600 Euro günstiger als der Vorgänger, mehr Ausstattung inklusive

Kawasaki Z 900 (2026): 11.170 Euro inkl. Überführung. Kawasaki Z 900 SE (2026): 12.320 Euro inkl. Überführung. Der Aufpreis zur SE von 1.150 Euro bringt: vollständig einstellbares Öhlins S46 Federbein, Brembo M4.32 Monobloc-Sättel mit Stahlflexleitungen, USB-C im Cockpit, exklusive Farbgebung und 1 kg Mehrgewicht (214 statt 213 kg). Wartung: 12.000-km-Serviceintervalle, Ventilspielkontrolle alle 36.000 km. Garantie 4 Jahre. Kawasaki Starter-Bonus: bis zu 800 Euro für Führerscheininhaber der letzten 12 Monate anwendbar (je nach Modell 1 Euro/cm³).

Verbrauch laut Kawasaki 5,7 l/100 km, bei 17-Liter-Tank ergibt sich eine Reichweite von ca. 298 km. Realistisch bei flotter Fahrt dürften 6–6,5 Liter sein, entsprechend ca. 260–280 km Reichweite.

Fazit

948 cm³, 124 PS, 97 Nm, 6-Achsen-IMU, Kurven-ABS, Quickshifter mit Blipper, Tempomat, 5-Zoll-TFT, 213 kg, 830 mm, Dunlop Q5A, 4 Jahre Garantie. Die Z 900 ist teurer als die Yamaha MT-09 und hat weniger PS als Honda Hornet und Suzuki GSX-S 1000. Das Fahrwerk der Basis ist nicht auf dem Niveau der SE. Wer das alles weiß und trotzdem eine unkomplizierte, bewährte, technisch aktuelle Allround-Naked kauft, macht keinen Fehler. Deutschlands meistverkauftes Bike nach der GS: das hat seinen guten Grund.

 

Kurzcheck

 

+ 6-Achsen-IMU serienmäßig (neu ab MY2025): Basis für Kurven-ABS, Kurven-TCS, Kurvenmanagement

+ Bidirektionaler Quickshifter mit Blipper (KQS) serienmäßig – neu ab MY2025

+ Tempomat serienmäßig – neu ab MY2025; fehlt bei Honda CB 1000 Hornet und Yamaha MT-09 in der Basis

+ 4 Fahrmodi: Road, Sport, Rain, Rider (individuell) – IMU-gestützt

+ 5-Zoll-TFT mit Kawasaki Rideology App, Turn-by-Turn-Navigation, Sprachsteuerung

+ 948 cm³ Reihenvierzylinder: bewährt, weiche Gasannahme, lineare Kraftentfaltung, starker Durchzug untenrum

+ USD-Gabel 41 mm mit einstellbarer Federvorspannung und Zugstufendämpfung

+ 300-mm-Doppelscheibe vorne mit radial montierten Vierkolben-Bremssätteln; Kurven-ABS serienmäßig

+ Dunlop Sportmax Q5A Erstbereifung (neu ab MY2025)

+ Stahlgitterrohrrahmen – leicht, steif, charakterprägend

+ 213 kg fahrbereit; 830 mm Sitzhöhe (optional 810 mm); entspannte sportliche Ergonomie

+ Meistverkauftes Motorrad Deutschlands (im Juni 2025: 679 Neuzulassungen in einem Monat)

+ Preis gesenkt: 10.170 Euro inkl. Überführung – rund 600 Euro günstiger als MY2024

+ Kawasaki Starter-Bonus: bis zu 800 Euro für Neuinhaber (Führerschein ≤12 Monate alt)

+ 4 Jahre Kawasaki-Werksgarantie; 12.000-km-Serviceintervalle

+ MY2026 technisch identisch zu MY2025 – bewährte, eingefahrene Technik ohne Überraschungen

 

124 PS: weniger als Honda CB 1000 Hornet (157 PS) und Suzuki GSX-S1000 (150 PS), aber mehr als Yamaha MT-09 (119 PS)

1 PS weniger als der Vorgänger (125 PS)

Fahrwerk Basis: nur Zugstufendämpfung und Federvorspannung einstellbar; keine Druckstufe, kein Öhlins – das kommt erst mit der SE

Keine Brembo-Bremsen in der Basis (SE-exklusiv); eigene Kawasaki-Sättel gut, aber eine Kategorie darunter

Standgeräusch: nicht offiziell kommuniziert; frühere Baujahre lagen bei 95 dB(A) oder darüber – Tirol-Status aus Zulassungsdokumenten prüfen

Sitzhöhe 830 mm (vs. 795 mm Vorgänger): für kürzere Fahrer ein Nachteil; optionale 810-mm-Sitzbank kostet Aufpreis

Kein USB-C im Cockpit serienmäßig (nur SE); USB-A optional

17-Liter-Tank: ca. 260–298 km Reichweite je nach Fahrstil – für intensive Touren eng

Rideology-App-Features teilweise abonnementpflichtig – wird als unzeitgemäß kritisiert

 

 

Technische Daten: Kawasaki Z 900 (2026, Basismodell)

 

Fertigungsland: Japan (Kawasaki)

Motor: Reihenvierzylinder, 948 cm³, flüssigkeitsgekühlt, DOHC; Ride-by-Wire; Assist-/Rutschkupplung; 6-Gang; bidirektionaler KQS-Quickshifter mit Blipper serienmäßig

Leistung: 124 PS (91 kW) bei 9.500/min

Drehmoment: 97,4 Nm bei 7.700/min

Fahrmodi / Elektronik: Road, Sport, Rain, Rider (individuell); 6-Achsen-IMU; KIBS (Kurven-ABS schräglagenabhängig); KTRC (Kurven-TCS); KCMF (Kawasaki Kurvenmanagement); KQS bidirektionaler Quickshifter; Tempomat

Rahmen: Hochfester Stahl-Gitterrohrrahmen; Aluminiumschwinge

Gabel: USD 41 mm; Federvorspannung und Zugstufendämpfung einstellbar; Federweg 120 mm

Federbein: Zentralfederbein; Federvorspannung einstellbar; Federweg 140 mm

Nachlauf: 110 mm

Bremse vorn: Radial montierte Vierkolben-Bremssättel; 2× 300-mm-Scheiben; KIBS Kurven-ABS

Bremse hinten: Einkolben-Sattel; 250-mm-Scheibe; ABS

Räder: Alugussräder; 17 Zoll vorne und hinten

Reifen: 120/70-17 vorne; 180/55-17 hinten; Dunlop Sportmax Q5A

Display: 5-Zoll-TFT-Farbdisplay; Kawasaki Rideology App; Turn-by-Turn-Navigation; Sprachsteuerung; Smartphone-Konnektivität

Gew. fahrbereit: 213 kg

Sitzhöhe: 830 mm (optional 810 mm)

Radstand: 1.450 mm

Bodenfreiheit: 145 mm

Tank: 17 Liter; ca. 298 km Reichweite (Werksverbrauch 5,7 l/100 km)

Standgeräusch: Nicht offiziell kommuniziert; Vorjahre 95 dB(A) oder darüber – Tirol-Status aus Zulassungsdokumenten prüfen

Farben (2026): Ebony/Metallic Carbon Gray; Candy Lime Green/Metallic Carbon Gray; Metallic Matte Graphenesteel Gray/Metallic Spark Black

Preis (D): 10.170 Euro inkl. Überführung; Kawasaki Starter-Bonus: bis 800 Euro für Neuinhaber

Garantie: 4 Jahre Kawasaki-Werksgarantie

Service: Alle 12.000 km; Ventilspielkontrolle alle 36.000 km