Test KTM 1390 Super Duke R Evo (2026)

The Beast, vollständig – 190 PS, WP SAT Gen 3, Brembo Stylema, 212 kg, ab 23.499 Euro

190 PS, 145 Nm, 1.350 cm³ LC8-V2 mit Cam-Shift. WP APEX SAT Gen 3 semiaktiv: Gabel und Federbein automatisch geregelt, 750 g leichter als Vorgänger, schneller reagierend. Brembo Stylema Monoblock 4-Kolben radial; Brembo MCS-Hauptzylinder; Brembo-Kupplungszylinder selbstentlüftend. Michelin Power GP Dual Compound. Winglets serienmäßig. 200 kg trocken, 212 kg vollgetankt. 834 mm Sitzhöhe. Supermoto-ABS, 5-stufiger Anti-Wheelie-Modus, Launch Control (Track). 5-Zoll-TFT, TPMS, Konnektivität. Demo-Modus. 4 Jahre Garantie.

Stand: 10.4.2026 | Getestetes Modell: KTM 1390 Super Duke R EVO (2026) | Preis: ab 23.499 Euro zzgl. 495 Euro NK | Fertigung: KTM Mattighofen, Österreich

EVO vs. R: Was die Evo-Variante über die Super Duke R hinaus bietet

Die 1390 Super Duke R und die 1390 Super Duke R EVO teilen Motor, Rahmen, Schwinge, Bremsen und Elektronikgrundpaket. Der Unterschied liegt im Fahrwerk und in Details: Die R hat voll einstellbares WP APEX-Fahrwerk, das der Fahrer selbst abstimmt. Die EVO hat WP APEX SAT Gen 3 semiaktiv – das System regelt Gabel und Federbein automatisch, in Echtzeit, ohne Fahrerzutun. Das ist kein Komfortmerkmal für Bequeme. Es ist das präzisere System für Fahrer, die auf der Rennstrecke maximale Konstanz wollen, ohne während der Session manuell schrauben zu müssen. Dazu kommt der Brembo-Kupplungszylinder mit Selbstentlüftung: kein Befüllen des Hydrauliksystems, kein Entlüften fällig. Der Aufpreis über die Super Duke R: ca. 2.000 Euro (R ab 21.499 Euro, EVO ab 23.499 Euro, beide plus Nebenkosten).

Motor: 190 PS, 145 Nm, Cam-Shift – der stärkste V2-Seriensportler auf dem Markt

Der LC8-V2 mit 75°-Zylinderwinkel und 1.350 cm³ Hubraum (Bohrung 110 mm, Hub 71 mm) leistet 190 PS bei 10.000/min und 145 Nm bei 8.000/min. Cam-Shift – die zweistufige Einlassnockensteuerung – optimiert die Kraftentfaltung über das Drehzahlband: bei niedrigen Drehzahlen schaltete das System auf das mildere Nockenprofil für Anhänglichkeit, bei höheren Drehzahlen auf das aggressive Profil für maximale Leistung. Doppelzündung. Keihin EMS. Ride-by-Wire. Antihopping-Kupplung. 6-Gang. 525 X-Ring-Kette. Euro 5+. Edelstahlschalldämpfer mit zwei Katalysatoren.

Das ist das Alleinstellungsmerkmal des LC8 gegenüber einem Reihenvierzylinder: Drehmomentpräsenz aus dem Keller, Durchzug überall, charakterstarker Sound. Kein Hochdreher, der Drehzahl braucht, um Leistung zu produzieren.

WP APEX SAT Gen 3: 750 g leichter, reaktionsschneller, DCC-Druckventil, Auto-Preload – das Fahrwerk erklärt

Das WP APEX SAT-System der dritten Generation ist bei der EVO an Gabel und Federbein verbaut. Die Entwicklungsphilosophie: präziseres, konsistenteres Dämpfungsverhalten bei höheren Frequenzen bei gleichzeitiger Beibehaltung des vollen Dämpfungsbereichs elektrischer Ventile. Das Ergebnis: Die Gabel ist 750 g leichter als die der 1290 Super Duke R EVO und gleichzeitig reaktionsschneller. Das Federbein arbeitet mit einem DCC-Druckstufenventil (Digitally Controlled Compression); ein Sensor in der Dämpferbasis misst sowohl den Federweg als auch die Beschleunigung und ermöglicht so eine präzisere Ventilbetätigung. Der automatische Preload-Adjuster verfügt über einen Federwegsensor und kann sich selbst einstellen.

Federweg vorne 125 mm, hinten 140 mm. Sitzhöhe 834 mm. Bodenfreiheit 149 mm. Radstand 1.491 mm. Lenkkopfwinkel 65,3°. Die Grundabstimmung des semiaktiven Systems unterscheidet sich von der GT: Wo die GT einen optimierten Comfort-Modus hat, ist die EVO auf sportliche Rennstreckenperformance ausgerichtet. Sitz- und Brems- und Schalterhebel voll einstellbar, Schaltumkehrung möglich, Schaltweglänge einstellbar. Das ist Rennsport-Einstellbarkeit am Straßenmotorrad.

Bremsen & Reifen: Brembo Stylema, MCS-Hauptzylinder, selbstentlüftender Kupplungszylinder, Michelin Power GP

Brembo Stylema Monoblock 4-Kolben radial vorne auf zwei schwimmend gelagerten 320-mm-Scheiben. Brembo MCS-Hauptbremszylinder: sowohl Hebelweite als auch Übersetzung einstellbar (das ist mehr als nur Hebelabstand). Hinten: Brembo Zweikolben-Festsattel, 240-mm-Scheibe, schwimmend. Besonderheit EVO: Der Brembo-Kupplungszylinder hat ein Selbstentlüftungssystem – das Hydrauliksystem muss nie befüllt oder entlüftet werden. Das ist ein Detail, das auf der Rennstrecke Relevanz hat, wo Hitzeeinwirkung auf Bremsflüssigkeit ein Thema ist.

Bereifung: Michelin Power GP mit Dual-Compound-Technologie – innen härtere Mischung für Beschleunigung, außen weichere Mischung für Schräglage. Das ist kein Touring-Reifen wie bei der GT (Michelin Power 6), sondern ein Sportreifen mit Rennstrecken-Eignung. Dimensionen: 120/70-17 vorne, 200/55-17 hinten. Die 200er-Breite am Hinterrad ist charakteristisch für die Super Duke-Linie und sorgt für satte Traktion beim Herausbeschleunigen.

Elektronik & Winglets: Supermoto-ABS, 5-stufiger Anti-Wheelie, Launch Control, TPMS, Winglets serienmäßig

Fahrmodi Rain, Street, Sport serienmäßig; Performance (inkl. Tempomat) und Track optional. Im Track-Modus: 10-stufige Schlupfregelung, 5-stufiger Anti-Wheelie-Modus, Launch Control. Kurven-ABS mit Supermoto-Modus – Hinterrad-ABS deaktivierbar für kontrollierte Drifts. Die ABS-Qualität entspricht dem Standard, der bislang Superbikes vorbehalten war. TPMS (Reifendruckkontrolle) serienmäßig. Demo-Modus: erste 1.500 km alle Optionen gratis. 5-Zoll-TFT mit Smartphone-Konnektivität, Reifendruckanzeige, USB-C. Kein Touchscreen (8,88-Zoll-Touchscreen nur bei GT und 990 RC R).

Die Winglets sind serienmäßig in der Kühlerverkleidung integriert – nicht nachgerüstet, sondern konzeptionell Teil des Aerodynamikpakets. Sie erzeugen bei hohem Tempo Abtrieb und verbessern die Frontachse-Stabilität unter Bremsung. Das ist funktionale Aerodynamik, kein Dekor. Die Frontansicht der 1390 Super Duke R EVO ist daher deutlich aggressiver als die der 990 Duke R.

Ergonomie & Charakter: 834 mm, tieferer Lenker, 212 kg – Hyper-Naked mit Rennstreckengenen

Der Lenker der EVO liegt tiefer als bei einem Standard-Naked-Bike, was eine bessere Kontrolle beim aggressiven Bremsen und Einlenken ermöglicht. Der Tank ist seitlich leicht abgewinkelt und bietet beim Anbremsen mehr Unterstützung und besseren Kniebodenkontakt. Das ist kein Wohlfühl-Tourer, das ist ein Hyper-Naked mit klarer Rennstrecken-DNA.

200 kg trocken, 212 kg vollgetankt. Das ist leicht für ein Hyper-Naked mit 190 PS und semiaktivem Fahrwerk – ein 1:1-Leistungsgewicht. Zur Einordnung: Ducati Streetfighter V4 S (28.390 Euro plus Nebenkosten, 214 PS, 203 kg, Öhlins SAT). Aprilia Tuono V4 Factory (20.999 Euro, 180 PS, 211 kg, semi-aktiv). Die KTM positioniert sich preislich dazwischen bei ähnlichem oder höherem Technikpaket.

Kosten: 23.994 Euro inkl. Nebenkosten, 4 Jahre Garantie

KTM gewährt ab Modelljahr 2025 bis zu 4 Jahre Premium-Herstellergarantie (Servicepflicht beim autorisierten KTM-Händler). Minus: Quickshifter und weitere Optionen sollten bei diesem Preis serienmäßig sein. Auf der anderen Seite stehen Brembo Stylema, selbstentlüftender Kupplungszylinder, WP SAT Gen 3 und Michelin Power GP serienmäßig bei einem Preis, der unter dem der Ducati Streetfighter V4 S liegt.

Fazit

Die KTM 1390 Super Duke R EVO ist ein begeisterndes Hyper-Naked-Bike – technisch und preislich. 190 PS, WP SAT Gen 3, Brembo Stylema, Michelin Power GP, selbstentlüftender Kupplungszylinder, Winglets, 1:1-Leistungsgewicht. Für 23.994 Euro. Standgeräusch 95 dB(A) – an der Tiroler Fahrverbotsgrenze, aber nicht darüber.

 

Kurzcheck

 

+ 190 PS / 145 Nm aus 1.350 cm³ LC8-V2 – stärkster serienmäßiger V2-Sportler; Cam-Shift zweistufige Nockensteuerung

+ WP APEX SAT Gen 3 semiaktiv: Gabel 750 g leichter als Vorgänger, reaktionsschneller; DCC-Druckventil; Auto-Preload mit Selbsteinstellung

+ Brembo Stylema Monoblock 4-Kolben radial; Brembo MCS-Hauptzylinder (Hebelweite und Übersetzung einstellbar)

+ Brembo-Kupplungszylinder mit Selbstentlüftung: kein Wartungsaufwand am Hydrauliksystem

+ Michelin Power GP Dual Compound: innen härter für Traktion, außen weicher für Schräglage

+ 200/55-17 Hinterreifen: breites Format für maximale Traktionsfläche

+ Winglets serienmäßig: Abtrieb und Frontstabilität bei hohem Tempo

+ Supermoto-ABS, Anti-Wheelie 5-stufig, Launch Control (Track-Modus)

+ 200 kg trocken / 212 kg vollgetankt: 1:1-Leistungsgewicht

+ Hebel und Schaltwerk voll einstellbar; Schaltumkehrung möglich; Schaltweglänge einstellbar

+ TPMS serienmäßig

+ Demo-Modus: erste 1.500 km alle Optionen gratis

+ 4 Jahre Premium-Herstellergarantie (ab MY2025); Mattighofen-Fertigung

+ EVO günstiger als Ducati Streetfighter V4 S bei vergleichbarem oder höherem Technikpaket

 

Quickshifter nicht serienmäßig: bei 23.994 Euro ein Kritikpunkt

17,5-Liter-Tank: Reichweite bei sportlicher Fahrweise begrenzt (über 200 km möglich, abhängig vom Fahrstil)

Kein Touchscreen (5-Zoll-Display, kein 8,88-Zoll wie bei GT oder 990 RC R)

Kein Radar-Tempomat (nur in der GT)

Garantie an Servicepflicht beim autorisierten KTM-Händler gebunden

 

 

Technische Daten: KTM 1390 Super Duke R EVO (2026)

 

Fertigungsland: Österreich (KTM Mattighofen)

Motor: LC8 V2, 75°-Zylinderwinkel, 1.350 cm³ (110 mm Bohrung, 71 mm Hub), flüssigkeitsgekühlt, DOHC, Cam-Shift (zweistufige Einlassnockensteuerung), Keihin EMS, Ride-by-Wire, Doppelzündung, Euro 5+; Edelstahlschalldämpfer, 2 Katalysatoren

Leistung: 190 PS bei 10.000/min

Drehmoment: 145 Nm bei 8.000/min

Getriebe: 6-Gang; 525 X-Ring-Kette; Antihopping-Kupplung; Quickshifter optional; Schaltumkehrung möglich; Schaltweglänge einstellbar

Fahrmodi / Elektronik: Rain, Street, Sport (serienmäßig); Performance (inkl. Tempomat) und Track optional; 6D-IMU; Kurven-ABS; Supermoto-ABS (Hinterrad deaktivierbar); 10-stufige Schlupfregelung; Anti-Wheelie 5-stufig; Launch Control (Track); TPMS; Demo-Modus (1.500 km alle Optionen gratis)

Rahmen: CroMo-Stahl-Gitterrohrrahmen, pulverbeschichtet; Heckrahmen Aluminium-Druckguss/Komposit; Motor mittragend; großer Rohrdurchmesser und dünne Wände für maximale Torsionssteifigkeit

EVO-Mehrwert über R: WP APEX SAT Gen 3 semiaktiv (statt manuell einstellbar); Brembo-Kupplungszylinder selbstentlüftend; Schaltumkehrung möglich

Gabel: WP APEX SAT USD, Ø 48 mm, semiaktiv Gen 3 (Open-Cartridge); 125 mm Federweg; automatisch geregelt; 750 g leichter als 1290er EVO; reaktionsschneller

Federbein: WP APEX SAT Zentralfederbein semiaktiv Gen 3; DCC-Druckstufenventil; Sensor für Federweg und Beschleunigung; automatischer Preload-Adjuster mit Selbsteinstellung; 140 mm Federweg; Aluminium-Einarmschwinge

Bremsen vorn: Brembo Stylema Monoblock 4-Kolben radial; 2× 320-mm-Scheiben (schwimmend gelagert); Brembo MCS-Hauptzylinder (Hebelweite und Übersetzung einstellbar); Kurven-ABS

Bremsen hinten: Brembo Zweikolben-Festsattel; 240-mm-Scheibe (schwimmend); Supermoto-ABS

Kupplungszylinder: Brembo mit Selbstentlüftung: kein Befüllen oder Entlüften erforderlich

Aerodynamik: Winglets serienmäßig in Kühlerverkleidung integriert

Räder: Alugussräder; 3,50×17” vorne / 6,00×17” hinten

Reifen: 120/70-17 vorne; 200/55-17 hinten; Michelin Power GP Dual Compound (Sportreifen)

Display: 5-Zoll-TFT; TPMS-Anzeige; Smartphone-Konnektivität; USB-C; kein Touchscreen

Gewicht: 212 kg vollgetankt, 200 kg trocken

Sitzhöhe: 834 mm

Bodenfreiheit: 149 mm

Radstand: 1.491 ±15 mm

Lenkkopfwinkel: 65,3°

Tank: 17,5 Liter, Reichweite über 200 km (abhängig vom Fahrstil)

Standgeräusch: 95 dB(A), Tiroler Grenzwert 95 dB, exakt an der Grenze)

Preis (D): 23.499 Euro zzgl. 495 Euro Nebenkosten

Garantie: Bis zu 4 Jahre Premium-Herstellergarantie (ab MY2025, Servicepflicht beim autorisierten KTM-Händler)