Test KTM 390 Adventure X (2026)
Weniger Gelände, weniger Preis, mehr Alltag
Stand: 17.7.2026 | Modell: KTM 390 Adventure X (2026; 399 ccm Einzylinder; Adventure/Touring; A2; A); Hersteller: KTM AG (Mattighofen, Österreich; Bajaj Auto) | Preis DE: Händlerinserate ca. 5.400–6.000 Euro; beim Händler bestätigen | Standgeräusch: nicht publiziert | Garantie: bis zu 4 Jahre Premium-Herstellergarantie (ab MY2025)
Die KTM 390 Adventure X ist 2026 neu im Programm und ersetzt das bisherige Basismodell der 390er-Adventure-Reihe. KTM hat die 390 Adventure für 2026 in zwei klare Richtungen aufgespalten: die R für Offroad-Enthusiasten, die X für Alltagsfahrer. Gleicher Motor. Gleiche Garantie. Andere Prioritäten.
Der Händler ktm-h.de fasst es nach dem Fahrbericht in einem Satz zusammen: „Weniger spektakulär als die R, dafür für viele Fahrer die sinnvollere Wahl.“ Das ist das Kaufargument der Adventure X. Nicht was sie kann, sondern was die meisten Fahrer tatsächlich fahren: Straße, Landstraße, gelegentlich Schotterweg. Dafür braucht man kein einstellbares Fahrwerk und kein Offroad-ABS.
Was die X von der R unterscheidet – und was identisch ist
Identisch: Motor (399 ccm, 45 PS, 39 Nm, Ride-by-Wire), Gewicht (165 kg trocken, 176 kg vollgetankt), Tank (14 Liter), Kurven-ABS, Traktionskontrolle, TFT-Navigation, USB-C, Garantie (bis zu 4 Jahre). Das ist die gemeinsame Basis.
Unterschiedlich: Fahrwerk (X: WP APEX Emulsion-Gabel 200 mm, nicht einstellbar; R: WP APEX Open-Cartridge 230 mm, 30-Klick-Einstellung). Räder (X: Gussräder 19/17 Zoll; R: Speichenräder 21/18 Zoll). Reifen (X: Continental TKC 70; R: Mitas Enduro Trail E07+). Sitzhöhe (X: 825 mm; R: 870 mm). Bodenfreiheit (X: 232 mm; R: 272 mm). Offroad-ABS (X: nein; R: ja). Preis (X: ca. 1.400–2.000 Euro günstiger). Das ist die Entscheidungsmatrix.
19-Zoll-Vorderrad: ein echter Unterschied zum 21er
19 Zoll vorn ist kein schlechter Kompromiss. Gussräder 19/17 Zoll sind das Standard-Setup für Reiseenduros mit Straßenfokus: die BMW R 1300 GS hat 19/17 Zoll, die Honda Africa Twin Adventure Sports 19/17 Zoll, die CFMoto 800MT Explore 19/17 Zoll. Im Straßenbetrieb ist der Unterschied zwischen 19 und 21 Zoll vorn kaum spürbar. Auf losem Untergrund (Sand, Schotter, weicher Boden) hat das 21-Zoll-Vorderrad der R deutlich mehr Spurstabilität. Wer Offroad plant: R. Wer primär Asphalt fährt: Der 19er der X ist völlig ausreichend.
Continental TKC 70 serienmäßig: ein Mixed-Reifen mit höherem Straßenanteil als der Mitas E07+ der R. Auf Asphalt griffiger, auf losem Untergrund weniger Vortrieb. Für Alltagsfahrer ist der TKC 70 die bessere Wahl – er verschleißt auf der Straße gleichmäßiger über die gesamte Lauffläche und bietet bei Regen auf Asphalt höhere Reserven als der E07+.
825 mm Sitzhöhe: der wichtigste Zugänglichkeitsvorteil
825 mm gegenüber 870 mm bei der R. Das sind 45 mm, die für Fahrer zwischen 1,70 m und 1,80 m den Unterschied zwischen komfortablem und eingeschränktem Bodenkontakt machen. Die Adventure X ist das zugänglichere Motorrad. Das ist kein Nebenaspekt, sondern für viele Kaufinteressenten das entscheidende Argument. Wer im Verkaufsgespräch überlegt, ob 870 mm zu hoch sind: Die Adventure X beantwortet diese Frage mit 825 mm.
200 mm Federweg: genug für was?
200 mm Federweg vorn und hinten, nicht einstellbar. Das klingt nach Kompromiss. In der Praxis: 200 mm ist der Standard-Federweg für Reiseenduros der 700–1000er-Klasse. Die BMW R 1300 GS hat 190 mm vorn. Die Honda XL750 Transalp hat 200 mm vorn. Die Yamaha T7 World Raid hat 230 mm. Die Adventure X liegt im Mittelfeld der Klasse, mit dem Unterschied, dass ihr Federwerk für den spezifischen Einsatz (Asphalt und gelegentlicher Schotterweg) werkseitig optimiert ist, ohne Einstellbarkeit als Anforderung.
Was die X nicht hat: das Offroad-ABS der R. Das Kurven-ABS ist vorhanden und abschaltbar. Wer auf Schotterwegen häufiger das Hinterrad blockieren möchte: Die R ist das richtige Motorrad. Wer das nicht plant: Das Kurven-ABS der X reicht.
Ca. 5.570 Euro: das Preis-Argument der X
1000PS-Marktdurchschnitt 2026: ca. 5.570 Euro. Händlerinserate: 5.400–6.000 Euro. Gegenüber der R (6.999–7.494 Euro): ca. 1.400–2.000 Euro weniger. Für diese Differenz verzichtet man auf Offroad-ABS, einstellbares Fahrwerk, 30 mm mehr Federweg, 21-Zoll-Vorderrad und Speichenräder. Wer diese Elemente braucht: kauft die R. Wer sie nicht braucht: kauft die X und spart echtes Geld für Ausrüstung, Zubehör oder eine zweite Reise.
Rückruf-Hinweis und Garantie
Wie bei der R: KTM hat die 390er-Einzylindermodelle wegen Softwareproblemen der Motorsteuerung zurückgerufen (tourenfahrer.de). Vor dem Kauf: beim Händler Update-Status prüfen. Bis zu 4 Jahre Premium-Herstellergarantie (ab MY2025, gesamte KTM Street-Palette; Serviceplan bei KTM-Vertragshändler erforderlich). Das gilt für X und R gleichermaßen.
Fazit: die X als klügere Wahl für Alltagsfahrer
Die KTM 390 Adventure X 2026 ist nicht das schlechtere Motorrad gegenüber der R. Es ist das richtigere für Fahrer, die Asphalt, Landstraße und gelegentlichen Schotterweg fahren und dabei 825 mm Sitzhöhe, TFT-Navigation, Kurven-ABS und 4 Jahre Garantie für ca. 5.570 Euro wollen. Wer Offroad ernstnimmt: R. Wer Alltag ernstnimmt: X.
Kurzcheck
+ 45 PS / 399 ccm Einzylinder: identischer Motor wie R – gleiche Leistung zum deutlich günstigeren Preis.
+ 825 mm Sitzhöhe: 45 mm niedriger als die R; besser zugänglich für Fahrer zwischen 1,70 und 1,80 m.
+ Continental TKC 70: straßenorientierterer Reifen als Mitas E07+; auf Asphalt in Regen besser.
+ Kurven-ABS serienmäßig und abschaltbar.
+ TFT-Farbdisplay mit Navigation, USB-C serienmäßig.
+ Bis zu 4 Jahre Premium-Herstellergarantie (ab MY2025).
+ 14-Liter-Tank, > 400 km Reichweite: identisch mit R.
+ Ca. 5.570 Euro: 1.400–2.000 Euro günstiger als die R; günstigstes KTM-Adventure-Modell.
– Kein Offroad-ABS: nur Kurven-ABS; Hinterrad-Blockieren im Gelände ohne ABS-Unterstützung.
– WP APEX Emulsion-Gabel nicht einstellbar: Fahrwerk-Anpassung an Fahrgewicht oder Gelände nicht möglich.
– 200 mm Federweg statt 230 mm der R: 30 mm weniger; auf harten Schlaglöchern und Feldwegen spürbarer Unterschied.
– 19/17-Zoll-Gussräder: auf losem Untergrund weniger Spurstabilität als 21/18-Zoll-Speichenräder der R.
– 232 mm Bodenfreiheit statt 272 mm der R: 40 mm weniger; auf technischerem Gelände eingeschränkter.
– Software-Rückruf: KTM hat 390er-Einzylindermodelle zurückgerufen; Update-Status beim Händler prüfen.
Technische Daten: KTM 390 Adventure X (2026)
Marke / Modell: KTM 390 Adventure X (2026; 399 ccm Einzylinder; Adventure/Touring; A2 / A); Hersteller: KTM AG (Mattighofen, Österreich; Bajaj Auto). Neu 2026: ersetzt bisheriges 390 Adventure Basismodell.
Motor: Flüssigkeitsgekühlter Einzylinder; 399 ccm; Ride-by-Wire; Bosch EMS; 45 PS (33 kW); 39 Nm; 6-Gang; Kette; Euro 5.2; A2-tauglich. Identisch mit 390 Adventure R.
Fahrwerk vorn: WP APEX Emulsion-Gabel; 200 mm Federweg; nicht einstellbar (kein 30-Klick-Setup wie bei R)
Fahrwerk hinten: WP APEX Federbein; 200 mm Federweg; nur Vorspannung einstellbar (Preload Adjuster)
Bremsen: Bybre 2-Kolben-Sattel vorn; 320-mm-Scheibe; 1-Kolben hinten; 240-mm-Scheibe; Kurven-ABS (abschaltbar); kein Offroad-ABS (Unterschied zu R)
Räder / Reifen: Gussräder; 19 Zoll vorn / 17 Zoll hinten; 100/90-19 vorn / 130/80-17 hinten; Continental TKC 70 (straßenorientierter als R's Mitas E07+)
Gewicht / Sitzhöhe: 165 kg trocken; 176 kg vollgetankt; Sitzhöhe 825 mm (45 mm niedriger als R); Bodenfreiheit 232 mm (40 mm weniger als R)
Tank / Reichweite: 14 Liter; Reichweite > 400 km; identisch mit R
Elektronik: Ride-by-Wire; Kurven-ABS (abschaltbar); Traktionskontrolle (abschaltbar); Fahrmodi; TFT-Farbdisplay mit Navigation; USB-C; LED. Kein Offroad-ABS (Unterschied zu R).
Rückruf-Hinweis: KTM hat 390er-Einzylindermodelle wegen Softwareproblemen der Motorsteuerung zurückgerufen (tourenfahrer.de). Software-Update-Status beim Händler prüfen.
Garantie: Bis zu 4 Jahre Premium-Herstellergarantie (ab MY2025, gesamte KTM Street-Palette; Serviceplan bei KTM-Vertragshändler erforderlich; identisch mit R)
X vs. R – Entscheidungsmatrix: X: 200 mm (nicht einstellbar) / Gussrad 19/17 / TKC 70 / 825 mm / 232 mm / kein Offroad-ABS / ca. 5.570 Euro. R: 230 mm (voll einstellbar) / Speichenrad 21/18 / Mitas E07+ / 870 mm / 272 mm / Offroad-ABS / ca. 7.000 Euro. Fazit: X für Asphalt + gelegentlich Schotter; R für Gelände + Offroad.
Konkurrenz: Royal Enfield Bear 650: 7.640 Euro; 56,5 Nm; Scrambler. Yamaha Guerrilla 450: 5.290 Euro; 40 PS; 170 km/h; ähnlicher Preis, kein Adventure-Fahrwerk. Honda NX 500: ca. 8.500 Euro; 48 PS; kein Offroad-ABS. KTM 390 X: günstigstes KTM-Adventure-Modell mit TFT und 4J. Garantie.
Preis (D): 1000PS-Marktdurchschnitt BJ 2026: ca. 5.570 Euro; Händlerinserate ca. 5.400–6.000 Euro