Test KTM 690 SMC R (2026)

Die stärkste Einzylinder-Supermoto der Welt – 79 PS, Brembo M 4.32, 162 kg

79 PS, 73 Nm, LC4 zur Hälfte neu. Brembo M 4.32 Monoblock-Bremssattel auf 320-mm-Scheibe. WP APEX 48-mm-Gabel mit geteilter Funktion und 30 Klicks Einstellbarkeit. Continental Attack SM II serienmäßig. 17-Zoll-Alu-Speichenräder schlauchlos. Supermoto-ABS, das Hinterrad und Vorderrad für Slides freigibt. Optionaler Track Mode mit Launch Control. 162 kg vollgetankt. 899 mm Sitzhöhe. 15.000-km-Ölwechsel. Bis zu 4 Jahre Garantie. 12.499 Euro zzgl. Nebenkosten.

Stand: 14.4.2026 | Getestetes Modell: KTM 690 SMC R (2026) | Preis: 12.499 Euro zzgl. Nebenkosten

Motor: 79 PS aus 692,7 cm³ – mehr als Ducati, kultivierter als früher, 15.000-km-Ölwechsel

Der LC4c-Einzylinder ist fürs Modelljahr 2026 grundlegend überarbeitet worden – rund die Hälfte der Bauteile ist neu. Neues Kurbelgehäuse, überarbeiteter Ölkreislauf, neue Ventilsteuerzeiten, neue Kupplungs- und Lichtmaschinendeckel, ein kompakter Endschalldämpfer mit neuem Katalysator. Das Ergebnis: 79 PS bei 73 Nm aus 692,7 cm³. Das übertrifft die Ducati Hypermotard Mono um 1,5 PS und ist damit der stärkste Serien-Einzylinder auf dem Markt. Doppelzündung und Ride-by-Wire sorgen für eine kontrollierte, direkte Gasannahme. Das Keihin-EMS regelt das Motormanagement elektronisch.

Was den LC4 schon immer ausgezeichnet hat, ist sein Charakter: ein Single, der nicht so tut, als wäre er keiner. Er brüllt, er stampft, er dreht sich so in die Höhe, wie man es von einem 690er Einzylinder erwartet. MY2026 ist er dabei kultivierter als je zuvor – zwei Ausgleichswellen dämpfen die primären Massenkräfte, ohne dem Motor seinen Charakter zu nehmen. Der optionale Quickshifter+ erlaubt kupplungsfreies Hoch- und Herunterschalten über KTM PowerParts. Das Ölwechselintervall liegt bei 15.000 km, die Ventilspielkontrolle wird erst bei 30.000 km fällig. Das sind Werte, die man von einer Hochleistungs-Supermoto nicht erwartet.

Fahrwerk & Bremsen: WP APEX geteilt, Brembo M 4.32 Monoblock, Continental Attack SM II serienmäßig

Die WP APEX 48-mm-USD-Gabel ist geteilt aufgebaut – das linke Gabelbein übernimmt ausschließlich die Druckstufe, das rechte ausschließlich die Zugstufe. Über je 30 Klicks an der Oberseite der Gabelbeine lässt sich jede Funktion separat einstellen, ohne dass sich die Einstellungen gegenseitig beeinflussen. Der Federweg beträgt 224 mm. Das Federbein hinten – WP APEX mit Pro-Lever-Anlenkung und progressivem Charakter – bietet 240 mm Federweg und ist voll einstellbar, inklusive High- und Low-Speed-Druckstufe. Auf 17-Zoll-Alu-Speichenrädern mit schlauchlosen Reifen läuft serienmäßig Continental Attack SM II – ein Reifen, der in Vergleichstests gut abgeschnitten hat und für eine Erstauslieferung auf diesem Niveau ungewöhnlich ist.

Die Bremsanlage vorne lässt an Klarheit keine Wünsche offen: Brembo M 4.32 Monoblock-Bremssattel, radial montiert, auf einer 320-mm-Scheibe. Der M 4.32 ist eine Monoblock-Konstruktion – Sattel und Halterung aus einem Stück gefrästem Aluminium, keine Verbindungsbolzen zwischen den Hälften. Das steht sonst bei Superbikes und teureren Sportlern in der Preisliste. Hinten sitzt eine 240-mm-Scheibe. Das Supermoto-ABS ist das Entscheidende für den Sporteinsatz: Es deaktiviert das ABS am Hinterrad vollständig und reduziert es vorne, sodass hartes, spätes Bremsen möglich ist und das Heck kontrolliert freigegeben werden kann. Wer slides will, bekommt slides.

Elektronik: Street, Sport, optionaler Track Mode – Launch Control und Anti-Wheelie für die Straße

Serienmäßig stehen Street und Sport bereit. Beide unterscheiden sich in der Aggressivität der Traktionskontrolle und im Schalten-und-Bremsen-Verhalten, beide bieten Kurven-ABS und schräglagengestützte Traktionskontrolle über den 6D-Sensor. Optional gibt es den Track Mode – und hier liegt der Unterschied zur 690 Enduro R mit ihrem Rally-Modus. Im Track Mode sind Launch Control, ein 5-stufiger Anti-Wheelie-Modus und eine manuelle Schlupfregelung zugänglich. Das richtet sich an Fahrer, die auf abgesperrten Strecken oder in kontrollierten Umgebungen das Limit suchen – oder die einfach wissen wollen, dass es da ist.

Das neue 4,2-Zoll-TFT-Display mit KTM Connect unterstützt Navigation, Musiksteuerung und Anrufannahme, USB-C ist serienmäßig. Die neu gestalteten, beleuchteten Armaturen wurden für 2026 überarbeitet. Voll-LED-Beleuchtung rund. Der Tank fasst 13,3 Liter und ist selbsttragend aus Kunststoff – er übernimmt strukturelle Funktion und trägt zur Massenzentralisierung bei.

Ergonomie: 899 mm Sitzhöhe, 162 kg, 237 mm Bodenfreiheit – Supermoto, wie sie sein soll

899 mm Sitzhöhe – das ist die SMC R, die war es immer und wird es bleiben. Wer über 1,75 m groß ist, findet bei 162 kg vollgetankt und der schmalen Bauweise an der Ampel sicheren Stand. Wer kleiner ist, regelt das an der KTM-Werkstatt: Die Sitzhöhe lässt sich auf Wunsch um etwa vier Zentimeter absenken. Das Gewicht – 162 kg vollgetankt, 153,5 kg trocken – liegt etwa 2,5 kg über dem der Ducati Hypermotard Mono (ohne Kraftstoff). In der Praxis ist dieser geringe Unterschied nicht spürbar. Die Bodenfreiheit beträgt 237 mm. Der Radstand liegt bei 1.476 mm, deutlich kürzer als bei der 690 Enduro R (1.506 mm) – das macht sich im Wendeverhalten auf engen Strecken bemerkbar.

Die Ergonomie ist auf Fahren im Sitzen ausgelegt, mit voller Bewegungsfreiheit für aggressive Schräglagenfahrt. Die Fußrasten sitzen hoch, der Lenker ist schmal und sportlich. Als Sozius-Motorrad ist die SMC R nicht konzipiert, für lange Touren ist sie der falsche Kandidat. Sie ist Stadt, Bergpass, Kurzrunde, Rennstrecke – aber keine Reisemaschine. Standgeräusch: 94 dB(A) laut Zulassungsdokumenten Vorjahr – unter der Tiroler 95-dB-Grenze.

Handhabung: 79 PS, 162 kg, Brembo M 4.32 – kein anderer Einzylinder macht das, was diese hier macht

Die KTM 690 SMC R hat in ihrer Klasse keine echte Konkurrenz – und das ist keine Bescheidenheit, sondern ein Marktbefund. Husqvarna 701 SM: baugleicher Motor, andere Verkleidung, etwas günstiger, weniger Track-Elektronik. Ducati Hypermotard Mono: 1,5 PS weniger, anderer Charakter, ein anderes Konzept. Aprilia Tuono 457: andere Klasse. Wer eine Einzylinder-Supermoto mit Straßenzulassung will, die 79 PS bringt, Brembo M 4.32 serienmäßig hat und einen optionalen Track Mode mit Launch Control anbietet, kauft die KTM 690 SMC R – oder er kauft nichts Vergleichbares.

Das Fahrgefühl ist seit Generationen dasselbe und das ist ein Kompliment: „Carving-Ski auf zwei Rädern“ – diese Beschreibung aus einem Test der Vorgängergeneration gilt noch immer. Widerstandslos einlenken, am allerletzten Drücker bremsen, kontrolliert slides setzen, raus beschleunigen. Der LC4 brüllt dabei auf seine Art. Das ist purer, ungefilterter Fahrspaß – und MY2026 ist er noch kultivierter und elektronisch besser unterstützt als je zuvor.

Kosten: 12.499 Euro zzgl. NK – Brembo, WP, Track Mode, 4 Jahre Garantie, 15.000-km-Service

12.499 Euro – derselbe Listenpreis wie die 690 Enduro R. Dafür gibt es Brembo M 4.32 Monoblock serienmäßig, Continental Attack SM II serienmäßig, WP APEX mit geteilter Gabel, voll einstellbares Federbein mit High- und Low-Speed-Druckstufe, 6D-Sensor, Track Mode optional, 15.000-km-Ölwechsel. KTM gewährt bis zu 4 Jahre Premium-Herstellergarantie (ab MY2025, gesamte Street-Palette, Servicepflicht beim KTM-Händler). Quickshifter+ ist über KTM PowerParts optional nachrüstbar.

Zum Vergleich: Ducati Hypermotard Mono kostet ab ca. 13.490 Euro (Listenpreis DE), leistet 77,5 PS, kommt ohne Track Mode mit Launch Control und ohne Brembo Monoblock serienmäßig. Die KTM ist günstiger bei ähnlicher oder höherer Ausstattung. Husqvarna 701 SM liegt ca. 500–1.000 Euro unter der KTM – dafür weniger Elektronik und ein anderes Erscheinungsbild.

Fazit

Die KTM 690 SMC R ist das, was sie immer war – nur besser. 79 PS, halbneuer LC4, Brembo M 4.32, WP APEX mit geteilter Gabel, Continental Attack SM II, Track Mode, 15.000-km-Service, 4 Jahre Garantie, 162 kg, 12.499 Euro. Im Supermoto-Segment gibt es nichts, das dieses Paket erreicht. Wer eine vollausgestattete Einzylinder-Supermoto will, hat keine reale Wahl.

 

Kurzcheck

 

+ 79 PS und 73 Nm aus 692,7 cm³ – stärkste Serien-Einzylinder-Supermoto der Welt, übertrifft Ducati

+ LC4c zur Hälfte neu: Kurbelgehäuse, Ölkreislauf, Ventilsteuerzeiten, Doppelzündung, Euro 5+

+ Brembo M 4.32 Monoblock serienmäßig: gefräster Einstück-Sattel, sonst bei Superbikes und Sportlern

+ WP APEX 48-mm-Gabel geteilt: links Druckstufe, rechts Zugstufe, je 30 Klicks unabhängig einstellbar

+ WP APEX Federbein: High- und Low-Speed-Druckstufe, Zugstufe, Federvorspannung voll einstellbar

+ Continental Attack SM II serienmäßig – kein Erstauslieferungs-Kompromissreifen

+ 17-Zoll-Alu-Speichenräder schlauchlos serienmäßig

+ Supermoto-ABS: deaktiviert Hinterrad, reduziert Vorderrad – für kontrollierte Slides ausgelegt

+ 6D-Sensor: Kurven-ABS und Kurven-MTC

+ Optionaler Track Mode: Launch Control, 5-stufiger Anti-Wheelie, Schlupfregelung

+ 15.000-km-Ölwechsel; Ventilspiel alle 30.000 km

+ Bis zu 4 Jahre Premium-Herstellergarantie (ab MY2025, gesamte KTM Street-Palette)

+ 162 kg vollgetankt; 237 mm Bodenfreiheit; 1.476 mm Radstand

+ Standgeräusch 94 dB(A) – unter Tiroler Grenze (95 dB)

 

899 mm Sitzhöhe: für Fahrer unter 1,75 m herausfordernd (Absenkung über KTM-Werkstatt möglich)

12.499 Euro zzgl. Nebenkosten: oberes Segment für eine Einzylinder-Supermoto

13,3-Liter-Tank: Reichweite ca. 300–320 km – keine Reisemaschine

Kein Sozius-Betrieb vorgesehen; Sitzbank auf Solo ausgelegt

Quickshifter+ nur optional über KTM PowerParts

Garantie an Servicepflicht beim autorisierten KTM-Händler gebunden

 

 

Technische Daten: KTM 690 SMC R (2026)

 

Fertigungsland: Österreich (KTM Mattighofen)

Motor: LC4c-Einzylinder-Viertaktmotor, flüssigkeitsgekühlt, Doppelzündung, Keihin EMS, Ride-by-Wire, Euro 5+; zwei Ausgleichswellen; Trockensumpfschmierung; Motor als mittragendes Element

Hubraum: 692,7 cm³

Leistung: 58 kW (79 PS) bei 8.000/min

Drehmoment: 73 Nm bei 6.750/min

MY2026-Motorupdates: Ca. 50 % neu: Kurbelgehäuse, Ölkreislauf, Ventilsteuerzeiten, Kupplungs- und Lichtmaschinendeckel, neuer Katalysator; Doppelzündung; Euro 5+

Getriebe: 6-Gang; Slipper-Kupplung; Kettenantrieb; Quickshifter+ über KTM PowerParts nachrüstbar

Fahrmodi / Elektronik: Street, Sport + optionaler Track Mode (Launch Control, 5-stufiger Anti-Wheelie, Schlupfregelung); 6D-Sensor; Kurven-ABS; Kurven-MTC; Supermoto-ABS (Hinterrad deaktiviert, Vorderrad reduziert)

Rahmen: Chrom-Molybdän-Stahl-Gitterrohrrahmen, pulverbeschichtet; Aluminiumschwinge; Motor als mittragendes Element; selbsttragender 13,3-L-Hecktank aus Kunststoff

Gabel: WP APEX USD, 48 mm, geteilt: links Druckstufe, rechts Zugstufe; je 30 Klicks unabhängig einstellbar; 224 mm Federweg

Federbein: WP APEX mit Pro-Lever-Anlenkung; 240 mm Federweg; voll einstellbar (High- und Low-Speed-Druckstufe, Zugstufe, Federvorspannung)

Bremse vorn: Brembo M 4.32 Monoblock-Bremssattel, radial montiert; 320-mm-Scheibe; Kurven-ABS; Supermoto-ABS

Bremse hinten: 240-mm-Scheibe; Supermoto-ABS (Hinterrad deaktivierbar)

Räder: 17-Zoll-Alu-Speichenräder, schlauchlos; vorne und hinten

Reifen: 120/70 ZR17 vorne, 160/60 ZR17 hinten. Continental Attack SM II serienmäßig

Display: 4,2-Zoll-TFT; KTM Connect; Navigation, Musik, Telefon; USB-C serienmäßig; beleuchtete Armaturen

Beleuchtung: Voll-LED

Gewicht vollgetankt: 162 kg

Sitzhöhe: 899 mm (Absenkung ca. 40 mm über KTM-Werkstatt möglich)

Bodenfreiheit: 237 mm

Radstand: 1.476 mm

Tank: 13,3 Liter (selbsttragend, Kunststoff)

Serviceintervall: Ölwechsel alle 15.000 km, Ventilspiel alle 30.000 km

Standgeräusch: 94 dB(A) (unter Tiroler Grenze 95 dB)

Führerschein: A

Preis (D): 12.499 Euro + Nebenkosten

Garantie: Bis zu 4 Jahre Premium-Herstellergarantie (ab MY2025; Servicepflicht beim autorisierten KTM-Händler)