Test KTM 790 Duke (2026)
Das Skalpell der Mittelklasse – 95 PS, 187 kg, WP APEX Split-Gabel, A2-kompatibel, 9.694 Euro
Stand: 10.4.2026 | Getestetes Modell: KTM 790 Duke (2026) | Preis: 9.694 Euro inkl. Überführung | Fertigung: CFMOTO, China
Was die 790 Duke MY2026 ist – und was sie (noch) nicht ist
Die KTM 790 Duke, die im Frühjahr 2026 bei Händlern steht, ist technisch identisch mit der 2023 neu aufgelegten Generation: gleicher LC8c-Motor, gleiches WP-Fahrwerk, gleiche Bremsen von J.Juan, gleiches 5-Zoll-TFT. KTM hat den Modelljahrgang 2026 ohne Änderungen fortgeschrieben. Was die Recherche gleichzeitig zeigt: Motorrad Magazin hat im Dezember 2025 einen Prototypen einer überarbeiteten 790 Duke gesichtet – mit neuer Front, neuem Auspuff, überarbeitetem Federbein und neuen Bremsen, offenbar keine J.Juan mehr. Wann diese Version präsentiert wird, ist nicht bekannt. Wer jetzt kauft, kauft die bewährte Generation, die seit 2023 unverändert läuft.
Gefällt die 790 Duke trotzdem? Ja – und das aus gutem Grund. Sie ist mit 175 kg Trockengewicht das leichteste Paralleltwin-Naked-Bike in ihrer Preisklasse. Sie dreht willig, lenkt präzise und bietet eine Elektronikausstattung, die in dieser Preisklasse als vollständig bezeichnet werden kann. Das Skalpell-Konzept funktioniert noch.
Motor: 95 PS, 87 Nm, A2-tauglich auf 48 PS drosselbar – druckvoll von unten, klar von oben
Der LC8c-Parallelzwilling mit 799 cm³ leistet in der europäischen A2-Version 95 PS bei 87 Nm. Auf 48 PS für den A2-Führerschein drosselbar – damit ist die 790 Duke eines der wenigen Mittelklasse-Bikes, das einen direkten Upgrade-Pfad vom A2 zum A-Schein bietet, ohne das Motorrad zu wechseln. Der Charakter: druckvoll aus dem unteren Drehzahlbereich, direkte Gasannahme dank Ride-by-Wire, klare Kraftentfaltung ohne Überraschungen. Das ist kein Hochdreher-Motor – das ist ein Zweizylindermotor, der sich über das gesamte Drehzahlband nutzen lässt.
Quickshifter+ ist ab MY2023 serienmäßig: kupplungsfreies Hoch- und Herunterschalten. Das war bei der ersten Generation noch aufpreispflichtig. Euro 5. Flüssigkeitsgekühlt mit Wasser-Öl-Wärmetauscher. Druckumlaufschmierung mit zwei Ölpumpen. Verbrauch laut KTM 4,4 l/100 km, bei 14-Liter-Tank ergibt das eine rechnerische Reichweite von über 300 km. Serviceintervall 15.000 km. Gefertigt bei CFMOTO in China – wie die 790 Adventure auch. Das ist eine Information, kein Qualitätsurteil.
Fahrwerk: WP APEX 43 mm Split, progressive Gabelfedern, Gasdruck-Federbein – agil und direkt, nicht weich
Die WP APEX USD-Gabel mit 43 mm Standrohrdurchmesser arbeitet in Split-Technologie: Das linke Gabelbein übernimmt ausschließlich die Druckstufe, das rechte ausschließlich die Zugstufe. Das vereinfacht die Abstimmung und sorgt für unabhängiges, sauberes Feedback beider Funktionen. Dazu kommen progressive Gabelfedern: oben weich für sensibles Ansprechen bei kleinen Unebenheiten, weiter unten progressiv härter, damit beim harten Anbremsen oder Lastwechsel kein Durchschlagen entsteht. Die Gabel ist nicht separat einstellbar – das ist bei diesem Preisniveau normal und für die meisten Fahrer auch nicht notwendig.
Das WP APEX Gasdruck-Federbein hinten hat eine progressive Feder und einstellbare Federvorspannung. Das Federbein ist direkt an der Schwinge angelenkt – ohne Umlenkgestänge, was Komplexität und Teileanzahl reduziert, sprih: günstiger ist. Die Gussschwinge ist auf Steifigkeit und Stabilität optimiert. Gebremst wird mit zwei 300-mm-Scheiben vorne und radialen 4-Kolben-Festsätteln von J.Juan – kein Brembo, aber ausreichend stark und gut dosierbar. Hinten Einscheibe, 1-Kolben. Die Alu-Leichtbauräder werden im Niederdruckgussverfahren hergestellt, die reduzierten ungefederten rotierenden Massen tragen zur Agilität bei. Bereifung: Maxxis Supermaxx ST, 120/70-17 vorne, 180/55-17 hinten.
Elektronik & Ergonomie: Vollausstattung fürs Segment, 825 mm Sitzhöhe, 5-Zoll-TFT mit Navigation
Drei Serienfahrmodi – Rain, Street, Sport – plus optionaler Track-Modus. Kurven-ABS mit Supermoto-Modus (Hinterrad ABS deaktivierbar). Schräglagenabhängige Traktionskontrolle MTC. Wheelie-Control. Quickshifter+ serienmäßig. Das 5-Zoll-TFT-Display aus Verbundglas passt sich dem Umgebungslicht an und unterstützt mit der optionalen KTM Connect-Box Navigation, Audio und Telefon. USB-C serienmäßig. LED-Beleuchtung rundum. Die Ausstattung ist für den Preis vollständig und hochwertiger als üblich.
Sitzhöhe 825 mm: das ist hoch für ein Mittelklasse-Naked-Bike. Kleinere Fahrer – unter ca. 1,75 m – kommen mit einem Fuß oder auf Zehenspitzen an den Boden. Eine niedrigere Sitzbank ist über KTM PowerParts nachrüstbar. Das Cockpit ist sportlich-aufrecht; es gibt keine Soziusoption für längere Touren – die 790 Duke ist konzeptionell ein Solo-Sportler. Trockengewicht 175 kg, fahrfertig 187 kg – das ist das Leichtgewicht der Klasse.
Handhabung: Agil, direkt, kommunikativ – das Skalpell-Konzept überzeugt auf Landstraße und kurzer Strecke
Das Skalpell ist kein Marketing-Versprechen. Die 790 Duke ist bei 187 kg und einem Gitterrohrrahmen ein Motorrad, das schnell auf Lenkerimpulse reagiert, präzise einlenkt und die Linie hält. Das WP-Fahrwerk kommuniziert gut – Bodenunebenheiten und Grip-Änderungen kommen deutlich beim Fahrer an. Das ist kein Komfort-Tourer: Das ist ein Motorrad, das den Fahrer einbindet. Auf der Landstraße und in der Stadt ist das ein klarer Vorteil. Auf langen Autobahnstrecken ist die sportliche Sitzposition ermüdend.
Direkter Preisklassen-Vergleich: Yamaha MT-07 (8.524 Euro, 75 PS, 193 kg, entspannter Charakter). Honda CB 750 Hornet (8.689 Euro, 92 PS, 190 kg, eher Allrounder). Kawasaki Z650 (7.770 Euro, 68 PS, 188 kg, günstiger). Die 790 Duke bietet die höchste Leistung und das niedrigste Gewicht der Klasse, verlangt aber den höchsten Preis für das gebotene Niveau. Die Konkurrenz ist gewachsen, der Preis der 790 Duke auch.
Kosten & Ausblick: 9.694 Euro inkl. Überführung – 4 Jahre Garantie, aber Überarbeitung im Kommen
KTM gewährt bis zu 4 Jahre Premium-Herstellergarantie (ab MY2025; Servicepflicht beim autorisierten KTM-Händler). Das 15.000-km-Serviceintervall hält die laufenden Kosten überschaubar.
Der Prototyp-Hinweis ist relevant für Kaufinteressenten: Wer keine Eile hat, sollte die Neuankündigung abwarten – neue Bremsen, überarbeitetes Fahrwerk und ein neuer Auspuff könnten die 790 Duke spürbar aufwerten. Wer jetzt kauft, bekommt ein bewährtes Motorrad, das seit 2023 unverändert gut funktioniert – und vier Jahre Garantie.
Fazit
95 PS, 175 kg, WP APEX Split-Gabel, Quickshifter+, Kurven-ABS mit Supermoto-Modus, 4 Jahre Garantie, 9.694 Euro. Die KTM 790 Duke ist das agilste, leichteste und elektronisch vollständigste Paralleltwin-Naked-Bike in der Mittelklasse. Sie kostet mehr als die japanische Konkurrenz und bietet dafür mehr Fahrspaß auf der Landstraße. Wer den KTM-Charakter sucht und A2-tauglich kaufen will: richtig. Wer abwarten kann: Der Nachfolger steht offenbar in den Startlöchern.
Kurzcheck
+ 95 PS, 87 Nm aus 799 cm³ – höchste Leistung in der Mittelklasse-Naked-Klasse bei diesem Gewicht
+ 175 kg Trockengewicht (187 kg fahrfertig): leichtestes Paralleltwin-Naked-Bike der Klasse
+ WP APEX 43-mm-USD mit Split-Technologie: links Druckstufe, rechts Zugstufe – unabhängiges Feedback
+ Progressive Gabelfedern: sensibles Ansprechen oben, Durchschlagsicherheit unten
+ WP APEX Gasdruck-Federbein: progressive Feder, Vorspannung einstellbar
+ A2-kompatibel: 48-PS-Drosselung möglich; direkter Upgrade-Pfad zum A-Schein
+ Quickshifter+ serienmäßig (ab MY2023); Kurven-ABS; Supermoto-ABS; MTC; Wheelie-Control
+ Fahrmodi Rain, Street, Sport serienmäßig; Track optional
+ 5-Zoll-TFT, anpassungslichtstärke; KTM Connect optional (Navigation, Musik, Telefon)
+ 15.000-km-Serviceintervall
+ 4 Jahre Premium-Herstellergarantie (ab MY2025)
+ Standgeräusch 94 dB(A) – unter Tiroler Grenze (95 dB)
– 825 mm Sitzhöhe: für Fahrer unter 1,75 m herausfordernd; Tieferlegungssatz über PowerParts möglich
– Bremsen J.Juan (kein Brembo): funktional gut, aber kein Premiumname
– Technisch seit MY2023 unverändert; Nachfolger in Erprobung gesichtet (Dez. 2025)
– Fertigung CFMOTO China: transparent kommuniziert, kein Qualitätsminus dokumentiert
– 14-Liter-Tank: Reichweite ~300 km; kein Langstreckenmotorrad
– Preis-Leistung gegenüber japanischer Konkurrenz nicht mehr so attraktiv wie in früheren Jahren
– Garantie an Servicepflicht beim autorisierten KTM-Händler gebunden
Technische Daten: KTM 790 Duke (2026)
Fertigungsland: China (CFMOTO-Werk); Entwicklung KTM Mattighofen, Österreich
Motor: LC8c Reihenzweizylinder, 799 cm³, flüssigkeitsgekühlt (Wasser-Öl-Wärmetauscher), Ride-by-Wire, Euro 5; Druckumlaufschmierung 2 Ölpumpen
Bohrung / Hub: 88 mm / 65,7 mm
Leistung: 70 kW (95 PS) bei 7.750/min. A2-Drosselung auf 35 kW (48 PS) möglich
Drehmoment: 87 Nm bei 7.650/min
Getriebe: 6-Gang; Kettenantrieb; Quickshifter+ serienmäßig; Mehrscheibenkupplung im Ölbad
Fahrmodi / Elektronik: Rain, Street, Sport (serienmäßig); Track (optional); Kurven-ABS Bosch 9.1 MP; Supermoto-ABS (Hinterrad deaktivierbar); MTC; Wheelie-Control
Rahmen: CroMo-Stahl-Gitterrohrrahmen; Aluminium-Heckrahmen; Motor mittragend
Gabel: WP APEX Open Cartridge USD, 43 mm, Split-Technologie (links Druckstufe, rechts Zugstufe); progressive Gabelfedern; nicht separat einstellbar
Federbein: WP APEX Gasdruck-Monoshock; progressive Feder; Federvorspannung einstellbar; direkte Anlenkung (ohne Umlenkung); Aluminiumschwinge
Bremse vorn: 2× 300-mm-Bremsscheiben; radiale 4-Kolben-Festsättel (J.Juan); Kurven-ABS
Bremse hinten: 1 Scheibe; 1-Kolben-Sattel; Supermoto-ABS
Räder: Alu-Leichtbauräder, Niederdruckguss; 17 Zoll vorne und hinten
Reifen: 120/70-17 vorne; 180/55-17 hinten; Maxxis Supermaxx ST serienmäßig
Display: 5-Zoll-TFT, Verbundglas, Umgebungslicht-adaptiv; KTM Connect optional (Navigation, Musik, Telefon); USB-C
Beleuchtung: Voll-LED
Gewicht vollgetankt: 187 kg (175 kg leer)
Sitzhöhe: 825 mm (Tieferlegungssatz über KTM PowerParts)
Tank: 14 Liter; Reichweite ca. 300+ km (4,4 l/100 km)
Serviceintervall: 15.000 km
Standgeräusch: 94 dB(A) – unter Tiroler Grenze (95 dB)
Führerschein: A / A2 (48-PS-Drosselung)
MY2026-Änderungen: Technisch identisch mit MY2023–25; keine dokumentierten Änderungen
Nachfolger: Prototyp einer überarbeiteten Version gesichtet Dez. 2025 (neue Bremsen, Federbein, Auspuff, Front); Präsentationstermin unbekannt
Preis (D): 9.694 Euro inkl. Überführung
Garantie: Bis zu 4 Jahre Premium-Herstellergarantie (ab MY2025; Servicepflicht beim autorisierten KTM-Händler)