Test KTM 990 Duke R (2026)

Der Punisher – 130 PS, Brembo Stylema, 179 kg, WP APEX Umlenkung, Michelin Power Cup 2

Die 990 Duke R ist die 990 Duke, wie sie hätte sein sollen. 130 PS statt 123. Brembo Stylema Monoblock statt J.Juan-Festsättel. 2× 320 mm statt 300 mm. WP APEX 48-mm-Gabel, 34 % steifer, mit erstmals per Umlenkung montiertem Federbein. Michelin Power Cup 2 statt Bridgestone S22. 179 kg trocken. 840 mm Sitzhöhe. Brembo MCS-Hauptbremszylinder einstellbar. 3 Grad mehr Schräglagenfreiheit. Demo-Modus. Launch Control im Track-Modus. 8,88-Zoll-TFT Querformat. Ab ca. 14.985 Euro. Mattighofen-Fertigung.

Stand: 14.4.2026 | Getestetes Modell: KTM 990 Duke R (2026) | Preis: ab ca. 14.985 Euro (Händlerpreise; kein einheitlicher KTM-Listenpreis für DE veröffentlicht) | Fertigung: KTM Mattighofen, Österreich

 

R vs. 990 Duke Basis: Was KTM an den entscheidenden Stellen nachgebessert hat

Die 990 Duke hatte bei ihrer Einführung 2024 ein anerkanntes Problem: Der Motor war hervorragend, das Fahrwerk kompetent – aber die Bremsen hielten im sportlichen Gesamtpaket nicht ganz mit. J.Juan-Festsättel auf 300-mm-Scheiben für ein 123-PS-Naked-Bike dieser Klasse galten als Kompromiss. Die R-Version behebt genau das: Brembo Stylema Monoblock auf 320-mm-Scheiben, Brembo MCS-Hauptbremszylinder mit einstellbarem Druckpunkt, 7 PS mehr durch verbessertes Mapping, 34 % steifere Gabel mit Umlenkfederbein erstmals in der Duke-Linie, Michelin Power Cup 2 statt Bridgestone S22. KTM hat an den wichtigen Punkten nachgeschärft.

Motor: 130 PS, 103 Nm, 10.500/min – 7 PS mehr durch verbessertes Mapping, gleiche Basis wie 990 RC R

Der LC8c-Parallelzwilling mit 947 cm³ leistet in der R-Version 130 PS bei 103 Nm. Das entspricht der Leistung der 990 RC R – mit dem Unterschied, dass die RC R auf 100 % Drosselklappenwinkel und eine vergrößerte Airbox setzt, während die Duke R dasselbe Leistungsniveau durch ein verbessertes Motorabstimmungs-Mapping erreicht. Die Drehzahlgrenze wurde auf 10.500/min angehoben. Das Leistungsgewicht beträgt 1,46 kg/PS bei 190 kg Fahrgewicht. Das ist in der Naked-Bike-Mittelklasse ein ausgezeichneter Wert. Ride-by-Wire. Quickshifter+ serienmäßig. Euro 5.

Der Charakter des LC8c ist bekannt: Ein drehmomentstarker Zweizylindermotor, der sich schon im unteren Drehzahlbereich zum Dienst meldet und bis zur Drehzahlgrenze herrlich vorandrückt. Der Demo-Modus ist an Bord: erste 1.500 km sind alle optionalen Softwarepakete freigeschaltet. Danach kostenpflichtig nachrüstbar. Serviceintervall 15.000 km. Für die Duke R gilt wie für alle KTM Street-Modelle ab MY2025 die 4-Jahres-Premium-Garantie.

Fahrwerk: Gabel 34 % steifer, erstmals Umlenkfederbein, 3 Grad mehr Schräglagenfreiheit – das entscheidende Upgrade

Das Fahrwerk ist die größte technische Veränderung gegenüber der 990 Duke Basis. Die WP APEX Open-Cartridge-USD-Gabel hat 48 mm Standrohrdurchmesser – 5 mm mehr als die 43-mm-Gabel der Basis – und ist laut KTM 34 Prozent steifer. Federweg 143 mm. Die entscheidende Neuerung sitzt hinten: Das Federbein ist erstmals in der Duke-Linie per Umlenkung montiert – eine Konstruktion, die zuvor nur der Super Duke vorbehalten war. Die Umlenkung ermöglicht eine progressivere und präzisere Dämpfungscharakteristik, verbessert das Traktionsgefühl an der Hinterachse und erhöht die Stabilität bei hohem Tempo. Federweg hinten 140 mm (10 mm weniger als die Basis – bauartbedingt durch die Umlenkgeometrie). Das Federbein bietet separate High- und Low-Speed-Druckstufe. Beide Enden voll einstellbar.

Das Resultat: 3 Grad mehr Schräglagenfreiheit auf beiden Seiten gegenüber der 990 Duke Basis. Der Radstand beträgt 1.481 mm (+5 mm). Sitzhöhe 840 mm (+15 mm gegenüber Basis, 825 mm). Bodenfreiheit 210 mm. Lenkkopfwinkel 65,9°. Fahrer frohlocken über die gesteigerte Transparenz des Fahrwerks. Die straffe Sitzbank gibt direkte Rückmeldung: komforthungrige Fahrer werden auf Probe gestellt. Das ist kein Widerspruch – das ist das Versprechen einer R-Version.

Bremsen & Reifen: Brembo Stylema Monoblock, 320 mm, MCS-Pumpe, Michelin Power Cup 2 – das ganze Paket

Die Brembo Stylema Monoblock-Bremssättel sind bei einem Mittelklasse-Naked-Bike serienmäßig ungewöhnlich. Der Stylema ist ein 4-Kolben-Radialsattel aus gefrästem Aluminium – Monoblock bedeutet: kein Verbindungsbolzen zwischen den Sattelhälften, maximale Steifigkeit. Dazu kommt der Brembo MCS-Hauptbremszylinder, bei dem nicht nur die Hebelweite, sondern auch der Druckpunkt einstellbar ist. Die vorderen Bremsscheiben messen 320 mm, die 990 Duke Basis hat 300 mm. Hinten: 240-mm-Scheibe, Einkolben. Die Stylema-Anlage wird dem Kuvenräuber gerecht.

Die Bereifung ist Michelin Power Cup 2 serienmäßig – derselbe Reifen wie an der 990 RC R. 120/70-17 vorne, 180/55-17 hinten. Das ist ein Sport-/Trackday-Reifen mit Schwerpunkt auf Haftung bei erwärmtem Zustand, doch im Regen oder bei niedrigen Temperaturen schwächer als ein Touring-Reifen. Die Leichtmetallräder wurden von der 1390 Super Duke R übernommen – ein direkter Verweis auf die interne Positionierung der 990 Duke R als Kompakt-Super Duke.

Elektronik: 8,88-Zoll-TFT Querformat, Launch Control, Demo-Modus, 4 Serienfahrmodi + 3 optionale Track-Pakete

Das 8,88-Zoll-TFT-Display im Querformat ist dasselbe, das in der 990 RC R debutiärt hat. Split-Screen-Fähigkeit, gute Ablesbarkeit auch bei direkter Sonneneinstrahlung, Touchscreen-Bedienung. Vier Serienfahrmodi: Rain, Street, Sport, Custom. Drei optionale Track-/Custom-Konfigurationen – nach Demo-Modus kostenpflichtig. Im Track-Modus: Launch Control, Anti-Wheelie 5-stufig, 10-stufige Schlupfregelung. Kurven-ABS, Supermoto-ABS (Hinterrad deaktivierbar). MTC. 6D-IMU. Quickshifter+ serienmäßig. KTM Connect optional (Navigation, Musik, Telefon). Sozius ist zugelassen, Anbauteile sind separat erhältlich.

Handhabung: Kompromisslos sportlich, überraschend präzise – die 990 Duke R korrigiert den Preis-Bremsen-Kompromiss der Basis

Die 990 Duke R positioniert sich zwischen der 990 Duke Basis (123 PS, J.Juan, 12.985 Euro) und der 990 RC R (130 PS, Brembo HyPure, Vollverkleidung, 15.490 Euro). Motor gleich stark, Brembo der R eine Klasse unter HyPure, aber nackter, direkter, ohne Windschutz. Im Naked-Bike-Markt hat sie keine direkte Entsprechung zum gleichen Preis: Ducati Monster+ (111 PS, Öhlins, ab 13.290 plus Nebenkosten) teurer und schwächer. Triumph Street Triple RS (130 PS, Dreizylinder, 12.995 Euro plus Nebenkosten) anders positioniert. Aprilia Tuono 660 Factory (105 PS, 12.999 Euro) weniger Leistung.

Das Leistungsgewicht von 1,46 kg/PS bei 190 kg ist stark für die Klasse. Die Kombination aus Brembo Stylema, Michelin Power Cup 2, voll einstellbarem WP-Fahrwerk mit Umlenkfederbein und 130 PS ist bei diesem Preis keine Selbstverständlichkeit. Kein perfekter Allrounder, aber anmachend. Die R-Version schärft das weiter.

Kosten: Ab ca. 14.985 Euro; 4 Jahre Garantie

KTM hat für die 990 Duke R noch keinen einheitlichen Listenpreis für Deutschland veröffentlicht. In Österreich beträgt der Neupreis 16.899 Euro. Der Aufpreis gegenüber der 990 Duke Basis beträgt wohl rund 2.500 Euro – für Brembo Stylema statt J.Juan, 7 PS mehr, 34 % steifere Gabel und Umlenkfederbein. Das ist kein unfaires Angebot.

Bis zu 4 Jahre Premium-Herstellergarantie (ab MY2025; Servicepflicht beim autorisierten KTM-Händler). Fertigung in Mattighofen, Österreich. Serviceintervall 15.000 km.

Fazit

Die KTM 990 Duke R korrigiert das einzige echte Schwachpunkt der 990 Duke Basis: die Bremse. Brembo Stylema Monoblock auf 320 mm, einstellbarer MCS-Hauptzylinder, 7 PS mehr, 34 % steifere Gabel, Umlenkfederbein, Michelin Power Cup 2, 1390-Super-Duke-R-Räder. 130 PS, 179 kg trocken, 1,46 kg/PS. Ab ca. 14.985 Euro, made in Mattighofen, 4 Jahre Garantie. Das ist ein Rundum-Wohlfühpaket, das viele bei der Basis vermisst haben.

 

Kurzcheck

 

+ 130 PS / 103 Nm aus 947 cm³ – 7 PS mehr als 990 Duke Basis durch verbessertes Mapping; Drehzahlgrenze 10.500/min

+ Brembo Stylema Monoblock serienmäßig: 4-Kolben radial, gefäster Alu-Monoblock; bislang Preisklasse darüber

+ Brembo MCS-Hauptbremszylinder: einstellbarer Druckpunkt und Hebelweite serienmäßig

+ 2× 320-mm-Bremsscheiben vorne (20 mm mehr als 990 Duke Basis mit 300 mm)

+ WP APEX 48-mm-USD, 34 % steifer als Basis-Gabel; Federweg 143 mm; voll einstellbar

+ Erstmals Umlenkfederbein in der Duke-Linie: progressiveres Traktionsgefühl hinten, höhere Stabilität

+ Separate High- und Low-Speed-Druckstufe am Federbein

+ Michelin Power Cup 2 serienmäßig (wie 990 RC R); Leichtmetallräder von 1390 Super Duke R

+ 3 Grad mehr Schräglagenfreiheit beidseitig; Bodenfreiheit 210 mm

+ 179 kg trocken (190 kg fahrfertig); 1,46 kg/PS

+ 8,88-Zoll-TFT Querformat, Split-Screen; Launch Control im Track-Modus; Anti-Wheelie 5-stufig

+ Demo-Modus: erste 1.500 km alle Softwareoption gratis

+ Sozius zugelassen; Anbauteile separat erhältlich

+ 4 Jahre Premium-Herstellergarantie; Fertigung Mattighofen

 

840 mm Sitzhöhe (+15 mm vs. Basis): für Fahrer unter 1,75 m herausfordernd

Michelin Power Cup 2: bei Kälte und Nässe schwächer als Touring-Reifen; kein Allwetterreifen

Bisher kein KTM-Listenpreis für Deutschland veröffentlicht

Komfort der Sitzbank konsequent sportlich; kein Langstreckentourer

15,5-Liter-Tank: Reichweite bei sportlicher Fahrweise überschaubar

Optionale Track-Softwarepakete nach Demo-Modus kostenpflichtig

Garantie an Servicepflicht beim autorisierten KTM-Händler gebunden

 

 

Technische Daten: KTM 990 Duke R (2026)

 

Fertigungsland: Österreich (KTM Mattighofen)

Motor: LC8c Reihenzweizylinder, 947 cm³, flüssigkeitsgekühlt, Ride-by-Wire, Euro 5; verbessertes Mapping (+7 PS vs. 990 Duke Basis)

Leistung: 96 kW (130 PS) bei 9.500/min, Drehzahlgrenze 10.500/min

Drehmoment: 103 Nm bei 6.750/min

Getriebe: 6-Gang; Kettenantrieb; Quickshifter+ serienmäßig

Fahrmodi / Elektronik: Rain, Street, Sport, Custom (serienmäßig); 3 optionale Track-/Custom-Konfigurationen; 6D-IMU; Kurven-ABS; Supermoto-ABS (Hinterrad deaktivierbar); MTC; Launch Control (Track-Modus); Anti-Wheelie 5-stufig; Demo-Modus (erste 1.500 km alle Optionen gratis)

Rahmen: CroMo-Stahl-Gitterrohrrahmen; Motor mittragend; Lenkkopfwinkel 65,9°

Gabel: WP APEX Open Cartridge USD, 48 mm; 143 mm Federweg; voll einstellbar; 34 % steifer als 990 Duke Basis

Federbein: WP APEX; 140 mm Federweg; erstmals Umlenkung in Duke-Linie; separate High- und Low-Speed-Druckstufe; Zugstufe und Federvorspannung einstellbar; lineare Feder

Radstand: 1.481 mm (+5 mm vs. 990 Duke Basis)

Bremse vorn: Brembo Stylema Monoblock 4-Kolben radial; 2× 320-mm-Scheiben; Brembo MCS-Hauptbremszylinder (einstellbarer Druckpunkt und Hebelweite); Kurven-ABS

Bremse hinten: Einkolben-Schwimmsattel; 240-mm-Scheibe; Supermoto-ABS

Räder: Leichtmetallräder (von 1390 Super Duke R übernommen); 17 Zoll vorne und hinten

Reifen: Michelin Power Cup 2 serienmäßig; 120/70-R17 vorne; 180/55-R17 hinten

Display: 8,88-Zoll-TFT Querformat; Split-Screen; Sonnenlicht-tauglich; KTM Connect optional; USB-C

Gewicht: 190 kg vollgetankt, 179 kg leer

Sitzhöhe: 840 mm (+15 mm vs. 990 Duke Basis)

Bodenfreiheit: 210 mm

Schräglagenfreiheit: +3 Grad beidseitig vs. 990 Duke Basis

Sozius: Zugelassen; Anbauteile (Sitzbank, Fußrasten) separat erhältlich

Serviceintervall: 15.000 km

Preis (D): Ab ca. 14.985 Euro inkl. Überführung (Händlerpreise; kein einheitlicher KTM-Listenpreis DE veröffentlicht; Österreich: 16.899 Euro)

Garantie: Bis zu 4 Jahre Premium-Herstellergarantie (ab MY2025, Servicepflicht beim autorisierten KTM-Händler)