Test Suzuki GSX-8S (2026)
Das Naked Bike, das alle Klassen bedient – 270°-Twin, Quickshifter, 9.400 Euro, nun vollständig LED
Stand: 18.4.2026 | Modell: Suzuki GSX-8S (seit 2023; MY2026: LED-Blinker + neue Farben) | Preis: 9.400 Euro (UVP DE zzgl. Nebenkosten) | A2-drosselbar auf 35 kW
Konzept: Das Fundament der 800er-Familie – und der bisher meistgelobte Vertreter
Die GSX-8S trat 2023 als erstes Modell der neuen Suzuki-800er-Plattform an und setzte sofort Maßstäbe. Ein großer Wurf, hochwertig, ausgereift, an der Spitze der Klasse. Ein rundum gelungenes Paket. Die Technikbasis teilt sie mit der GSX-8R – gleicher Motor, Rahmen, Schwinge, Bremsen, Tank, Geometrie und Elektronikpaket. Was sie unterscheidet: aufrechter Alu-Rohrlenker statt Stummellenker, KYB-Fahrwerk statt Showa SFF-BP, keine Vollverkleidung. Dafür 3 kg leichter und ca. 600 Euro günstiger.
Neuerung für Modelljahr 2026: LED-Blinker. Ab sofort sind alle Beleuchtungs- und Signalkomponenten in LED ausgeführt. Drei neue Farbkombinationen ergänzen das Angebot: Metallic Triton Blue/Glass Sparkle Black, Candy Daring Red/Metallic Mat Black No.2 und Metallic Mat Black No.2/Glass Sparkle Black. Preis: 9.400 Euro – unverändert.
Motor: 776 cm³, 270°-Twin, 78 Nm bei 6.800/min – drehmomentlastiger als die Honda, weniger Spitze als die Yamaha
Der 776er-Parallel-Twin mit 270°-Hubzapfenversatz und Suzuki Cross-Balancer ist identisch mit dem der GSX-8R: 83 PS bei 8.500/min, 78 Nm bei 6.800/min, bidi-Quickshifter serienmäßig. Grummelt bassig V2-like aus dem Stummelauspuff, ohne übermäßig laut zu sein – Standgeräusch 88 dB(A), deutlich unter der Tiroler Grenze von 95 dB(A). Gegenüber der Honda CB 750 Hornet (92 PS, 75 Nm bei 7.250/min) ist die GSX-8S drehmomentlastiger abgestimmt: mehr Durchzug aus niedrigen Drehzahlen, weniger Spitzenleistung ganz oben. Gegenüber der Yamaha MT-07 (75 PS) hat sie die Nase vorn.
Fahrwerk: KYB-USD, 310-mm-Bremsen, angeschraubter Heckrahmen – stabil und wendig, 180er-Reifen dämpft leicht die Handlichkeit
KYB-Upside-down-Gabel (41 mm, 130 mm Federweg, nicht einstellbar) und KYB-Zentralfederbein (130 mm Federweg, Vorspannung einstellbar) bilden das Fahrwerk. Gegenüber der GSX-8R mit Showa SFF-BP ist die Abstimmung komfortbetonter und für den Alltag etwas weicher. Ausgezeichnete Fahrwerksgeometrie – stabil und trotzdem wendig. Die Bremsen – radial montierte Vierkolben-Festsättel an 2×310-mm-Scheiben vorn, 240 mm hinten – sind identisch mit der GSX-8R. Der angeschraubte Heckrahmen ist Reparaturfreundlicher gegenüber der Honda.
Der 180er-Hinterreifen (Honda hat 160er) bremst die Agilität geringfügig – tut dem Fahrspaß in Kurven keinen Abbruch, braucht aber etwas mehr Lenkimpuls. Mehr Fahrereinsatz macht sie durch Stabilität und Komfort wett.
Ergonomie: 810 mm, 202 kg, aufrechte Naked-Bike-Position – für kurze und lange Fahrer gleichermaßen tauglich
810 mm Sitzhöhe bei 202 kg und schmaler Taille: auch kleinere Piloten haben einen sicheren Stand. Die aufrechte Naked-Bike-Sitzposition ist weniger sportlich als bei der GSX-8R, aber deutlich komfortabler für längere Tagesfahrten. Kein Windschild serienmäßig, optionales Zubehör-Windschild erhältlich. Das 5-Zoll-TFT zeigt alle relevanten Infos, Bluetooth-Kopplung über mySPIN-App serienmäßig. Easy Start und Low-RPM Assist – Komfortfeatures, die die Honda nicht bietet.
Verarbeitungsqualität: Wo man auch hinschaut, es sieht nirgendwo billig aus. Konifizierter Lenker, Schalter, Alu-Schwinge, Fußrastenanlage – wirken hochwertig. Das bei diesem Preis, nicht übel.
GSX-8S vs. GSX-8R: Was die nackte Version kann und was nicht
Wer zwischen GSX-8S und GSX-8R abwägt, entscheidet im Kern über Sitzposition und Windschutz – technisch sind die Unterschiede überschaubar. Die 8S hat den aufrechteren Lenker, das weichere KYB-Fahrwerk und keine Vollverkleidung: angenehmer für Alltag und längere Strecken, weniger optimal für den Rennstrecken-Einsatz.
Die 8R hat Showa SFF-BP mit sensibler Druckstufe, Stummellenker für sportlichere Belastungsverteilung und besseren Windschutz bei höheren Geschwindigkeiten. Beide kosten unter 10.000 Euro; die Wahl ist eine Charakterfrage, keine Qualitätsfrage.
Kosten: 9.400 Euro – Quickshifter serienmäßig, was bei Honda und Yamaha Aufpreis kostet
9.400 Euro ist der UVP (plus Nebenkosten). Gegenüber der Honda CB 750 Hornet (ca. 8.800 Euro) zahlt man rund 1.000 € Euro Aufpreis, bekommt aber den Quickshifter serienmäßig – der bei der Honda extra kostet. Gegenüber der Yamaha MT-07 (ca. 8.600 Euro) zahlt man 1.300 Euro mehr für mehr Hubraum und mehr Drehmoment. Wartungsintervall: 12.000 km oder 1× jährlich. 2 Jahre Garantie.
Fazit
Die GSX-8S ist seit ihrem Erscheinen 2023 eine der besten Empfehlungen in der Naked-Bike-Mittelklasse unter 10.000 Euro – und das gilt auch im vierten Modelljahr. Das MY2026-Update fällt bewusst klein aus, weil das Grundpaket nichts vermisst. LED-Blinker sind die sinnvolle Abrundung eines bereits vollständigen Pakets. Wer kein Vollverkleidung braucht und täglich mit einem sportlich-komfortablen Allrounder unterwegs sein will, findet kaum etwas Besseres für dieses Geld.
Kurzcheck
+ 776 cm³, 270°-Twin: V-Twin-Charakter und Drehmoment ab 3.000/min; drehmomentlastiger als Honda Hornet
+ Bidirektionaler Quickshifter serienmäßig: bei Honda und Yamaha MT-07 kostenpflichtige Option
+ Radial-Vierkolben 2×310 mm identisch mit GSX-8R; bremst kräftig und gut dosierbar
+ MY2026: vollständig LED-Beleuchtung inkl. Blinker; modernste Signalanlage der Klasse
+ Verarbeitung: motorradtest.de: nichts sieht billig aus; Lenker, Schalter, Schwinge, Fussrasten wirken hochwertig
+ Aufrechte Naked-Bike-Position: komfortabler als GSX-8R für Alltag und Tagestouren
+ 202 kg, 810 mm Sitzhöhe, schmale Taille: auch für kürzere Fahrer gut beherrschbar
+ Angeschraubter Heckrahmen: reparaturfreundlich (Vorteil vs. Honda)
+ Easy Start + Low-RPM Assist: Komfortfeatures, die Konkurrenz nicht bietet
+ Standgeräusch 88 dB(A): unter Tiroler Grenze 95 dB(A)
+ 9.400 Euro: stimmiges Preis-Leistungs-Verhältnis inkl. Quickshifter
– 9 PS weniger Spitzenleistung als Honda CB750 Hornet (83 vs. 92 PS); Honda agiler durch schmaleren 160er-Hinterreifen
– KYB-Fahrwerk nicht einstellbar (nur Vorspannung hinten); Honda und GSX-8R bieten mehr Optionen
– Kein Windschild serienmäßig; bei höheren Geschwindigkeiten spürbarer Fahrtwind
– 180er-Hinterreifen dämpft Agilität leicht gegenüber Honda-Hornet-Handling mit 160er
– MY2026 nur LED-Blinker und Farben; keine weiteren technischen Neuerungen
– 14-Liter-Tank: 333 km Reichweite; Honda Hornet mit 15,2 l bietet etwas mehr Reserve
Technische Daten: Suzuki GSX-8S (2026)
Marke / Modell: Suzuki GSX-8S; seit 2023; MY2026: LED-Blinker + 3 neue Farben; technisch sonst unverändert
Motor: Reihen-Zweizylinder DOHC flüssigkeitsgekühlt, 776 cm³; 270°-Hubzapfenversatz; Suzuki Cross-Balancer; 4 Ventile/Zyl.; Ride-by-Wire; 6-Gang; Kette; Euro 5+
Leistung: 83 PS (61 kW) bei 8.500/min
Drehmoment: 78 Nm bei 6.800/min
Vmax / Verbrauch: ca. 210 km/h; 4,2 l/100 km; 14-L-Tank; Reichweite ca. 333 km
Rahmen / Schwinge: Stahl-Brückenrahmen; angeschraubter Heckrahmen; Aluminium-Zweiarmschwinge
Gabel: KYB USD 41 mm; 130 mm Federweg; nicht einstellbar
Federbein: KYB; 130 mm Federweg; Vorspannung einstellbar
Bremsen vorn: Vierkolben radial 2×310 mm; ABS
Bremse hinten: 240 mm; Einkolben-Schwimmsattel; ABS
Elektronik: 3 Fahrmodi (A/B/C); dreistufige TC abschaltbar; bidi-QS mit Blipper; Easy Start; Low-RPM Assist; S.I.R.S.
Cockpit: 5-Zoll-TFT; Bluetooth/mySPIN-App; USB; Ganganzeige; Schaltblitz
Beleuchtung: Vollständig LED inkl. Blinker (MY2026-Neuheit)
Reifen: 120/70 ZR17 vorne / 180/55 ZR17 hinten
Ergonomie: Aufrechte Naked-Bike-Position; Alu-Rohrlenker; 810 mm Sitzhöhe; kein Windschild serienmäßig
Standgeräusch: 88 dB(A), unter Tiroler Grenze 95 dB(A)
Gewicht: 202 kg vollgetankt
Radstand / Geometrie: 1.465 mm; Lenkkopfwinkel 65°; Nachlauf 104 mm
Tankinhalt / Service: 14 Liter; Wartung 12.000 km oder 1× jährlich; 2 Jahre Garantie
MY2026-Änderungen: LED-Blinker (gesamte Beleuchtung jetzt LED); 3 neue Farben: Metallic Triton Blue/Glass Sparkle Black, Candy Daring Red/Metallic Mat Black No.2, Metallic Mat Black No.2/Glass Sparkle Black
A2: Auf 35 kW (48 PS) drosselbar
Unterschied zur GSX-8R: Aufrechter Rohrlenker statt Stummellenker; KYB statt Showa SFF-BP; keine Vollverkleidung; 3 kg leichter; ca. 1.000 Euro günstiger
Preis (D): 9.400 Euro (zzgl. Nebenkosten)