Test Suzuki Katana (2026)

152 PS, GSX-R1000-Motor, Brembo – und zum 45. Jubiläum eine Limited Edition in 45 Exemplaren

Die Katana ist kein Massenmodell und war es nie. 999 cm³, 152 PS aus dem K5-Motor der GSX-R1000, Brembo-Bremsen, 215 kg – technisch ein ausgewachsener Streetfighter, optisch ein polarisierendes Designstatement. MY2026 bringt das Serienmodell unverändert weiter und feiert 45 Jahre Katana mit einer auf 45 Exemplare limitierten Sonderedition inkl. Akrapovič-Auspuff für 15.045 Euro.

Stand: 19.4.2026 | Modell: Suzuki Katana (ab 2019, aktuelle Generation ab MY2022 mit Ride-by-Wire + Quickshifter) | Preis Serienmodell: 14.400 Euro | Limited Edition: 15.045 Euro; 45 Exemplare weltweit

Konzept: Retro-Naked auf Streetfighter-Basis – das Original von 1981 lebt

1981 setzte Hans A. Muth mit der Katana einen Designmeilenstein, der bis heute das Motorraddesign beeinflusst. 2019 wagte Suzuki die Neuauflage auf Basis der GSX-S 1000 – mit dem gleichen K5-Motor, der schon die GSX-R1000 von 2005 antrieb. Seitdem blieb das Konzept konsequent: mehr Design als Elektronikwettbewerb, mehr Charakter als Assistenzsystem-Kalender. Mutige Linien, emotionaler Motor, solides Fahrwerk, Ecken und Kanten.

Modelljahr 2026 ändert nichts an Motor, Fahrwerk oder Ausstattung des Serienmodells. Die große Neuigkeit ist die Limited Edition: 45 Exemplare weltweit, nummeriert xx/45, mit Akrapovič Slip-on, Carbon-Tankpad, Frame Slidern, schwarzer Heckverkleidung, Dekor-Kit „The Edge“, Parkteppich und dem Buch „KATANA History“. Preis: 15.045 Euro. Das ist günstiger als das Serienmodell mit den gleichen Zubehörteilen einzeln gekauft (Gesamtwert ca. 15.725 Euro plus Montagekosten).

Motor: 999 cm³ Reihenvierzylinder, GSX-R1000-K5-Basis, 152 PS – stark im Mittelbereich

Der 999er-Reihenvierzylinder stammt in seiner Grundarchitektur vom legendären K5-Motor der GSX-R 1000 2005. In der Katana ist er auf Straßencharakter abgestimmt: 152 PS (112 kW) und 106 Nm bei 9.250/min, mit Schwerpunkt auf Durchzug im mittleren Drehzahlbereich. Ab 60 km/h ist alles im sechsten Gang möglich, ohne dass sich der Motor verschluckt. Der Durchzug im Mittelbereich würde sogar mehr als 150 PS vermuten lassen. Dazu kommt der herrlich heiser klingende Sound.

Ab MY2022 hat die Katana Ride-by-Wire, 3 Fahrmodi und den bidirektionalen Quickshifter serienmäßig erhalten. Die fünfstufige TC (STCS) ist abschaltbar. Damit ist die Katana technisch auf dem Stand moderner Streetfighter. Was fehlt: Kurven-ABS und IMU. Standgeräusch 94 dB(A) – ein dB(A) unter der Tiroler Grenze.

Fahrwerk: KYB-Gabel voll einstellbar, Brembo Radial-Monoblock – Fahrwerk überzeugt, Druckstufe hinten fehlt

Die KYB-USD-Gabel (43 mm) ist voll einstellbar (Druckstufe, Zugstufe, Vorspannung), 120 mm Federweg vorn. Das Zentralfederbein ist in Vorspannung und Zugstufe einstellbar – eine Druckstufen-Einstellung fehlt hinten. Der Mix aus Handlichkeit und Stabilität wurde sehr gut getroffen, überzeugende Präzision und solide Linientreue. Die Katana fährt leichtfüßig durch Kehren. Das Fahrwerk agiert nicht ganz so messerscharf wie ein Sportler, aber neutral durch alle Radien. 190er-Hinterreifen (190/50 ZR17) erfordert kurzes Einfahren, gibt dann gute Kurvendynamik.

Die Brembo-Anlage (Radial-Monoblock 4-Kolben, 2×310 mm) ist das stärkste Einzelargument in Sachen Bremsung: sauberes Ansprechen, hervorragende Dosierbarkeit, souveräne Verzögerung.

Ergonomie: 825 mm Sitzhöhe, breiter Lenker – entspannt-sportlich, besser als die GSX-S 1000-Basis

Gegenüber der GSX-S 1000 hat Suzuki die Katana gezielt überarbeitet: Sitzhöhe 15 mm höher (825 mm statt 810 mm), Lenker 40 mm breiter, höher und weiter vorn positioniert. Eine entspannt-sportliche Sitzposition. Kniewinkel nahezu perfekt, selbst größere Fahrer kommen gut zurecht. Die Katana ist kein Pendlerbike, das im Stau stoisch bleibt – sie ist aber auch kein Rennsportler, wo sich nach 200 km den Rücken meldet.

Das LCD-Display (kein TFT) ist bei direktem Sonnenlicht eingeschränkt lesbar. Etwas oldschool  – das passt zum Retro-Charakter, wirkt aber 2026 wie ein Zugeständnis an früher. Der 12-Liter-Tank ist der gravierendste Alltags-Kritikpunkt: 4,9 l/100 km bedeutet rund 245 km Reichweite. Für Tagestouren reicht das, für Langstrecken sind häufigere Tankstopps einzuplanen.

Limited Edition 2026: 45 Exemplare zum 45. Jubiläum – Akrapovič, Nummernsticker, Buch

45 Jahre nach der Ur-Katana (1981) limitiert Suzuki die 2026er Edition auf genau 45 Exemplare weltweit. Technisch ist der einzige Unterschied zum Serienmodell der Akrapovič Slip-on Endschalldämpfer – serienmäßig montiert, speziell auf die Katana abgestimmt. Optisch: Dekor-Kit „The Edge“ Schwarz/Silber, Carbon-Optik-Tankpad, schwarze Heckverkleidung, Frame Slider, nummerierter Sticker (xx/45). Im Lieferumfang: Parkteppich mit KATANA-Logo und das Buch „KATANA History“. Preis: 15.045 Euro zzgl. Nebenkosten.

Das Serienmodell mit identischen Zubehörteilen (Akrapovič, Tankpad, Frame Slider) käme auf ca. 15.725 Euro plus Montagekosten. Die Limited Edition ist damit günstiger als die Einzelteile-Summe – und zusätzlich nummeriert und limitiert. Nur 45 Exemplare weltweit werden gebaut.

Kosten: Serienmodell 14.400 Euro – teurer als die Basis-GSX-S 1000, günstiger als viele Premiumkonkurrenten

14.400 Euro plus Nebenkosten, das ist kein Schnäppchen. Zum Vergleich: die technisch verwandte GSX-S 1000 liegt ca. 1.000 Euro darunter. Wer die Katana ausschließlich nach technischem Inhalt bewertet, bekommt bei der GSX-S 1000 mehr Gegenwert. Wer das Designstatement, die Ergonomie und den 1981er-Mythos will, zahlt den Aufschlag. Mit aktuell eher niedrigen Marktpreisen ist die Katana eine interessante Aktie am Gebrauchtmarkt. 3 Jahre Garantie serienmäßig.

Fazit

Die Katana ist kein Motorrad für jeden. Sie ist zu teuer für eine nackte GSX-S 1000, zu wenig Elektronik für eine moderne Sportmaschine, zu klein im Tank für konsequente Langstrecke. Und sie ist eines der charakterstärksten, soundstärksten, optisch eigenständigsten Naked Bikes im Suzuki-Programm. Die Limited Edition zum 45. Jubiläum ist ein Sammlerstück – und beim Akrapovič sogar günstiger als der Einzelkauf der Komponenten.

 

Kurzcheck

 

+ 152 PS aus dem GSX-R1000-K5-Motor: Durchzug im Mittelbereich toll

+ Brembo radial Monoblock 4-Kolben 2×310 mm: sauberes Ansprechen, hervorragende Dosierbarkeit, souveräne Verzögerung

+ Ride-by-Wire + bidi-Quickshifter + 3 Fahrmodi + TC 5-stufig serienmäßig (ab MY2022)

+ Ergonomie: 15 mm höher, 40 mm breiterer Lenker als GSX-S 1000; entspannt-sportlich; Kniewinkel nahezu perfekt

+ Fahrwerks-Mix aus Handlichkeit und Stabilität sehr gut getroffen; Brembo-Anlage ganz großes Kino

+ Standgeräusch 94 dB(A): einen dB(A) unter Tiroler Grenze; kerniger Sound serienmäßig

+ Designstatement: polarisierend, eigenständig, 1981er-Erbe lässt niemanden kalt

+ Limited Edition 2026: 45 Exemplare mit Akrapovič, numeriert; günstiger als Serienmodell plus Einzelzubehör

+ 3 Jahre Garantie serienmäßig; bewährte Suzuki-Zuverlässigkeit

 

12-Liter-Tank: 4,9 l/100 km; nur ~245 km Reichweite – kleinstes Tankvolumen der Serienkonkurrenten

Kein Kurven-ABS, keine IMU: 2026er-Standard sieht anders aus

LCD-Display (kein TFT): schlecht ablesbar, etwas oldschool

Federbein hinten: keine Druckstufen-Einstellung – nur Vorspannung + Zugstufe

Preis Serienmodell 14.400 Euro: relativ hoher Preis gegenüber der Basis-GSX-S 1000

MY2026 Serienmodell technisch unverändert; Limited Edition nur 45 Exemplare weltweit

 

 

Technische Daten: Suzuki Katana (2026)

 

Marke / Modell: Suzuki Katana (GSX-S1000S); seit 2019; aktuelle Generation ab MY2022 (Ride-by-Wire, bidi-QS); MY2026 technisch unverändert

Motor: Reihenvierzylinder DOHC flüssigkeitsgekühlt, 999 cm³; GSX-R1000 K5-Basis; Ride-by-Wire; Doppelzündung; 6-Gang; Kette; Euro 5

Leistung: 152 PS (112 kW) bei 11.000/min

Drehmoment: 106 Nm bei 9.250/min

Vmax / Verbrauch: ca. 200+ km/h; 4,9 l/100 km; 12 l-Tank; ca. 245 km Reichweite

Rahmen: Aluminium-Brückenrahmen (Basis GSX-S1000)

Gabel: KYB USD 43 mm; voll einstellbar (Druck + Zug + Vorspannung); 120 mm Federweg

Federbein: Zentralfederbein; Vorspannung + Zugstufe einstellbar (keine Druckstufe)

Bremsen vorn: Brembo radial Monoblock 4-Kolben; 2×310 mm; ABS

Bremse hinten: Nissin Einkolben; 240 mm; ABS (kein Kurven-ABS)

Elektronik: Ride-by-Wire; SDMS 3 Fahrmodi; TC (STCS) 5-stufig + abschaltbar; bidi-QS; Easy Start; LED-Beleuchtung vollständig

Cockpit: LCD-Display mit Ganganzeige, Drehzahl, Tacho, Schaltblitz, Bordcomputer (kein TFT)

Reifen: Dunlop Roadsport 2; 120/70 ZR17 vorne / 190/50 ZR17 hinten

Gewicht: 215 kg vollgetankt

Sitzhöhe: 825 mm

Radstand: 1.460 mm

Standgeräusch: 94 dB(A); unter Tiroler Grenze 95 dB(A)

Garantie / Service: 3 Jahre

MY2026-Änderungen Serienmodell: Technisch unverändert

Limited Edition 2026: 45 Exemplare weltweit; Akrapovič Slip-on serienmäßig; Tankpad Carbon-Optik; Frame Slider; schwarze Heckverkleidung; Dekor-Kit The Edge; Sticker xx/45; Parkteppich; Buch KATANA History; 15.045 Euro

Preis (D): 14.400 Euro (plus Nebenkosten)