Test Suzuki V-Strom 800 (2026)

Der Asphalt-Allrounder der 800er-Familie – neu abgestimmte Sitzbank, 10.390 Euro

Die V-Strom 800 ist die Straßenvariante der 800er-Reiseenduro: 19-Zoll-Vorderrad statt 21, Gussfelgen statt Speichen, 825 mm Sitzhöhe statt 855 mm. 20-Liter-Tank, über 450 km Reichweite, bidirektionaler Quickshifter serienmäßig. MY2026 bringt eine optimierte Sitzbank und einen auf 10.390 Euro gesenkten Preis – 410 Euro weniger als im Vorjahr.

Stand: 19.4.2026 | Modell: Suzuki V-Strom 800 (seit MY2024; Standard ohne DE; 2026: neue Sitzbank + Preissenkung) | Preis: 10.390 Euro (UVP DE zzgl. Nebenkosten) | V-Strom 800DE folgt im eigenen Bericht

Konzept: Die Asphalt-V-Strom – gleicher Motor wie die DE, aber mit 19-Zoll-Rad, tieferer Sitzhöhe und Gussfelgen

Die V-Strom 800 ist seit Modelljahr 2024 als Straßenvariante neben der V-Strom 800 DE erhältlich. Das 19-Zoll-Vorderrad statt 21 Zoll signalisiert die klare Ausrichtung: keine Geländeambitionen, dafür mehr Agilität und bessere Handlichkeit auf Asphalt. Alu-Gussfelgen ersetzen Drahtspeichenfelgen; die Sitzhöhe liegt mit 825 mm, also 30 mm niedriger als bei der DE. Motor, Rahmen, Elektronik und Grundausstattung sind identisch.

Modelljahr 2026-Neuerung: Die Sitzbank wurde auf Basis von Nutzer-Rückmeldungen für mehr Langstreckenkomfort optimiert. Zusätzlich senkt Suzuki den Preis um 410 Euro auf 10.390 Euro. Farben 2026: Oort Gray No.3, Metallic Mat Black No.2, Candy Daring Red.

Motor: 776 cm³, 270°-Twin, 84 PS, 78 Nm – der bewährte Antrieb der gesamten 800er-Familie

Der flüssigkeitsgekühlte 776er-Parallel-Twin mit 270°-Hubzapfenversatz und Suzuki Cross-Balancer entwickelt 84 PS (62 kW) bei 8.500/min und 78 Nm bei 6.800/min. In der V-Strom-Applikation ist er tourenbetont abgestimmt. Der Motor-Komfort ist überdurchschnittlich. Der Quickshifter ist ein Highlight der Klasse – er funktioniert zuverlässig auch bei niedrigen Drehzahlen, beim Herunterschalten mit Blipper selbst im Schütteln. Schattenseite: oben raus etwas schwächer im Direktvergleich mit Konkurrenten, die über 90 PS verfügen (Transalp).

Das SCAS (Suzuki Clutch Assist System) mit Servo- und Anti-Hopping-Funktion entlastet Kupplungshand und verhindert Hinterradstempeln bei sportlichem Herunterschalten. Easy Start und Low-RPM Assist sind serienmäßig. Verbrauch: 4,4 l/100 km (Werksangabe). Mit dem 20-Liter-Tank ergibt sich eine Reichweite von über 450 km.

Fahrwerk: Showa SFF-BP-Gabel, Nissin Vierkolben 310 mm, komfortbetonte Abstimmung – 19-Zoll-Vorderrad für Asphalt optimiert

Vorn arbeitet eine Showa SFF-BP-Upside-down-Gabel, hinten ein in der Vorspannung einstellbares Zentralfederbein. Beide abgestimmt auf Straßenkomfort und Tourentauglichkeit. Das Fahrwerk ist eher weich abgestimmt, bietet viel Komfort auf langen Touren. Manche wünschen sich mehr Straffheit für schärfere Kurvenfahrt. Die Bremsen – radial montierte Nissin-Vierkolben an 2×310 mm vorn, 260 mm hinten – liefern verlässliche Bremsleistung und gutes Feedback.

Das 19-Zoll-Vorderrad (110/80-19) ist auf Asphalt ausgewogener als das 21-Zoll der DE: präziseres Einlenken, schnelleres Handling. Dafür entfällt die Offroad-Reserve der großen Schwester. Wer vorwiegend auf Schotter und Feldwegen unterwegs ist, greift zur 800 DE (separater Bericht).

Ergonomie: 825 mm Sitzhöhe, neuer Sattel MY2026, großer Windschild – nur mit Werkzeug verstellbar

825 mm Sitzhöhe bei 223 kg. Die Ergonomie erhält viel Lob, selbst Neulinge fühlen sich auf der V-Strom wohl. Neu für 2026: Die Sitzbank wurde nach Rückmeldungen aus dem Touring-Einsatz neu abgestimmt – die wichtigste Verbesserung des Modelljahrs. Das Windschild bietet ausreichenden Windschutz für Rumpf und Brust, leider ist es nur drei Stufen und nur mit Werkzeug verstellbar. Für große Fahrer bleibt der Kopfbereich ungeschützt.

Das 5-Zoll-TFT (Tag-/Nachtmodus), drei Fahrmodi, dreistufige TC, bidi-QS, Easy Start, Low-RPM Assist, Ride-by-Wire und SCAS sind serienmäßig. Kein Tempomat trotz Ride-by-Wire – bei einem Langstreckentourer ein Manko, das Suzuki auch 2026 nicht behebt. Kein Gravel-Modus (nur bei der DE).

V-Strom 800 vs. 800DE: Wer braucht was?

Die V-Strom 800 (Standard) richtet sich an Fahrer, die primär auf Asphalt unterwegs sind und von einer niedrigeren Sitzhöhe, präziserem Handling und einem günstigeren Preis profitieren wollen. Die 800 DE – separater Bericht – ist das Offroad-Paket: 21-Zoll-Vorderrad, Drahtspeichenfelgen, Showa-Fahrwerk voll einstellbar, 220 mm Federweg, Gravel-Modus, Motorschutz und Handprotektoren serienmäßig, höhere Sitzhöhe und höherer Preis. Beide teilen Motor, Elektronik, Bremsen und Tank.

Kosten: 10.390 Euro – günstigster V-Strom-Einstieg, nach Preissenkung um 410 Euro attraktiver als je zuvor

10.390 Euro (ohne Nebenkosten) ist nach der MY2026-Preissenkung ein starkes Argument: Honda XL 750 Transalp liegt bei ca. 11.500 Euro, die Yamaha Tracer 7 bei ca. 10.500 Euro, BMW F 800 GS bei ca. 11.000 Euro. Die V-Strom bietet gegenüber Tracer 7 und Transalp den größeren Tank, den serienmäßigen bidi-Quickshifter und die SFF-BP-Gabel. Gegenüber der F 800 GS mehr Drehmoment und modernere Elektronik. Garantie: 3 Jahre.

Fazit

Die V-Strom 800 (Standard) ist 2026 das attraktivste Angebot in der Suzuki-800er-Tourenfamilie für Asphaltfahrer: niedrigere Sitzhöhe als die DE, besseres Handling auf der Straße durch 19-Zoll-Rad, gesenkter Preis, neu abgestimmte Sitzbank und der bewährteste Quickshifter der Klasse serienmäßig. Das Windschild bleibt ihr größter Kritikpunkt – ein verstellbares Modell wäre ohne großen Aufwand möglich gewesen.

 

Kurzcheck

 

+ MY2026: Sitzbank neu abgestimmt für mehr Langstreckenkomfort; Preis gesenkt um 410 Euro auf 10.390 Euro

+ Bidirektionaler Quickshifter serienmäßig: Highlight der Klasse; funktioniert auch bei niedrigen Drehzahlen zuverlässig

+ 20-Liter-Tank: über 450 km Reichweite bei 4,4 l/100 km

+ Ergonomie: einsteigerfreundlich; 825 mm Sitzhöhe

+ 19-Zoll-Vorderrad: agileres Handling auf Asphalt als die DE; präziseres Einlenken

+ Nissin Vierkolben radial 2×310 mm: verlässliche Bremsleistung, gutes Feedback

+ SCAS (Servo + Anti-Hopping): entlastet Kupplungshand, verhindert Hinterradstempeln

+ 84 PS, 78 Nm, 270°-Twin: komfortabler Motor mit guter Drehmomentkurve in der Mitte

+ 5-Zoll-TFT, 3 Fahrmodi, dreistufige TC, Easy Start, Low-RPM Assist serienmäßig

+ 3 Jahre Garantie; Euro 5+

 

Windschild nur 3 Positionen, nur mit Werkzeug verstellbar

Kein Tempomat trotz Ride-by-Wire: bei einem Langstreckentourer vermisst

Kein Gravel-Modus (nur bei der V-Strom 800DE verfügbar)

Motor oben raus etwas schwach gegenüber Konkurrenten mit über 90 PS (Honda Transalp: 92 PS)

223 kg: schwerer als Honda XL 750 Transalp (ca. 208 kg) und Yamaha Tracer 7 (ca. 212 kg)

Fahrwerk weich abgestimmt: Kurvenwetzer wünschten mehr Straffheit für sportliche Fahrt

 

 

Technische Daten: Suzuki V-Strom 800 (2026)

 

Marke / Modell: Suzuki V-Strom 800 (Standard, ohne DE); seit MY2024; MY2026: optimierte Sitzbank + Preissenkung

Motor: Reihen-Zweizylinder DOHC flüssigkeitsgekühlt, 776 cm³; 270°-Hubzapfenversatz; Suzuki Cross-Balancer; 4 Ventile/Zyl.; Ride-by-Wire; 6-Gang; Kette; Euro 5+

Leistung: 84 PS (62 kW) bei 8.500/min

Drehmoment: 78 Nm bei 6.800/min

Vmax / Verbrauch: ca. 192 km/h; 4,4 l/100 km (Werk); 20-L-Tank; über 450 km Reichweite

Rahmen: Stahl-Brückenrahmen; verschraubter Heckrahmen

Gabel: Showa SFF-BP USD; komfortbetonte Abstimmung

Federbein: Zentralfederbein; Vorspannung einstellbar

Bremsen vorn: Nissin Vierkolben radial; 2×310 mm; ABS

Bremse hinten: 260 mm; ABS

Elektronik: 3 Fahrmodi (A/B/C); dreistufige TC; bidi-QS mit Blipper; SCAS (Servo + Anti-Hopping); Easy Start; Low-RPM Assist; kein Gravel-Modus; kein Tempomat

Cockpit: 5-Zoll-TFT Tag-/Nachtmodus; USB

Windschild: Großdimensioniert; 3-stufig einstellbar; nur mit Werkzeug

Räder / Reifen: 19-Zoll Alu-Gussfelge vorn / 17-Zoll hinten; 110/80-19 vorne / 150/70-17 hinten

Gewicht: 223 kg vollgetankt

Sitzhöhe: 825 mm

Tank / Reichweite: 20 Liter; über 450 km

MY2026-Änderungen: Sitzbank optimiert (mehr Langstreckenkomfort); Preis gesenkt von 10.800 auf 10.390 Euro; 3 neue Farben: Oort Gray No.3, Metallic Mat Black No.2, Candy Daring Red

Garantie / Service: 3 Jahre; Wartung 12.000 km oder 1× jährlich

Unterschied zur 800DE: 19 statt 21 Zoll vorn; Gussfelgen statt Speichenfelgen; 825 statt 855 mm Sitzhöhe; kein Gravel-Modus; kein Motorschutz/Handprotektoren serienmäßig; günstiger; Asphalt-fokussiert

Preis (D): 10.390 Euro (zzgl. Nebenkosten)