Test Voge SR4 Max 350 Luxury (2026)

Dashcam, Totwinkelwarner, Sitzheizung, 760 mm hoch – 7.069 Euro

Aus dem Loncin-Werk, das auch den BMW C 400 GT baut: 34 PS, 35 Nm, elektrisch verstellbares Windschild, Sitz- und Griffheizung, Totwinkelwarner, integrierte Dashcam, Toter-Winkel-Assistent, 7-Zoll-TFT, TPMS, Keyless – alles serienmäßig. 760 mm Sitzhöhe. 3 Jahre Garantie. 7.069 Euro inkl. Überführung.

Stand: 6.5.2026 | Modell: Voge SR4 Max 350 Luxury (2026; aktuelles Modell; Euro 5+); Hersteller: Loncin Motor Co., Ltd. / Voge-Marke; Importeur Deutschland: MSA Motor Sport Accessoires GmbH, Weiden | Preis DE: 6.699 Euro UVP zzgl. 370 Euro Überführungskosten = 7.069 Euro | Standgeräusch: nicht publiziert | Garantie: 3 Jahre / max. 40.000 km (freiwillig; parallel zur gesetzlichen Gewährleistung)

Die BMW-Verbindung: das Werk, das alles erklärt

Der Voge SR4 Max 350 Luxury kommt aus dem Loncin-Werk in Chongqing – demselben Werk, in dem auch der BMW C 400 GT gebaut wird. Die Kooperation zwischen BMW und dem chinesischen Motorradhersteller Loncin besteht seit über 18 Jahren. BMW hat seine Mittelklasse-Roller dort fertigen lassen, weil die Produktionsqualität stimmt.

Was das für den Voge-Käufer bedeutet: Das Fahrzeug, das man für 7.069 Euro bekommt, kommt von einer Produktionslinie, auf der auch ein deutsches Premium-Motorrad hergestellt wird. Nicht dieselbe Maschine, aber dieselbe Fabrik, dieselbe Fertigungskompetenz, dieselbe Qualitätskontrollstruktur.

Als der ADAC den SR4 Max 350 Luxury testete, fragte die Redaktion BMW direkt, ob die Kooperation mit Loncin noch vorteilhaft sei: „Wir müssen sicherlich die eine oder andere Kooperation mit fernöstlichen Herstellern überdenken und gegebenenfalls neu bewerten“, lautete die Antwort aus München. Das ist kein Lob – aber es ist ein Eingeständnis, dass Loncin BMW mit dem SR4 Max „quasi rechts überholt“.

Erster Eindruck: voller als erwartet, besser als gedacht

Man setzt sich drauf und bemerkt zuerst: Die Sitzbank ist stark gestuft. Das bedeutet, der Fahrer hat am unteren Rücken eine natürliche Stütze. Der Fußraum ist großzügig, vergleichbar mit dem BMW C 400 GT. 760 mm Sitzhöhe: Das ist für Fahrer mit kurzen Beinen super, für Fahrer mittlerer Größe komfortabel. Das Windschild lässt sich elektrisch verstellen. Die Griffheizung ist per Taste am Lenker regelbar. Das ist in dieser Preisklasse ungewöhnlich; das ist beim SR4 Max Luxury Standard.

Fahrdynamisch ist das Modell als sicher, stabil und vertrauenerweckend. Die Bremsen mit Doppelscheibe vorn und J.Juan-Vierkolbenzangen greifen kräftig, das ABS regelt feinfühlig. Besonders erwähnenswert: der Motor zeigt keinen typischen Variomatik-Gummiband-Effekt. Zwischen 6.000 und 7.000/min läuft er vibrationsarm und direkt. Bis 120 km/h zieht er kräftig durch, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei ca. 135 km/h (Tachostand bis 140).

Ausstattung: was bei anderen aufpreispflichtig ist, hier serienmäßig

Das ist das Kernargument des SR4 Max Luxury: eine Ausstattungsliste, die bei Wettbewerbern entweder nicht verfügbar oder mit erheblichem Aufpreis verbunden ist. Was serienmäßig an Bord ist: elektrisch verstellbares Windschild, beheizte Griffe (3-stufig), beheizte Sitzfläche, 7-Zoll-TFT-Display (automatische Anpassung an Lichtverhältnisse), Bluetooth-Konnektivität, Navigationsspiegelung via Voge-App, TPMS (Reifendruckanzeige), integrierte Frontkamera (1080p Dashcam), Totwinkelwarner, dynamisches Notbremslicht (pulsierendes Rüklicht bei dichtem Auffahren), Kurvenlichter (LED-Abbiegelicht), Lauflicht-Blinker, Keyless-Go inkl. Tankklappe, Feststellbremse, beleuchtertes Helmfach.

Solche reichhaltige Ausstattungslisten aber Werk sind in dieser Fahrzeugklasse bislang selten zu finden – auch nicht bei vielen deutlich größeren und teureren Motorrädern. Die Dashcam ist ein Sonderfall: In Deutschland ist ihr Einsatz legal, solange keine Personen datenschutzwidrig erfasst werden – eine Grauzone, die je nach Nutzung und Rechtslage relevant werden kann. Wer das nicht möchte, deaktiviert sie; die übrige Ausstattung bleibt unberührt.

Motor: 34 PS, Einzylinder, ohne Gummiband

350 cm³, flüssigkeitsgekühlter Einzylinder, SOHC, 4 Ventile, 34 PS bei 7.000/min, 35 Nm bei 6.000/min. CVT-Variomatik. Euro 5+. Das ist kein Hochleistungsaggregat – das ist ein Alltagsmotor, der souverän beschleunigt, im Stadtbetrieb mühelos mitkommt und auf der Autobahn bei 120 km/h stressfrei bleibt. Der Motor ist A2-tauglich; eine 35-kW-Drosselung ist nicht notwendig, da er ohnehin 25 kW leistet.

Fahrwerk und Bremsen: KYB-Federbein, J.Juan-Bremsen, Bosch-ABS

Vorne: 35-mm-Telegabel mit 112 mm Federweg. Hinten: KYB-Federbein mit 5-facher Federvorspannung; 127 mm Federweg. Keine Upside-Down-Gabel – das ist ein deutlicher Unterschied zum Yamaha TMAX 560. Die Federelemente sind konventionell ausgelegt und für den Komfortbetrieb abgestimmt. Man kann die Abstimmung als straff beschreiben – was auf Holperpisten negativ spürbar ist, auf topfebenen Landstraßen aber Stabilität bringt.

Nebenbei bemerkt: Straffe Federn kosten nur einen Bruchteil eines hochwertig gedämpften Fahrwerks. Auf gut deutschen: Zaubern können die Chinesen auch nicht.

Bremsen: 2× 265-mm-Scheiben vorn mit J. Juan-Vierkolbenzangen, radial montiert. 265-mm-Scheibe hinten. Bosch-ABS mit Traktionskontrolle. Das ist solides Equipment. Die Bremsen greifen gewaltig zu, das ABS regelt im Notfall feinfühlig. 15-Zoll-Vorderrad, 14-Zoll-Hinterrad, Reifen sind Pirelli Angel Scooter ab Werk, also hochwertige Ware.

Ergonomie: 760 mm, gestufter Sitz, großzügiger Fußraum

760 mm Sitzhöhe: das ist sogar niedriger als die 800 mm des Yamaha TMAX 560, und deutlich zugänglicher als die allermeisten Motorräder. Fahrer ab ca. 1,65 m stehen beidseitig flach auf dem Boden. Die Sitzbank ist stark gestuft – der Fahrersitz höher positioniert als der hintere Teil, was dem Fahrer am unteren Rücken natürliche Unterstützung gibt. Der Fußraum ist großzügig, mit gut positionierten Trittbrettern und Ausbuchtungen.

Staufach unter der Sitzbank: 41,5 Liter. Das ist mehr als beim doppelt so teuren TMAX 560. Es passen zwei Integralhelme oder ein Integralhelm plus Einkauf. Dazu zwei Handschuhfächer in der Frontverkleidung. Das ist die praktische Seite des Roller-Konzepts: Kaum ein Motorrad bietet mehr Stauraum ab Werk.

3 Jahre Garantie und die Wiederverkaufsfrage

3 Jahre Garantie (max. 40.000 km) – freiwillig, parallel zur gesetzlichen Gewährleistung. Das ist mehr als die 2 Jahre, die viele europäische Wettbewerber bieten, aber weniger als die 5 Jahre von Yamaha. Für einen Roller, der primär als Alltagsfahrzeug eingesetzt wird, ist das ein angemessenes Versprechen.

Die Wiederverkaufsfrage ist ehrlich zu benennen: Voge hat in Deutschland noch keine lange Markpräsenz. Wer einen TMAX nach drei Jahren verkauft, kennt den Wiederverkaufswert. Wer einen SR4 Max nach drei Jahren verkauft, kalkuliert stärker auf Restwert-Unsicherheit. Das ist kein technischer Mangel, aber ein kaufrelevantes Risiko für alle, die das Fahrzeug als Wertobjekt betrachten.

SR4 Max vs. TMAX 560 vs. BMW C 400 GT: die Kaufmatrix

BMW C 400 GT (ab 8.990 Euro plus Nebenkosten mit Connectivity, Sitz- und Griffheizung): gleiche Produktionslinie wie der Voge, weniger Serienausstattung, deutlich teurer, besserer Wiederverkauf. Yamaha TMAX 560 (ab 14.149 Euro): mehr Fahrwerksniveau (USD-Gabel, Kurven-ABS), schlechtere Ausstattung im Basismodell, etablierte Marke. Voge SR4 Max 350 Luxury (7.069 Euro): meiste Serienausstattung, niedrigste Sitzhöhe, günstigster Preis, unsicherster Wiederverkauf. Wer das Fahrzeug für sich kauft und nicht weiterverkauft: SR4 Max ist das Ausstattungs-Kaufargument der Klasse.

Fazit

Der Voge SR4 Max 350 Luxury 2026 ist das Fahrzeug, das jeden BMW-C 400-GT-Interessenten zur Frage zwingt: Wofür zahle ich 3.500 Euro mehr? Aus demselben Werk, mit mehr Serienausstattung, für weniger Geld. Dashcam, Totwinkelwarner, Sitzheizung, Griffheizung, elektrisches Windschild, TPMS, Keyless inkl. Tankklappe – alles serienmäßig bei 7.069 Euro. 3 Jahre Garantie. 760 mm Sitzhöhe. Wer einen Roller als Alltagsgerät kauft und nicht als Wertanlage: kaufrelevant.

 

Kurzcheck

 

+ Das Preis-Ausstattungs-Argument dieser Testreihe: 7.069 Euro für ein Fahrzeug aus dem BMW-Produktionswerk (Loncin), mit Sitzheizung, Griffheizung, elektrischem Windschild, Dashcam, Totwinkelwarner, TPMS, Keyless inkl. Tankklappe – alles serienmäßig. Eine Kampfansage, und BMW beginnt intern, seine Loncin-Kooperation zu überdenken.

+ 760 mm Sitzhöhe: der niedrigste Wert aller Fahrzeuge in dieser gesamten Testreihe. Fahrer ab 1,65 m stehen beidseitig flach. 41,5 Liter Stauraum unter der Sitzbank, zwei Integralhelme passen rein. Das ist Alltagsnutzen, die im Stadtbetrieb täglich relevant ist.

+ 34 PS Einzylinder ohne Gummiband-Effekt; 3× 265-mm-Scheiben; J.Juan-Vierkolbenzangen radial; Bosch-ABS mit Traktionskontrolle; 7-Zoll-TFT mit Auto-Helligkeitsanpassung; Kurvenlichter; Lauflicht-Blinker; ESS-Notbremslicht; Feststellbremse; Pirelli-Bereifung. A2-tauglich (25 kW); Zuladung 201 kg; 3 Jahre Garantie / max. 40.000 km.

 

Kein Kurven-ABS (TMAX 560 hat seit 2025 Kurven-ABS mit 6-Achsen-IMU; SR4 Max hat konventionelles ABS). Keine USD-Gabel – konventionelle 35-mm-Telegabel. Federung straff abgestimmt: auf holprigen Straßen spürbar.

Wiederverkauf: Voge hat in Deutschland noch keine lange Markpräsenz. Wer das Fahrzeug nach 3 Jahren verkaufen will, kalkuliert mit Restwert-Unsicherheit. Das ist kein technischer Mangel, aber ein kaufrelevantes Risiko. Sitzbank-Verriegelung nur mit viel Nachdruck.

Dashcam: in Deutschland datenschutzrechtlich grenzwertig bei dauerhafter Aufnahme des öffentlichen Verkehrsraums; beim Händler Rechtslage klären. Standgeräusch nicht publiziert: beim Händler bestätigen (Tirol-Status unklar). Tankvolumen 12,8 l: ca. 330 km Reichweite.

 

 

Technische Daten: Voge SR4 Max 350 Luxury (2026)

 

Marke / Modell: Voge SR4 Max 350 Luxury (2026; aktuelles Modell; Euro 5+); Hersteller: Loncin Motor Co., Ltd. / Marke: Voge; Importeur D: MSA Motor Sport Accessoires GmbH, Weiden i.d. OPf.

BMW-Konnex: Produziert im Loncin-Werk Chongqing – dasselbe Werk, das auch den BMW C 400 GT fertigt. BMW intern: Kooperation unter Neubewertung.

Motor: Flüssiggekühlter 1-Zylinder-Viertaktmotor; 350 cm³; SOHC; 4 Ventile; elektronische Einspritzung; CVT-Variomatik (stufenlos); Euro 5+; A2-tauglich (25 kW / 34 PS)

Leistung / Drehmoment: 34 PS (25 kW) bei 7.000/min; 35 Nm bei 6.000/min

Vmax / Verbrauch: ca. 135 km/h (Tacho bis 140); 3,9 l/100 km (WMTC); ca. 330 km Reichweite

Tank / Gewicht: 12,8 l, 214 kg fahrbereit; Zuladung 201 kg

Getriebe: CVT-Variomatik; stufenlos

Elektronik: 7-Zoll-TFT (Auto-Helligkeit); Bluetooth-Konnektivität; Navigation via Voge-App; TPMS (Reifendruckanzeige); integrierte 1080p-Dashcam (Frontkamera); Totwinkelwarner (BSD); dynamisches Notbremslicht (ESS); Kurvenlichter; Lauflicht-Blinker; Traktionskontrolle; ABS (Bosch; Zweikanal); Keyless-Go inkl. Tankklappe; Feststellbremse; USB-Ladebuchse; 12V-Steckdose

Komfort-Ausstattung: Elektrisch verstellbares Windschild; beheizte Griffe (3-stufig); beheizte Sitzfläche; Lendenwirbelstütze am Fahrersitz; beleuchtetes Helmfach (41,5 l, 2 Integralhelme); 2 Handschuhfächer vorn; Hauptständer serienmäßig

Rahmen / Fahrwerk: Stahlrohrrahmen mit Aluminium-Triebsatzschwinge; 35-mm-Telegabel vorn (112 mm Federweg); KYB-Federbein hinten (127 mm; 5-fach Federvorspannung); 15-Zoll-Vorderrad; 14-Zoll-Hinterrad

Bremsen: J. Juan; 2× 265-mm-Scheiben vorn (Vierkolbenzangen, radial); 265-mm-Scheibe hinten (Einkolbenzange); Bosch-ABS; Traktionskontrolle

Räder / Reifen: Gussräder; 15 Zoll vorn / 14 Zoll hinten; Pirelli Angel Scooter; 120/70-15 vorn / 150/70-14 hinten

Ergonomie: Sitzhöhe 760 mm; gestufter Sitz (Lendenwirbelstütze); breite komfortable Sitzbank; großzügiger Fußraum; Soziussitz serienmäßig (Rückenpolster integriert); 41,5 L Staufach unter Sitzbank; elektrisches Windschild

Standgeräusch: Nicht publiziert; Tirol-Status unbekannt

Farben 2026: Weiß; Schwarz; Olive Grey Matt – beim Händler aktuelle Verfügbarkeit bestätigen

Garantie / Service: 3 Jahre / max. 40.000 km (freiwillig; parallel zur gesetzlichen Gewährleistung 2 Jahre); Wartungsintervall 6.000 km / 12 Monate

Preis (D): 6.699 Euro UVP zzgl. 370 Euro Überführungskosten = 7.069 Euro