Test Zero FX (2026)
131 kg, 106 Nm, 21-Zoll-Speichenrad, 240 mm Federweg – die lautloseste Elektro-Enduro mit Straßenzulassung
Stand: 23.5.2026 | Modell: Zero FX ZF7.2 (2026; Dual-Sport-Enduro mit Straßenzulassung); Hersteller: Zero Motorcycles Inc. (Santa Cruz, CA, USA) | Preis DE: ca. 8.280–8.990 Euro (Händlerpreise Neufahrzeuge) | Standgeräusch: entfällt (Elektroantrieb; kein Tirol-Fahrverbot) | Garantie: 5 Jahre Antrieb; 2 Jahre Fahrzeug (Zero-Standard)
Was die FX ist: kein Tourenmotorrad, eine Elektro-Enduro
Wer nach diesem Punkt in der Zero-Testreihe erwartet, ein weiteres schweres Reisemotorrad zu lesen, muss umschalten. Die Zero FX ist das Gegenteil der Zero DSR/X. Statt 247 kg: 131 kg. Statt 17,3 kWh: 7,2 kWh. Statt 180 km/h Touring-Vmax: 137 km/h Enduro-Topspeed. Statt langer Reise-Ergonomie: 21-Zoll-Vorderrad, 240 mm Federweg, 881 mm Sitzhöhe. Die FX ist ein straßenzugelassenes Enduromotorrad mit echter Geländetauglichkeit und elektrischem Antrieb.
Der Fahreindruck aus früheren Tests ist mit einem einzigen Bild festgehalten: Motorradonline beschrieb 2019 das Begegnen älterer Spaziergänger auf dem Feldweg, die freundlich grüßten, wenn die Zero FX dezent surrend vorbeirollte. Das ist der Wesenskern der FX: sie geht dahin, wo Verbrenner-Enduros kratzen und lärmen – und tut es geräuschlos. Kein Waldwanderer, kein Forstarbeiter, kein Pferdereiter hört sie kommen.
131 kg: das leichteste Zero-Motorrad mit Straßenzulassung
131 kg fahrbereit. Das ist 16 kg weniger als die Zero DS (147 kg), 111 kg weniger als die Zero DSR/X (247 kg). Im Vergleich zu KTM 350 EXC-F (103 kg) ist die FX noch schwerer, aber das ist ein reines Geländemotorrad ohne Straßenzulassung. Unter den Straßenmotorrädern von Zero ist 131 kg unerreicht.
Was 131 kg im Gelände bedeuten: Das Motorrad lässt sich aufrichten. Es lässt sich quer ziehen. Es lässt sich über einen umgefallenen Baumstamm wuchten. Das ist der praktische Unterschied zwischen einer echten Enduro und einem Adventure-Motorrad, das gelegentlich Schotterwege sieht.
Motor: 106 Nm, 20 PS, 137 km/h – und der erste Eindruck täuscht
Z-Force 75-5 Motor. 15 kW / 20 PS Maximalleistung. 106 Nm sofort ab 0/min. 137 km/h Höchstgeschwindigkeit. Riemenantrieb. Kein Getriebe, keine Kupplung. Die Zahlen klingen unspektakulär. Der Fahreindruck nicht.
Die Zero FX ist wie alle E-Maschinen ein Beschleunigungsmonster: Wenn man an der Ampel am Gasgriff dreht und sich zwei Sekunden später kurz umdreht, merkt man, dass alle Autos gerade erst dabei sind, anzurollen – da ist man schon um die nächste Ecke. Das ist das elektrische Drehmoment-Paradox: 106 Nm sofort, ohne Anlauf, ohne Hochdrehen. Die Beschleunigung verhält sich wie die eines deutlich leistungsstärkeren Verbrenners, weil sie aus dem Stand heraus volle Kraft entfaltet. Für eine 131-kg-Enduro mit 20 PS ist das eine bemerkenswerte Erfahrung.
Fahrwerk: 240 mm Federweg, USD-Gabel, 21-Zoll-Vorderrad
USD-Gabel vorn, 38 mm, verstellbare Zugstufendämpfung. Zentralfederbein hinten, direkt angelenkt, einstellbar. Federweg vorn: 240 mm. Federweg hinten: 227 mm. Das sind Enduro-Federwege, nicht Adventure-Tourerwerte. Die Zero DSR/X mit ihren 190 mm ist daran gemessen ein Straßenmotorrad. Die FX ist auf echtes Gelände ausgelegt.
21-Zoll-Vorderrad und 18-Zoll-Hinterrad auf Speichenrädern mit Alu-Felgen. Ein 21-Zoll-Vorderrad ist der Standard der großen Reiseenduros für guten Geradeauslauf auf Schotter, besseres Überfahren von Hindernissen und Felskanten. Für den Straßenbetrieb: etwas träger bei schnellen Richtungswechseln als ein 19-Zoll-Rad. Für den Geländebetrieb: richtiger.
Akku und Reichweite: 7,2 kWh, 146 km Stadt, 63 km Autobahn
7,2 kWh Akkukapazität. Stadtreichweite: 146 km. Landstraße bei 89 km/h Durchschnitt: 90 km. Autobahn bei 113 km/h: 63 km. Das sind die nüchternen Reichweitenzahlen der FX. Für eine Enduro, die primär auf Feldwegen, Forststraßen und im Stadtbetrieb eingesetzt wird: halbwegs ausreichend. Für lange Autobahnstrecken: nicht konzipiert. Bei ca. 2% Restladung stehen im Testbetrieb mehr als 100 km auf dem Tacho – die FX kommt demnach im Praxisbetrieb auf 100+ km unter normalen Bedingungen.
Ladezeit Standardladegerät: ca. 9 Stunden (0–100 %). Optional Schnellladegerät (CHAdeMO, falls verfügbar): ca. 1,5 Stunden (0–95%). Den Ladestandard CHAdeMO beim Händler klären – in Deutschland ist er weniger verbreitet als Type 2.
Bosch-ABS, 2 Fahrmodi, Cypher III: die Elektronikbasis
Bosch-ABS an Vorder- und Hinterrad serienmäßig. 2 Fahrmodi: Eco (niedrigerer Verbrauch) und Sport (volle Leistung). Custom-Modus per App. Cypher III Betriebssystem. Zero-App. TFT-Display. Keine Traktionskontrolle mit Canyon-Mode wie bei DS und DSR – die FX ist elektrisch einfacher ausgestattet als ihre Schwestern. Das ist konsistent mit dem leichteren, unkomplizierten Enduro-Ansatz.
FX vs. FXS: das gleiche Fahrzeug, andere Räder
Die Zero FXS ist die Supermoto-Variante der FX: identischer Rahmen, Motor, Akku – aber 17-Zoll-Gussräder mit Straßenprofil statt 21-Zoll-Speichenräder mit Stollenreifen. Die FXS ist weniger geländetauglich, dafür agiler auf der Straße und im Stadtbetrieb. Wer zwischen FX und FXS entscheidet: Die FX für Gelände und Feldwege; die FXS für Stadt und Landstraße.
A-Führerschein: warum nicht A1 oder A2
Die Zero FX erfordert den A- oder A2-Führerschein. Die Dauerleistung liegt bei 15 kW / 20 PS – das überschreitet die A1-Grenze (11 kW). Die A2-Grenze liegt bei einer Dauerleistung von 35 kW: Die FX mit 15 kW liegt darunter.
Preis: ca. 8.280–8.990 Euro – das günstigste Zero-Motorrad dieser Testreihe
Ca. 8.280–8.990 Euro (Händlerpreise). Das ist das günstigste Motorrad dieser gesamten Zero-Testreihe. Im Vergleich: Zero DSR/X ca. 19.000 Euro. Zero DSR ca. 19.400 Euro. Zero DS ca. 15.500 Euro. Die FX ist für Geländefahrer und Stadtpendler, die eine leichte, lautlose Enduro wollen und keine Langstrecken-Tourer.
Fazit
Die Zero FX 2026 ist das leichteste, günstigste und geländefähigste Motorrad dieser gesamten Zero-Testreihe: 131 kg, ca. 8.500 Euro, 21-Zoll-Speichenrad, 240 mm Federweg, 106 Nm sofort, lautlos. Für Geländefahrer, Forststraßen-Pendler, Stadtbewohner mit Offroad-Ausflügen: das sinnvollste Fahrzeug der Zero-Palette. Für Langstreckentourer: anderes Modell. 5 Jahre Antriebsgarantie. Kein Standgeräusch, kein Tirol-Fahrverbot.
Kurzcheck
+ 131 kg fahrbereit: das leichteste Zero-Straßenmotorrad und auch sonst ein leichtes Motorrad. Im Gelände bedeutet das: aufrichtbar, querziehbar, wuchtbar. 106 Nm sofort ab 0/min: die Beschleunigung aus dem Stand ist trotz nur 20 PS subjektiv überwältigend – das elektrische Drehmoment wirkt sofort, ohne Anlauf.
+ 21-Zoll-Vorderrad, 240 mm Federweg vorn, 227 mm hinten: echte Enduro-Architektur. USD-Gabel. 5 Jahre Antriebsgarantie. Kein Standgeräusch: Waldwanderer, Forstarbeiter, Pferdereiter hören die FX nicht kommen. Ca. 8.280–8.990 Euro: günstigstes Zero-Motorrad. Bosch-ABS serienmäßig. Pirelli Diablo Rosso II oder äquivalente Endurobereifung.
– 7,2 kWh: 146 km Stadt, 63 km Autobahn. Für Gelände- und Stadtbetrieb: ausreichend. Für Langstrecke: nicht ausgelegt. Standard-Ladezeit 9 Stunden (0–100%) – länger als alle anderen Zero-Modelle dieser Testreihe. Schnellladeoption (CHAdeMO) in Deutschland wenig verbreitet.
– A- oder A2-Führerschein erforderlich (15 kW > A1-Grenze 11 kW). Sitzhöhe 881 mm: hoch; Geländetypisch, aber für kleinere Fahrer schwierig. Keine Traktionskontrolle mit Canyon-Mode (nur Eco/Sport/Custom). Keine Heizgriffe, kein Tempomat, kein verstellbares Windschild serienmäßig – der spartanische Enduro-Ansatz schließt Touring-Komfort aus.
Technische Daten: Zero FX ZF7.2 (2026)
Marke / Modell: Zero FX ZF7.2 (2026; Dual-Sport-Enduro mit Straßenzulassung; A-Führerschein); Hersteller: Zero Motorcycles Inc. (Santa Cruz, CA, USA). Schwestermodell: Zero FXS (17-Zoll-Gussräder, Supermoto-Auslegung)
Motor: Z-Force 75-5; bürstenlos, luftgekühlt, permanent magnet AC; Maximalleistung 15 kW / 20 PS; 106 Nm sofort ab 0/min; Riemenantrieb; kein Getriebe; kein Schalten
Vmax / Beschleunigung: 137 km/h; 0–100 km/h ca. 4,5 s
Akku / Reichweite: 7,2 kWh Z-Force Lithium-Ionen; Stadt 146 km / Landstraße (89 km/h) 90 km / Autobahn (113 km/h) 63 km
Laden: Standardladegerät (integriert): 0–100 % in ca. 9 h. Optional CHAdeMO-Schnellladung (ca. 1,5 h, 0–95 %); CHAdeMO-Verfügbarkeit in Deutschland beim Händler klären
Gewicht / Sitzhöhe: 131 kg fahrbereit (leichtestes Zero-Straßenmotorrad); Sitzhöhe 881 mm; Bodenfreiheit ca. 300 mm
Rahmen / Fahrwerk: Aluminiumrahmen (Brückenrahmen); USD-Gabel 38 mm vorn, einstellbar (Zugstufe); Alu-Zweiarmschwinge hinten, Zentralfederbein direkt angelenkt, einstellbar (Federbasis, Zug- und Druckstufe); Federweg vorn 240 mm / hinten 227 mm
Bremsen: 221-mm-Scheibe vorn (Doppelkolben-Schwimmsattel); 221-mm-Scheibe hinten (Einkolben-Schwimmsattel); Bosch-ABS (beide Räder)
Räder / Reifen: Speichenräder mit Alu-Felgen; 21 Zoll (1.60×21) vorn / 18 Zoll (2.15×18) hinten; Bereifung: Pirelli Diablo Rosso II oder gleichwertig Enduroreifung
Elektronik: Bosch-ABS; 2 Fahrmodi (Eco / Sport); Custom-Modus per Zero-App; Cypher III Betriebssystem; TFT-Display; keine Traktionskontrolle mit Canyon-Mode; keine Heizgriffe; kein Tempomat
Ergonomie: Sitzhöhe 881 mm; aufrechte Enduro-Position; Enduro-Lenker hoch; keine Verkleidung; kein Windschild; kein serienmäßiger Gepäckträger
Standgeräusch: Entfällt (Elektroantrieb); kein Tiroler Fahrverbot anwendbar
Garantie: 5 Jahre Antriebsgarantie; 2 Jahre Fahrzeug (Zero-Standard)
FX vs. FXS: FX: 21/18-Zoll-Speichenräder, Endurobereifung, höhere Sitzhöhe, mehr Bodenfreiheit, Geländetauglichkeit. FXS: 17-Zoll-Gussräder, Straßenprofil, Supermoto-Auslegung, stadtaffiner. Motor und Akku identisch.
Preis (D): Ca. 8.280–8.990 Euro (Händlerpreise)