Test Zero S (2026)
132 Nm, 248 km Stadtreichweite, 15,6 kWh – das Einstiegs-Elektro-Naked-Bike mit A1-Schein
Stand: 23.5.2026 | Modell: Zero S ZF15.6 (2026; MY2026: 15,6 kWh + 3,3-kW-Lader; Naked Bike / Straßenmotorrad; A1/B196); Hersteller: Zero Motorcycles Inc. (Santa Cruz, CA, USA) | Preis DE: ca. 15.300 Euro | Standgeräusch: entfällt (Elektroantrieb; kein Tirol-Fahrverbot) | Garantie: 5 Jahre Antrieb; 2 Jahre Fahrzeug (Zero-Standard)
Die Zero S: das einfachste Konzept in der Zero-Palette
Nach den Dual-Sport-Motorrädern DS, DSR, DSR/X und der Enduro FX ist die Zero S das Fahrzeug mit dem klarsten Konzept: ein elektrisches Naked Bike für die Straße. Keine Verkleidung, kein Windschild, keine Offroad-Anprüche. 17-Zoll-Gussfelgen, Pirelli-Sportbereifung, aufrechte Stadtposition. Sie ist der Einstieg in die Zero-Straßenmotorrad-Welt für A1-Fahrer und B196-Inhaber.
Zero selbst beschreibt sie auf der Produktseite als das Motorrad, das „mehr begeisternden Fahrspaß als jedes andere 11-kW-Bike“ bietet. Das klingt nach Marketing – aber hinter dem Anspruch steckt etwas Messbares: 132 Nm sofort bei gesetzlich auf 11 kW Dauer begrenzter Maschine. Zum Vergleich: Eine Honda CB 125 R hat ca. 11 Nm. 132 Nm sind das Zwölffache. Das ist der Elektro-Vorteil, der die Zero S zu einem anderen Fahrzeugtyp macht, als es der Zulassungsklasse entspricht.
MY2026: 15,6 kWh statt 14,4 kWh – das wichtigste Update
Für das Modelljahr 2026 hat Zero die Zero S mit zwei Updates versehen: Die Akkukapazität wurde von 14,4 kWh auf 15,6 kWh erhöht; der Bordlader wurde von 3 kW auf 3,3 kW verstärkt. Das sind keine dramatischen Zahlen auf den ersten Blick, aber praktisch relevant: 8% mehr Kapazität bedeuten 8% mehr Reichweite. Die Stadtreichweite steigt dadurch auf 248 km. Der stärkere Lader verkürzt die Ladezeit leicht. Für Pendler, die täglich laden, summiert sich das übers Jahr.
Motor: 132 Nm, 60 PS Spitze, 11kW Dauer – das bekannte Zero-Paradox
Z-Force 75-7. Identischer Motor wie in der Zero DS. 11 kW Dauerleistung (A1/B196-Zulassung). Spitzenleistung kurzfristig: 45 kW / 60 PS. 132 Nm Drehmoment sofort. 139 km/h Topspeed. Das ist das Zero-Paradox, das alle so beschreiben: formal ein 125er-Äquivalent, gefühlsmäßig ein vollwertiges Motorrad. Die Beschleunigung aus dem Stand ist die eines Mittelklasse-Motorrads; die Topspeed ist für Landstraße und Stadtbetrieb vollkommen ausreichend.
Riemenantrieb, kein Getriebe, keine Kupplung. Energie-Rückgewinnung (Rekuperation) beim Gasrücknahmen konfigurierbar über App. Drei Fahrmodi: Eco, Sport, Custom. Kein Warmfahren, kein Leerlaufschwanken, keine Ankündigung – die Zero S geht einfach los.
248 km Stadtreichweite: die ehrliche Einordnung
248 km im Stadtbetrieb (laut Hersteller). Kombiniert auf der Landstraße: ca. 160 km. Das sind die relevanten Werte für den Pendler. Wer täglich 40–60 km pendelt und abends lädt, hat mit der Zero S eine vollkommen alltagstaugliche Maschine. Wer gelegentlich über 100 km am Stück fährt, muss Zwischenstopps planen oder den optionalen Schnellader mitbestellen.
Standardlader 3,3 kW: 0–95% in ca. 4 Stunden an Wallbox. Haushaltssteckdose: länger. Optionaler Rapidcharger (6 kW; ca. 2.975 Euro): 0–95% in ca. 1,3 Stunden. Der Rapidcharger ist wie bei allen Zero-Modellen eine sorgfältige Kaufentscheidung: sinnvoll für Vielfahrer, die unterwegs nachladen; weniger relevant für Pendler mit Heim-Wallbox.
Fahrwerk: Showa voll einstellbar, 17-Zoll, Pirelli Diablo Rosso III
Showa-USD-Gabel vorn, voll einstellbar. Showa-Federbein hinten, voll einstellbar. Aluminiumrahmen. 17-Zoll-Gussradsatz. Pirelli Diablo Rosso III: das ist ein echter Sportreifen – keine Kompromissbereifung. Die Zero S ist erklärtermaßen ein Straßenmotorrad, und die Bereifung ist entsprechend. J.Juan-Bremsen; Bosch-ABS; Traktionskontrolle.
Ältere Testberichte beschreiben das Handling als spielend, fordern aber etwas festere Hand in Kurven und erwähnen eine Aufstelltendenz beim Gasgeben. Das ist typisch für elektrische Motorräder mit hohem Drehmoment: Der Schub hebt das Vorderrad an, wenn man aggressiv Gas gibt. Traktionskontrolle und sorgsame Gashand regeln das.
Zero S vs. Zero DS: was den Unterschied macht
Zero S und Zero DS teilen Motor und Akkuplattform (Z-Force 75-7; 15,6 kWh für 2026). Der Unterschied liegt im Fahrwerk: Die DS hat 19-Zoll-Speichenräder und ist für Schotter und leichtes Gelände ausgelegt. Die S hat 17-Zoll-Gussfelgen mit Sportbereifung und ist für asphaltiertes Fahren optimiert. Für den reinen Straßenfahrer: Die S ist agiler auf Asphalt. Für denjenigen, der gelegentlich Feldwege mitmachen will: Die DS. Die DS kostet ca. 200–1.000 Euro mehr – beim Händler vergleichen.
Der Preis: ca. 15.300 Euro für das Einstiegs-Zero
Ca. 15.300 Euro Marktdurchschnitt 2026. Das ist das günstigste Straßenmotorrad im Zero-Lineup – aber immer noch deutlich teurer als vergleichbare Verbrenner-Naked-Bikes in der 125er-Klasse (5.000–6.000 Euro) oder Mittelklasse-Segment (6.000–8.000 Euro). Der Aufpreis spiegelt die Zero-Systemkosten: Akkutechnologie, Fahrwerk, Garantiepaket, US-Konstruktion. Für B196-Fahrer, die ein vollwertiges Motorradgefühl mit legalem A1-Schein suchen: das stärkste Angebot am deutschen Markt.
Fazit
Die Zero S 2026 ist das unkomplizierteste und günstigste Straßenmotorrad im Zero-Lineup: 132 Nm, 60 PS Spitze, A1/B196, 15,6 kWh (MY2026-NEU), 248 km Stadtreichweite, Showa voll einstellbar, Pirelli Diablo Rosso III, Bosch-ABS, Traktionskontrolle, Cypher III+. Kein Standgeräusch, kein Tirol-Fahrverbot. 5 Jahre Antriebsgarantie. Ca. 15.300 Euro. Für A1- und B196-Fahrer, die maximale Straßenleistung in ihrer Klasse suchen: ohne echte Konkurrenz.
Kurzcheck
+ 132 Nm sofort bei A1/B196-Zulassung (11 kW Dauer): das Zwölffache eines typischen 125er-Verbrenners. Zero beschreibt sie als das Motorrad mit 'mehr Fahrspaß als jedes andere 11-kW-Bike' – das ist messbar: 60 PS Spitze, 139 km/h, lautlos. MY2026-Update: 15,6 kWh (statt 14,4 kWh) und 3,3-kW-Bordlader (statt 3 kW) – 8% mehr Kapazität, kürzere Ladezeit. 248 km Stadtreichweite.
+ Showa-USD-Gabel vorn + Showa-Federbein hinten, beide voll einstellbar. Pirelli Diablo Rosso III serienmäßig: echter Sportreifen. J.Juan-Bremsen, Bosch-ABS, Traktionskontrolle. 5 Jahre Antriebsgarantie. Kein Standgeräusch, kein Tirol-Fahrverbot. Riemenantrieb, Wartungsintervall 37.000 km. Cypher III+ mit Zero-App und Custom-Fahrmodus.
– Ca. 15.300 Euro: teuer für ein A1-Motorrad – doppelt bis dreimal so viel wie ein vergleichbarer Verbrenner-Einsteiger. Optionaler Rapidcharger (6 kW; ca. 2.975 Euro): nicht nachrüstbar ohne Eingriff; bei Kauf entscheiden. Standardladezeit 3,3 kW: ca. 4 h an Wallbox – für Pendler ohne eigene Wallbox einzuplanen.
– Kein Windschild serienmäßig (Naked Bike). Traktionskontrolle: Aufstelltendenz beim aggressiven Gasgeben (ältere Tests) – mit aktueller Bosch-TC beherrschbar. Ca. 235 kg: schwerer als Verbrenner-125er, aber leichter als Zero DS oder DSR.
Technische Daten: Zero S ZF15.6 (2026)
Marke / Modell: Zero S ZF15.6 (2026; MY2026 mit 15,6 kWh + 3,3-kW-Lader; Naked Bike / Straßenmotorrad; A1/B196); Hersteller: Zero Motorcycles Inc. (Santa Cruz, CA, USA)
MY2026-Update: Akkukapazität von 14,4 kWh auf 15,6 kWh erhöht; Bordlader von 3 kW auf 3,3 kW verstärkt → 8% mehr Reichweite, etwas kürzere Ladezeiten
Motor: Z-Force 75-7; bürstenlos, luftgekühlt, permanent magnet AC (identisch mit Zero DS); Dauerleistung 11 kW / 15 PS (A1/B196); Spitzenleistung kurzfristig 45 kW / 60 PS; 132 Nm sofort ab 0/min; Riemenantrieb; kein Getriebe
Vmax: 139 km/h; 0–100 km/h vergleichbar mit Mittelklasse-Verbrenner (elektrisches Drehmoment sofort)
Akku / Reichweite: 15,6 kWh Z-Force Lithium-Ionen (MY2026); Stadt 248 km / kombiniert ca. 160 km / Autobahn ca. 140 km
Laden: Bordlader 3,3 kW (MY2026; Level 2 Wallbox/Type 2): 0–95% in ca. 4 h. Optional Rapidcharger 6 kW (ca. 2.975 Euro; nicht nachrüstbar ohne Eingriff): 0–95% in ca. 1,3 h. Kein DC-Schnellladen.
Gewicht / Sitzhöhe: Ca. 235 kg fahrbereit (mit 15,6-kWh-Akku); Sitzhöhe ca. 810 mm
Fahrwerk vorn: Showa-USD-Gabel; voll einstellbar (Federvorspannung, Druck- und Zugstufe)
Fahrwerk hinten: Showa-Zentralfederbein; voll einstellbar
Bremsen / Elektronik: J.Juan-Bremsen; Bosch-ABS; Traktionskontrolle; 3 Fahrmodi (Eco/Sport/Custom per App); Cypher III+ Betriebssystem; Zero-App (Fahrzeugstatus, OTA-Updates, Custom-Konfiguration)
Räder / Reifen: Gussräder; 17 Zoll vorn und hinten; Pirelli Diablo Rosso III (Sportreifen)
Zero S vs. Zero DS: Motor und Akku identisch (Z-Force 75-7; 15,6 kWh). DS: 19-Zoll-Speichenräder, Dual-Sport-Gelände-Auslegung. S: 17-Zoll-Gussräder, Pirelli Diablo Rosso III, Asphalt-Optimierung. DS ca. 200–1.000 Euro teurer.
Standgeräusch: Entfällt (Elektroantrieb); kein Tiroler Fahrverbot anwendbar
Garantie: 5 Jahre Antriebsgarantie; 2 Jahre Fahrzeug (Zero-Standard)
Preis (D): Ca. 15.300 Euro (Marktdurchschnitt 2026)