Aston Martin und Brough Superior enthüllen die AMB 002 Roadster, BMW-Chef Flasch bringt vorgezogenen R20-Start ins Spiel

Mittwoch, 9. September 2026. Aston Martin und Brough Superior haben mit der AMB 002 Roadster heute ihr erstes gemeinsames, straßenzugelassenes Motorrad vorgestellt – nach den beiden reinen Rennstrecken-Superbikes AMB 001 und AMB 001 Pro ein radikaler Roadster mit Titan-Monocoque-Rahmen und Doppelquerlenker-Vorderradführung. Bei BMW sorgt unterdessen ein ungewöhnliches Video für Aufsehen: Motorrad-Chef Markus Flasch fährt darin selbst einen nahezu seriengetreuen Prototyp der BMW R20 und bringt einen vorgezogenen Serienstart bereits 2027 ins Gespräch.

[ASTON MARTIN / BROUGH SUPERIOR | NEUHEIT] AMB 002 Roadster: Aston Martin und Brough Superior enthüllen erstes straßenzugelassenes Gemeinschaftsmotorrad

NEU / HIGHLIGHT

Aston Martin und Brough Superior haben heute im britischen Gaydon die AMB 002 Roadster vorgestellt – nach den rein rennstreckentauglichen Superbikes AMB 001 (2019) und AMB 001 Pro (2022) das erste gemeinsame Motorrad der beiden britischen Traditionsmarken, das eine reguläre Straßenzulassung erhält.

Anders als bei einer bloßen Serien-Ableitung der Vorgänger handelt es sich um eine komplette Neukonstruktion ohne übernommene Bauteile. Herzstück ist ein neu entwickelter, wassergekühlter 1.083-ccm-V2 mit 130 PS und 110 Nm Drehmoment, montiert in einem aus dem massiven Titan-Vollmaterial gefrästen Rahmen, der trotz seiner Größe nur 5 Kilogramm wiegt. Die Karosserie besteht komplett aus Carbonfaser.

Technisch besonders bemerkenswert ist die von Brough Superior entwickelte Fior-Doppelquerlenker-Vorderradführung, die Lenk- und Bremskräfte voneinander trennt und so ein Eintauchen der Front beim Bremsen verhindert – ein Prinzip, das laut Hersteller mehr Kontrolle über das Vorderrad ermöglicht als eine klassische Telegabel.

Entworfen wurde das Design im Aston-Martin-Studio, gefertigt und montiert wird die Maschine komplett von Hand am Firmensitz von Brough Superior im französischen Toulouse. Weltweit entstehen nur 300 Exemplare, die Bestellbücher sind ab sofort geöffnet, erste Auslieferungen sind für das dritte Quartal 2027 angekündigt.

Einen offiziellen Preis nennen beide Unternehmen bislang nicht – Branchenschätzungen gehen angesichts des Vorgängerpreises der AMB 001 von rund 120.000 US-Dollar von einer Preisspanne zwischen 90.000 und 110.000 US-Dollar aus. Brough-Superior-Präsident Thierry Henriette beschrieb das Fahrgefühl als „das eines leichten, präzisen Blattes“ und lobte die aufrechte Sitzposition mit völlig freiem Sichtfeld.

 

[BMW | NEUHEIT] BMW R20: Motorrad-Chef Flasch fährt Prototyp im Video – Serienstart eventuell schon 2027

NEU

BMW Motorrad hat mit einem ungewöhnlichen Marketing-Ansatz für Aufsehen gesorgt: Statt einer klassischen Enthüllung mit Studiofotos zeigt ein neues Video aus der Reihe „The Ones Who Ride“ Motorrad-Chef Markus Flasch selbst auf einem nahezu ungetarnten Vorserienmodell der BMW R20 – jenem minimalistischen Big-Boxer-Roadster, den Flasch bereits im Mai 2024 als Concept beim Concorso d'Eleganza Villa d'Este präsentiert hatte.

Im Vergleich zur damaligen Studie zeigen sich im Video mehrere seriennahe Änderungen: Die markanten, freistehenden Ansaugtrichter der Studie wichen einer typgenehmigungsfreundlichen Airbox unter dem freischwebenden Solositz, die auffällige, gerade durchgezogene Auspuffanlage wurde durch ein konventionelleres Unterflur-System mit integriertem Katalysator ersetzt, und die aufwendig gefrästen Sechskolben-Bremssättel machten simpleren Vierkolben-Bremsen Platz.

Bislang war als Produktionsstart intern März 2028 kolportiert worden. Im Video äußert Flasch nun jedoch den Wunsch, das gewaltige, auf rund 2.000 Kubikzentimeter vergrößerte Boxer-Aggregat schon im Laufe des Jahres 2027 in Serie zu bringen – ein offizieller, verbindlicher Termin wurde damit allerdings nicht genannt. Flasch beschreibt den Antritt des Prototyps im Video als „unglaubliches Drehmoment“ und bekräftigt die ursprüngliche Designphilosophie: ein riesiger Boxermotor, um den herum nur so viel Motorrad gebaut wird wie unbedingt nötig.

 

Themen im Überblick

Modell / Thema

Status

Kerndaten

Aston Martin / Brough Superior AMB 002

Highlight

1.083-ccm-V2, 130 PS, Titan-Rahmen 5 kg, 300 Stück, Lieferung Q3 2027

BMW R20

Vorschau

Ca. 2.000-ccm-Boxer, Serienstart eventuell 2027 statt März 2028

 

INFO: Zwei sehr unterschiedliche Wege zum Prestige-Motorrad

• Die AMB 002 verfolgt das Konzept extremer Exklusivität: 300 Stück weltweit, handgefertigt, mit Rennsport-Materialien wie einem massiven Titan-Rahmen – ein Ansatz näher am Hypercar-Geschäft als am klassischen Motorradbau.

• BMWs R20 setzt dagegen auf ein Volumenmodell im Premiumsegment: ein Serienmotorrad, das dennoch mit spektakulärer Optik und riesigem Hubraum auf sich aufmerksam macht.

• Beide Projekte eint, dass der Weg zur Serienreife bewusst öffentlich und emotional inszeniert wird – bei BMW durch den CEO persönlich auf dem Prototyp, bei Aston Martin/Brough Superior durch die enge Verzahnung von Automobil- und Motorrad-Design.

 

DO-NOT-RIDE / RÜCKRUF-STATUS (Stand 09.09.2026)

• Husqvarna / GASGAS Offroad (Bj. 2021–2024, Braktec-Bremssattel hinten): Rückruf weltweit gültig, auch Europa betroffen – VIN-Check über Hersteller-Website oder Händler.

• BMW S 1000 RR (K67, Bj. 2019–2026): Rückruf wegen Zündschloss-Wackelkontakt, ca. 77.000 Fahrzeuge weltweit; Halter-Benachrichtigung ab Mitte September 2026.

• Honda CB1000 Hornet – Rückruf 1 (Ölverbrauch): Endmaßnahme August 2026 – JETZT Termin beim Händler buchen.

• Yamaha Ténéré 700 MJ 2025 (USA/Kanada): Do-Not-Ride aktiv – TFT-Tausch kostenlos beim Händler.

 

NOCH IM RADAR

Honda GB 500 S: EU-Marktstart voraussichtlich 2027, Details noch offen

BMW S 1000 RR neue Generation: rund 215 PS, Produktionsbeginn Mai 2027, Handel Sommer 2027

Ducati Desmo450 SM: vollständige technische Daten und Preise für Mitte September angekündigt

KTM 690 Rally: Serienstart Oktober 2026, UK-Preis weiterhin offen

MV Agusta: Wiederanlauf der Produktion in Varese intern für Oktober 2026 angepeilt

Kawasaki Ninja H2 2027: Rückkehr nach Europa via EICMA im November gilt als wahrscheinlich, unbestätigt

 

FAZIT

Der 9. September zeigt zwei völlig unterschiedliche Blaupausen dafür, wie Prestige-Motorräder heute entstehen. Die AMB 002 Roadster ist der radikale, streng limitierte Gegenentwurf zum Massenmarkt – ein Motorrad, das mit Materialien und Fertigungsaufwand aus dem Hypercar-Bau spielt. BMWs R20 verfolgt dagegen die Strategie, ein Volumenmodell mit maximaler emotionaler Aufladung an den Markt zu bringen, inklusive CEO auf dem Prototyp statt steriler Studiofotos. Ob der Serienstart tatsächlich auf 2027 vorgezogen wird, bleibt offen – aber die Richtung, in die BMW damit blickt, ist klar erkennbar.

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