BMW ehrt Grüne Hölle mit drei M-Sondermotorrädern, AMA und BDR bündeln Kräfte für offene Schotterpisten, TT-Gespanne kehren 2027 reformiert zurück

Freitag, 11. September 2026. Zum 100-jährigen Jubiläum des Nürburgrings legt BMW gleich drei M-Sondermodelle in „Nürburgring Grün“ auf – Teil einer neunteiligen Jubiläumsfamilie aus Autos und Motorrädern. In den USA haben sich die American Motorcyclist Association und Backcountry Discovery Routes offiziell zusammengeschlossen, um Schotterpisten für Adventure-Fahrer vor immer neuen Sperrungen zu schützen. Und auf der Isle of Man steht nach der Zwangspause 2026 fest, wie die Seitenwagen-Klasse der Tourist Trophy ab 2027 sicherer weiterleben soll.

[BMW | SONDERMODELL] BMW legt drei M-Sondermotorräder zum 100. Geburtstag des Nürburgrings auf

NEU

Zum 100-jährigen Jubiläum des Nürburgrings im Jahr 2027 hat BMW eine breit angelegte Jubiläumsfamilie „100 Jahre Nürburgring“ vorgestellt – neben sechs M-Automobilen erstmals auch drei Motorräder: M 1000 RR, M 1000 R und M 1000 XR.

Alle drei kommen in der eigens entwickelten Farbe „Nürburgring Grün“, ergänzt um Carbon-Räder mit grünen Streifen sowie Alcantara-Sitzpolster mit eingestickter Jubiläumszahl „100“. Serienmäßig an Bord ist bei allen drei Modellen das M-Track-Package, dazu gehören ein Montageständer und ein Werkstattteppich mit Nürburgring-Jubiläumslogo.

Technische Änderungen an Motoren oder Fahrwerk nimmt BMW nicht vor – die Eckdaten bleiben auf dem bereits bekannten, hohen Niveau von jeweils über 200 PS. „Die Nordschleife gehört seit Jahrzehnten zur DNA unserer M-Modelle“, kommentierte BMW-Motorrad-Chef Markus Flasch, selbst früherer Leiter der BMW M GmbH.

Reservierungen bei BMW-Motorrad-Händlern sind bereits möglich, Preise und Liefertermine nannte BMW noch nicht. Der Nürburgring selbst wurde am 18. Juni 1927 eröffnet – das eigentliche Jubiläum steht also erst 2027 an, die Sondermodelle kommen damit bewusst mit Vorlauf auf den Markt.

 

[USA | VERKEHRSPOLITIK] AMA und Backcountry Discovery Routes bündeln Kräfte für offene Schotterpisten

NEU / WICHTIGKEIT

Die American Motorcyclist Association (AMA) und die gemeinnützige Organisation Backcountry Discovery Routes (BDR) haben am 9. September eine Absichtserklärung unterzeichnet, um gemeinsam für den Erhalt der Adventure- und Dual-Sport-Motorradkultur in den USA zu kämpfen.

BDR kartiert und pflegt seit 2010 ein mittlerweile über 20.000 Meilen umfassendes Netz an Schotterpisten, Forstwegen und wenig befahrenen Landstraßen quer durch die USA, das nach eigenen Angaben jährlich über 60 Millionen US-Dollar an wirtschaftlichem Nutzen für ländliche Gemeinden erzeugt.

Genau diese Routen geraten jedoch zunehmend unter Druck: Behörden wie das Bureau of Land Management und die US-Forstverwaltung haben in den vergangenen Jahren wiederholt größere Streckenabschnitte für den motorisierten Verkehr gesperrt, teils mehrere Hundert Meilen auf einen Schlag.

Die neue Partnerschaft verbindet AMAs politische Erfahrung, Gesetzgebungskontakte und bundesweites Mitgliedernetzwerk mit BDRs Streckenkompetenz und der engagierten Adventure-Community. „Die Streckenabschnitte, die Fahrer am meisten lieben, sind oft genau die, die am stärksten von Schließung bedroht sind“, sagte BDR-Geschäftsführerin Inna Thorn. „Wir haben Jahre investiert, um uns einen Platz am Tisch der Behörden zu erarbeiten, aber diesen Zugang langfristig zu sichern, erfordert Interessenvertretung auf jeder Ebene der Regierung – und genau da macht die Reichweite der AMA den Unterschied.“

 

[ISLE OF MAN | REGELWERK] TT-Gespannklasse kehrt 2027 nach Zwangspause mit neuem Reglement zurück

NEU

Nach der Aussetzung der Seitenwagen-Klasse während der TT 2026 – ausgelöst durch einen schweren Qualifying-Unfall von Ryan und Callum Crowe in Rhencullen – hat die Isle of Man TT nun die Ergebnisse ihrer Sidecar Sustainability Review vorgestellt. Über 460 Rückmeldungen von Fans, Fahrern und Experten flossen in die Überprüfung ein, das Ergebnis fiel eindeutig aus: großer Rückhalt für den Erhalt der Klasse, aber ebenso klare Einigkeit, dass die bisherigen Regeln nicht einfach fortgeführt werden können.

Die Gespanne kehren 2027 im Rahmen eines auf drei Jahre angelegten Programms zurück, mit jeweils zwei Rennen pro TT-Ausgabe bis 2029. Die einschneidendste Änderung betrifft die Motorenformel: Statt des traditionellen 600-ccm-Vierzylinder-Supersport-Konzepts, dessen Basis-Triebwerke am Markt zunehmend schwerer zu beschaffen sind, dürfen künftig Serienmotoren aus Mittelklasse-Motorrädern wie Yamaha R7, Aprilia RS 660 oder Kawasaki Ninja 650 eingesetzt werden, ergänzt um einheitliche Mectronik-Steuergeräte und ein Balance-of-Performance-System zur Leistungsangleichung.

Bestehende Chassis dürfen weiterverwendet werden, um Kosten für die Teams zu begrenzen, dafür kommen strengere Vorgaben für Karosserie-Aerodynamik, Gewicht, Flüssigkeitsdichtigkeit sowie technische Abnahme hinzu. Die Rennen selbst werden 2027 zunächst über zwei statt drei Runden ausgetragen, auch die Zulassungskriterien für Fahrer – etwa aktuelle Wettkampfpraxis und medizinische Tauglichkeit – werden verschärft.

 

Themen im Überblick

Modell / Thema

Status

Kerndaten

BMW 100 Jahre Nürburgring (Motorrad)

Highlight

M 1000 RR/R/XR in Nürburgring Grün, Reservierung ab sofort möglich

AMA / BDR Partnerschaft (USA)

Positiv

MOU vom 9.9.2026, Schutz von über 20.000 Meilen Adventure-Routen

TT-Gespanne 2027

Reform

Neue Motorenformel (R7/RS660/Ninja 650), 2 Rennen à 2 Runden, 2027–2029

 

INFO: Warum US-Schotterpisten für ADV-Fahrer zunehmend gefährdet sind

• Viele der beliebtesten Backcountry-Discovery-Routes-Abschnitte verlaufen über Bundesland, dessen Nutzung regelmäßig neu verhandelt und teils gerichtlich beschränkt wird.

• Organisationen wie die BlueRibbon Coalition kämpfen parallel juristisch gegen einzelne Streckensperrungen – die neue AMA/BDR-Partnerschaft ergänzt das um politische und gesetzgeberische Arbeit auf breiterer Front.

• Für europäische Adventure-Fahrer, die BDR-Routen für US-Reisen nutzen, könnte eine erfolgreiche Interessenvertretung langfristig direkten Einfluss auf die Planbarkeit solcher Touren haben.

 

DO-NOT-RIDE / RÜCKRUF-STATUS (Stand 11.09.2026)

• Husqvarna / GASGAS Offroad (Bj. 2021–2024, Braktec-Bremssattel hinten): Rückruf weltweit gültig, auch Europa betroffen – VIN-Check über Hersteller-Website oder Händler.

• BMW S 1000 RR (K67, Bj. 2019–2026): Rückruf wegen Zündschloss-Wackelkontakt, ca. 77.000 Fahrzeuge weltweit; Halter-Benachrichtigung ab Mitte September 2026.

• Honda CB1000 Hornet – Rückruf 1 (Ölverbrauch): Endmaßnahme August 2026 – JETZT Termin beim Händler buchen.

• Yamaha Ténéré 700 MJ 2025 (USA/Kanada): Do-Not-Ride aktiv – TFT-Tausch kostenlos beim Händler.

 

NOCH IM RADAR

Honda GB 500 S: EU-Marktstart voraussichtlich 2027, Details noch offen

BMW S 1000 RR neue Generation: rund 215 PS, Produktionsbeginn Mai 2027, Handel Sommer 2027

Ducati Desmo450 SM: vollständige technische Daten für Mitte September angekündigt

KTM 690 Rally: Serienstart Oktober 2026, UK-Preis weiterhin offen

MV Agusta: Wiederanlauf der Produktion in Varese intern für Oktober 2026 angepeilt

BMW R20: Serienstart eventuell 2027 statt März 2028, offizieller Termin weiterhin offen

 

FAZIT

Der 11. September verbindet drei Geschichten über das Bewahren und Weiterentwickeln von Motorrad-Traditionen. BMW feiert mit seinen Nürburgring-Sondermodellen 100 Jahre Motorsportgeschichte, ohne dabei nach vorn zu vergessen. Die neue AMA/BDR-Partnerschaft zeigt, dass der Erhalt von Fahrfreiheit im Gelände zunehmend organisierten politischen Einsatz erfordert – Schotterpisten verteidigen sich nicht von selbst. Und die reformierte TT-Gespannklasse beweist, dass selbst eine über hundertjährige Rennserie bereit ist, schmerzhafte, aber notwendige Einschnitte hinzunehmen, um eine geliebte Tradition langfristig zu sichern. Drei sehr unterschiedliche Wege, dieselbe Leidenschaft am Leben zu erhalten.

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