BMW enthüllt F 450 R für 6.490 Euro, Harley-Davidson beendet Werksteam in der King of the Baggers

Donnerstag, 1. Oktober 2026. BMW hat heute wie angekündigt die F 450 R enthüllt – ein A2-taugliches Naked Bike auf Basis der F 450 GS, das mit 48 PS, 175 Kilogramm und einem überraschend niedrigen Einstiegspreis von 6.490 Euro direkt die Aprilia Tuono 457 angreift. Ernstere Nachrichten kommen aus der MotoAmerica: Harley-Davidson beendet sein Werksengagement in der King of the Baggers nach der Saison 2026 und konzentriert sich stattdessen auf seine eigene, markeneigene Rennserie Bagger World Cup – was die verbleibende US-Serie de facto als Zweikampf zwischen Indian und Privatteams zurücklässt.

[BMW | NEUHEIT] BMW F 450 R enthüllt: Spitzenwerte der A2-Klasse für überraschend niedrige 6.490 Euro

NEU / HIGHLIGHT

BMW hat die F 450 R pünktlich zum angekündigten Termin offiziell vorgestellt – das zweite Modell der neuen 450er-Plattform nach der Adventure-Schwester F 450 GS. Der wassergekühlte 420-ccm-Zweizylinder mit dem für BMW bislang einzigartigen Hubzapfenversatz von 135 Grad leistet unverändert 48 PS (35 kW) bei 8.750/min und 43 Nm bei 6.750/min. Damit erfüllt BMW konsequent die A2-Formel: maximale 48 PS bei gleichzeitig minimalem Gewicht von 175 Kilogramm fahrfertig – eine Zielmarke, die bislang nur die Aprilia Tuono 457 prominent erreicht hatte.

Möglich wird das unter anderem durch Magnesium-Abdeckungen für Kupplung und Getriebe, obwohl BMW am Stahlrahmen und der Aluminiumschwinge der GS festhält. Vorn führt eine 43-mm-KYB-Upside-down-Gabel mit 140 mm Federweg das 17-Zoll-Vorderrad, hinten sorgt ein Zentralfederbein mit ebenfalls 140 mm Federweg für Komfort; ein optionales Sportfahrwerk ergänzt einstellbare Zug- und Druckstufendämpfung.

Verbrauch und Reichweite überzeugen mit 3,8 Litern auf 100 Kilometer und bis zu 368 Kilometern aus dem 14-Liter-Tank. Serienmäßig sind bereits schräglagensensibles ABS und Traktionskontrolle, ein 6,5-Zoll-TFT-Display sowie Griffheizung an Bord.

Die reine Basisversion in Cosmic Black kostet 6.490 Euro – günstiger als die Tuono 457 (ab 6.700 Euro) –, das Paket „Exklusive“ mit Quickshifter und Sportfahrwerk kostet 280 Euro Aufpreis, die farbige „Sport“-Version im M-Motorsport-Look in Snaefell-Weiß 430 Euro, die Variante mit automatischer BMW-ER-Kupplung 730 Euro.

 

[HARLEY-DAVIDSON | RENNSPORT] Harley-Davidson beendet Werksteam in der King of the Baggers – Fokus auf eigene Bagger World Cup

NEU / WICHTIGKEIT

Harley-Davidson hat offiziell bestätigt, sein Werksteam in der MotoAmerica-Serie King of the Baggers nach der Saison 2026 einzustellen. Statt weiter parallel in zwei Bagger-Rennserien anzutreten, konzentriert sich der Hersteller künftig vollständig auf seinen eigenen, 2026 gestarteten FIM Harley-Davidson Bagger World Cup, ein als MotoGP-Rahmenprogramm konzipiertes Einmarken-Format, das 2027 um weitere Teams, Fahrer und Rennen wachsen soll.

Wichtig zur Einordnung: Anders als teilweise kolportiert handelt es sich beim Bagger World Cup nicht um eine neue, verdrängte Konkurrenzserie, sondern um ein von Beginn an bewusst als reine Harley-Markenserie angelegtes Format – dort gab es nie andere Hersteller.

Betroffen von Harleys Rückzug ist stattdessen die bisherige King of the Baggers in der MotoAmerica, in der seit 2020 ausschließlich Harley-Davidson und Indian Motorcycle als Werksteams gegeneinander antraten. Mit dem Harley-Ausstieg bleibt dort nur noch Indian als Werksmarke übrig; Privatteams mit anderen Marken sind zwar theoretisch weiter zugelassen, de facto hat die Klasse aber bislang von der direkten Zweikampf-Rivalität gelebt.

Hayden Gillim hatte die Saison 2026 für Indian mit acht Siegen dominiert, nachdem er zusammen mit dem gesamten Vance-&-Hines-Team erst zur laufenden Saison von Harley zu Indian gewechselt war. Kyle Wyman, mit 27 Karrieresiegen erfolgreichster Fahrer der Klassengeschichte, äußerte sich in der offiziellen Harley-Mitteilung bereits in auffällig abschließenden Worten über sein Werksteam.

 

Themen im Überblick

Modell / Thema

Status

Kerndaten

BMW F 450 R

Highlight

420-ccm-Twin, 48 PS, 175 kg, ab 6.490 Euro – günstiger als Aprilia Tuono 457

Harley-Davidson KOTB-Ausstieg

Warnung

Werksteam endet nach 2026, Fokus auf eigene Bagger World Cup, Indian bleibt allein

 

INFO: Zwei Rennserien, die man nicht verwechseln sollte

• King of the Baggers (MotoAmerica, seit 2020): bislang Zweikampf Harley-Davidson gegen Indian Motorcycle – genau diese Konkurrenzserie verliert mit Harleys Ausstieg ihren zweiten Werksgegner.

• Bagger World Cup (FIM/Harley-Davidson, seit 2026): von Anfang an als reine Harley-Einmarkenserie im MotoGP-Rahmenprogramm konzipiert – hier gab es nie andere Hersteller, Harley bleibt dort also keineswegs „allein“, weil Konkurrenten fehlen, sondern weil das Format so geplant war.

• Für die MotoAmerica-Baggerklasse bedeutet Harleys Rückzug ein echtes Wertigkeitsproblem: Ohne den direkten Werksduell-Charakter könnte die Serie mittelfristig zu einer reinen Indian-Markenschau werden, sofern sich kein neuer Werksrivale findet.

 

DO-NOT-RIDE / RÜCKRUF-STATUS (Stand 01.10.2026)

• Husqvarna / GASGAS Offroad (Bj. 2021–2024, Braktec-Bremssattel hinten): Rückruf weltweit gültig, auch Europa betroffen – VIN-Check über Hersteller-Website oder Händler.

• BMW S 1000 RR (K67, Bj. 2019–2026): Rückruf wegen Zündschloss-Wackelkontakt, ca. 77.000 Fahrzeuge weltweit; Halter-Benachrichtigung ab Mitte September 2026.

• Honda CB1000 Hornet – Rückruf 1 (Ölverbrauch): Endmaßnahme August 2026 – JETZT Termin beim Händler buchen.

• Yamaha Ténéré 700 MJ 2025 (USA/Kanada): Do-Not-Ride aktiv – TFT-Tausch kostenlos beim Händler.

 

NOCH IM RADAR

BMW S 1000 RR neue Generation: rund 215 PS, Produktionsbeginn Mai 2027, Handel Sommer 2027

KTM 690 Rally: Serienstart Oktober 2026, UK-Preis weiterhin offen

Rallye Dakar 2027: endgültige Entscheidung von ASO weiterhin ausstehend

MV Agusta: Gerichtsentscheidung über Beschäftigungsschutzmaßnahmen im November erwartet

Kawasaki Ninja H2 2027: vollständige Modellpalette und Details zur EICMA im November erwartet

King of the Baggers 2027: mögliche neue Werksteams oder Reglement-Anpassungen noch offen

 

FAZIT

Der 1. Oktober liefert ein Lehrstück über zwei völlig unterschiedliche strategische Entscheidungen. BMW zeigt mit der F 450 R, wie konsequent sich eine neue Plattform ausschöpfen lässt – technisch auf Augenhöhe mit der bisherigen Referenz Aprilia Tuono 457, aber noch günstiger im Einstiegspreis. Harley-Davidson wiederum trifft eine nachvollziehbare, aber für die MotoAmerica-Baggerklasse schmerzhafte Entscheidung: mehr globale Reichweite über die eigene Markenserie statt fortgesetzter Standortkonkurrenz mit Indian. Für King-of-the-Baggers-Fans bleibt zu hoffen, dass sich ein neuer Werksrivale findet – sonst droht der einst so publikumswirksamen Zweikampf-Serie tatsächlich der Wertverlust, den du zu Recht befürchtest.

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