Honda CB1000GT entthront BMW R1300GS in UK-Zulassungsstatistik, Aprilia RS 660 Factory 2027 gesichtet

Montag, 10. August 2026. Überraschung aus Großbritannien: Im Juli 2026 verkaufte sich Hondas neuer Sporttourer CB1000GT in der Over-1000-ccm-Klasse besser als die sonst dominierende BMW R1300GS – ein Bruch mit einem seit Jahren stabilen Muster. Bei Aprilia zeigen erste Spionagefotos, dass die RS 660 Factory für 2027 eine gezielte Modellpflege erhält, ohne das bewährte Konzept komplett neu zu zeichnen. Und Ducati setzt mitten in der Debatte um die eigene Zukunft ein Ausrufezeichen: 121 Millionen Euro Investition in Italien, mitfinanziert vom italienischen Staat.

[HONDA | MARKT] Honda CB1000GT verdrängt BMW R1300GS von der Spitze der UK-Zulassungsstatistik

NEU / WICHTIGKEIT

In der britischen Zulassungsstatistik für Juli 2026 hat Hondas neuer Sporttourer CB1000GT nach Berichten von Visordown mehr Einheiten verkauft als die BMW R1300GS – die in der Klasse über 1000 ccm sonst nahezu monatlich die Spitzenposition belegt. Damit endet zumindest für einen Monat eine seit Jahren stabile Dominanz: Noch im Juli 2025 stellte die BMW R1300GS Adventure allein 127 der 1222 in der Premiumklasse zugelassenen Motorräder.

Die CB1000GT, seit Juli 2026 endlich in britischen Schauräumen (nach Lieferverzögerungen durch die Ölverbrauchs-Rückrufaffäre der Hornet-Baureihe), positioniert sich mit 147,6 PS, teilbarem Gepäcksystem und teilaktivem Showa-Fahrwerk für 11.999 Pfund deutlich günstiger als die BMW – ein Preisvorteil von mehreren Tausend Pfund. Laut den offiziellen BDN-Zahlen schrumpfte die gesamte Over-1000-ccm-Klasse im Juli 2026 gegenüber dem Vorjahr allerdings um 11,9 Prozent auf 1.076 Einheiten – Hondas Erfolg fällt also in einen insgesamt kleineren Kuchen.

[APRILIA | NEUHEIT] Aprilia RS 660 Factory 2027: Erste Spionagefotos zeigen gezielte Modellpflege

NEU

Erste Spionagefotos bestätigen, dass Aprilia seinen Mittelklasse-Bestseller RS 660 Factory für das Modelljahr 2027 überarbeitet – im siebten Produktionsjahr des Erfolgsmodells, das das Segment der sportlichen Mittelklasse-Zweizylinder erst so richtig belebt hat. Anders als bei einer kompletten Neuentwicklung setzt Aprilia bewusst auf Weiterentwicklung: Die charakteristische Silhouette und die aerodynamischen Lösungen bleiben klar erkennbar, doch die Erlkönige zeigen eine veränderte Tankform, eine angepasste Auspuffführung und neue Instrumentierung.

Erwartet wird zudem eine vereinheitlichte Elektronik zur Erfüllung der Euro-5+-Normen mit schärferer OBD-Überwachung und neuen Geräuschmessverfahren. Die aktuelle RS 660 Factory basiert auf einem 659-ccm-Parallel-Twin mit von der V4-Technologie abgeleiteten Elementen und wiegt rund 183 kg fahrfertig. Offizielle Details hat Aprilia noch nicht veröffentlicht, eine Enthüllung zur EICMA im November 2026 gilt als wahrscheinlich.

[DUCATI | MARKT] Ducati investiert 121 Millionen Euro – Signal mitten in der Verkaufsdebatte

EINORDNUNG

Während die Debatte um einen möglichen Verkauf durch Volkswagen weiter unentschieden ist, hat Ducati am 5. August ein bemerkenswertes Gegensignal gesetzt: Das italienische Unternehmensministerium hat der staatlichen Agentur Invitalia grünes Licht gegeben, einen Entwicklungsvertrag mit Ducati zu unterzeichnen. Das Programm „Ducati Raise the Bar“ hat ein Gesamtvolumen von 121 Millionen Euro, davon fließen über 99 Millionen in industrielle Forschung und experimentelle Entwicklung.

Der italienische Staat steuert einen nicht rückzahlbaren Zuschuss von 33,5 Millionen Euro bei – gut ein Viertel der Gesamtsumme. Ziel sind laut Unternehmensangaben „innovative und nachhaltige Technologien“, eine breitere Modellpalette sowie weiterentwickelte Produktionsprozesse in der Emilia-Romagna, Italiens „Motor Valley“ rund um Ferrari, Lamborghini und Maserati.

Der Zeitpunkt ist bemerkenswert: 2025 lieferte Ducati mit 50.895 Motorrädern das dritte Jahr in Folge weniger aus (Vorjahr: 54.495), meistverkauftes Modell blieb die Multistrada mit 13.873 Einheiten.

 

Themen im Überblick

Modell / Thema

Status

Kerndaten

Honda CB1000GT (UK, Juli 2026)

Highlight

Schlägt BMW R1300GS in der Over-1000-ccm-Klasse, ab 11.999 £

Aprilia RS 660 Factory 2027

Vorschau

Milde Modellpflege, Euro-5+-Elektronik, Enthüllung wohl EICMA

Ducati Raise the Bar

Positiv

121 Mio. Euro Investition, davon 33,5 Mio. Euro Staatszuschuss

 

INFO: Warum die CB1000GT der R1300GS gefährlich wird

• Die CB1000GT basiert auf der günstigen CB1000-Hornet-Plattform und unterbietet die BMW R1300GS preislich um mehrere Tausend Pfund.

• Nach monatelangen Lieferverzögerungen durch die Ölverbrauchs-Rückrufaffäre der Hornet-Baureihe kam die GT erst im Juli 2026 wirklich in die britischen Schauräume – der Verkaufserfolg zeigt aufgestauten Bestellwillen.

• Ob der Julimonat ein Ausreißer bleibt oder sich der Trend fortsetzt, wird sich erst an den kommenden Monatszahlen zeigen.

 

DO-NOT-RIDE / RÜCKRUF-STATUS (Stand 10.08.2026)

• BMW S 1000 RR (K67, Bj. 2019–2026): Rückruf wegen Zündschloss-Wackelkontakt, ca. 77.000 Fahrzeuge weltweit; Halter-Benachrichtigung ab Mitte September 2026.

• Honda CB1000 Hornet – Rückruf 1 (Ölverbrauch): Endmaßnahme August 2026 – JETZT Termin beim Händler buchen.

• Yamaha Ténéré 700 MJ 2025 (USA/Kanada): Do-Not-Ride aktiv – TFT-Tausch kostenlos beim Händler.

 

NOCH IM RADAR

Honda GB 500 S: EU-Marktstart voraussichtlich 2027, Details noch offen

BMW S 1000 RR MJ 2027 Edition M Sport: ab August 2026 bestellbar – 210 PS, Blackstorm

Ducati Desmo450 SM Serienversion: Verkaufsstart Oktober 2026

Moto Guzzi GMG 2026: 3. bis 6. September – Mandello del Lario, 105 Jahre Guzzi

Triumph Moto2-Motor 2027: exakter Hubraum weiterhin nicht offiziell bestätigt

Ducati / VW Verkaufsdebatte: weiterhin ungeklärt, trotz frischer Investitionsmillionen

 

FAZIT

Der 10. August zeigt, wie widersprüchlich die Lage bei den etablierten Marken derzeit sein kann. Honda greift mit der CB1000GT die bislang unantastbare BMW R1300GS ausgerechnet in deren Königsklasse an – ein Achtungserfolg, der zeigt, dass gutes Preis-Leistungs-Verhältnis auch in der Premiumklasse zieht. Aprilia setzt bei der RS 660 Factory dagegen auf Kontinuität statt Revolution und pflegt einen Bestseller behutsam weiter. Und Ducati beweist mit 121 Millionen Euro frischem Kapital, dass man trotz sinkender Verkaufszahlen und ungeklärter Eigentümerfrage in die eigene Zukunft investiert – ein Signal, das in der aktuellen Gemengelage kaum zufällig gewählt sein dürfte.

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