Italien streicht 2027 die Kfz-Steuer für alle Motorräder, britischer Markt wächst im August um 17 Prozent

Donnerstag, 17. September 2026. Der italienische Ministerrat hat am 16. September beschlossen, die jährliche Kfz-Steuer „Bollo“ für 2027 auszusetzen – für Motorräder ganz ohne Leistungsgrenze, anders als bei Autos. Aus Großbritannien kommen unterdessen weiter positive Marktzahlen: Die Neuzulassungen sind im August um 17,1 Prozent gestiegen, angeführt vom boomenden Adventure-Segment.

[ITALIEN | STEUERPOLITIK] Italien setzt 2027 die Kfz-Steuer für alle Motorräder aus

NEU / WICHTIGKEIT

Der italienische Ministerrat hat am 16. September beschlossen, die jährliche Kfz-Steuer „Bollo“ für das Jahr 2027 auszusetzen – als Teil eines Maßnahmenpakets gegen die hohen Energie- und Kraftstoffpreise (Benzin und Diesel kosten in Italien derzeit über 2 Euro je Liter). Während bei Autos nur Fahrzeuge bis 80 kW profitieren, gilt bei Motorrädern keine Leistungsgrenze – auch Besitzer starker Reiseenduros oder Superbikes sparen damit die volle Steuer.

Insgesamt sollen rund 14,5 Millionen Fahrzeuge begünstigt werden, jede Person kann die Vergünstigung aber nur für ein Fahrzeug in Anspruch nehmen, in der Regel für das mit der geringsten Motorleistung im eigenen Fuhrpark. Da der Bollo eine von den Regionen verwaltete Steuer ist, will der Staat den geschätzten Einnahmeausfall von rund 2,3 Milliarden Euro im kommenden Jahr an die Regionen ausgleichen.

Weil die Höhe des Bollo regional unterschiedlich ausfällt, variiert auch die individuelle Ersparnis erheblich: Ein modernes 70-kW-Motorrad kostet in der Lombardei rund 71 Euro, in Kampanien dagegen rund 86 Euro – realistisch liegt die direkte Entlastung je nach Maschine und Region zwischen etwa 20 und über 100 Euro pro Jahr. Vizepremier Antonio Tajani (Forza Italia) und Ministerpräsidentin Giorgia Meloni feierten den Beschluss öffentlich als Erfüllung einer langjährigen Forderung des Mitte-Rechts-Lagers; Meloni bezeichnete den Bollo als „eine der meistgehassten Steuern der Italiener“.

 

[GROSSBRITANNIEN | MARKT] Britischer Motorradmarkt wächst im August um 17,1 Prozent – Adventure-Segment boomt

EINORDNUNG

Der britische Motorradmarkt setzt seinen Erholungskurs auch im August fort: Laut aktuellen Zahlen der Motorcycle Industry Association (MCIA) wurden 8.009 motorisierte Zweiräder neu zugelassen, ein Plus von 17,1 Prozent gegenüber 6.846 im August 2025. Auch Elektromotorräder legten zu, mit 272 Neuzulassungen gegenüber 253 im Vorjahresmonat (+7,5 Prozent).

Zugpferd bleibt das Adventure-Segment mit einem Zuwachs von 41,1 Prozent auf 1.652 Einheiten – seit Jahresbeginn liegt diese Klasse kumuliert bereits 25,7 Prozent im Plus. Bereits der Juli hatte mit 10.644 zugelassenen Maschinen (+17,5 Prozent) einen ähnlich starken Trend gezeigt, angeführt von der neuen Honda CB1000GT, die gleich in ihrem ersten vollen Verkaufsmonat die Adventure-Kategorie anführte – wie an dieser Stelle bereits im August berichtet.

MCIA-Chef Tony Campbell begrüßte die anhaltend positive Entwicklung, mahnte aber zugleich, die Regierung stehe weiterhin eine Antwort auf die seit Monaten laufende Überprüfung der Führerscheinregelungen für Motorradfahrer schuldig – eine verlässliche politische Unterstützung sei nötig, um den positiven Trend langfristig zu sichern.

 

Themen im Überblick

Modell / Thema

Status

Kerndaten

Italien Bollo-Aussetzung 2027

Highlight

Alle Motorräder ohne Leistungsgrenze befreit, ca. 20–100+ Euro Ersparnis/Jahr

UK-Markt August 2026

Positiv

+17,1% ggü. Vorjahr, Adventure-Segment +41,1%, Jahr bislang +15%+

 

INFO: Was die italienische Bollo-Aussetzung konkret bedeutet

• Die Regelung gilt zunächst nur für ein Jahr (2027) und betrifft alle Bollo-Zahlungen mit regulärem Fälligkeitstermin zwischen 1. Januar und 31. Dezember 2027.

• Eine dauerhafte, vollständige Abschaffung des Bollo hatte Vizepremier Tajani zwar öffentlich ins Spiel gebracht – beschlossen wurde bislang aber nur die befristete Aussetzung für ein Jahr.

• Ob der Bund den finanziellen Ausfall der Regionen tatsächlich vollständig kompensiert, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend geklärt.

 

DO-NOT-RIDE / RÜCKRUF-STATUS (Stand 17.09.2026)

• Husqvarna / GASGAS Offroad (Bj. 2021–2024, Braktec-Bremssattel hinten): Rückruf weltweit gültig, auch Europa betroffen – VIN-Check über Hersteller-Website oder Händler.

• BMW S 1000 RR (K67, Bj. 2019–2026): Rückruf wegen Zündschloss-Wackelkontakt, ca. 77.000 Fahrzeuge weltweit; Halter-Benachrichtigung ab Mitte September 2026.

• Honda CB1000 Hornet – Rückruf 1 (Ölverbrauch): Endmaßnahme August 2026 – JETZT Termin beim Händler buchen.

• Yamaha Ténéré 700 MJ 2025 (USA/Kanada): Do-Not-Ride aktiv – TFT-Tausch kostenlos beim Händler.

 

NOCH IM RADAR

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FAZIT

Der 17. September liefert zwei handfest positive Nachrichten für Motorradfahrer in Europa. Italiens Entscheidung, die Kfz-Steuer für Motorräder 2027 komplett auszusetzen, ohne dabei wie bei Autos eine Leistungsgrenze zu ziehen, ist ein bemerkenswert großzügiger Schritt, der auch Besitzern leistungsstarker Maschinen zugutekommt – auch wenn die genaue Gegenfinanzierung noch nicht restlos geklärt ist. Der britische Markt zeigt derweil, dass anhaltendes Wachstum kein Strohfeuer ist: Nach starkem Juli bestätigt der August den positiven Trend, angeführt vom boomenden Adventure-Segment. Zwei Länder, zwei unterschiedliche Treiber, ein gemeinsames Signal: Die Motorradbranche in Europa hat 2026 spürbar Rückenwind.

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