Kawasaki bringt die Ninja H2 2027 zurück nach Europa, Talan Skeels-Piggins knackt als erster Paraplegiker die 200-mph-Marke
Mittwoch, 30. September 2026. Fünf Jahre nach ihrem Euro-5-bedingten Rückzug kehrt Kawasakis aufgeladener Supersportler Ninja H2 2027 offiziell nach Europa zurück – mit überarbeitetem Motor, aber spürbar reduzierter Leistung. Eine ganz andere, zutiefst menschliche Geschichte kommt aus Yorkshire: Der seit 2003 querschnittsgelähmte Talan Skeels-Piggins ist auf einer eigens umgebauten Turbo-Hayabusa als erster Paraplegiker überhaupt über 200 Meilen pro Stunde gefahren.
[KAWASAKI | NEUHEIT] Kawasaki Ninja H2 kehrt 2027 nach Europa zurück – mit weniger Leistung als zuvor
NEU / WICHTIGKEIT
Kawasaki hat offiziell bestätigt, was sich seit Wochen über Teaser und US-Homologationsunterlagen angedeutet hatte: Die straßenzugelassene Ninja H2 kehrt zum Modelljahr 2027 nach fünfjähriger Pause zurück nach Europa – zuletzt war sie wegen der Euro-5-Norm 2021 aus dem Programm genommen worden.
Der komplett überarbeitete, weiterhin 998-ccm-aufgeladene Reihenvierzylinder leistet nun 197 PS bei 11.000/min, mit Ram-Air-Unterstützung bis zu 206 PS – ein deutlicher Rückgang gegenüber den zuvor bis zu 228 PS der Vorgängerversion, aber notwendig, um die strengeren Euro-5+-Grenzwerte zu erfüllen.
Kawasaki übernahm dafür Motorenkomponenten von der bereits Euro-5+-konformen Z H2 SE, darunter neuer Lader, Kolben, Zylinderkopf, Kurbelwelle, Nockenwellen, Drosselklappen und Auspuffanlage; auch die Getriebeübersetzung wurde an die Z H2 angeglichen.
Die Ausstattung bleibt hochwertig: KYB-AOS-II-Upside-down-Gabel, Öhlins-TTX36-Zentralfederbein, Traktions- und Launch-Control, Kurvenmanagementsystem KIBS, Schaltautomat, Motorbremsenregelung und elektronischer Tempomat. Parallel zum Basismodell bringt Kawasaki erneut die Carbon-Version mit Kohlefaser-Verkleidung sowie die weiterhin über 300 PS starke, rein rennstreckentaugliche H2R.
In Deutschland kostet die reguläre Ninja H2 32.500 Euro zuzüglich 550 Euro Überführung, Auslieferung ab April 2027; die offizielle Enthüllung mit allen Modellvarianten wird zur EICMA im November erwartet – demselben Ort, an dem Kawasaki die allererste H2 2014 vorgestellt hatte.
[SUZUKI | REKORD] Talan Skeels-Piggins knackt als erster Paraplegiker die 200-mph-Marke auf Turbo-Hayabusa
EINORDNUNG
Der Brite Talan Skeels-Piggins, seit einem Motorradunfall 2003 vom Brustkorb abwärts querschnittsgelähmt, hat Geschichte geschrieben: Beim Straightliners-Geschwindigkeitsevent auf dem Flugplatz Elvington in Yorkshire erreichte der ehemalige Winter-Paralympics-Teilnehmer und zweifache Weltmeister am 19. September auf einer eigens umgebauten, turbogeladenen Suzuki Hayabusa 200,254 Meilen pro Stunde (322,27 km/h) über die stehende Meile – als erster querschnittsgelähmter Motorradfahrer überhaupt über 200 mph.
Da Skeels-Piggins keine funktionale Sitzbalance hat, wird er während der Fahrt an das Motorrad geschnallt; ein per Hupendruck bedienbarer Luftschalter übernimmt das Schalten, spezielle Fußrasten und Klettgurte fixieren die Beine. Trotz widrigen Wetters und starkem Wind gelang der Rekord erst im fünften und letzten Versuch des Tages – laut seinem technischen Team zusätzlich erschwert durch ein technisches Problem am Motorrad während der Fahrt.
Skeels-Piggins hatte 2015 mit einer ihm gespendeten, zunächst nur leicht modifizierten Hayabusa erstmals 175,6 mph erreicht und in den folgenden elf Jahren mit seinem Team über 600 Stunden Entwicklungsarbeit investiert, um diesen Moment zu ermöglichen. „Es waren 200 Meilen pro Stunde, und ich bin fast in Tränen ausgebrochen“, beschrieb er den Moment nach der Zielankunft.
Themen im Überblick
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Modell / Thema |
Status |
Kerndaten |
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Kawasaki Ninja H2 (Europa 2027) |
Highlight |
197–206 PS, ab 32.500 Euro (DE), Auslieferung ab April 2027 |
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Talan Skeels-Piggins (Hayabusa-Rekord) |
Historisch |
200,254 mph (322,27 km/h), erster Paraplegiker über 200 mph |
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INFO: Warum die neue Ninja H2 trotz weniger PS Sinn ergibt • Die Angleichung an die Z-H2-Motorenbasis senkt Entwicklungs- und Zulassungskosten erheblich – ein pragmatischer Kompromiss, um das ikonische Aufladungskonzept überhaupt in Europa zu erhalten. • 206 PS mit Ram-Air-Unterstützung bleiben für die allermeisten Fahrerinnen und Fahrer immer noch außergewöhnlich viel Leistung – der reale Fahreindruck dürfte sich kaum spürbar von der Vorgängerversion unterscheiden. • Mit H2, H2 Carbon und H2R bleibt die komplette Modellfamilie erhalten, was für Kawasakis Bekenntnis zum aufgeladenen Konzept trotz sinkender Homologationswerte spricht. |
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DO-NOT-RIDE / RÜCKRUF-STATUS (Stand 30.09.2026) • Husqvarna / GASGAS Offroad (Bj. 2021–2024, Braktec-Bremssattel hinten): Rückruf weltweit gültig, auch Europa betroffen – VIN-Check über Hersteller-Website oder Händler. • BMW S 1000 RR (K67, Bj. 2019–2026): Rückruf wegen Zündschloss-Wackelkontakt, ca. 77.000 Fahrzeuge weltweit; Halter-Benachrichtigung ab Mitte September 2026. • Honda CB1000 Hornet – Rückruf 1 (Ölverbrauch): Endmaßnahme August 2026 – JETZT Termin beim Händler buchen. • Yamaha Ténéré 700 MJ 2025 (USA/Kanada): Do-Not-Ride aktiv – TFT-Tausch kostenlos beim Händler. |
NOCH IM RADAR
BMW F 450 R: offizielle Enthüllung morgen, 1. Oktober 2026, 17 Uhr
BMW S 1000 RR neue Generation: rund 215 PS, Produktionsbeginn Mai 2027, Handel Sommer 2027
KTM 690 Rally: Serienstart Oktober 2026, UK-Preis weiterhin offen
Rallye Dakar 2027: endgültige Entscheidung von ASO weiterhin ausstehend
MV Agusta: Gerichtsentscheidung über Beschäftigungsschutzmaßnahmen im November erwartet
Kawasaki Ninja H2 2027: vollständige Modellpalette und Details zur EICMA im November erwartet
FAZIT
Der 30. September zeigt zwei sehr unterschiedliche Formen von Beharrlichkeit. Kawasaki beweist mit der Rückkehr der Ninja H2 nach Europa, dass sich auch ein technisch komplexes, aufgeladenes Nischenkonzept gegen immer strengere Abgasnormen behaupten lässt – wenn auch mit spürbaren Kompromissen bei der Leistung. Talan Skeels-Piggins liefert dagegen die eindrucksvollere Geschichte: elf Jahre Entwicklungsarbeit, über 600 Stunden Technik-Feinschliff und der unbedingte Wille, trotz Querschnittslähmung eine der schnellsten Geschwindigkeiten zu erreichen, die je ein Mensch auf zwei Rädern gefahren ist. Zwischen Ingenieurskompromiss und menschlichem Durchhaltevermögen zeigt sich einmal mehr, wie vielschichtig die Faszination des Motorradfahrens sein kann.