Royal Enfield Guerrilla 450 Apex ab sofort bestellbar – und Harley-Davidson ruft Softail zurück

Zwei Serienmotorrad-Meldungen für Dienstag, 28. April: Royal Enfield bringt die Guerrilla 450 Apex auf den deutschen Markt – eine konsequent auf Straße getrimmte Variante des beliebten A2-Roadsters mit tieferem Lenker, Vredestein-Sportreifen und 5.690 Euro. Und: Harley-Davidson hat in den USA einen Rückruf für 16.994 Softail-Motorräder ausgesprochen – Hinterradbremsleitung kann durchscheuern, Ausfall möglich. Prio 1. Dazu der aktuelle Honda-Stand.

[NEUHEIT | A2] – Royal Enfield Guerrilla 450 Apex: Die Straßen-Variante ist da – 5.690 €, ab sofort bestellbar

 

Was neu ist: Royal Enfield erweitert die Guerrilla-450-Familie um die Apex-Variante. Die Guerrilla 450 ist seit 2024 im deutschen Markt und hat sich als alltagstauglicher A2-Roadster auf der Sherpa-Plattform etabliert – dieselbe Basis wie die Himalayan 450. Die Apex ist keine technisch neue Maschine, sondern eine konsequent auf Asphalt ausgelegte Neukonfiguration: tieferer Lenker, andere Reifen, überarbeitete Fahrmodi, anderes Styling. Das klingt nach kleinen Anpassungen – ist aber im Alltag spürbar.

 

Royal Enfield Guerrilla 450 Apex 2026 – technische Kerndaten

 

Motor 452 ccm Sherpa-Einzylinder — flüssigkeitsgekühlt — DOHC

Leistung 40 PS (29,5 kW) bei 8.000/min

Drehmoment 40 Nm bei 5.500/min

Gewicht 184 kg (fahrfertig)

Führerschein A2-konform

 

Lenker Neuer Aluminiumlenker — tiefer positioniert vs. Standard-Guerrilla — sportlichere Sitzposition

Reifen vorne Vredestein Centauro ST — 120/70-17 — Sportreifen mit Straßenzulassung

Reifen hinten Vredestein Centauro ST — 160/60-17 — ersetzt CEAT-Serienreifen

Fahrmodi Street + Sport — überarbeitet — Modus wird über Zündzyklen gespeichert

Display Royal Enfield Tripper Dash — TFT — Google-Maps-Navigation serienmäßig

Fahrwerk vorne Telegabel 43 mm

Fahrwerk hinten Showa Monoshock — 140 mm Federweg — Hebelumlenkung

Optik Neue Heckverkleidung — farblich abgestimmte Frontverkleidung — serienmäßige Felgenbänder

 

Farben Apex Red — Apex Black — beide zum gleichen Preis

Preis Deutschland 5.690 € — identisch zur Guerrilla 450 Dash

Verfügbarkeit Ab sofort bestellbar — bei deutschen Royal-Enfield-Händlern

 

Was sich im Alltag tatsächlich ändert: Der wichtigste Unterschied zur Standard-Guerrilla 450 ist nicht der Lenker, sondern der Reifen. Die CEAT-Serienreifen der Basisvariante sind gute Allrounder mit Scrambler-Ausrichtung und auch für leichtes Gelände geeignet. Die Vredestein Centauro ST sind Sportreifen für den reinen Asphalt-Einsatz – schlechterer Grip im Nassen als Allrounder, aber deutlich mehr Grip in Kurven auf trockener Straße und besseres Rückmeldeverhalten. Das ist die eigentliche Charakterveränderung. Der tiefere Lenker macht die Sitzposition aktiver – weniger Scrambler-Cruisen, mehr Naked-Bike-Handling.

 

Die Fahrmodus-Änderung ist ein Detail, das nervt – oder das man bisher vermisste: Die Standard-Guerrilla setzt bei jedem Neustart auf den Standard-Fahrmodus zurück. Die Apex merkt sich den zuletzt gewählten Modus über den Zündzyklus hinaus. Wer also jeden Morgen Sport-Modus will, muss das nicht mehr einstellen. Ein kleines Detail – aber eines, das im Alltag bei jedem Fahrtstart eine Handlung spart.

 

Einordnung im Segment: Bei 5.690 € konkurriert die Guerrilla 450 Apex mit der KTM 390 Duke (ca. 6.800 €, 45 PS, auch A2), der Honda CB 500 Hornet (ca. 7.800 Euro) und der Kawasaki Z 500 SE (ca. 6.800 €, 46 PS, A2). Die Apex hat weniger Leistung als alle drei, aber Vorzüge, die die anderen nicht haben: Tripper-Dash mit Google-Maps serienmäßig, der eigenständigste Klang im Segment und eine Markenidentität, die Royal Enfield in den letzten fünf Jahren aufgebaut hat. Wer das Motorrad als Alltagsgerät sieht und kein Sportreifen-Leistungsmaximum braucht, bekommt hier ein vollwertiges Paket.

 

ℹ️ Guerrilla 450 Dash: Erhält als Upgrade die Modusbeibehaltung und die neue Farbe Twilight Blue. Preis bleibt bei 5.690 €. Alle 2026er-Varianten kommen mit dem Tripper-Dash serienmäßig.

[RÜCKRUF | PRIO 1] – Harley-Davidson Softail: 16.994 Motorräder – Hinterradbremsleitung kann durchscheuern

 

NHTSA ordnet „Do Not Drive" an. Hinterradbremsversagen möglich. USA: 16.994 Fahrzeuge. Betroffen: Street Bob, Heritage Classic, Low Rider S, Low Rider ST, Modelljahre 2025–2026. Händler-Check notwendig. Reparatur kostenlos.

 

Was passiert ist: Harley-Davidson hat in den USA unter der NHTSA-Kampagnennummer 26V234000 einen freiwilligen Rückruf für 16.994 Softail-Motorräder gestartet. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat die betroffenen Fahrzeuge mit dem Hinweis „Do Not Drive“ und einer Aufforderung zum Abstellen im Freien eingestuft. Das ist bei Motorrad-Rückrufen außergewöhnlich und zeigt den Ernst der Lage.

 

Das technische Problem: Bei vier Softail-Varianten mit schmalem Rahmen läuft die hintere Bremsleitung (Teilenummer 41800974) zu nah am Body Control Module (BCM) vorbei. Im Fahrbetrieb können die beiden Bauteile aneinander scheuern. Mit der Zeit reibt sich die Leitung durch – ein Loch entsteht, Bremsflüssigkeit tritt aus, Luft zieht ins System, und der Bremsdruck am Hinterrad sinkt oder setzt ganz aus. Breitere Rahmen-Varianten wie Breakout, Fat Boy und Gray Ghost sind nicht betroffen – dort ist der Abstand ausreichend.

 

Betroffene Modelle und Stückzahlen (USA)

 

FXLRST Low Rider ST 5.338 Einheiten — Modelljahre 2025–2026

FXBB Street Bob 4.799 Einheiten — Modelljahre 2025–2026

FLHC Heritage Classic 3.549 Einheiten — Modelljahre 2025–2026

FXLRS Low Rider S 3.308 Einheiten — Modelljahr 2025–2026 — ab Dez. 2024

Produktionszeitraum Oktober 2024 – März 2026 — ab 18. März 2026 geändertes Bauteil verbaut

Gesamt USA 16.994 Fahrzeuge

Nicht betroffen Breakout, Fat Boy, Gray Ghost — breiterer Rahmen, ausreichend Abstand

 

Was Fahrer sofort tun sollten

 

Sofortmaßnahme USA NHTSA sagt: Fahrzeug abstellen (Freien). Nicht fahren. Händler kontaktieren.

Erkennungszeichen Bremsflüssigkeit unter dem Motorrad • spürbar schwächerer Druck am Hinterradbremspedal

Reparatur Kostenlos — BCM-Halter tauschen + hintere Bremsleitung prüfen/ersetzen

Benachrichtigungsschreiben Ab 18. Mai 2026 an betroffene Besitzer

DE-Status KBA-Eintrag noch nicht bestätigt — Motorradönline meldet Anfrage an Harley-Davidson DE läuft

FIN-Check USA NHTSA.gov — Kampagnennummer 26V234000

 

Was das für deutsche Besitzer bedeutet: Der Rückruf ist zunächst für die USA registriert. Da Harley-Davidson dieselben Modelle weltweit in gleicher Konfiguration liefert und die Produktionszeiträume klar benannt sind, ist davon auszugehen, dass auch europäische und deutsche Fahrzeuge betroffen sind. Die KBA-Registrierung und eine offizielle Harley-Davidson-Deutschland-Kommunikation stehen noch aus. Wer eine der vier Modellvarianten aus den Modelljahren 2025 oder 2026 besitzt: beim deutschen Harley-Davidson-Händler nachfragen und die FIN prüfen lassen. Nicht abwarten.

[UPDATE | PRIO 1] – Honda CB1000 Hornet Rückruf – Stand 28. April 2026

 

⚠️ Zwei parallele Rückrufe CB1000 Hornet aktiv. FIN-Check: honda.de/motorcycles/services/recalls-and-updates.html. Ölstand alle 500 km per Peilstab.

 

Rückruf 3 (Benzinschlauch): 2.583 Fahrzeuge DE — Reparatur läuft. Rückruf 1 (Ölverbrauch): Endgültige Reparatur August 2026. CB 1000 F und CB 1000 GT: Auslieferung Sommer 2026. Alle Aktionen kostenlos.

 

 

NOCH IM RADAR

KTM 1390 Super Duke RR: 350 Stück, 29.999 €, Auslieferung April/Mai 2026.

 

Grödner Joch: Entscheidung Südtiroler Landesregierung ausstehend.

 

Harley-Davidson Strategie: Mai 2026 — Produktankündigungen erwartet.

 

MotoGP Le Mans: 8.–10. Mai 2026.

 

FAZIT: MOTO-NEWS VOM 28. APRIL 2026

Die Guerrilla 450 Apex ist genau das, was ein gut gemachtes Variantenmodell sein sollte: kein neues Motorrad, aber ein anderes Motorrad. Tieferer Lenker, bessere Reifen, sinnvolles Software-Detail – und derselbe Preis. Das ist eine kluge Entscheidung von Royal Enfield. Der Harley-Rückruf ist ernst: Wer eines der vier Softail-Modelle aus 2025 oder 2026 fährt, sollte heute beim Händler anrufen. Hinterradbremsausfall ist kein theoretisches Risiko.

Zurück zur Newsübersicht